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Hochschule schickt 270 Personen nach Hause

Zwei Wochen müssen sie der Hochschule Mittweida jetzt fernbleiben. Im Landkreis werden fast 100 Erkrankte im Krankenhaus behandelt.

Aufgrund von Verdachtsfällen sowie positiven Testergebnissen in einer Gruppe von Studierenden hat die Hochschule Mittweida eine Vielzahl an Studenten nach Hause geschickt.
Aufgrund von Verdachtsfällen sowie positiven Testergebnissen in einer Gruppe von Studierenden hat die Hochschule Mittweida eine Vielzahl an Studenten nach Hause geschickt. © Peter Steffen/dpa

Mittweida/Mittelsachsen. Die Hochschule in Mittweida hat am vergangenen Freitag rund 270 Personen aus zwei Jahrgängen einer Fakultät vorsorglich nach Hause geschickt, wie Pressesprecher Helmut Hammer bestätigte.

Beide Studiengänge hatten zusammen an einem Projekt gearbeitet. Unter den Studierenden habe es mehrere Verdachtsfälle sowie positive Testungen gegeben, begründet der Sprecher das Vorgehen.

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Er betont zugleich, dass es sich bei der Maßnahme um keine angeordnete Quarantäne handele, wie sie vom Gesundheitsamt angewiesen wird. Die Personen wurden dazu aufgefordert, den Campus für zwei Wochen nicht mehr zu betreten. Diese Aufforderung wurde bis Montag insgesamt 336 Angehörigen der Hochschule, sowohl Lehrenden, Forschenden, als auch Studierenden und Beschäftigten in der Verwaltung, ausgesprochen. Die Hochschule gehe dabei sehr vorsichtig vor. „Vielmehr erlauben es uns die Mittel des digitalen Lehrens und Lernens, auch bei geringem Risiko einer erfolgten Infektion die Personen zu separieren, auch wenn das Gesundheitsamt in diesem Fall eventuell gar keine Quarantäne verhängt“, erklärte Hammer.

Bis Montag waren 13 Personen, die zum Hochschulbetrieb gehören, positiv auf das Virus getestet worden. „Das schließt auch Personen ein, die längere Zeit nicht an der Hochschule waren“, so Helmut Hammer.

Corona-Ampel auf "Halbrot"

Die Corona-Ampel der Hochschule steht derzeit auf „Halbrot“. Gemeint ist damit, dass zwar eine große Gruppe an Studierenden für 14 Tage nach Hause geschickt wurde und jetzt online lernt, aber nicht die ganze Hochschule den Präsenzbetrieb einstellen muss. „Erst wenn sich die möglichen Infektionsketten nicht mehr auf einzelne Bereiche der Hochschule eingrenzen lassen, würde die Ampel auf Rot springen“, erklärte Hammer.

Die Einrichtung war mit einem Anteil von 70 Prozent an Präsenzlehrveranstaltungen in das Wintersemester gestartet. Aufgrund der bundesweit ansteigenden Fallzahlen wurden diese auf knapp 50 Prozent reduziert. Ein Großteil der Veranstaltungen sei ohnehin digital geplant gewesen. „So sind die größeren Hörsäle für kleinere Gruppen verfügbar.“

Rund 100 Patienten im Krankenhaus

Die Zahl der Covid-19-Patienten, die derzeit in Mittelsachsen stationär betreut werden müssen, ist am Montag um zehn auf 95 gestiegen. Beatmet worden sind nach wie vor fünf Erkrankte. Das ging aus der aktualisierten Statistik des Landratsamtes zu den Infektionszahlen hervor. Laut dem Tagesbericht der Helios-Klinik wurden in Leisnig am Montag acht Patienten mit Covid-19 behandelt, einer davon musste intensivmedizinisch betreut werden.

Nach Angaben von Kreissprecher André Kaiser sind aktuell 19 Gemeinschaftseinrichtungen betroffen, darunter zehn Pflegeeinrichtungen.

Insgesamt ist die Zahl der Infizierten am Montag um 84 gestiegen. Somit beläuft sich die Gesamtzahl der festgestellten Infektionen seit März auf 2.554. Im Altkreis Döbeln gab es nur einen geringen Anstieg um drei auf 355 Fälle, im Raum Freiberg gab es 58 neue Nachweise (1.296), im Altkreis Mittweida 23 (903). Auf behördliche Anweisung in Quarantäne befinden sich momentan 2.280 Personen.

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