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Aus Mitschkes Saft wird jetzt Bier

Wegen der Schließung in der Gastronomie wurde die Ebersbacher Kelterei ihren Rhabarbersaft nicht los. Das brachte den Inhaber auf eine Idee. Die gut ankommt.

Gunter Mitschke hat gemeinsam mit Frenzel-Bräu aus Bautzen das "Rhabarbier" kreiert. Das gibt's jetzt in seiner Ebersbacher Kelterei.
Gunter Mitschke hat gemeinsam mit Frenzel-Bräu aus Bautzen das "Rhabarbier" kreiert. Das gibt's jetzt in seiner Ebersbacher Kelterei. © Matthias Weber

Not macht erfinderisch - schon lange nicht mehr wurde das so deutlich wie in diesem Corona-Jahr. Weil fast nichts mehr seinen gewohnten Gang geht, versuchen vor allem viele Selbstständige mit ungewöhnlichen Ideen, ihr Geschäft am Laufen zu halten.

Auch Gunter Mitschke aus Ebersbach hat in seiner Kelterei Corona-Auswirkungen gespürt - und ein neues Produkt daraus gemacht. Weil Gastronomiebetriebe und Caterer nicht arbeiten konnten, blieb Mitschke dieses Jahr auf großen Mengen Rhabarbersaft sitzen. Ein Caterer aus Berlin sei bislang ein großer Abnehmer dieser Saftsorte gewesen. Der fiel dieses Jahr gänzlich weg. Im Einzelverkauf im Laden ist Rhabarber nicht der große Renner. "Er ist doch etwas außergewöhnlich vom Geschmack her", beschreibt es Gunter Mitschke. Gerade deswegen aber, setzten etliche Gastronomen auf die Sorte.

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Wohin mit dem Saft?

Was nun also machen mit dem übrigen Rhabarbersaft? Gunter Mitschke erinnerte sich an einen Urlaub. "Da hatte ich mal ein Rhabarber-Bier getrunken. Das schmeckte gut." Der Blick auf die Inhaltsstoffe verriet allerdings: Das Bier hat den Rhabarber höchstens mal gestreift. "Das muss auch besser gehen", sagte sich der Saft-Experte aus Ebersbach. Und jetzt war die Gelegenheit, es auszuprobieren.

Als Partner hat er sich die Manufaktur Frenzel-Bräu aus Bautzen ausgesucht. "Die machen immer wieder solche ausgefallenen Sachen, zum Beispiel auch Pfefferkuchenbier." Bei den Bautznern stieß er auf offene Ohren und so entwickelten die Getränkehersteller aus Saft und Bier Mitschkes "Rhabarbier". "Der erste Probedurchgang wurde so gut angenommen, dass wir beschlossen haben, weiterzumachen", sagt Mitschke. Bis auf Weiteres wird das "Rhabarbier" also bei Mitschkes im Hofladen der Kelterei an der Herrmann-Wünsche-Straße verkauft.

Beliebter als das Quittenbier

Im vorigen Jahr in der Vorweihnachtszeit hatte der Ebersbacher bereits gemeinsam mit einer tschechischen Brauerei ein Quittenbier produziert. Das hat er inzwischen nicht mehr im Sortiment. Es sei auch bei Weitem nicht so beliebt gewesen, wie jetzt das Rhabarber-Bier. Und das obwohl jetzt eigentlich gar keine richtige Radler-Zeit ist. "Das stimmt. Aber der Saft musste eben jetzt verarbeitet werden", begründet er den Zeitpunkt für seine neue Kreation. Der Zuspruch gibt ihm recht. Das Rhabarber-Bier wird vorerst im Programm bleiben. Wenn der Saft dann alle ist, rechnet er fest damit wieder genügend Rohstoff von Hobbygärtnern geliefert zu bekommen. "In diesem Jahr haben sie mich mit Rhabarber förmlich überrannt. Da musste ich schon einigen absagen und konnte keinen Rhabarber mehr ankaufen."

Gunter Mitschke hofft, das "Rhabarbier" auch irgendwann in der Gastronomie etablieren zu können - wenn die Gaststätten und Eventveranstalter wieder öffnen dürfen.

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