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Politik

Streeck: Testweise Restaurants öffnen

In der Debatte um Lockerungen schlägt Virologe Hendrik Streeck vor, Gastronomie testweise zu öffnen - und plädiert für eine Corona-Ampel.

Hendrik Streeck ist Virologe an der Uniklinik Bonn.
Hendrik Streeck ist Virologe an der Uniklinik Bonn. © dpa

Berlin. In der Debatte um Lockerungen von Corona-Auflagen hat sich der Virologe Hendrik Streeck dafür ausgesprochen, Gastronomiebetriebe probeweise aufzumachen. "Man sollte jetzt testweise Restaurants öffnen und diverse Hygienemaßnahmen, von der Distanz zwischen den Tischen über die Lüftung bis hin zur Kontaktnachverfolgung auf den Prüfstand stellen", sagte Streeck dem Nachrichtenmagazin "Focus". Derzeit herrsche "die Tendenz vor, alles zu schließen. Dabei könnten Restaurants mit guten Vorkehrungen sicherer sein als der häusliche Bereich", betonte Streeck.

Den von der Bundesregierung und den Bundesländern vereinbarten Schwellenwert für Öffnungen von maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sieht Streeck skeptisch: "Das Problem an diesen Richtwerten ist, dass sie keine wissenschaftliche Grundlage haben, sondern eher politischer Natur sind."

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Anstelle des Kriteriums der Infektionsinzidenz empfiehlt Streeck eine Corona-Ampel. Abhängig von der Belegung der Kliniken mit Covid-19-Patienten, der nach Altersklassen unterteilten Zahl von Neuansteckungen und dem Reproduktionsfaktor sollte sie jeweils auf Rot, Gelb oder Grün gestellt werden.

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Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt bundesweit aktuell bei 56,8 - und damit geringfügig niedriger als am Vortag (57,1), wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang dieser Sieben-Tage-Inzidenz mehr gegeben. Bund und Länder streben ein Niveau von weniger als 50 an, weitergehende Öffnungsschritte sollen bei weniger als 35 möglich sein. (dpa/SZ)

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