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Dresdens Buchläden erleben Kundenansturm

Die Menschen strömen in die Läden, um endlich wieder die Ware anfassen und sich beraten lassen zu können. Was die Dresdner nun lesen wollen.

Christine Polak, Inhaberin der Buchhandlung Richters in der Dresdner Neustadt.
Christine Polak, Inhaberin der Buchhandlung Richters in der Dresdner Neustadt. © Christian Juppe

Dresden. Endlich wieder stöbern, blättern, kaufen: Seit Montag haben die Dresdner Buchläden wieder geöffnet - und die Erleichterung ist groß, bei Buchhändlern und Kunden.

So auch bei Christine Polak, Chefin in Richters Buchhandlung auf dem Bischofsweg in der Neustadt. "Die ersten Tage sind sehr gut angelaufen und wir sind glücklich, wieder öffnen zu dürfen", sagt sie. Die Kunden hätten sie förmlich überrannt und es genossen, endlich wieder die Bücher selbst in die Hand nehmen und auswählen zu können. "Gekauft wurden viele Kinderbücher und Romane, vor allem die neuen von Haruki Murakami und Isabel Allende", sagt sie.

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Von großem Ansturm berichtet auch Norbert Hupbach aus der Buchhandlung Hupbach am Fetscherplatz. Auch hier waren Bücher für den Nachwuchs und Romane besonders gefragt. "Die Menschen wollen sich ablenken und was anderes Lesen in diesen Zeiten." Er hat ein Hygienekonzept für den Laden, nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter Ladenfläche ist erlaubt und die Kunden müssen Abstand halten und Maske tragen.

Hoffnung für die Zukunft

Alexandra Hofmann betreibt seit 15 Jahren die kleine Buchhandlung "Bücheroase" an der Kipsdorfer Straße in Striesen und freut sich über die Wiederöffnung. Mitarbeiter hat Hofmann nicht. Einkauf, Beratung, Kasse liegen in ihren Händen. "Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich vor Ostern wieder aufmachen kann", sagt sie und spricht von einer "Hau-Ruck-Aktion" der Politik, die sich auch auf ihr Sortiment auswirke. "Gerade weil ich alleine bin und niemanden mal schnell einarbeiten kann, ist es für mich kaum möglich gewesen, so schnell die Regale zu füllen."

Auch ihre Auslagetische seien bisher noch leer. Voll sei hingegen ihr Bestellfach, so voll wie normalerweise kurz vor Weihnachten. Bereits während der 14 Tage, in denen Click & Collect in Sachsen möglich war, habe sie viele Neukunden hinzugewonnen, sagt Hofmann. "Darunter sind auch sehr viele Leute, die in der Gegend wohnen und jetzt den lokalen Buchhändler unterstützen möchten."

Die Entwicklung gibt der Ladenbetreiberin Hoffnung für die Zukunft, denn obwohl sie bereits seit Eröffnung der "Buchoase" einen Online-Shop betreibt, hätten viele Dresdner erst seit der Pandemie auch bei ihr große Bestellungen aufgegeben. Hofmann ist überzeugt davon, dass das auch so bleiben wird – und dass ihre Kunden die Bücher gleichzeitig öfter persönlich im Laden abholen werden. Als sie am Dienstag wieder aufmachte sei die Freude der Kunden jedenfalls riesig gewesen. "Es war ein sehr umsatzstarker, positiver Tag", sagt sie.

Thalia setzt auf neue App

Bei der Buchhandelskette Thalia setzt man zudem auf Sicherheit durch Technik: Das Bündnis von Einzelhändlern "Leben im Zentrum", zu dem auch Thalia mit mehreren Dresdner Filialen gehört, möchte flächendeckend die neue App Luca einführen, die eine sichere Nachverfolgung von Kontakten per Smartphone ermöglichen soll. Bekannt ist die App unter anderem, weil sich Rapper Smudo von den Fantastischen Vier an der Entwicklung beteiligt hat.

Das Luca-Prinzip funktioniert so: Jeder Laden hinterlegt digital seinen Standort und hängt einen QR-Code im Schaufenster. Der Kunde lädt sich die App auf sein Smartphone, legt ein Profil mit Kontaktdaten an, scannt den QR-Code und checkt so im Laden ein. Werden nun Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, kann das örtliche Gesundheitsamt die Kontakte im Laden über das verschlüsselte System innerhalb kürzester Zeit nachverfolgen und Infektionsketten schnell unterbrechen.

"Die Kontaktnachverfolgung ist neben Testen und Impfen die dritte wichtige Säule, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen und das Leben zurück in die Stadt zu bringen. Wir sind schon dabei, unsere Buchhandlungen mit Plakaten und QR-Codes auszustatten", so Michael Busch, geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführer von Thalia.

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