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Corona-Mutation an Dresdner Kita

Eine Person ist infiziert, insgesamt 13 Erzieher und Kinder befinden sich in Quarantäne. Massentests wie in Radeberg sind vorerst aber nicht geplant.

Fünf bis zehn Prozent aller neuen, positiven Corona-Proben werden auf Mutanten untersucht. In Dresden wird vor allem die britische Virusvariante entdeckt.
Fünf bis zehn Prozent aller neuen, positiven Corona-Proben werden auf Mutanten untersucht. In Dresden wird vor allem die britische Virusvariante entdeckt. ©  dpa/Sebastian Gollnow (Symbolbild)

Dresden. Bei einem Infizierten an einer Dresdner Kita ist die britische Corona-Mutante festgestellt worden. Das teilte das Gesundheitsamt am Dienstag mit.

Ersten Erkenntnissen ist es bei einer Infektion an der Einrichtung geblieben. Zurzeit seien 13 Erwachsene und Kinder in Quarantäne. Ob es sich bei dem Infizierten um ein Kind oder einen Erzieher handelt, teilte das Gesundheitsamt nicht mit. Die Behörde spricht auch nicht von einem Ausbruch, da an der Einrichtung bislang nur eine Person positiv auf das Virus getestet wurde. Den Namen der Kita nennt die Behörde nicht.

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An der Dresdner Stadtgrenze gab es bereits einen Corona-Ausbruch. Mehrere Fälle mit der britischen Virus-Variante waren in der vergangenen Woche an einer Ullersdorfer Kita festgestellt worden. Deshalb finden heute in Radeberg abermals Massentests statt. Nicht eingeladen sind die Dresdner, die in unmittelbarer Nachbarschaft leben beziehungsweise täglich zum Arbeiten in die Region pendeln. An der Stadtgrenze endet der Test-Aufruf des Bautzner Landkreises.

Dresden plant derzeit keine eigenen Corona-Massentests, teilt das Gesundheitsamt auf SZ-Anfrage mit. Erst wenn Mutationen in einer Dresdner Gemeinschaftseinrichtung - dazu zählen zum Beispiel Schulen und Kitas - auftreten, werde auch hier umfangreich getestet.

Virusmutation: 25 neue Fälle seit Freitag

Bis dahin bleibt es beim bisherigen Test-Angebot. Hatte ein Infizierter aus dem Nachbarlandkreis zum Beispiel engen Kontakt zu Dresdnern, so wird das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt von der Bautzner Behörde informiert. Dann wird die Stadtverwaltung aktiv und stellt nicht nur einen Quarantänebescheid aus. "Alle Dresdner Kontaktpersonen werden von uns angesprochen und zum Test aufgefordert."

Ob durch den täglichen Pendlerverkehr zwischen Dresden und dem Landkreis Bautzen schon mutierte Viren nach Dresden eingeschleppt wurden, sei bislang nicht bekannt, heißt es. Dasselbe gelte für Grenzpendler aus Tschechien.

Dennoch breiten sich Coronavirus-Varianten auch innerhalb Dresdens weiter aus. Von insgesamt 66 nachgewiesenen Fällen sprach das Gesundheitsamt am Dienstagnachmittag. Das sind 25 mehr als am vergangenen Freitag. Dabei sei die britische Variante mit über 95 Prozent vorherrschend.

Bereits in der vergangenen Woche erklärte die Stadt, in den meisten Fällen hätten sich die Infizierten wohl innerhalb Dresdens angesteckt. Zumindest konnten keine Verbindungen zu Auslandsreisen oder Personen, die sich im Ausland ansteckten, gefunden werden. Fünf bis zehn Prozent aller neuen, positiven Corona-Proben werden auf Mutanten untersucht.

Einen Ausbruch gab es bisher nur im Städtischen Klinikum. Dort sind im Februar sowohl Mitarbeiter als auch Patienten positiv getestet worden. Im Nachgang stellte sich heraus, dass es sich teilweise um die britische Mutante handelte. Die Betroffenen hätten überwiegend keine Symptome verspürt, so das Gesundheitsamt.

Die britische Virusvariante B.1.1.7 gilt als deutlich ansteckender als der bislang vorherrschende Coronavirus-Typ. Zudem gebe es vage Anzeichen, dass die Mutante auch zu einer erhöhten Fallsterblichkeit führen könnte, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Das RKI spricht allerdings von einer noch "begrenzten Datenlage". Zwar vermuten die Wissenschaftler, dass die zugelassenen Impfstoffe gegen die ursprüngliche britische Variante wirken. Innerhalb Großbritanniens hat sich die Variante aber bereits weiter verändert. Hier werde vermutet, dass die derzeit erhältlichen Impfstoffe gegen diese Variante eine geringere Wirksamkeit aufweisen könnten, so das RKI.

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