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Warum bei Aldi in Sachsen noch Maskenpflicht herrscht

Beim Einkaufen ist die Maskenpflicht in Sachsen aufgehoben. Aldi verpflichtet die Kunden trotzdem, einen Schutz zu tragen. Klappt das? Ein Test in Löbau und Zittau.

Dieses Schild am Eingang des Aldi-Marktes in Löbau weist die Kunden auf die Maskenpflicht hin.
Dieses Schild am Eingang des Aldi-Marktes in Löbau weist die Kunden auf die Maskenpflicht hin. © Markus van Appeldorn

Löbau. Dass die Corona-Inzidenz nur noch sehr gering ist, merken die Menschen im Alltag am deutlichsten an einem Umstand: Die Maskenpflicht im Handel ist aufgehoben. Seit einigen Tagen kann man deswegen in den Supermärkten wieder Gesichter erkennen - nur eine Discounter-Kette will in ihren Filialen nicht zu früh Entwarnung geben und behält die Maskenpflicht noch bei: Aldi.

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Das Schild am Eingang des Aldi-Marktes an der Löbauer Ahornallee ist unmissverständlich: "Maskenpflicht in der Filiale und auf dem Parkplatz" steht da. Und im Kleingedruckten wird ein Hausverbot für den Fall einer Zuwiderhandlung in Aussicht gestellt. Auch in der Glastür selbst wird nochmal darauf hingewiesen, nebst anderen Aushängen mit Coronaschutzregeln, etwa der, dass der Zutritt nur mit einem Einkaufswagen gestattet ist - das soll den ausreichenden Abstand zwischen den Kunden gewährleisten.

Aldi traut der Ruhe noch nicht

Doch davon, dass irgendjemand diese Anweisung ernst nehmen würde, ist im Markt nichts zu spüren. Bei einem Besuch des Marktes am Dienstag, dem 27. Juli, trifft der SZ-Reporter ausschließlich auf Kunden, die keine Maske tragen. Auch das Personal trägt keine - dabei weist das Schild am Eingang extra darauf hin, dass die Maßnahme Mitarbeiter und Kunden schützen soll. Mehrere Kunden, die nur einen kleinen Einkauf erledigen, sind auch ohne Einkaufswagen im Markt. Und auf dem Parkplatz trägt sowieso niemand Maske - man sieht das Hinweisschild allerdings auch erst beim Betreten der Filiale. Ein identisches Bild bietet sich beim Besuch eines Aldi-Marktes in Zittau. Nur ganz vereinzelt tragen Kunden eine Maske.

So hatte sich der Discounter-Riese das eigentlich nicht gedacht. Auf SZ-Anfrage erklärt Michael Strothoff, Pressesprecher von Aldi-Nord, warum das Unternehmen überhaupt noch an der Maskenpflicht festhält: "Die aktuelle sächsische Corona-Schutz-Verordnung sieht zwar vor, dass die Maskenpflicht bei einem Inzidenzwert unter 10 entfällt, allerdings nur dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 m gewährleistet wird", heißt es in der Erklärung. Dieser Mindestabstand könne in den Filialen des Unternehmens aber nicht immer eingehalten werden. "Wir bitten unsere Kundinnen und Kunden daher um Verständnis, dass die Maskenpflicht in solchen Fällen weiterhin in unseren Filialen eingehalten werden muss. Entsprechende Plakate in unseren Filialen weisen auf das Tragen einer Maske hin", so Strothoff weiter. Man sei sich sicher, dass diese Maßnahme sinnvoll dazu beitrage, Kunden und auch Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. "Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns bei unseren Kunden entschuldigen und uns zugleich für deren Kooperation und Zuspruch bedanken", heißt es.

Eine Anordnung, die keiner kontrolliert

Der Discounter möchte auch noch keine Einschätzung darüber abgeben, wie lange er die Maskenpflicht in seinen Filialen noch aufrechterhalten wird. "Wir beobachten die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie in Sachsen sehr genau, um die Maßnahmen immer wieder der aktuellen Lage anzupassen. Dazu stehen wir im regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit der Politik und den zuständigen Behörden", erklärt der Pressesprecher dazu. Die aktuelle Corona-Inzidenz (Stand 27. Juli) im Landkreis Görlitz beträgt übrigens 1,6.

Wie aber will Aldi die von den Kunden gewünschte "Kooperation" durchsetzen - wenn nun mal kaum noch ein Kunde eine Maske trägt? "Im Sinne aller sind unsere Mitarbeiter dazu angehalten, auf die Einhaltung der aktuellen Regelungen zu achten und Kunden, die sich nicht daran halten, auf die Vorgaben hinzuweisen", so Pressesprecher Strothoff. Die Kunden bitte man um Verständnis für diese Maßnahmen und um gegenseitige Rücksichtnahme und Mithilfe in dieser Situation.

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Augenscheinlich haben die Mitarbeiter der Märkte in Löbau und Zittau keine besondere Motivation, die Maskenpflicht anzumahnen oder durchzusetzen. Bei den SZ-Besuchen in den Filialen jedenfalls wurde kein einziger Kunde auf die Pflicht hingewiesen oder gar mit Hausverbot bedroht.

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