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Wirtschaft

Corona-Krise belastet mittelständische Firmen auch in diesem Jahr

Mittelständler sind nach Einschätzung der Förderbank KfW bislang glimpflich durch die Pandemie gekommen. Ausgestanden ist die Krise allerdings noch nicht.

Das Gitter eines Schaufensters an einem Leipziger Ladengeschäft im Stadtzentrum ist zur Hälfte heruntergelassen.
Das Gitter eines Schaufensters an einem Leipziger Ladengeschäft im Stadtzentrum ist zur Hälfte heruntergelassen. © Sebastian Willnow/dpa

Frankfurt/Main. Nach milliardenschweren Umsatzausfällen 2020 hinterlässt die Corona-Krise auch im laufenden Jahr tiefe Spuren bei Deutschlands Mittelständlern. Jedes dritte Unternehmen erwartet weitere Umsatzrückgänge, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Befragung der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Es wäre den Angaben zufolge das erste Mal seit Erhebung des KfW-Mittelstandspanels 2003, dass die Erlöse zwei Jahre in Folge sinken.

Manche Mittelständler profitierten von der Corona-Krise

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Dennoch ist der Mittelstand in seiner Gesamtheit nach Einschätzung der KfW bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. "Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung und ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel auf die veränderten Anforderungen in der Krise zu reagieren, sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen", resümierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Geschäftsschließungen, Kontaktverbote, Hygienevorschriften oder Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hinterließen allerdings Spuren. Nach KfW-Berechnungen verringerte sich der Umsatz der kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland in Summe im vergangenen Jahr um 277 Milliarden Euro oder rund 6 Prozent auf 4349 Milliarden Euro. Die Einschnitte waren der KfW zufolge zwar heftig, aber im Vergleich zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 überschaubar. Das gelte auch für die Beschäftigung: Der Stellenabbau im Mittelstand sei moderat geblieben.

Das KfW-Mittelstandspanel wird seit dem Jahr 2003 als schriftliche Wiederholungsbefragung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro durchgeführt.

An der aktuellen Befragung vom 15.2.2021 bis zum 25.6.2021 beteiligten sich nach Angaben der Förderbank 11.403 Unternehmen. Hinzu kamen Sonderbefragungen zu den Auswirkungen der Corona-Krise, zuletzt Anfang September.

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Einige Mittelständler profitierten durch die Verlagerung von Konsum sogar von der Krise: vor allem der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Onlinehandel, Lieferdienste, die Pharmaindustrie sowie Onlinedienste und Softwareunternehmen.

Zudem machte die Krise Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis maximal 500 Millionen Euro erfinderisch: Anpassungen bei Geschäftsmodellen und vor allem ein starkes Wachstum von digitalen Vertriebskanälen erwiesen sich vielfach als Rettungsanker und verhinderten nach Beobachtung der KfW-Ökonomen Schlimmeres.

Trotz weniger Erlösen blieben Firmen profitabel

Die Krise ist allerdings noch nicht ausgestanden: Jeder dritte Mittelständler (36 Prozent) geht der KfW-Umfrage zufolge davon aus, dass seine Umsätze im laufenden Jahr unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Im Durchschnitt erwarten diese Unternehmen einen Rückgang um rund ein Fünftel. 41 Prozent der Firmen rechnen mit einer stabilen Entwicklung, 11 Prozent gehen von steigenden Erlösen aus.

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Trotz der Erlösrückgänge im vergangenen Jahr waren die kleineren und mittleren Unternehmen den Angaben zufolge in Summe profitabel. Die Umsatzrendite – das Verhältnis von Gewinn zum Umsatz – sei 2020 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gesunken. Die Förderbank führt dies vor allem auf die staatlichen Hilfen in der Pandemie zurück. (dpa)

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