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„Dass die Alten sterben, ist die Regel“

Für Heilpraktikerin Simone Kuhn ist Corona nichts anderes als eine Grippe. Die Görlitzer Schlossbesitzerin trägt keine Maske. Sie hat andere Vorschläge.

Von Ingo Kramer
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Simone Kuhn ist Heilpraktikerin und Schlossherrin im Görlitzer Ortsteil Ober-Neundorf. Hier sitzt sie unter einer Buche im Schlossgarten.
Simone Kuhn ist Heilpraktikerin und Schlossherrin im Görlitzer Ortsteil Ober-Neundorf. Hier sitzt sie unter einer Buche im Schlossgarten. © Nikolai Schmidt

Görlitz. Am Dienstag kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder zusammen, um über den weiteren Umgang mit Corona zu entscheiden. Angesichts steigender Infektionszahlen bundesweit wird der Ruf nach Einschränkungen bei Familienfeiern lauter, wo sich zuletzt die meisten ansteckten. 

Simone Kuhn hält nicht viel von den Corona-Auflagen, sie weiß auch nicht, ob Corona eine Pandemie ist. Sie ist Heilpraktikerin und lebt und arbeitet noch in Tettnang am Bodensee, wo sie 1969 geboren wurde. Ihr Mann hingegen betreibt seit 27 Jahren die Firma Kuhn Kies + Sand GmbH mit ihrem Kieswerk in Ober-Neundorf. Gemeinsam sanieren sie das Schloss Ober-Neundorf. Ihre Naturheilpraxis in Tettnang hat sie gerade heruntergefahren: Sie ist nur noch ein paar Tage im Monat geöffnet. Wenn das Schloss fertig ist, soll die Praxis komplett umziehen – und im ersten Stock des Schlosses neu starten. Der richtige Umgang mit Corona ist ihr wichtig. Deshalb hat sie dieses Interview gern gegeben.

Frau Kuhn, muss ich bei Ihnen im Schloss Maske tragen?

Laut Gesetz schon, aber ich bin der Meinung, dass der Abstand das wichtigste ist. Wir sollten nicht zu eng beieinander sein und trotzdem miteinander in Kontakt.

Sie lehnen Masken generell ab?

Jeder sollte für sich entscheiden, ob er eine Maske tragen will oder nicht. Damit sie Viren wirklich abhält, muss es aber eine FFP2-Maske sein. Die muss mindestens jede halbe Stunde ausgewechselt werden und darf dabei nicht mit den Händen in Berührung kommen. Sie lässt nur wenig Sauerstoff rein. Es kann zu Sauerstoffmangel kommen. Das Blut verklumpt und verdickt sich, die Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen steigt. Wer so viel Angst hat, dass er sich mit Maske schützen will, sollte all das wissen und für sich abwägen.

Das heißt, Sie tragen keine Maske?

Warum soll ich eine Maske aufsetzen, von der ich weiß, dass sie mich krank macht? Ich habe ein ärztliches Attest, dass ich aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf. Das Attest habe ich immer dabei. Wenn ich ohne Maske in einem Laden bin, kann ich es vorzeigen.

Mussten Sie das schon?

Ja, klar. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Die einen haben gesagt, das sei in Ordnung, andere haben mich trotzdem des Ladens verwiesen. Da fühlt man sich schon diskriminiert. Am Bodensee passiert mir das übrigens häufiger als in Görlitz. Hier ist es zum Glück relativ entspannt.

Haben Sie Angst vor Corona?

Angst und Schrecken zu vermeiden, ist das Allerwichtigste. Wenn man die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, geht das Immunsystem schon deshalb in den Keller. Dann hat man keinen Humor mehr. Wenn ich aber lache und Humor beweise, kommt das gesamte Immunsystem in Fluss. Wenn ich Angst habe, erstarre ich, auch körperlich. Der Körper kann nur gut funktionieren, wenn er im Fluss ist. Deshalb muss man den Menschen aufzeigen, wie sie mit schwierigen Situationen klarkommen können, wie sie ihren Humor nicht verlieren.

Sie haben also gar keine Angst?

Für mich ist Corona nichts anderes als eine Grippe oder eine Erkältung – etwas, was das Immunsystem in Aktion treten lässt. Aber wir sind doch ständig von Viren, Bakterien und Pilzen umgeben. Wir sind Teil der Natur. Viren, Bakterien und Pilze sind in und um unseren Körper zu finden. Die wichtigste Frage für mich ist: Wie gehe ich angstfrei und natürlich damit um?

Und wie tun Sie das?

In erster Linie achte ich darauf, dass mein Immunsystem intakt ist. Da spielt zum Beispiel der Darm eine wichtige Rolle. Dort arbeiten viele Bakterien Hand in Hand zusammen. Wenn es hier stimmt, können Viren leichter abgebaut werden. Aber auch Abstand halten, jedoch keine Isolation, die Hygiene verstärken und im Humor bleiben sind ganz wichtig.

Sie sind Heilpraktikerin. Was raten Sie den Menschen, die zu Ihnen kommen?

Es ist mir wichtig, ihnen eine Hilfestellung anzubieten, wie sie etwas für ihre Gesundheit tun können. Die Naturheilkunde ist ein Teil unserer Kultur und hat einiges zu bieten. Wichtig ist, auf Hygiene zu achten, sich gut zu ernähren, gutes und genügend Wasser zu trinken, keine hochgezuckerten Getränke. Die Menschen sollten sich keinen Stress machen, genug schlafen, sich in der freien Natur bewegen. Und, wie gesagt, den Darm in Ordnung halten, zum Beispiel Sauerkraut essen wegen der Milchsäurebakterien. Die halten unseren Darm fit. Auch mit Kräutern und Gewürzen wie Kurkuma können wir unser Immunsystem stärken. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Das sind alles Dinge, die die Menschen selbst tun können.

Aber sie schützen nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.