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Gibt es in Deutschland genug Intensivbetten?

Knapp 8.000 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit noch als verfügbar erfasst. Doch wie verlässlich ist diese Zahl?

Ist für Intensivbetten in Deutschland auch genügend Personal vorhanden? Darüber war ein Streit entbrannt. Gesundheitsminister Spahn versuchte nun, die Wogen zu glätten.
Ist für Intensivbetten in Deutschland auch genügend Personal vorhanden? Darüber war ein Streit entbrannt. Gesundheitsminister Spahn versuchte nun, die Wogen zu glätten. © CTK

Berlin. Angesichts der rasant zunehmenden Corona-Infektionen sollen Krankenhäuser und Testlabore vor Engpässen bewahrt werden. „Um die Pandemie im Griff zu behalten, mussten wir die Notbremse ziehen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit Blick auf die bundesweiten Beschränkungen im gesamten November.

Labore warnten vor einer Überlastung ihrer stark hochgefahrenen Kapazitäten und forderten zielgenaueres Testen. Mit Blick auf die Intensivstationen pochten Spahn und Mediziner auch auf Klarheit, wie viele dringend benötigte Pflegekräfte verfügbar sind.

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Spahn sagte, bei der Eindämmung sei der Höhepunkt noch nicht erreicht. Wenn die Gesundheitsämter Infektionen nicht mehr nachverfolgen könnten, gewinne das Virus jeden Tag weiter an Schrecken. „Das wollen wir nicht zulassen.“ Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, sagte: „Wir sind noch mitten im Marathon.“ Die Zahl neuer Corona-Fälle habe sich zuletzt binnen zehn Tagen verdoppelt. „Wenn das genauso weiterginge, hätten wir bis Weihnachten über 400.000 gemeldete Neuinfektionen pro Tag.“

Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. Inzwischen sei „die rote Ampel überfahren“ worden. Bei einer weiteren Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Kapazitäten von nunmehr 1,4 Millionen Tests pro Woche auf dringliche Fälle zu konzentrieren.

Immer noch würden aber zu viele PCR-Tests ohne Symptome gemacht. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, dass wegen Staus in Laboren Altenheimbewohner bis zu fünf Tage auf Testergebnisse warten müssten. Das sei nicht hinnehmbar, sagte Vorstand Eugen Brysch. Es sei sicherzustellen, dass Pflegebedürftige nicht länger als 24 Stunden warten. Auch müssten jetzt Test-Privilegien im Profisport fallen. Es könne nicht sein, „dass überforderte Labore mehrfach in der Woche Ergebnisse liefern müssen, damit die Bundesliga läuft“.

Ein Kernproblem sei der seit Jahren bekannte Mangel an Fachpflegepersonal auf den Intensivstationen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens. „Die Corona-Pandemie verstärkt dieses Problem wie ein Brennglas.“ Dabei nehme die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten stark zu – von 362 am 1. Oktober auf nun 2.243. Es gebe auch deutlich mehr Covdid-19-Patienten auf normalen Stationen – bis zu einem Drittel davon würden noch intensivpflichtig.

Um einen täglich aktuellen Überblick zu haben, wurde im Frühjahr ein bundesweites Pflicht-Register eingeführt – doch wie verlässlich sind die Angaben? Hinweise und Stichproben zeigten, dass mitunter Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei, sagte Janssens. Er und Spahn machten deutlich, dass dies aber klare Maßgabe für die Kliniken beim Melden verfügbarer Betten sei.

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Die Kliniken traten Zweifeln entgegen. Stand heute seien rund 21.500 Intensivbetten belegt und 7.500 als verfügbar gemeldet, erläuterte die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Personal, um die Betten umfänglich betreiben zu können, sei selbstverständlich auch aus Normalstationen hinzuzuziehen. Die Zahl von 7.500 freien Betten im Register heiße nicht, dass dort Personal stehe und darauf warte, dass Patienten kämen. Denn es gebe auch andere Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf. (dpa)

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