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Corona: Erste Bedingungen für Lockerungen

Der Inzidenzwert muss wieder unter 50 fallen (derzeit bei 120), sagt die Kanzlerin. Derweil drohen Klagen gegen die Beschränkungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Menschen dazu aufgerufen, die neuen Corona-Regeln zu befolgen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Menschen dazu aufgerufen, die neuen Corona-Regeln zu befolgen. © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Dresden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Menschen dazu aufgerufen, die neuen Corona-Regeln zu befolgen. Nur dies schaffe die Voraussetzung für einen „erträglichen Dezember“ mit mehr Freiräumen, sagte Merkel am Montag in Berlin.

Entscheidend für Lockerungen sei die 7-Tage-Inzidenz – also wie viele Menschen sich innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner neu infizieren. Aktuell liege dieser Wert deutschlandweit bei 127,8, in Sachsen bei 120. „Wir müssen wieder runter in den Bereich von unter 50“, sagte Merkel. Denn erst dann seien die Gesundheitsämter wieder in der Lage, Infektionsketten umfassend nachzuverfolgen und dann auch zu durchbrechen.

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Merkel hält Familienbesuche zu Weihnachten in der Corona-Krise für möglich, wenn in den kommenden vier Wochen Kontakte und Ansteckungen reduziert werden. Für Treffen von „Kernfamilien“ gebe es Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen wie eine Vor-Quarantäne. „Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein“, sagte Merkel.

AfD will klagen

In Sachsen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Samstag und Sonntag 2.044 neue Corona-Infektionen nachgewiesen. 326 Menschen sind an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, das sind zehn mehr als am Freitag. 970 Menschen befinden sich wegen einer solchen Infektion derzeit im Krankenhaus, 191 davon auf der Intensivstation.

Unterdessen will die AfD-Landtagsfraktion im sächsischen Landtag die neue Corona-Schutzverordnung vom Verfassungsgericht des Freistaats überprüfen lassen. Die Partei will damit zum einen eine Mitbestimmung des Landtages bei den Corona-Maßnahmen erreichen, sagte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban. Außerdem will man die getroffenen Einschränkungen auf ihre Verhältnismäßigkeit prüfen lassen.

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