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Corona: Klinik Mittweida verschiebt OPs

Einige Kliniken melden Infizierte beim Personal. Engpässe gibt es aktuell aber noch nicht.

Am Krankenhaus in Mittweida werden derzeit wieder geplante Eingriffe verschoben.
Am Krankenhaus in Mittweida werden derzeit wieder geplante Eingriffe verschoben. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten mit Covid-19 steigt auch in Mittelsachsen weiter an. Am Montag informierte der Landkreis über drei weitere Patienten, die in den Kliniken derzeit beatmet werden müssen. Insgesamt bei sechs Betroffenen ist dies zurzeit notwendig. Stationär behandelt wurden mit Stand am Montag 39 Corona-Patienten, vier mehr als noch am Sonntag.

Sieben Patienten, die positiv auf das Virus getestet worden sind, befinden sich derzeit am Klinikum in Mittweida, so Ines Schreiber, Sprecherin der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH. Ein Patient liege auf der ITS. Zudem gebe es zwei Verdachtsfälle, informierte Schreiber am Montag. Zwischenzeitlich habe es, so Schreiber, pro Tag bis zu drei Aufnahmen von Patienten mit Covid-19 gegeben. Doch die Klinik habe noch Kapazitäten, um weitere Patienten mit Covid-19 zu behandeln.

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Aufgrund der dynamischen Entwicklung gebe es inzwischen auch Infektionen sowie Verdachtsfälle unter den Mitarbeitern. "Diesen gehen wir engmaschig nach und führen entsprechende Testungen durch", äußerte sich die Sprecherin. 

Allerdings gibt es aufgrund der Nachverfolgung der Kontaktketten derzeit auch Einschränkungen im Betrieb der Klinik. So sei es teilweise nötig, dass sich die Einrichtung beim Rettungsdienst für Neuaufnahmen abmeldet und geplante Eingriffe verschoben werden. Keine Abstriche gibt es jedoch bei der Versorgung der Notfallpatienten. „Diese werden in der Klinik zu jeder Zeit wie gewohnt behandelt“, betont Schreiber. Zudem bestehe kein Mangel an Schutzausrüstung sowie Desinfektionsmittel. Hier seien über das Jahr erhöhte Bestände angelegt worden.

Klinikum Döbeln mit ausreichend Kapazitäten

Auch das Klinikum Döbeln ist derzeit noch ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt, wie Martin Preißer mitteilte. An der Klinik wurden zwischenzeitlich ebenfalls Patienten behandelt, von denen ein positiver Test auf Covid-19 vorlag. Aktuell gebe es jedoch keine mehr, so der Verwaltungsleiter. In der Klinik gebe es daher noch Kapazität für Betroffene sowie Verdachtsfälle. 

Verschont geblieben ist das Klinikum bisher auch von den teilweise um sich greifenden Engpässen im Bereich der Intensivpfleger. „Hier haben wir bisher keine Einschränkungen“, äußerte sich Preißer. Sollte sich die Situation ändern, so gebe es interne Pläne, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen.

Aber auch unter dem Personal des Klinikums habe es inzwischen Corona-Fälle gegeben, informierte Preißer. Betroffen gewesen seien zwei Mitarbeiter, die sich jedoch im Urlaub befanden. Höher seien derzeit die saisonal bedingten Ausfälle unter anderem aufgrund von Erkältungskrankheiten. Doch bisher hätten diese gut kompensiert werden können. 

Helios informiert online über Bettenauslastung

Ab Montag informiert die Helios-Gruppe online über die Auslastung der Betten in den eigenen Kliniken. „Die Zahl der Neuinfektionen allein ist noch nicht aussagekräftig darüber, ob unser Gesundheitssystem mit der Pandemie umgehen kann. Entscheidend ist die Lage in den Kliniken. Um diese Informationslücke zu schließen, stellen wir die Angaben für alle Helios Kliniken täglich auf unserer Webseite zur Verfügung“, begründet Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann, Helios Geschäftsführer Medizin (CMO), diese Entscheidung.

Aus der Übersicht geht hervor, dass derzeit drei Patienten mit Covid-19 auf der Normalstation in Leisnig behandelt werden, einer seit Montag auch auf der ITS. „Wir haben bei Helios derzeit rund 1.300 Intensivbetten in Betrieb, die wir personell betreuen können. Aktuell haben wir ausreichend Intensivkapazitäten frei, um elektive Behandlung weiterhin ohne Einschränkungen durchführen zu können“, äußert sich die Gruppe allgemein zu den personellen Kapazitäten.

Klinik Freiberg nimmt zweite Isolierstation in Betrieb

Am Kreiskrankenhaus in Freiberg werden seit der vergangenen Woche sowohl Verdachtsfälle als auch positiv getestete Patienten behandelt. Die Zahl bewege sich im niedrigen zweistelligen Bereich, so Dr. Ulrike Träger, Sprecherin der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH. In der Einrichtung sei die Bettenkapazität aus der Isolierstation, die über den Sommer verkleinert wurde, wieder erweitert worden. Inzwischen ist eine zweite Isolierstation in Betrieb gegangen, auf welcher bereits die ersten Patienten behandelt werden, ergänzte Träger.

Die Leitung des Krankenhauses treffe sich mehrmals in der Woche, um über die Corona-Lage zu beraten und reagiere tagesaktuell auf die Entwicklungen, heißt es weiter.

Auch beim Personal habe es bereits erste Corona-Fälle gegeben. Zudem seien Mitarbeiter als Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt worden. Die Zahlen bewegten sich jedoch in einem Bereich, der noch händelbar sei, so Träger weiter. Damit für die Isolierbereiche genügend Personal zur Verfügung steht, sorgt die Klinik vor, indem die Bettenzahl in anderen Bereichen reduziert wird. „Dennoch bestehen derzeit noch ausreichend Kapazitäten für elektive Eingriffe“, erklärt Träger.

Am Montag 44 neue Nachweise im Kreis

Verhältnismäßig gering fiel am Montag die Steigerung der Coronavirus-Neuinfektionen in Mittelsachsen aus. Aus der Statistik des Landkreises ging hervor, dass es 44 neue positive Testergebnisse gegeben hat. Die Zahl der Nachweise insgesamt war damit auf 1.289 gestiegen. Aktuell in Quarantäne befinden sich 1.523 Personen. Die meisten bestätigten Neuinfektionen gab es im Bereich Mittweida (+25/421). Im Altkreis Freiberg stieg die Zahl der Nachweise um elf (667), in Döbeln um acht Fälle (201).

Nach Angaben von Kreissprecher André Kaiser werden in dieser Woche in fünf Pflegeeinrichtungen Tests durchgeführt. Übernommen wird diese Aufgabe von Kräften des Deutschen Roten Kreuzes.

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