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Große Hilfe nach Vandalismusschaden

Der Gastwirt des Löbauer Lokals "Häus'l am Berg" steht vor einem Trümmerhaufen. In dieser Situation erfährt er überraschende Unterstützung.

Ein Bild aus freudigeren Tagen: Gastwirt Jens Israel vor seinem Lokal am Löbauer Berg. Jetzt muss er sich mit Vandalismusschäden herumschlagen.
Ein Bild aus freudigeren Tagen: Gastwirt Jens Israel vor seinem Lokal am Löbauer Berg. Jetzt muss er sich mit Vandalismusschäden herumschlagen. © Matthias Weber (Archiv)

Als ob Corona den Gastwirten nicht schon genug zu schaffen machen würde! Jetzt hat Jens Israel, Inhaber des "Häus'l am Berg" in Löbau, noch ein ganz anderes Problem: einen riesigen Vandalismusschaden. Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch in seinem Lokal regelrecht gewütet. "Ein Nachbar hat laute Geräusche am Häus'l bemerkt. Früh morgens hat er mich gleich angerufen", erzählt Jens Israel. Er ging gleich zum Lokal, um nach dem Rechten zu sehen - und erlebte einen Riesenschreck. "Das war ein Schlachtfeld." Fensterscheiben waren eingeworfen, Türen ausgehebelt, Teppiche zerstört. Auch Polster haben durch die Glasscherben Schaden genommen. "Wir hatten gerade erst renoviert", sagt der Gastwirt. Außerdem drehten die zerstörungswütigen Unbekannten die Sicherungen heraus. Damit hatten auch sämtliche Kühlgeräte keinen Strom mehr. "Die Tiefkühlware ist nun verdorben", sagt Jens Israel. Er schätzt den Schaden auf rund 4.000 Euro. "Das hat uns in der ohnehin schon schweren Situation gerade noch gefehlt!"

Seine jüngsten Pläne für das momentan Corona bedingt geschlossene Lokal muss er nun erst einmal hinten anstellen. Israel wollte jetzt in der Vorweihnachtszeit wie viele andere Gastwirte auch Essen "außer Haus" anbieten, für seine Gäste zur Abholung. "Das kann ich nun erst einmal vergessen", sagt er verärgert. Zunächst müssen die Schäden behoben, Fenster repariert werden.

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Schaden nach Vandalismus

Das "Häus'l am Berg" in Löbau war früher als Luftbad bekannt.
Das "Häus'l am Berg" in Löbau war früher als Luftbad bekannt. © privat
Fast alle Fenster sind zerstört worden.
Fast alle Fenster sind zerstört worden. © privat
Auf mindestens 4.000 Euro schätzt der Wirt den Schaden ein - nach einer ersten Schätzung.
Auf mindestens 4.000 Euro schätzt der Wirt den Schaden ein - nach einer ersten Schätzung. © privat
Unter anderem haben auch Polster Schaden genommen wegen des Glasbruchs.
Unter anderem haben auch Polster Schaden genommen wegen des Glasbruchs. © privat

Die Polizei hat zunächst die Schäden aufgenommen, alles akribisch untersucht und auch Fingerabdrücke sichergestellt, erzählt Jens Israel. Die Polizisten hätten alles gründlich unter die Lupe genommen und sich viel Zeit genommen. Er hofft, dass es hilft, die Zerstörer zu finden.

Stammgäste helfen

Der Gastwirt erfährt unterdessen Hilfe von Stammkunden. David Dieckhoff aus Ebersbach hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um den gebeutelten Wirt zu unterstützen. Unter dem Titel "Helft dem Häus'l" ruft er auf der Plattform "Betterplace" zur Unterstützung auf. "Als ich von dem Vorfall erfahren habe, war das ein spontaner Entschluss", so der Ebersbacher. "Wir begleiten Jens und das Häus'l schon seit Anfang an, seit er aus dem Westen zurückgekommen ist und die Gaststätte gekauft hat. Er macht das wirklich mit Herzblut." Deshalb zögerte er nicht, den Löbauer Gastwirt, der inzwischen auch zu einem Freund geworden ist, mit der Spendenaktion zu unterstützen. Auf der Internet-Plattform kann gegen eine kleine Gebühr jeder eine solche Spendensammlung starten, muss sein Projekt beschreiben und Fotos hochladen. "Das Leben besteht aus Geben und Nehmen. Heute ist Zeit zu geben", formuliert David Dieckhoff in seinem Aufruf. 4.000 Euro hat er als Spendenziel gesetzt für den Wiederaufbau des Häus'l. In den wenigen Tagen seit die Spendenaktion jetzt freigeschaltet ist, sind schon rund 1.500 Euro zusammengekommen. "Da bin ich selbst erstaunt, wie viele Leute daran teilhaben und spenden", freut sich David Dieckhoff.

Jens Israel ist dankbar für die Unterstützungsaktion. Das Lokal ist so etwas wie sein zweites Zuhause. Er hatte 2012 das ehemalige Luftbad am Fuß des Löbauer Berges gekauft und machte daraus das "Häus'l am Berg". Nach 14 Jahren im Ausland und anderen Teilen Deutschlands kam der gebürtige Ebersbacher in die Heimat zurück und machte sich hier mit seinem eigenen Lokal selbstständig. Das gemütliche kleine Gasthaus mitten im Grünen hat inzwischen viele Stammgäste. Die unterstützen ihn jetzt in dieser schwierigen Phase - mit Geld und aufmunternden Worten. "Aufgeben sollte keine Option sein", schreibt einer auf der Spendenplattform.

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