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Schulen im Rödertal: Maske auf oder ab?

Offiziell ist die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben. Doch es gibt warnende Stimmen. Wie es die Schulen im Rödertal handhaben.

Bislang musste in höheren Klassen auch im Unterricht eine Schutzmaske getragen werden. Jetzt ist diese Pflicht aufgehoben. Schulen können aber eigene Regeln festlegen.
Bislang musste in höheren Klassen auch im Unterricht eine Schutzmaske getragen werden. Jetzt ist diese Pflicht aufgehoben. Schulen können aber eigene Regeln festlegen. © dpa-Zentralbild

Radeberg. Unter der Corona-Schutzmaske fällt das Atmen schwer, und bei der Hitze ist das Vlies vor Mund und Nase doppelt unangenehm. Angesichts sinkender Inzidenzzahlen hat die Landesregierung jetzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben. Mit dieser Entscheidung sind aber nicht alle einverstanden.

Der Deutsche Lehrerverband spricht sich dagegen aus. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagt, er rate insbesondere während des Unterrichts zur Vorsicht. „Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden.“ Maskenpflicht und auch regelmäßige Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben. Es gebe noch immer erhöhte Infektionszahlen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien. „Auch rund 50 Prozent aller Lehrkräfte verfügen noch nicht über einen vollständigen Impfschutz.“ Die in Indien entdeckte Mutante sei gefährlich.

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Wie handhaben die Verantwortlichen den Umgang mit Masken an den Schulen im Landkreis?

Schulamt: Schulen haben das Recht zu eigenen Regelungen

Nach Angaben von Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) wurden die Schulen im Landkreis über die Aufhebung der allgemeinen Maskenpflicht informiert. „Grundlage hierfür war die Fünf-plus-zwei-Regelung: An fünf aufeinanderfolgenden Tagen musste die Inzidenz von 35 unterschritten sein. Am übernächsten Tag kann daraufhin die Maskenpflicht entfallen.“

Allerdings wird den Einrichtungen weiterhin die Möglichkeit gegeben, eigene Regelungen zu treffen. „Sie haben das Recht, an bestimmten Örtlichkeiten oder Situationen eine anlassbezogene Maskenpflicht festzulegen, beispielsweise auf schmalen Gängen, in den Sanitäranlagen oder Ähnlichem“, teilt der Lasub-Mitarbeiter mit.

Schulleiter: Im Schulhaus wird das Tragen der Maske empfohlen

Andreas Känner, Direktor des Humboldt-Gymnasiums in Radeberg, ist noch vorsichtig. „Die Entwicklung der Infektionszahlen ist positiv, deshalb ist die Befreiung von der Maskenpflicht ein richtiger Schritt“, sagt er. Komplett aufheben will er die Pflicht aber nicht. „Wenn Schüler und Lehrer im Schulhaus unterwegs sind, soll die Maske weiterhin getragen werden. Uns ist der Schritt von der generellen Maskenpflicht im Unterricht, wie sie ja bis vergangenen Freitag bestand, bis zur vollständigen Aufhebung jetzt zu Wochenbeginn zu groß. Deshalb haben wir uns für diesen Kompromiss entschieden. Er schützt Schüler und Lehrer.“

Peggy Mai, Leiterin der Ludwig-Richter-Oberschule in Radeberg, hat vor der Aufhebung der Maskenpflicht mit Eltern gesprochen. „Es gab Zustimmung für diesen Schritt. Wir sagen jetzt den Schülern und Lehrern, dort wo es eng wird, also der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sollte die Maske getragen werden.“

In den Klassenräumen werde weiterhin großzügig gelüftet, was ja bei dem Wetter gut möglich ist. An der Grundschule Ottendorf folgen Lehrer mehrheitlich der Empfehlung, im Schulhaus und an den Eingängen Maske zu tragen. „Schüler fordern wir nicht dazu auf“, sagt Schulleiterin Marita Berger. „In den Schulbussen ist es für die Kinder ja weiterhin Pflicht, die Maske zu tragen. Sie haben sie also immer dabei und können sie aufsetzen, wenn es eng wird.“

Unterschiedlicher Unterrichtsbeginn, unterschiedliche Pausen: In der Grundschule Mitte hat Schulleiterin Susanne Krohn den Sonderstundenplan aufrechterhalten, mit dem die Klassen weitestgehend voneinander getrennt sind. „So kommt es kaum zur Vermischung von Schülern unterschiedlicher Klassen. Eine Maskenpflicht im Schulhaus ist auch aus dem Grund nicht notwendig“, sagt sie. Familien hätten sich auf den Sonderstundenplan eingestellt, deshalb wird er bis Ende des Schuljahrs beibehalten. Er hilft uns jetzt in der Situation ja auch weiterhin.“

Kreiselternrat: Testpflicht hilft, Infektionen schnell zu entdecken

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Mario Metzner, Vorsitzender des Kreiselternrates Bautzen, hält eine Aufhebung der Maskenpflicht für vertretbar. „Die aktuellen Zahlen lassen diese Lockerung zu“, sagt er. Angesichts der sinkenden Inzidenz hält er es nicht mehr für vertretbar, dass Schüler sieben Stunden die Maske tragen müssen. „Es ist warm, sie ist unangenehm zu tragen.“ Er rät allerdings zum Kompromiss: im Schulhaus mit Maske, im Unterricht ohne. „Die Testpflicht an Schulen besteht ja weiterhin. So können Infektionen schnell entdeckt werden. Natürlich müssen wir die Entwicklung beobachten, besonders, was die indische Virusvariante betrifft. Sollte es einen Ausbruch geben, dann muss reagiert werden.“

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