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Sachsen

Staatskanzlei verteidigt Kretschmer

Der geplante Dialog von Sachsens Regierungschef mit Kritikern der Corona-Maßnahmen stößt auf Unverständnis. Die Staatskanzlei erklärt die Beweggründe.

Michael Kretschmers Dialog-Angebot an die selbsternannten "Corona-Rebellen" stößt auf Kritik.
Michael Kretschmers Dialog-Angebot an die selbsternannten "Corona-Rebellen" stößt auf Kritik. © Robert Michael/dpa

Dresden. Die Sächsische Staatskanzlei hat den Dialog von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit Kritikern der Corona-Maßnahmen verteidigt. "Die Demonstration vor dem Haus des Ministerpräsidenten hat deutlich gezeigt, dass es in der Bevölkerung einerseits zahlreiche Fragen gibt, andererseits aber auch viele Falschinformationen rund um Corona kursieren", sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Freitag auf Anfrage. Deshalb habe Kretschmer den Dialog im Rahmen einer Veranstaltung angeboten.

Er habe in den vergangenen Wochen mehrfach an öffentlichen Online-Diskussionsforen in Regie der Konrad-Adenauer-Stiftung teilgenommen. Diese werde auch die Veranstaltung am kommenden Freitag (29. Januar) moderieren. Die für den Termin geplante Online-Diskussion via Zoom sei öffentlich und richte sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, vorrangig in der Region Zittau, betonte Schreiber. Die Veranstaltung stehe unter dem Motto "Fakten statt Fake News - Fragen und Antworten zur Corona-Krise am Beispiel des Dreiländerecks".

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Neben dem Regierungschef seien auch der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker, der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Zittau, Mathias Mengel, sowie die Leiterin des Görlitzer Pflegeheims "Am Stadtpark", Bergit Kahl, beteiligt.

"Hausbesuch" bei Kretschmers Zweitwohnsitz

Am 10. Januar hatten etwa sich etwa 30 Corona-Leugner vor dem Privatgrundstück Kretschmers in Großschönau versammelt, um gegen Schutzmaßnahmen zu protestieren. Kretschmer diskutierte mit ihnen an seiner Hauseinfahrt. Als eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, brach er das Gespräch ab. Dass Demonstranten die Privatsphäre des Regierungschefs nicht respektierten und verletzten, sorgte bei Vertretern unterschiedlicher Parteien für Entsetzen.

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Die "Leipziger Volkszeitung" veröffentlichte am Freitag Stimmen von Politikern, die Kretschmers Dialog-Angebot an die selbsternannten "Corona-Rebellen" kritisierten. Es dürfe sich nicht der Eindruck verfestigen, "dass man vor allem dann gehört wird, wenn man nur laut und lange genug den Systemsturz herbeifabuliert", sagte etwa Grünen-Fraktionschefin Franziska Schubert. Kretschmer sollte seine Zeit sinnvoller nutzen, als mit Leuten zu reden, die seine Argumente sowieso nicht hören wollen, meinte Linksfraktionschef Rico Gebhardt. (dpa)

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