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Corona kann für Spielsüchtige eine Chance sein

Beim SZ-Telefonforum erklären Experten, wie die Zwangspause Betroffenen helfen kann und was Angehörige tun können.

Wegen der Coronakrise blieben Wettbüros, Spielhallen oder Kasinos monatelang geschlossen.
Wegen der Coronakrise blieben Wettbüros, Spielhallen oder Kasinos monatelang geschlossen. © Rolf Vennenbernd/dpa

Ob Wettbüro, Spielhalle oder Kasino – für Spielsüchtige strahlen diese Orte eine magische Anziehungskraft aus. Wegen der Coronakrise blieben die Spielstätten monatelang dicht. Viele Betroffene haben diese Zwangspause als sehr hilfreich empfunden, sagt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern. Das hätten Rückmeldungen gezeigt.

Zwar könnten manche durch diese Pause den Absprung schaffen. Doch für viele sei die spielfreie Zeit wohl zu kurz. Denn häufig haben Betroffene schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Probleme. Diese lassen sich nicht einfach so während einer mehrwöchigen Spielpause lösen. Der Druck bleibt also bestehen. Sobald das Angebot an Glücksspielen wieder steigt, ist ein Rückfall ins alte Verhalten wahrscheinlich.

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Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Andere Spielsüchtige sind bei der Suche nach Alternativen auf Spielbanken im Internet gestoßen. Suchtexperten schätzen Online-Glücksspiele als besonders riskant ein: Sie stehen immer zur Verfügung, die rasche Spielfolge hat hohes Suchtpotenzial, der Überblick über die Einsätze geht schnell verloren, zudem kann man bei den illegalen Spielen schnell betrogen werden.

Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland sind spielsüchtig. Sie machen hohe Schulden, spielen wie unter Zwang immer weiter, vernachlässigen Freunde und Familie, lassen einfach nicht mit sich reden. Dass Glücksspiel verbreitet ist, zeigt auch eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Rund 40 Prozent der 16- bis 70-Jährigen haben demnach im vergangenen Jahr an Spielautomaten, bei Sportwetten und bei Onlinespielen gezockt. Der Begriff „spielen“ sei oft mit einem Vergnügen oder Hobby verknüpft, erklärt Hartmut Görgen vom Fachverband Glücksspielsucht. Das Verhalten könne sich aber zu einer Sucht entwickeln. (dpa/rnw)

Telefonforum am Montag

Wie spreche ich ein Familienmitglied an, das dem Glücksspiel verfallen ist? Welche Anzeichen lassen eine Sucht vermuten? Kann diese geheilt werden – wenn ja, wie? Diese und andere Fragen beantworten folgende Experten kostenfrei beim Telefonforum am Montag, dem 21. September, von 10 bis 16 Uhr:

Esther Meyer, Beratungstelefon Glücksspielsucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Tel. 0800 1372700

Marie-Luise Theunissen-Spitzley, Beratungstelefon Glücksspielsucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Tel. 0800 1372700

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