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Inzidenz geht dritten Tag in Folge zurück

Doch für eine Entwarnung in der Corona-Pandemie im Kreis Görlitz ist es viel zu früh. Die Grünen fordern jetzt einen vollständigen Lockdown.

Die Bündnisgrünen in Görlitz fordern mehr Tests, um überhaupt erst zu sehen, wie die Lage ist.
Die Bündnisgrünen in Görlitz fordern mehr Tests, um überhaupt erst zu sehen, wie die Lage ist. © Daniel Schäfer

Ist es mehr als ein Silberstreif am Horizont? Am dritten Tag in Folge sinkt die Zahl der Neuinfektionen gegenüber der Vorwoche und damit auch die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Görlitz. Nach Angaben des Gesundheitsamtes lag sie Montagmittag bei 477. Ihr vorläufiger Höhepunkt erreichte die Pandemie, als die Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage auf 100.000 Einwohner berechnet am Freitag die Inzidenz von 499 ergab.

Dem Landkreis wurden binnen 24 Stunden bis Montagmittag 16 Neuinfektionen gemeldet. Am Montag vor einer Woche wurden 36 Neuinfektionen registriert, die Inzidenz lag damals bei 424. 110 Personen sind innerhalb von 24 Stunden bis Montagmittag genesen. An Montagen werden immer vergleichsweise nur wenige Neuinfektionen gemeldet, weil die Hausarztpraxen am Wochenende nicht testen.

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Unverändert nimmt die Zahl der Menschen zu, die wegen einer Covid-19-Erkrankung in einem Krankenhaus im Landkreis liegen. 228 Menschen werden derzeit stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie Anfang März -, 28 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung.

Grüne: Vollständiger Lockdown ist jetzt nötig

Obwohl die 7-Tages-Inzidenz in den letzten Tagen nicht gestiegen ist, liegt der Wert im Kreis Görlitz zu hoch, ist das Gesundheitswesen bis an seine Kapazitätsgrenzen gefordert. Deswegen fordern die Bündnisgrünen im Landkreis Görlitz nun ein komplettes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Sachsen. Und das schon ab Mittwoch dieser Woche.

"Wir halten es für alle Unternehmen, Behörden und Verwaltungen ab dem 10. Dezember bis 10. Januar für dringend notwendig", erklärt Kreissprecherin Annett Jagiela, die auch Mitglied des Landesvorstandes der Grünen in Sachsen ist. "Zudem schlagen wir vor, dass Schüler ab der 7. Klasse und Berufsschüler im Wechselmodell oder digital unterrichtet werden und dass der Katastrophenfall ausgerufen wird". Ähnliche Regeln sollen ab Mittwoch in Bayern gelten. Entsprechende Vorschläge liegen dem Bayerischen Landtag für seine Sitzung am Dienstag vor.

Jagiela spricht sich auch dafür aus, über die Feiertage keine Lockerungen zuzulassen. "Weihnachtsfeiern sollten im engsten Familienkreis gefeiert werden dürfen. Silvesterfeiern werden in diesem Jahr nicht stattfinden können", erklärte die Politikerin, die sich im nächsten Jahr als Direktkandidatin an der Neiße bei der Bundestagswahl bewirbt.

Mehr Tests sollen Klarheit über die Lage bringen

Ihr Co-Vorsitzender im Landkreis Görlitz, Sylvio Pfeiffer-Prauß, kritisiert Ministerpräsident Michael Kretschmer für seine Corona-Politik. Er hätte schon Mitte Oktober schärfere Maßnahmen ergreifen müssen, als die Kanzlerin darauf gedrungen hatte. Die Folge dieser Politik von Kretschmer sei: "Bedeutsame sächsische Wirtschaftszweige wie die Gastronomie und die Hotellerie, der Tourismus und die Kulturbranche bringen große Opfer, die fatalerweise keine Wirkung entfalten, solange Kontaktbeschränkungen halbherzig durchgesetzt werden".

Neben einem völligen Lockdown plädiert die grüne Görlitzer Stadträtin Jana Krauß dafür, dass zusätzliche Laborkapazitäten organisiert werden, um die Kontaktverfolgung wieder herzustellen. Sie schlägt vor, dazu molekularbiologische Labore von Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen samt dem Personal dafür zu nutzen. Erst wenn die Inzidenzwerte wieder das Infektionsgeschehen real abbilden, könne die Pandemie in den Griff bekommen werden. Dies ist nach ihrer Ansicht im Landkreis Görlitz beispielsweise derzeit nicht der Fall.

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