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Corona: Inzidenz im Kreis Görlitz liegt nahe 200

Der Inzidenzwert ist übers Wochenende stark gestiegen. Neue Einschränkungen könnten folgen, wenn der Bund das neue Infektionsschutzgesetz beschließt.

Überall im Landkreis Görlitz finden sich Testmöglichkeiten für die Einwohner.
Überall im Landkreis Görlitz finden sich Testmöglichkeiten für die Einwohner. © Steffen Unger

Der Landkreis Görlitz steuert in der Corona-Pandemie auf schwierige Wochen zu. Über das Wochenende ist die 7-Tage-Inzidenz stark gestiegen: Bei den Berechnungen des Kreis-Gesundheitsamtes von 174 am Freitag auf 197 am Sonntag, beim Robert-Koch-Institut in Berlin im selben Zeitraum von 136 auf 186.

Derzeit gelten noch die inzidenzunabhängigen Lockerungen. So können die Geschäfte Kunden mit tagesaktuellem Schnell- oder Selbsttest und nach Terminvereinbarung empfangen, auch für Tierparks, Museen und weitere körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik-, Fußpflege- und Tattoo-Studio gelten diese Bedingungen.

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Doch kommen diese Lockerungen von zwei Seiten unter Druck. Zum einen darf die Zahl der Covid-19-Patienten in allen sächsischen Krankenhäusern nicht über 1.300 liegen. Derzeit sind es 1.065. Übers Wochenende ging die Zahl leicht zurück, aber die Mediziner erwarten in den nächsten Tagen weitere Einlieferungen in den Kliniken. Krankenhäuser wie das Klinikum Görlitz verschieben wieder planbare OPs.

Dem Kreis-Gesundheitsamt zufolge wurden am Sonntag 115 Covid-19-Patienten in den Kliniken des Kreises behandelt, 20 davon intensivmedizinisch, von denen wiederum zehn beatmet werden mussten. Das ist den Angaben des bundesweiten Intensivregisters von Sonntagmittag zu entnehmen.

Neues Infektionsschutzgesetz mit strikten Regeln

Die zweite Seite stellen die geplanten Veränderungen des Infektionsschutzgesetzes dar, die der Bund noch in dieser Woche beschließen lassen will. Es sieht bei einer Inzidenz von über 100 keine Click & Meet-Angebote des Einzelhandels mehr vor. Ab diesem Zeitpunkt soll auch eine Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 5 Uhr gelten. Ab einer Inzidenz von 200 müssten dann auch wieder Schulen und Kitas schließen. Angesichts der Inzidenz von knapp unter 200 gibt es im Landkreis Görlitz kaum noch Spielraum, wenn das Gesetz so kommt. Die neuen Einschränkungen drohen dann bereits um den 20. April.

Schulen öffnen an diesem Montag

In dieser Situation öffnen an diesem Montag wieder die Schulen nach den Osterferien. Vor den Ferien waren gerade auch die Schulen die Treiber der Pandemie. Jetzt sollen die Schüler zweimal pro Woche verpflichtend getestet werden. Auch findet der Unterricht in halbierten Klassen statt. Nach sächsischen Angaben bleiben die Schulen auch geöffnet, wenn mehr als 1.300 Betten in den Kliniken mit Covid-19-Patienten belegt sind.

In den Kitas haben die Öffnungen nach Ostern noch nicht wieder zu einem großen Infektionsgeschehen geführt. 28 aktuelle Fälle und 75 weitere Personen in Quarantäne - lautet die Bilanz der ersten Woche. Allerdings waren sie auch nur vier Tage offen, nach einer Infektion dauert es etwa fünf Tage, ehe sich Symptome zeigen.

Insgesamt meldeten Labore und Praxen am Wochenende dem Kreis-Gesundheitsamt 105 Neuinfektionen. Am Osterwochenende waren es nur 47 Fälle, am Wochenende davor 137.

Am Sonntag mussten sich nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes 771 positiv auf das Virus getestete Einwohner zu Hause aufhalten, weitere 930 Personen ebenso, weil sie Familienangehörige oder enge Arbeitskollegen sind. Bei den 771 Infizierten wurde in 151 Fällen der britische Virus-Typ nachgewiesen, das sind rund 20 Prozent. Da aber nicht alle Proben auf die Mutante untersucht werden, dürfte der Anteil der britischen Variante deutlich höher liegen.

Vier weitere Frauen sterben nach Virus-Infektion

Übers Wochenende vermeldete das Kreis-Gesundheitsamt vier weitere Todesfälle nach einer Coronavirus-Infektion. Es handelt sich um vier Frauen im Alter von 61, 81, 85 und 87 Jahren. Sie stammen aus Ebersbach-Neugersdorf, Löbau, Görlitz und Niesky. Seit März 2020 sind 1.020 Einwohner im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

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