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Corona-Infizierte arbeiten weiter als Pfleger

15 Altenpflege- und Behindertenheime im Kreis Görlitz kämpfen mit dem Virus. Die Lage ist angespannt. Wie sehr, zeigen Genehmigungen des Landratsamtes.

Symbolbild
Symbolbild © Sebastian Gollnow/dpa

Derzeit sind 15 Altenpflegeeinrichtungen und zwei Behinderteneinrichtungen im Landkreis Görlitz vom Corona-Virus betroffen. Das berichtet die Büroleiterin des Landrats, Susanne Lehmann. Doch arbeiten auch Infizierte dort?

"Wir können bestätigen, dass in absoluten Ausnahmen asymptomatische positive Mitarbeiter weiterhin ihrer Arbeit in den Pflegeeinrichtungen nachgehen", sagt sie. Der Einsatz erfolge in diesen Fällen freiwillig und die Pflegekräfte betreuen ausschließlich infizierte Personen. Dafür bedarf es einer ausdrücklichen Genehmigung durch das Landratsamt, welches im Vorfeld alle Möglichkeiten einer alternativen Betreuung der Pflegebedürftigen prüft. In welchen Heimen das bereits so passiert, wird nicht mitgeteilt.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor rund zwei Wochen ins Gespräch gebracht, dass mit Corona infizierte Pfleger im Notfall weiter arbeiten sollen. Dafür erntete der Minister Kritik - unter anderem vom Vorstand der Stiftung Patientenschutz.

Ausnahmen sind möglich

Doch so weit hergeholt war der Vorschlag Spahns offenbar nicht. Dass nun auch mit dem Corona-Virus infizierte Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen, hängt mit der angespannten Lage zusammen. "Die personellen Kapazitäten sind zum Teil erschöpft", begründet Susanne Lehmann. Daher prüft das Landratsamt in Abstimmung mit den Einrichtungen, inwieweit Ausnahmen unumgänglich sind.

Vorige Woche startete der Kreis zudem einen Aufruf, dass jede Unterstützung benötigt wird, um zusätzliche Helfer für die Betreuung von Bewohnern in Heimen zu gewinnen. "Gesucht werden insbesondere Menschen mit einer Ausbildung oder Kenntnissen in einem pflegerischen, medizinischen oder sozialen Beruf", heißt es.

Mittlerweile haben einige der Einrichtungen nun Schnelltests im Einsatz. Dazu müssen die Heime ein Testkonzept erarbeiten und dem Gesundheitsamt vorlegen. "Die Durchführung der Tests der Beschäftigten sowie der Bewohner und Besucher der versorgten Personen erfolgt durch ärztlich eingewiesene Pflegefachkräfte oder medizinisches Fachpersonal", sagt Susanne Lehmann.

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