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Landrat fordert Schulferien ab 14. Dezember

Auch Kitas sollen schließen, bis auf Notbetreuung, so der Pirnaer Landrat Geisler. Den Zutritt zu Pflegeheimen will er nur negativ Getesteten erlauben.

Landrat Michael Geisler (CDU). "Pflegekräfte mindestens einmal die Woche testen."
Landrat Michael Geisler (CDU). "Pflegekräfte mindestens einmal die Woche testen." © Daniel Förster

Die Corona-Lage im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird immer schlimmer. Während die Zahl der Toten stetig steigt, sind Intensivbetten in den Krankenhäusern rar geworden und es kommen jeden Tag viele Neuinfektionen hinzu. Vier Tage lang lag die Wocheninzidenz im Landkreis bei über 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ein trauriger Spitzenplatz in Deutschland.

Der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) plant und fordert nun schärfere Maßnahmen, um das Virus zurückzudrängen. Darum geht es im Einzelnen:

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  • Die Weihnachtsferien in den Schulen sollen vorgezogen werden. Ab dem 14. Dezember blieben danach alle Schüler und Lehrer zu Hause. Das kann der Landkreis nicht allein beschließen, vielmehr muss sich die Landesregierung zu einem solchen Schritt bekennen. Am Dienstag, 8. Dezember, werden die vorgezogenen Ferien im Kabinett ein Thema sein.
  • Kitas sollen bis auf eine Notbetreuung geschlossen werden. Ähnlich wie im Frühjahrslockdown würden dann nur Kinder angenommen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Dazu gehören Kranken- und Altenpfleger, Ärzte, Mitarbeiter von Entsorgungsunternehmern, Busfahrer usw. Sowohl Krippen als auch Kindergärten und Horte sollen entsprechend runtergefahren werden.
  • Besuche in Alten- und Pflegeheimen nur noch mit negativem Corona-Test erlaubt. Geisler spricht von einer zweiten Welle in den Heimen - und das innerhalb der zweiten Corona-Welle. Daher soll schon in wenigen Tagen gelten: Wer einen Angehörigen besuchen möchte, braucht einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ kann sich der Besucher am Eingang einem Schnelltest unterziehen lassen. "Wir stellen Tests und Schutzmaterial zur Verfügung", sagt der Landrat. Das ist eine Regelung, die der Landkreis von sich aus erlassen kann. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde am Montagabend veröffentlicht. Sie soll am Mittwoch in Kraft treten.

Unberührt bleiben dürfte davon das System der Arbeitsquarantäne. Um überhaupt noch genug Personal zu haben, wir dabei auch positiv getesteten Mitarbeitern ohne Symptome erlaubt, Dienste zu machen. In der übrigen Zeit dürfen sie aber ihre Wohnung nicht verlassen.

Um ein genaues Bild über das Infektionsgeschehen in den Heimen zu bekommen, hat das Landratsamt unterdessen begonnen, die Einrichtungen erneut durchzutesten. "Diese Woche ist die Einsteinstraße in Pirna dran, weitere folgen", sagte der Landrat. Man hoffe auf einen "hundertprozentigen Einblick" in alle Heime. Angestrebt sei auch, alle Pflegekräfte mindestens einmal die Woche zu testen.

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