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Zum Massentest in Radeberg jetzt ohne Anmeldung

Das Gesundheitsamt verzichtet auf eine Online-Registrierung. Am Dienstag war der Andrang groß. Was die Tests bisher ergeben haben.

Die Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg wurde zum Testzentrum umgestaltet. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und Helfer aus Apotheken Radebergs nehmen die Tests vor.
Die Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg wurde zum Testzentrum umgestaltet. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und Helfer aus Apotheken Radebergs nehmen die Tests vor. © Archivfoto: Rene Meinig

Radeberg. Der Andrang beim Massentest im Beruflichen Schulzentrum in Radeberg hat nachgelassen. Nach Angaben des Landratsamtes wurden am Mittwoch bis 13.30 Uhr 180 Personen getestet. Am Dienstag waren es zur gleichen Zeit bereits mehr als 400, am Abend hatten sich 824 Personen einem Test unterzogen. Erfreulich dabei: Bisher wurde kein einziger Corona-Fall entdeckt.

Wegen des Rückgangs ist jetzt keine Anmeldung mehr erforderlich. „Interessenten können sich einen Termin online reservieren. Er ist aber auch ohne vorherige Registrierung möglich“, teilt das Landratsamt mit. Tests sind am Mittwoch noch bis 19 Uhr möglich, letzter Termin ist dabei 18.45 Uhr.

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Am Donnerstag, 4. März, hat das Testzentrum in der Sporthalle des BSZ Radeberg, Robert-Blum-Weg 5, von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Zutritt ist nur mit FFP2-Maske gestattet. Sie wird im Ausnahmefall durch das Gesundheitsamt am Testzentrum gestellt.

So lief der Massentest am Dienstag ab

Am Dienstagmorgen hatte sich schon um 9 Uhr eine lange Schlange gebildet. Senioren, Menschen mittleren Alters, aber auch junge Interessenten warteten auf den Beginn der größten Corona-Testaktion in Radeberg.

Innen bereiteten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes den Ablauf akribisch vor. 20 Frauen und Männer zogen sich Schutzanzüge über. Alle arbeiteten mit Schutzbrille oder Visier, Schutzhandschuhen und natürlich mit Maske. Unterstützt wurden sie von Soldaten der Bundeswehr. In der Halle sind zur besseren Orientierung Markierungen auf den Fußboden aufgeklebt, Schilder weisen den Weg.

Zwei Corona-Todesfälle im Bekanntenkreis

In einem kleineren Raum werden die Proben genommen. Von dort gehen die Personen in einen Wartebereich. Nach 15 Minuten wird ihnen das Ergebnis mitgeteilt. Bei positivem Testergebnis wird eine weitere Probe genommen, die dann mit dem aufwendigeren aber genaueren PCR-Test überprüft wird. Eingerichtet wurden drei Teststrecken, an denen insgesamt fünf Teams arbeiten.

Mario Böber aus Radeberg gehörte zu den ersten, die sich am Dienstag testen ließen. "Es geht darum, die unentdeckten Infektionen zu ermitteln. Es macht keinen Sinn, wenn man mit dem Virus herumläuft und Freunde und Bekannte ansteckt. Den Aufwand, hier einen Test machen zu lassen, sollte jeder betreiben. Das ist die Sache wert", sagt er. "Wir wollen ja nicht noch in fünf Jahren mit den Einschränkungen leben müssen." Dann fügt er noch hinzu, dass zwei Bekannte an Corona gestorben sind. "Das macht einen schon nachdenklich. Auch deshalb bin ich hier."

Janet Medger, ebenfalls aus Radeberg, will vermeiden, dass das Virus an ihrem Arbeitsplatz auftritt. "Ich arbeite in einem Büro, Homeoffice ist nicht möglich. Ich will sichergehen, dass ich das Virus nicht unbeabsichtigt mitbringe. Ich hoffe, dass der Test negativ ist", sagt sie.

"Neu ist, dass Kinder in dem Ausmaß betroffen sind"

Der Massentest war am Sonntag vom Landratsamt nach Gesprächen mit der Stadt Radeberg angesetzt worden. Ende vergangener Woche waren in der Ullersdorfer Kita mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. Erste Untersuchungen hatten ergeben, dass es sich um die britische Corona-Variante handeln könnte.

Am Wochenende erhöhte sich die Zahl der Verdachtsfälle sprunghaft. Zunächst ging das Gesundheitsamt am Sonntag von zehn Fällen allein in Ullersdorf aus, im Landkreis von mehr als 50. "Uns macht das Tempo der Ausbreitung Sorgen", sagte am Dienstag auch der stellvertretende Landrat Udo Witschas (CDU) in Radeberg. "Neu ist auch, dass Kinder in dem Ausmaß betroffen sind." Er bestätigt, dass einige Verdachtsfälle auch in Ottendorf-Okrilla, Großröhrsdorf und in Wachau aufgetreten sind.

Vor der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg bildete sich eine lange Schlange. Wegen der großen Nachfrage werden auch am Mittwoch und Donnerstag Tests angeboten.
Vor der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg bildete sich eine lange Schlange. Wegen der großen Nachfrage werden auch am Mittwoch und Donnerstag Tests angeboten. © René Meinig

Laut dem Vize-Landrat hat die Kreisverwaltung mit der Ausbreitung der britischen Variante gerechnet. "In umliegenden Landkreisen ist sie bereits nachgewiesen, auch in Dresden tritt sie auf. Für uns war es deshalb nur eine Frage der Zeit, wann solche Fälle auch bei uns nachgewiesen werden. Es gilt jetzt, die weitere Verbreitung zu verhindern."

Udo Witschas widerspricht vehement Ansichten, wonach mit den vielen Testungen angeblich die Inzidenzzahlen nach oben gedrückt werden sollen, um wieder Einschränkungen im öffentlichen Leben durchzusetzen. "Das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen vielmehr, dass die Inzidenzzahlen unten bleiben und weiter zurückgehen. Mit den Tests wollen wir unentdeckte Infektionen ermitteln. Die betroffenen Menschen werden in Quarantäne geschickt, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Unser Ziel ist es gerade, Einschränkungen zu verhindern."

Sollte die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner über 100 steigen, würde der Bewegungsradius wieder auf 15 Kilometer begrenzt. Liegt die Inzidenzzahl an fünf Tagen über dem Wert von 100, würden Schulen und Kitas wieder geschlossen. "Wir wollen nicht, dass es so weit kommt", sagte Udo Witschas.

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Die Amtsärztin des Landkreises Bautzen, Dr. Jana Gärtner, will die Ergebnisse der Schnelltests abwarten. Erst dann soll über geeignete Vorkehrungen beraten werden. "Wenn der Wert positiver Ergebnisse vielleicht bei zehn Prozent liegt, dann besteht dringender Handlungsbedarf. Dann müssten weitere Maßnahmen besprochen werden."

Sie ist froh über die große Resonanz. "Die große Nachfrage hat uns positiv überrascht. Je mehr sich testen lassen, umso genauer wissen wir über die Dunkelziffer Bescheid." Wegen der großen Nachfrage bietet das Gesundheitsamt zusätzliche Test-Tage an. "Wir werden auch am Mittwoch, den 3. März, und am Donnerstag, den 4. März, kostenfreie Schnelltests für alle Interessenten vornehmen."

Erste Zahlen sind ermutigend

Ursprünglich war nur der Dienstag vorgesehen. Binnen kurzer Zeit waren jedoch alle Termine vergeben. Dann wurde das Angebot zunächst von 17 auf 19 Uhr verlängert. Doch auch diese Zeiten waren schnell vergeben. Am Mittwoch und Donnerstag wird jetzt jeweils von 9 bis 12 und von 13 bis 19 Uhr in der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg, Robert-Blum-Weg 5, getestet. Testtermine können im Internet reserviert werden. Die Kapazität reicht an den beiden Tagen für rund 900 Personen, so die Amtsärztin.

Sie ist froh über die Unterstützung von Helfern aus Radeberg. "Nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung wurde bei den Apotheken angefragt. Kurzfristig sagten mehrere Apotheker ihre Hilfe zu. Wir bedanken uns bei ihnen und der Stadtverwaltung für die Hilfe", sagte sie.

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