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Astrazeneca für alle – doch Impfstoff fehlt in Sachsen

Eigentlich soll der Impfstoff jetzt für jeden in Sachsens Arztpraxen bereit stehen. Das ist gut gemeint, aber schlecht durchdacht. Denn wieder gibt es Probleme.

Nach wie vor mangelt es in Sachsen an Impfstoff.
Nach wie vor mangelt es in Sachsen an Impfstoff. © Nicolas Armer/dpa

Dresden. Noch am Dienstag verkündete Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), dass ab sofort jeder Impfwillige Anspruch auf eine Impfung mit Astrazeneca hat – unabhängig von Alter und Priorisierung. Doch praktisch dürfte damit schon bald wieder Schluss sein – aus Mangel an Impfstoff.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, sagte der Sächsischen Zeitung, dass den Hausarztpraxen für kommende Woche lediglich Biontech-Impfstoff angekündigt worden sei. Von Astrazeneca gebe es, wenn überhaupt, nur noch Restbestände in jenen Praxen, die sich an dem Modellprojekt beteiligt haben, und im Vogtlandkreis. In dieser Woche hatten alle Praxen noch beide Impfstoffe erhalten, dabei etwas mehr Astrazeneca als Biontech.

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Das Sozialministerium verweist dagegen auf Rückmeldungen von Ärzten und Verbänden, wonach Astrazeneca-Impfstoff in vielen Praxen nach wie vor vorhanden sei. Ein Grund könnten Vorbehalte bei Impfberechtigten sein, sodass der Impfstoff nicht überall in erhofftem Maße angenommen werde. Mit der Freigabe an alle Impfwilligen habe man das Ziel verfolgt, „den gelieferten Impfstoff so schnell wie möglich zu verabreichen.“

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Bleibt es bei den Lieferausfällen von Astrazeneca, droht im Mai für ganz Sachsen ein Rückschlag. Denn auch Biontech hat für den kommenden Monat verringerte Liefermengen angekündigt. Nach Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums erhalten Haus- und Betriebsärzte in der kommenden Woche 2.053.350 Dosen von Biontech, im Mai dagegen pro Woche nur 1.579.500 Dosen. Erst ab Juni werden wieder deutlich größere Mengen – zwischen 3,3 und 3,5 Millionen Dosen pro Woche – erwartet. Die Impfzentren in Sachsen können frühestens wieder in der ersten und letzten Maiwoche mit jeweils 2.400 Dosen von Astrazeneca rechnen.

Der fehlende Impfstoff bremst auch das Programm in den Hausarztpraxen aus. Heckemann sagte, dass jedem Hausarzt für die kommende Woche 24 Dosen des Biontech-Impfstoffs zugesichert worden seien: „Für mehr reicht es nicht.“

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