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Ministerpräsident zum Test in Heidenau

Michael Kretschmer besucht am Freitag das Johanniter-Zentrum Heidenau, lässt sich auf Corona testen und nimmt zwei Aufgaben mit.

Getestet wurde Ministerpräsident Michael Kretschmer am Freitag nicht zum ersten Mal, einen solchen Zettel aber musste er das erste Mal ausfüllen. Pia Stein erklärt ihm dabei, wie so ein Test für Bürger abläuft.
Getestet wurde Ministerpräsident Michael Kretschmer am Freitag nicht zum ersten Mal, einen solchen Zettel aber musste er das erste Mal ausfüllen. Pia Stein erklärt ihm dabei, wie so ein Test für Bürger abläuft. © Daniel Schäfer

"Guten Tag, wie läuft'n das?", fragt Bürger Michael Kretschmer. Er füllt einen Zettel aus, bezahlt 45 Euro, wird getestet. Als Ministerpräsident wurde er das schon unzählige Male, das letzte Mal am Mittwoch vor der Sendung bei Maischberger. Doch so einen Zettel wie am Freitag in Heidenau hat er noch nie ausgefüllt. Dieser Zettel wird noch eine Rolle spielen. Sein Schnelltestergebnis wird gut 15 Minuten später negativ sein. Vorher witzelt er noch: "Da steht dann, gehen Sie alle schnell nach Hause."

Mit der Nummer CT012 ist Kretschmer der 23., der sich am Freitag auf eigene Kosten bei den Johannitern schnell testen lässt. Von etwa hundert Schnelltests sind in Heidenau im Schnitt zwei positiv. Anders als am Wochenende an der Grenze zu Tschechien an der A17 auf dem Rastplatz bei Breitenau: 16 positive Ergebnisse bei 40 Tests melden von dort die Johanniter, die auch das Heidenauer Testzentrum betreiben.

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Entscheidung über Kosten der Schnelltests

Testen bricht die Welle, sagt Kretschmer. Mehr testen bedeute nicht automatisch mehr Infektionen, im Gegenteil. Denn wer positiv getestet wird, bleibt zu Hause und steckt niemanden weiter an. Testen zweimal die Woche - das soll so selbstverständlich werden wie einkaufen. Bei 45 Euro pro Test sind das 360 Euro im Monat für den, dem der Test nicht bezahlt wird. Ein Betrag, der keinem zuzumuten ist. Kretschmer hofft auf eine Entscheidung des Bundes am Mittwoch dazu, nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits kostenlose Tests für alle in Aussicht gestellt hatte.

Ab voraussichtlich April sollen auch Selbsttests verfügbar sein. Inwiefern die dann auch anerkannt werden, zum Beispiel beim Besuch eines Pflegeheimes, ist noch zu klären. Vor allem aber fordern sie die Verantwortung jedes Einzelnen, wie er mit dem Ergebnis umgeht. Denkbar wären Lösungen, bei denen die Selbsttests zum Beispiel direkt in den Heimen, in Gaststätten oder in anderen Fällen direkt vor Ort gemacht werden.

Kretschmer plädiert für konsequentes Testen. Mit allen Konsequenzen. Die müssen gezogen werden, wenn ab 1. März fünf Tage hintereinander die Inzidenz in einem Landkreis über 100 liegt. Dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wo diese Zahl eigenen Angaben zufolge am Donnerstag bei 102 lag, bescheinigt Kretschmer ein stringentes Handeln.

Test- könnte auch Impfzentrum werden

Die Johanniter in Heidenau testen aktuell von Montag bis Sonnabend zwölf Stunden am Tag, sonntags speziell für Pendler von 15 bis 22 Uhr. Sie würden zum Beispiel auch noch Lehrer testen, doch das dürfen sie nicht, weil sie die Kosten nicht abrechnen können. Das ist eine Aufgabe, die Kretschmer zur Klärung mitgenommen hat.

Die Johanniter können die Testkapazität in Heidenau auf bis zu 600 in zwölf Stunden ausbauen. Auch mobile Teams sind möglich. Warum zum Beispiel nicht auch am Real in Heidenau, wird diskutiert. Und neben dem Testen haben die Johanniter in Heidenau auch Kapazitäten als Impfzentrum. "Wir wären bereit", sagt Regionalvorstand Carsten Heerde. Ab April sollen zunächst auch Hausärzte impfen können. Damit die das in den Praxisablauf einordnen können, fordern sie entsprechenden zeitlichen Vorlauf.

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Die Johanniter haben in Heidenau ein Angebot. Wie es läuft, was es kostet und was noch zu beachten ist.

Die Zettel, wie Michael Kretschmer einen vor seinem Schnelltest ausfüllen musste, hat bisher jeder Anbieter selbst entworfen. Die Johanniter haben sich Hilfe bei Datenschutzbeauftragten und Juristen geholt. Diese Bescheinigungen zu standardisieren, ist eine weitere Bitte der Johanniter, die Kretschmer mitgenommen hat. Für die, die sich privat testen lassen, ist das Papier zweitrangig. Wichtiger ist für sie der Preis. Auch daran werde gearbeitet, sagt Kretschmer. Sein nächster Termin an diesem Freitag wartet schon: die sächsische Ministerrunde.

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