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Corona: Noch mehr Pfunde bei Adipositas-Patienten

Während der Corona-Pandemie wird bei vielen Patienten mit Fettleibigkeit eine Gewichtszunahme registriert. Ursache ist meist das Homeoffice.

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Patienten in Adipositas-Behandlungen sind im Durchschnitt während der Corona-Pandemie noch dicker geworden. Das Problem habe sich verschärft, so die Uniklinik Leipzig.
Patienten in Adipositas-Behandlungen sind im Durchschnitt während der Corona-Pandemie noch dicker geworden. Das Problem habe sich verschärft, so die Uniklinik Leipzig. © Archiv/Patrick Pleul/dpa

Leipzig. In der Corona-Pandemie nehmen viele Menschen zu - die Adipositas-Ambulanz der Uniklinik Leipzig registriert auch bei ihren Patientinnen und Patienten eine deutliche Gewichtszunahme.

Mit der Pandemie habe sich für viele von ihnen das Problem verschärft, sagte Matthias Blüher, Leiter der Ambulanz, am Montag. "Ein erheblicher Teil von ihnen hat zugenommen. Und das ziemlich drastisch: Im Durchschnitt waren es fünf Kilogramm." Die Ambulanz betreut den Angaben zufolge Erwachsene mit einem Body-Maß-Index (BMI) zwischen 30 und 100.

Besonders betroffen: Patienten zwischen 18 und 40

Gründe für die Zunahme seien das Homeoffice mit einer leichteren Verfügbarkeit von Essen sowie geschlossene Fitnessstudios. Hinzu kämen Stress durch die Beschulung etwa der eigenen Kinder zu Hause, Einsamkeit und Unsicherheit. "Solche psychischen Belastungen führen bei nicht wenigen zum Kummeressen - und der manifestiert sich dann als Kummerspeck." Besonders Patienten zwischen 18 und 40 seien betroffen.

Wegen der gestiegenen Corona-Zahlen hat die Uniklinik ihre normalen Sprechstunden reduziert und Gruppenschulungen abgesagt. Dennoch werde versucht, die Betroffenen in Telefon- und Video-Sprechstunden zu betreuen. (dpa)