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Corona-Impfungen dürfen nicht spalten

Die Impfungen gegen das Coronavirus haben begonnen. Nun wird über mögliche Vorteile für Geimpfte diskutiert. Das wäre ein Fehler. Ein Kommentar.

Ein Mitarbeiter vom Altenpflegeheim Heideweg zeigt seinen Impfausweis mit der Bestätigung einer Impfung von dem Pfizer-Biontech Covid-19 Impfstoff. Doch ihm dadurch Vorteile zu verschaffen, wäre ein Fehler, kommentiert Andrea Schawe.
Ein Mitarbeiter vom Altenpflegeheim Heideweg zeigt seinen Impfausweis mit der Bestätigung einer Impfung von dem Pfizer-Biontech Covid-19 Impfstoff. Doch ihm dadurch Vorteile zu verschaffen, wäre ein Fehler, kommentiert Andrea Schawe. © Peter Gercke/dpa

Es gibt keine Impfpflicht. Das ist gut so und sollte auch so bleiben. Schon allein, weil sich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht jeder impfen lassen kann – der Impfstoff reicht dafür nicht aus. Zwei Drittel aller Deutschen wollen sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Es wird Monate dauern, bis sie alle geimpft sind.

Eine Pflicht zur Impfung wäre außerdem Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Corona-Krise hat bei einigen Bürgern das Vertrauen in Regierung und Staat erschüttert, bei anderen das Vertrauen in Solidarität und Mitmenschlichkeit als Grundlage des Zusammenlebens. Die Idee, dass Geschäfte, Restaurants oder Kinos einen Nachweis über die Impfung verlangen könnten, der Besuch von Konzerten oder Fußballspielen nur für Geimpfte möglich wäre, würde diese Gräben schmerzlich vertiefen. Die Impfpflicht würde so über die Hintertür eingeführt.

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Das Vertrauen muss steigen

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Sollen Menschen, die der Mehrheit – aus welchen Gründen auch immer – nicht folgen, wirklich vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden? Ein solches Vorgehen hat mit offener Gesellschaft und demokratischen Werten nichts mehr zu tun.

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Statt sozialem oder moralischem Zwang ist Information und Transparenz gefragt. Ja, die Herstellung des Impfstoffs ging schnell – dank des internationalen Interesses und dem damit verbundenen Geldsegen für die Forschung –, das macht das Medikament aber nicht unsicher. Nebenwirkungen und Langzeitfolgen müssen weiter untersucht werden. Nur so kann das Vertrauen in den Impfstoff steigen.

E-Mail an Andrea Schawe

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