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Corona kostet Sachsen 30.000 Jobs

Die sächsischen Statistiker in Kamenz ziehen eine erste Bilanz des Krisenjahres. Darin stehen aber nicht nur Minuszeichen vor der Wirtschaft in Sachsen.

Von Georg Moeritz
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Mit der Schieblehre gemessen: Sachsens Industrie hat im Corona-Jahr Arbeitsplätze abgebaut, darunter 1.900 im Maschinenbau.
Mit der Schieblehre gemessen: Sachsens Industrie hat im Corona-Jahr Arbeitsplätze abgebaut, darunter 1.900 im Maschinenbau. © dpa/Felix Kästle

Dresden. Gewinner und Verlierer eines Wirtschaftskrisenjahres: Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe weiter gestiegen. Auch die Autoindustrie mit ihren Zulieferern hat insgesamt im Krisenjahr kein Personal abgebaut, sondern noch zusätzliche Stellen geschaffen.

Doch die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist gestiegen, obwohl der Staat Kurzarbeitergeld anbot. Die Zahl der Erwerbstätigen war im letzten Quartal 2020 um rund 31.400 kleiner als ein Jahr zuvor. Das ergibt sich aus Tabellen, die das Statistische Landesamt in Kamenz am Montag veröffentlichte.

Im vierten Quartal ging es aber schon wieder leicht aufwärts. Bei einem Vergleich der jeweils dritten Quartale der Jahre 2019 und 2020 zeigte sich noch ein Verlust von 32.200 Arbeitsplätzen. In den Jahren vorher war die Erwerbstätigkeit in Sachsen gewachsen. Der Höhepunkt wurde im vierten Quartal 2019 erreicht: 2,0853 Millionen Erwerbstätige.

Sachsens Maschinenbau auf Schrumpfkurs

Sachsens Industrie baute im Krisenjahr einen größeren Anteil ihrer Stellen ab als der Dienstleistungssektor. Doch der ist viel größer, so dass zahlenmäßig mehr Dienstleisterjobs verloren gingen. Im letzten Quartal 2020 waren 18.300 Dienstleister weniger in Sachsen beschäftigt als ein Jahr zuvor. Dabei sind auch Pendler aus dem Ausland und Minijobber mitgerechnet.

In der Industrie gingen rund 5.200 Stellen verloren, davon 1.900 im Maschinenbau. Sachsens Industrie verbuchte voriges Jahr sechs Prozent weniger Umsatz als noch im Jahr 2019. Die Exporte schrumpften noch stärker, um 8,6 Prozent.

Bei beiden Zahlen zeigte sich aber, dass Deutschlands Wirtschaft insgesamt stärker durch die Corona-Folgen getroffen wurde. Die vielen Kleinbetriebe Sachsens hängen nicht so stark vom Weltmarkt ab und spüren Ab- und Aufschwung in der Regel nicht ganz so deutlich wie Deutschland insgesamt.

Den größten Umsatzrückgang durch die Schließungen erlitt das Gastgewerbe: Im vorigen Jahr schrumpfte sein Umsatz in Sachsen um 31 Prozent, die Zahl der Arbeitsplätze um zwölf Prozent. Sachsens Einzelhandel dagegen meldete 6,7 Prozent Umsatzwachstum und auch einen leichten Zuwachs bei den Beschäftigten.