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Corona: Pilot-Impfpraxis in Schmiedeberg

Bevor alle Hausärzte impfen können, wird das Verfahren in 40 ausgewählten Praxen in Sachsen getestet. Eine davon ist im Osterzgebirge. Wie es dort laufen wird.

Sie werden von Montag an in ihrer Schmiedeberger Arztpraxis gegen Covid-19 impfen: Dr. Annelie Öhlschläger (v.r.), Dr. Andreas Preusche und Schwester Peggy Hegewald.
Sie werden von Montag an in ihrer Schmiedeberger Arztpraxis gegen Covid-19 impfen: Dr. Annelie Öhlschläger (v.r.), Dr. Andreas Preusche und Schwester Peggy Hegewald. © Karl-Ludwig Oberthür

Bei Dr. Annelie Öhlschläger in der Arztpraxis im Dippser Ortsteil Schmiedeberg klingelt das Handy. Sie berät sich kurz mit ihrem Praxiskollegen Dr. Andreas Preusche und antwortet dem Anrufer: „Ja, alle in der Kinderbetreuung können geimpft werden.“

Die beiden Schmiedeberger Ärzte sind mit ihrer gemeinsamen Praxis eine der 40 Pilotpraxen im Freistaat Sachsen, in denen jetzt auch Hausärzte gegen das Corona-Virus impfen dürfen. Da kommen viele Fragen auf sie zu. Sie sind für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig. Die nächsten Impfpraxen sind in Freiberg und Dresden.

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Anmeldung ab sofort, Impfbeginn am Montag

„Wir haben heute morgen 400 Dosen geliefert bekommen und werden am Montag beginnen zu impfen“, sagt Preusche am Donnerstagmittag. Zum Einsatz kommt der Impfstoff von Astrazeneca. „Der wirkt sehr gut und benötigt erst nach 40 bis 48 Tagen eine zweite Impfung“, sagt Preusche. Bis zu 30 Personen wollen sie am Tag impfen.

Vorher müssen die beiden Mediziner aber noch den logistischen Ablauf genau klären. Sie sind seit 15. Januar regelmäßig im Impfzentrum in Pirna mit im Einsatz und haben dabei viel Erfahrung gesammelt. Beide haben schon jeweils um die 4.000 Impfungen gesetzt.

Diese Erfahrung ist wohl ein Grund, warum die Kassenärztliche Vereinigung sie gefragt hat, ob sie die Pilotpraxis für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden wollen. Die Schmiedeberger haben Ja gesagt, weil es so auch ein Angebot im westlichen Teil des Landkreises gibt. „Gerade auch für Menschen aus dem Raum Hermsdorf oder Altenberg ist Schmiedeberg doch leichter zu erreichen als das Impfzentrum in Pirna“, sagt Öhlschläger. Auch haben sie die räumlichen Möglichkeiten dazu. So schleusen sie die Patienten in einem Einbahnsystem durch die Räume, um möglichst Kontakte zu vermeiden.

Ohne festen Termin keine Chance auf eine Impfung

Aus ihrer Arbeit im Impfzentrum wissen die beiden Mediziner genau, worauf es ankommt. Sie haben sich einen strikten Ablauf überlegt. Von Freitag, 12. März, an ist das Praxistelefon mit der Nummer 035052 20650 jeden Morgen von 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr für die Vergabe von Impfterminen reserviert. Danach ist Schluss. Punkt 7.30 Uhr endet die Terminvergabe und die reguläre Telefonsprechstunde für die Stammpatienten der Arztpraxis beginnt. „Dann werden auch keine Impftermine mehr vergeben. Wer außerhalb der vorgesehenen Anmeldezeit anruft, wird abgewimmelt“, kündigt Preusche an.

„Und ohne zugesagten Termin hat auch niemand eine Chance auf eine Impfung. Es nützt nichts, spontan in die Praxis zu kommen“, sagt Preusche. So wollen die Ärzte vermeiden, dass sich vor ihrer Tür eine Schlange bildet. Wer einem zugesagten Termin unentschuldigt fernbleibt, bekommt erstmal auch keinen Ersatztermin. Der Impfstoff ist momentan noch knapp. Da sollte keine Dosis ungenutzt bleiben.

Jeder Patient bekommt einen Laufzettel

Auch in der Praxis wird der Ablauf mit einem Laufzettel präzise gesteuert. Jeder muss sich erst dem Arzt vorstellen, ob er auch soweit gesund ist. Nicht geimpft werden kann, wer in den letzten 14 Tagen eine andere Impfung bekommen hat oder eine akute Infektion hat. Eine überstandene Corona-Erkrankung sollte mindestens vier Wochen her sein.

Nach dem Pieks ist eine Viertelstunde zur Beobachtung vorgesehen. Die Impfzeiten sind in Schmiedeberg jeweils von Montag bis Freitag 11.15 Uhr bis 12.45 Uhr vorgesehen. Donnerstags gibt es einen Abendtermin von 17.30 Uhr bis 18 Uhr.

Mit diesem Reglement verfolgen die Impfärzte mehrere Ziele. Der normale Praxisbetrieb muss im Interesse ihrer Stammpatienten auch weiterlaufen. Das Impfen selbst sollte möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Nachweise werden genau kontrolliert

Damit alles möglichst reibungslos läuft, sollte jeder Impfling seinen Impfausweis mitbringen sowie eventuell seinen Medikamentenplan, einen Allergiepass und unbedingt Nachweise, dass er zur Impfung berechtigt ist. „Wir werden genau kontrollieren, ob die Vorgaben eingehalten werden“, kündigt Preusche an.

Jetzt können sich Personen aus den Kategorien eins und zwei impfen lassen. Das sind alle im Alter ab 70 Jahren, Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen, des Rettungsdienstes, der Polizei oder mit bestimmten Vorerkrankungen. Auch bis zu zwei Kontaktpersonen von Schwangeren oder Menschen , die zu Hause gepflegt werden, können sich schon impfen lassen. „Die müssen aber den Mutterpass oder eine Bescheinigung über eine Pflegestufe vorlegen. Bei chronischen Erkrankungen gilt ein Attest des Hausarztes“, sagt Preusche.

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Zur Vorbereitung kann jeder auf der Seite des Robert-Koch-Instituts einen Bogen zur Aufklärung sowie zu seiner Krankheitsgeschichte herunterladen und vorher ausfüllen. Das beschleunigt den Ablauf. „Wer hilfsbedürftig ist, den unterstützen wir natürlich dabei“, sagt Öhlschläger.

Anmeldetelefon von Montag bis Freitag 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr: 035052 20650.

Die Bögen zur Krankheitsanamnese und Aufklärung können beim Robert-Koch-Institut heruntergeladen werden.

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