merken
PLUS Görlitz

Corona: Kliniken verschieben wieder OPs

Was die Virologen angekündigt haben, tritt auch im Kreis Görlitz ein. Erst steigen die Coronafälle, dann füllen sich die Stationen. Es gibt auch sieben weitere Todesfälle.

Mechthild Guthke vom Klinikum impft eine Görlitzerin im lokalen Impfzentrum.
Mechthild Guthke vom Klinikum impft eine Görlitzerin im lokalen Impfzentrum. © Foto: Klinikum Görlitz

Die steigende Zahl von Coronafälle im Landkreis Görlitz führt jetzt wieder zu mehr Covid-19-Patienten in den Kliniken. Die Lage sei wie Anfang November, erklärte das Görlitzer Klinikum.

Nach einer Atempause Ende Februar habe das größte Krankenhaus im Landkreis Görlitz nun wieder eine komplette Station als Corona-Station eingerichtet sowie eine weitere für Verdachts- und Quarantänefälle. Planbare Operationen, sofern es medizinisch vertretbar ist, werden derzeit wieder verschoben, um vor allem genügend Pflegekräfte für die Covid-19-Patienten zu haben. Ein Besucherstopp gilt weiterhin, Ausnahme mit negativem Testergebnis sind eng umrissen. Die zwölf Intensivbetten, die für Corona-Patienten vorgesehen sind, sind derzeit mit zehn Patienten fast vollständig belegt.

Anzeige
Jetzt zuschlagen und Schnäppchen machen
Jetzt zuschlagen und Schnäppchen machen

Bis zum 23. Mai können Sie bei der SZ-Auktion bis zu 70 Prozent beim entspannten Einkauf von tollen Reisen und Markenprodukten sparen.

Nach Angaben des Landkreises wurden in allen Kliniken im Kreis am Freitag 115 Patienten nach einer Infektion mit dem Coronavirus stationär behandelt, 20 lagen auf Intensivstationen.

Diese Entwicklung läuft so an vielen Orten im Freistaat Sachsen ab. Deswegen füllen sich überall die Betten wieder mit Corona-Patienten. 1.116 waren es bereits am Freitag, bei 1.300 belegten Normalbetten will der Freistaat inzidenzunabhängige Lockerungen zurücknehmen. Deswegen appelliert das Klinikum an alle, sich an die Corona-Regeln zu halten.

Sieben weitere Todesfälle

Wie dringend nötig das ist, zeigen auch die aktuellen Infektionszahlen. Labore und Praxen meldeten dem Kreis-Gesundheitsamt bis Donnerstagabend 108 Neuinfektionen. Der Kreis berechnete die 7-Tage-Inzidenz mit 174, am Vortag belief sich der Wert auf 170. Das Robert-Koch-Institut gab den Inzidenzwert für den Landkreis Görlitz am Freitagmorgen mit 136 an, nach 118 am Donnerstag.

Darüber hinaus sind zwischen dem 6. Februar und 26. März sieben weitere Menschen nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Es handelt sich um eine Frau und sechs Männer im Alter von 64 bis 88 Jahren. Sie stammen aus Ebersbach-Neugersdorf (zwei) sowie Bernstadt, Großschönau, Großschweidnitz, Jonsdorf und Oppach. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Verstorbenen im Landkreis Görlitz auf 1.016.

Trotz dieser schwierigen Lage geht es jetzt auch mit den Impfungen voran. Knapp 480 Görlitzer sind am Donnerstag und Freitag erstmals am Görlitzer Klinikum im lokalen Impfzentrum geimpft worden. Das ist eines jener Zentren, die in Abstimmung mit dem Landkreis und dem DRK in verschiedenen Kommunen des Kreises tageweise eingerichtet werden.

Es hilft mit, die zusätzlich für die Grenzregionen zur Verfügung gestellten Dosen Biontech zu verimpfen. Innerhalb von anderthalb Wochen sollen 1.500 Erstimpfungen durchgeführt werden. „Das ist für uns ein wichtiger Beitrag, um eine schnelle und hohe Immunisierung in der Bevölkerung zu erreichen und wir sind froh über jeden, der sich impfen lässt“, sagt Klinikum-Geschäftsführerin Ines Hofmann. Zum einen schützen sich die Menschen damit vor schweren Covid-Verläufen. Zum anderen hilft jeder Geimpfte, die Krankenhäuser zu entlasten.

"Endlich bald wieder meine Enkelkinder in Arm nehmen"

An den ersten beiden Tagen erhielten knapp 480 Görlitzer Bürger ihre erste Impfung. Die zweite wird 21 Tage später durchgeführt. „Nur mit der Unterstützung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem ärztlichen und pflegerischen sowie dem Verwaltungsbereich können wir diese Aktion überhaupt stemmen, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Ines Hofmann.

Wie das Klinikum mitteilt, seien die Bürger überaus dankbar für den reibungslosen Ablauf. „Und sie sind vor allem sehr glücklich“, sagt Mechthild Guthke vom Klinikum. Für manche sei es wie ein zweiter Geburtstag. Andere sagen, wie froh sie sind, bald ihre Enkelkinder wieder in den Arm nehmen zu können. „Uns schlägt viel Dankbarkeit entgegen, es ist eine beeindruckende Atmosphäre“, sagt Pflegedirektorin Birgit Bieder, die ebenfalls mit impft.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Löbau lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Zittau lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Weißwasser lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz