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Sorge vor neuer Corona-Welle in Sachsen wächst

Die Corona-Infektionen steigen deutlich an. In Sachsens Regierung wächst die Sorge vor überlasteten Kliniken und mehreren Tausend Toten im Winter.

Nach einem weitgehend sorgenfreien Sommer müssen die Krankenhäuser wieder mehr Corona-Infizierte behandeln. Schuld ist auch die niedrige Impfquote.
Nach einem weitgehend sorgenfreien Sommer müssen die Krankenhäuser wieder mehr Corona-Infizierte behandeln. Schuld ist auch die niedrige Impfquote. © dpa/Bernd Wüstneck

In der Landesregierung wächst die Sorge vor den Folgen einer erneuten Corona-Welle. Anlass ist ein kontinuierlicher Anstieg von Fallzahlen in den Krankenhäusern seit Mitte September. Da die Quote vollständig Geimpfter in Sachsen nur 55 Prozent beträgt, könnten weiter anwachsende Infektionszahlen bald zu ähnlich hohen Sterberaten führen wie im Winter 2020, heißt es in der Regierung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnte vor wenigen Tagen in einem Interview mit der "Freien Presse" vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Nach Informationen von Sächsische.de wollen Kretschmer und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister in einem Schreiben auf die wachsende Gefahr hinweisen und auf gemeinsames Handeln drängen. Dabei soll es unter anderem auch um die nach Ansicht der Regierung mangelnde Bereitschaft gehen, die Corona-Regeln einzuhalten und sie zu kontrollieren, beispielsweise in der Gastronomie.

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1,7 Millionen Sachsen ungeimpft

Am Montag gab das Robert-Koch-Institut die Sieben-Tage-Inzidenz für Sachsen mit 91,2 an. Damit gehört der Freistaat nach Bremen, Thüringen und Bayern nach einer langen Phase mit sehr niedrigen Werten erneut zu den am höchsten belasteten Regionen in Deutschland. Fünf Landkreise haben Inzidenzen über 100 erreicht. Da zugleich die Belegung der Krankenhausbetten kontinuierlich ansteigt, stellt sich aus Sicht der Landesregierung die Frage nach dem weiteren Vorgehen.

In der Landtagssitzung Ende September gab Köpping die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Krankenhausbetten mit 103 an. 50 Erkrankte wurden zu dem Zeitpunkt auf Intensivstationen behandelt. Am Montag, also anderthalb Wochen später, ist die Zahl der Krankenhauspatienten nach Angaben des Ministeriums weiter gewachsen. 161 Patienten liegen auf der Normal-, 89 auf der Intensivstation. Da von den insgesamt 1,7 Millionen ungeimpften Sachsen rund 300.000 zu der gefährdeten Gruppe der über 60-Jährigen gehören, könnte es, wenn sich diese negative Entwicklung in der kalten Jahreszeit fortsetzt, zu einer zweiten Phase mit mehreren Tausend Toten kommen.

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