merken
PLUS Dresden

Mehr Corona-Protest in Dresden

Plakate, Versammlungen und Autokorsos - in Dresden nehmen die Aktionen, die sich gegen die Corona-Maßnahmen und deren Auswirkungen richten, zu.

In Dresden machen Protestaktionen wie diese auf Auswirkungen der Corona-Krise aufmerksam.
In Dresden machen Protestaktionen wie diese auf Auswirkungen der Corona-Krise aufmerksam. © naus-dresden

Dresden. Seit Kurzem hängen auffällige rote Plakate an vielen Stellen in der Stadt, am Donnerstag versammelten sich Kosmetiker auf dem Altmarkt, am Freitag veranstalten Fahrlehrer einen Autokorso. Was diese unterschiedlichen Protestformen eint: Sie alle richten sich gegen die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen - und ihre Zahl nimmt zu.

Der Protest gegen die Corona-Maßnahmen beschäftigt Dresden bereits eine Weile. Anfangs schien es vor allem eine Ausdrucksform von Corona-Kritikern wie der "Querdenken"-Bewegung zu sein, zu der sich gerne auch Rechtsextreme gesellen.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Die Bewegung hat unter dem Zusatz "351" auch einen Ableger in Dresden. Und ist weiterhin aktiv, auch wenn aus der geplanten Großveranstaltung am 12. Dezember nichts wurde, weil diese von der Stadt untersagt worden ist. Aktuell versammeln sich Anhänger immer montags in Dresden.

Acht Veranstaltungen in zwei Wochen

Auch andere und weniger fragwürdige Initiativen versammeln sich immer mal wieder in Dresden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, weil sie wegen der Corona-Beschränkungen nicht arbeiten dürfen. Dazu zählen beispielsweise die Initiative "Leere Stühle", die die Öffnung des Einzelhandels, der Gastronomie und weiterer geschlossener Gewerke fordert, oder auch die Friseur- und Kosmetiker-Innung.

In den ersten Februar-Wochen gab es ein bis zwei solcher Aktionen pro Woche, inklusive der von "Querdenken 351". Doch nun sind es in den zwei Wochen vom 15. Februar bis zum 1. März gleich acht Veranstaltungen, die sich gegen die Corona-Beschränkungen und Auswirkungen der Pandemie richten. Begonnen hat erneut am Montag "Querdenken 351".

Am Mittwoch hat dann die Gruppe "Naus" Werbeflächen wie an Haltestellen mit eigenen Plakaten beklebt. Darauf zu lesen sind Botschaften wie "Mehr Lohn statt Applaus", "Keine Zwangsräumungen" oder "Gesundheitsvorsorge für Alle".

"Naus" bezeichnet sich selbst als antikapitalistische Kampagne und will auf die sozialen Folgen der Pandemie aufmerksam machen. Diese beträfen vor allem diejenigen, deren Lebensbedingungen vorher schon schwer waren. Die Verantwortlichen haben einen Katalog vorgelegt, in dem sie beispielsweise die vorübergehende Nutzung von Hotels, Ferienwohnungen und leerstehender Wohnungen für Bedürftige, die Legalisierung von Besetzungen, aber auch Corona-Schutzverordnungen in einfacher Sprache und für jeden zugänglich, Schutzkleidung und Prämien für Verkäuferinnen, Lieferanten und einiges mehr fordern.

Die Initiative will in den kommenden Wochen weitere Aktionen starten.

Autokorso der Fahrlehrer durch Dresden

Weiterhin haben am Donnerstag erneut viele Mitarbeiter von Kosmetikstudios ihren Unmut über die Schließung ihrer Geschäfte zum Ausdruck gebracht. Sie und Friseure hatten bereits zuvor mehrfach am Elbufer protestiert.

Am Freitag starten dann Fahrlehrer einen Autokorso. "Leider fühlen sich viele Fahrschulinhaber von unserer Sächsischen Landesregierung im Stich gelassen", sagt Martin Gebler, Inhaber der Dresdner "Drive Factory". Man erwarte etwa 250 Teilnehmer. Die Fahrlehrer wollen in Dresden auf ihre Situation aufmerksam machen, fordern die Öffnung ihrer Betriebe, da diese systemrelevant seien.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Ein zweiter Autokorso findet am Samstag statt - von "Querdenken 351", gemeinsam mit "Eltern stehen auf". Am kommenden Montag ist dann erneut eine Versammlung von ihnen angemeldet. Ebenso am 1. März.

An diesem Tag findet dann auch erneut eine Veranstaltung der Aktion "Leere Stühle" statt. Sie hatte im Januar einen Autokorso durch Dresden veranstaltet - jetzt ist eine Versammlung geplant.

Zu diesem Protest können jederzeit weitere Veranstaltungen hinzukommen. Das sind die, die bisher bei der Stadt angezeigt wurden.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

Weiterführende Artikel

Fahrlehrer demonstrieren in Dresden

Fahrlehrer demonstrieren in Dresden

Die Fahrschulen leiden unter dem wochenlangen Corona-Lockdown. Deshalb treffen sich Fahrlehrer am Freitagmorgen zum Autokorso durch Dresden.

2.000 Polizisten setzen "Querdenken"-Verbot durch

2.000 Polizisten setzen "Querdenken"-Verbot durch

Gleich mehrere Gerichte hatten die Corona-Demo in Dresden verboten. Trotzdem kamen Hunderte. Bilanz eines Protest-Tages, den es nicht geben durfte.

"Verhalten der Querdenker ist Schlag ins Gesicht"

"Verhalten der Querdenker ist Schlag ins Gesicht"

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert findet vor dem Demo-Wochenende klare Worte. Es geht um Menschenleben, sagt er.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden