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Wie die Corona-Krise das Wohnen prägt

Neue Möbel dienen in Pandemiezeiten nicht mehr dem Repräsentieren, sondern dem Wohlfühlen. Das sind die neuesten Wohntrends.

Schlichte und schlanke Arbeitsplätze sind im privaten Wohnraum gerade sehr gefragt. Aber nicht an jedem Tag. Flexible Schreibtische wie das Klappmöbelsystem Fläpps von Ambivalenz treten daher nur in Erscheinung, wenn man sie braucht.
Schlichte und schlanke Arbeitsplätze sind im privaten Wohnraum gerade sehr gefragt. Aber nicht an jedem Tag. Flexible Schreibtische wie das Klappmöbelsystem Fläpps von Ambivalenz treten daher nur in Erscheinung, wenn man sie braucht. © Ambivalenz/dpa

Das Zuhause war uns selten so wichtig wie in der jetzigen Zeit. Die Corona- Pandemie und ihre Folgen verändern auch den Blick auf die Einrichtung. „Wohnen ist im Moment nicht mehr Repräsentanz“, erklärt die Trendexpertin Gabriela Kaiser. Es kommen ja (fast) keine Gäste mehr. „Die Wohnung ist nun nur noch der Ort des Lebens.“ Damit ist gemeint: Wer neue Möbel kauft, will damit eigentlich immer auch anderen etwas über sich selbst sagen. Aber das ist seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr so wichtig.

Stattdessen rücken die eigenen Bedürfnisse stärker in den Fokus. Was braucht man fürs Homeoffice? Was fürs Homeschooling? Wie kann man sich das ständige Aufeinanderhocken schöner gestalten?

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Die Antwort sind Wohntrends, die erstaunlicherweise gar nicht so neu sind, die aber 2021 einen Höhepunkt erleben könnten.

1. Ein echter Schreibtisch

Lange brauchte man keinen großen Schreibtisch mehr zu Hause, denn die kleinen Notebooks und Tablets machten die große Arbeitsplatte überflüssig. Zumal man damit auch gut am Esstisch und auf der Couch Schreibarbeiten erledigen konnte.

Nun aber, wo viele Arbeitnehmer erst mal nur noch von Zuhause aus arbeiten dürfen und die Möglichkeit im Raum steht, dass Firmen auch langfristig das Homeoffice anbieten werden, fehlt dieser feste Arbeitsort dann doch wieder.

Der größte Trend 2021 könnte also der Arbeitsplatz zu Hause werden. Auffallend schicke und filigrane Schreibtische und Sekretäre, die hinter oder oberhalb der Arbeitsplatte noch Fächer bieten, finden sich vermehrt bei den Einrichtern im Programm.

2. Möbel, die mehr können

Trend Nummer zwei ist die Multifunktionalität. Sie geht ein bisschen einher mit dem flexiblen Schreibtisch. Man findet ihn nun zum Ausklappen an Regalen oder zum Verstecken integriert in einen Kleiderschrank. Wo Platzmangel herrscht, müssen Möbel eben mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen können. Außerdem ist man dankbar, wenn der Arbeitsplatz sich mit dem Beginn des Feierabends wieder verstecken lässt und man mental besser abschalten kann.

Ein ungewöhnliches Beispiel aber zeigt, dass die neue Multifunktionalität auch eine neue Klasse an Kreativität hervorbringt: Die Leuchte Elina von Dirk Vosding, der im Pure Talents Contest der ausgefallenen Möbelmesse IMM in Köln Finalist ist, ist eigentlich eine Buchstütze. Je nach Notwendigkeit leuchtet sie aber auch als Leselicht im Regal oder wird als Tischleuchte hervorgeholt.

3. Ein Stück Natur zu Hause

Trend Nummer drei ist ebenfalls ein alter Bekannter für die Einrichtungsbranche, der aber mehr denn je das aktuelle Bedürfnis der Menschen anspricht. Es ist die Natur. Die Menschen wollen natürlich raus aus der Wohnung, sie wollen zumindest in einen Garten oder im Grünen spazieren gehen.

Daher holt man sich mehr Pflanzen ins Haus, macht aus dem Balkon ein grünes Paradies oder setzt auf grüne Motive. Bei den Tapeten zum Beispiel sind Dschungelmotive – in diesem Jahr in Kombination mit geometrischen Mustern – gefragt, teilt das Deutsche Tapeten-Institut mit. „Großformative Blumen werden von Rauten, Kreisen oder Strichen aufgebrochen und neu zusammengesetzt. Linien kreuzen oder lassen das Muster wie ein Puzzle in Kachel-Form erscheinen“, heißt es im Tapeten-Trendbericht für 2021.

Selbst die Möbel haben Naturbezug, auch wenn man oft erst mal die Idee der Designer kennen muss, um das zu sehen: Sie lassen sich zum Beispiel von Landschaften inspirieren, wie die Kreativen der japanischen Marke Karimoku Case Study von der skandinavischen Küste.

Und nach wie vor bleibt unter den Hölzern für Möbel die gute alte Eiche die Trendigste, berichtet Ursula Geismann von der Initiative Furnier + Natur. Insgesamt werden Hölzer in hellen, natürlichen Tönen verwendet, also weniger dunkel gebeizt oder lackiert.

4. Einrichtung zum Einigeln

Trend Nummer vier ist die Gemütlichkeit. Wir brauchen nun ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und Sicherheit im Zuhause. Das lässt sich auch über die Einrichtung, vor allem über Dekoration, gewinnen.

„Das Gefühl erzeugen nicht die glatten Satinkissen, sondern eher flauschige Nicki- und Teddy-Stoffe, also Stoffe zum Kuscheln“, erklärt Trendexpertin Kaiser. Viele Hersteller arbeiten auch daran, ihren Stoffen, etwa für Vorhänge oder Raumtrennung, einen stärkeren haptischen Eindruck zu geben. Sie haben Strukturen, die zum Anfassen und Erkunden animieren.

Der Hersteller Kinnasand (Kvadrat) spricht zum Beispiel seiner neuen Textilkollektion namens Monotypes eine „sinnliche Wirkung“ zu. Das wird erreicht durch eine Mischung: Die Stoffe der Kollektion setzen sich aus den Kontrasten wärmender Wolle, der Textur von Hanf, der Weichheit von Lyocell und der Kühle von recyceltem Polyester zusammen.

Daneben finden Teppiche, Dekorationen und Möbel mit weichen, runden Formen gerade besonders Anklang. Eben alles, was eine gemütliche Höhle schafft.

5. Homing 2.0

In den vergangenen Jahren sprach man gerne von einer „neuen Gemütlichkeit“ fürs Zuhause, oder auch vom „Cocooning“, was im Grunde ein bewusstes Sich-Einigeln bedeutet. Danach kam der Trend zum „Homing“, der Wunsch nach einem schönen Haus, in dem zum Beispiel auch viel Zeit mit Gästen verbracht wird.

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Die Trendexperten der wegen Corona ausgefallenen Messe IMM haben nun für das besondere Jahr 2021 eine Steigerung ausgerufen: Das „Homing 2.0“. Dazu heißt es in dem Trendbericht: „Das Zuhause wird zum Schutzraum und spendet Geborgenheit.“ (dpa)

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