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Ein Baumhaus für Elias

Der kleine Junge aus Eibau ist schwer krank und hat einen großen Wunsch. Den können sich seine Eltern aber nicht leisten. Wie er doch noch wahr wurde.

Papa Steffen baut in jeder freien Minute am Spielhaus für den kleinen Elias. Das bekam die Eibauer Familie dank einer Spende.
Papa Steffen baut in jeder freien Minute am Spielhaus für den kleinen Elias. Das bekam die Eibauer Familie dank einer Spende. © privat

Das Glück besteht aus ein paar 100 Kilogramm Holz. Zumindest für den kleinen Elias aus Eibau. Das Spielhaus ist sein großer Wunsch gewesen. Nun entsteht es im Garten seiner Eltern. Bis er darin wird spielen können, muss sich der Vierjährige aber noch gedulden. Denn Elias ist schwer krank, er leidet an Blutkrebs.

Im April dieses Jahres erhielt die Familie die schreckliche Diagnose Leukämie für ihren kleinen Jungen. Da war Elias gerade mal drei Jahre alt. Im November hat er nun seinen vierten Geburtstag gefeiert. "Zuvor, als es ihm noch gut ging, sind wir öfter mal in Einsiedel gewesen, auf der Kulturinsel. Die Baumhäuser haben ihn immer fasziniert", erzählt sein Vater Steffen H. Sein größter Wunsch war es, auch so ein Häuschen in luftiger Höhe zu Hause zu haben. Immer wieder äußerte er den Wunsch, auch jetzt während seiner schweren Erkrankung. "Das können wir uns aber gerade überhaupt nicht leisten", sagt Papa Steffen. Immerhin kostet die tolle Abenteuer-Spielanlage rund 1.500 Euro. Durch einen Bekannten erfuhren der Faustballverein SV Walddorf und Unternehmer René Linke aus Neugersdorf von dem großen Wunsch des kranken Jungen.

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Ein Häuschen mit Balkon

"Wir spenden immer gern in der Weihnachtszeit für einen sozialen Zweck", sagt Linke. Als er von Elias' trauriger Geschichte hörte, war für ihn klar: In diesem Jahr soll seine Spende das kleine Kinderherz erfreuen. An der Spende beteiligte sich auch Stephan Häber, Medienberater der DDV Neiße Löbau-Zittau, zu der auch die Sächsische Zeitung gehört. Die Walddorfer Sportler schlossen sich an. "Das war uns eine Herzensangelegenheit, einer Familie aus dem Ort zu helfen", so Vereinschef Maik Zöllner. Über eine Fachfirma wurde ein Spielgerät mit Holzhaus für den kleinen Jungen bestellt. 400 Euro konnte die Familie selbst dazugeben. Ein Kinderspielplatz zum Hochklettern mit Häuschen und Balkon sollte es sein.

Vor wenigen Tagen wurde es mit dem Laster bei der Familie in Eibau angeliefert - die Weihnachtsüberraschung war perfekt. "Wir sind so dankbar für die großherzige Unterstützung!", sagt Papa Steffen. Wann immer er zwischendurch Zeit hat, baut der Vater nun am Spielhäuschen für seinen kleinen Sohn, schraubt die Einzelteile zusammen.

Heilungschancen bei 80 Prozent

Die Zeit dafür ist knapp. Denn zurzeit pendeln seine Eltern mit Elias regelmäßig zwischen Eibau und der Dresdner Uniklinik. "Alle paar Tage müssen wir hin zur Blutkontrolle", erzählt Papa Steffen. Dann wird geprüft, ob andere Organe betroffen sind und entschieden, ob Elias wieder eine Blutkonserve bekommen muss. "Bestimmt an die 150 Chemos hat er in dem Dreivierteljahr seit der Diagnose schon hinter sich", erzählt der Vater.

"Im Moment ist er wieder in einem absoluten Zelltief", erzählt Steffen H. "Die Immunabwehr ist gleich Null", beschreibt er den Zustand seines kleinen Sohnes. Das liegt an der Chemo. "Er darf sich auf keinen Fall irgendeine Infektion einfangen." Die Familie vermeidet deswegen jeglichen Kontakt mit anderen, dazu haben die Ärzte unbedingt geraten. Aller paar Tage muss die ganze Familie außerdem einen Coronatest machen. Und draußen aufhalten darf sich Elias zurzeit nicht. "Wenn wir in die Klinik fahren, geht's nur schnell bis zum Auto", erzählt der Papa.

Auch über die Weihnachtsfeiertage wird die Familie in die Klinik fahren. Die Blutkontrolle ist in dieser Phase regelmäßig notwendig. Mitunter muss Elias auch im Krankenhaus bleiben. "Er hat auch richtig schlechte Tage. Aber er ist ein kleiner Kämpfer", sagt der Vater.

Der Familienvater ist zuversichtlich, dass Elias, der kleine Kämpfer, auch bald in seinem neuen Holzhaus im Garten spielen können wird. "Die Heilungschancen liegen bei 80 Prozent, hat man uns gesagt."

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