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Corona: Im Sammelbus zum Impfzentrum

Um Senioren zu helfen, hat auch Oppach jetzt eine Fahrt nach Löbau organisiert. Möglicherweise gibt es sogar bald vor Ort die Möglichkeit zur Corona-Schutzimpfung.

Am Edeka in Oppach startete am Dienstagnachmittag ein Bus mit Senioren nach Löbau zum Impfen. 14 Oppacher zwischen 80 und 87 Jahren bekamen ihre Corona-Schutzimpfung.
Am Edeka in Oppach startete am Dienstagnachmittag ein Bus mit Senioren nach Löbau zum Impfen. 14 Oppacher zwischen 80 und 87 Jahren bekamen ihre Corona-Schutzimpfung. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Nach Oderwitz und Jonsdorf hat jetzt auch die Gemeinde Oppach einen Transport für Senioren aus dem Ort zum Impfzentrum nach Löbau organisiert. Am Dienstag Nachmittag startete der Kleinbus in Oppach am Edeka-Markt. In weniger als 24 Stunden hat die Gemeindeverwaltung den Sammeltermin samt Transport organisiert, berichtet Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos). "Ich bin immer wieder von Senioren angesprochen worden", schildert sie. Viele erzählten der Bürgermeisterin, dass sie Probleme hätten, einen Impftermin zu bekommen und auch gar nicht wüssten, wie sie nach Löbau kommen und sich dort zurecht finden. Für die Bürgermeisterin stand fest: Hier ist Hilfe nötig. "Unsere Senioren brauchen Unterstützung. Nicht jeder hat die in der Familie."

Per Mundpropaganda sammelte die Gemeindeverwaltung zunächst, wer überhaupt Interesse hätte und nahm mit dem Landkreis und Roten Kreuz Kontakt auf, das in Löbau das Impfzentrum für den Kreis Görlitz betreibt. Dann ging alles ganz schnell. "Montag Nachmittag haben wir erfahren, dass es schon einen Tag später klappt." 14 Senioren haben schließlich zugesagt und sind im Sammeltransport mitgefahren. "Das sind erst einmal nicht sehr viele", so Frau Hölzel. Aber in der Kürze der Zeit sei es nicht anders machbar gewesen. "Und es sind 14 Menschen, denen wir helfen können."

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Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (links) betreute persönlich die Senioren bei der Abfahrt.
Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (links) betreute persönlich die Senioren bei der Abfahrt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Senioren stehen vor einem Problem

Für die Älteren ist auch die Sammelfahrt eine Riesenherausforderung, erzählt die Bürgermeisterin. Viele sind kaum noch mobil, manche können nur wenige Schritte gehen. Auf dem Rückweg werden einige von ihnen deshalb sogar direkt bis nach Hause gebracht. Kurzfristig konnte die Gemeinde ein Taxi-Unternehmen gewinnen, das die Oppacher nach Löbau und wieder zurück gefahren hat. Die Kosten für die Fahrt trägt die Gemeinde.

Bei dem einen Sammeltermin soll es nicht bleiben. Wenn Interesse besteht, will die Gemeinde das wiederholen. "Wir wissen ja jetzt, wie es geht", so Bürgermeisterin Hölzel. Sie ruft Oppacher Senioren auf, sich in der Gemeindeverwaltung zu melden, wenn sie Interesse an einem Impftermin haben und selbst keine Möglichkeit haben das mit Hilfe von Angehörigen zu organisieren. Die zentrale Nummer 035872 3830 ist zu den Öffnungszeiten besetzt. "Sobald es einen Termin gibt, bekommen die Senioren dann eine Rückmeldung von uns und können entscheiden, ob sie mitfahren wollen", erklärt Frau Hölzel. Das könne dann aber eben auch mal sehr kurzfristig sein, wenn im Löbauer Impfzentrum ein Zeitfenster dafür zur Verfügung steht.

Neue Impfzentren in Aussicht

Darüber hinaus könnte es sogar bald vor Ort eine Möglichkeit geben, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der Landkreis hat die Kommunen abgefragt, ob sie geeignete Gebäude zur Verfügung stellen können, um temporäre Impfzentren in der Fläche einrichten zu können. "Wir haben unsere Turnhalle gemeldet", so Oppachs Bürgermeisterin. Sie ist nach zwei Jahren Bauzeit fertig saniert und erfüllt die Grundvoraussetzungen: Es gibt Parkplätze, sie ist barrierefrei zugänglich und das Platzangebot ist groß. Ob sie sich tatsächlich als Impfzentrum eignet, prüft der Landkreis. In den nächsten Wochen soll es eine Entscheidung dazu geben, wo in den Gemeinden zusätzliche Impfzentren für einen gewissen Zeitraum eingerichtet werden können. Zittau hatte beispielsweise schon angekündigt, dass in der Stadt ein temporäres Impfzentrum eingerichtet werde. Ab April könnte dann auch in den Orten geimpft werden. "Es wäre schön, wenn das klappt und unsere Senioren dann kürzere Wege hätten. Wenn nicht in unserer Turnhalle, dann vielleicht in einer der Nachbargemeinden", so Sylvia Hölzel.

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