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Corona: Proteste in Freital

Eltern legen Kinderschuhe vorm Rathaus ab, etwa 150 Menschen demonstrieren. Dabei sind Teile der Reden wohl kaum noch von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Schuhprotest in Freital gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie.
Schuhprotest in Freital gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. © Marko Förster

In Freital haben am Montagnachmittag Eltern vorm Rathaus Kinderschuhe und Protestplakate abgelegt. Sie wendeten sich damit gegen die Maßnahmen an Schulen und Kindergärten im Zuge der Corona-Pandemie. Kinder sollen ohne Tests und Masken in die Einrichtungen dürfen. Solche Aktionen gab es schon in mehreren Städten der Region.

Am Abend demonstrierten dann etwa 150 Menschen in Potschappel gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Aufgerufen hatte dazu die Bürgerinitiative Freital. Die Polizei war vor Ort. Der Protest verlief friedlich, doch die Reden waren teilweise recht scharf.

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René Seyfried sprach als einer der Köpfe der Bürgerinitiative kurz nach Beginn der Veranstaltung um 19 Uhr auf dem Platz vor dem Bahnhof Potschappel. Er steigerte sich in seiner kurzen Rede zu dem Punkt, dass "dieser Herr Kretschmer mit seiner gesamten Rot-Grünen Koalition" endlich vernichtet werden müsse.

Dafür müsse der Druck von der Straße nun in die Parlamente getragen werden. Auch der AfD sei dies nicht gelungen. Seyfried selbst hatte bis vor Kurzem dieser Partei angehört, für die er auch in den Freitaler Stadtrat gewählt worden war. Im Februar war er aus der AfD ausgetreten. Die Parteiführung und der Landesverband agierten zunehmend diktatorisch, meint Seyfried.

Diktatur war auch in weiteren Reden der am häufigsten verwendete Begriff im Bezug auf die Bundes- und Landesregierung. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden dabei gänzlich abgelehnt.

René Seyfried sagte, man starte nun in 40 Städten in Sachsen mit den Protesten. In Freital wolle man ab jetzt im 14-tägigen Rhythmus jeden Montag demonstrieren.

Seyfried war bereits 2015 in Freital immer wieder mit Protesten gegen die Asyl-Politik in Erscheinung getreten. Damals hatte es teils gewalttätige Demonstrationen vorm ehemaligen Hotel Leonardo gegeben, in dem zu jener Zeit Flüchtlinge untergebracht waren.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg äußert sich zur "Schuhaktion"

Zum Protest der Eltern am Rathaus hat Freitals Oberbürgermeister sich bereits geäußert: "Ich respektiere die Menschen, die die getroffenen Maßnahmen der Landesregierung mittragen," schreibt Uwe Rumberg (parteilos). "Aber ich kann vor allem auch die verstehen, die angesichts der aktuellen Situation Sorgen um ihre Existenz, ihre Familie und insbesondere um ihre Kinder haben."

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Er werde im Laufe der Woche persönlich in die Staatskanzlei nach Dresden fahren und die Schuhe und Plakate dorthin mitnehmen, um auf die Situation aufmerksam zu machen. "Für das ständige Hin und Her wie bisher hat keiner mehr Verständnis."

Auf der Internetseite der Stadt findet sich eine ausführliche Erklärung dazu.

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