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Corona: Frust in Biergarten bei Dresden

In Dresden liegt die Wocheninzidenz nun bei 112. Bei Wirt Kali Schneider in Ullersdorf im Kreis Bautzen rechnerisch bei 212. Das hat Folgen für sein Restaurant.

Kali Schneider (re.), Wirt des Restaurants "Zweite Heimat" in Ullersdorf hat für den Gastraum extra einen Luftfilter angeschafft. Damit werden Coronaviren beseitigt. Jani Mäkelä von der Firma Novus baute ihn mit auf.
Kali Schneider (re.), Wirt des Restaurants "Zweite Heimat" in Ullersdorf hat für den Gastraum extra einen Luftfilter angeschafft. Damit werden Coronaviren beseitigt. Jani Mäkelä von der Firma Novus baute ihn mit auf. © privat

Radeberg. Das ist bitter. Nur ein paar hundert Meter weiter, und Kali Schneider könnte seinen Gasthof „Zweite Heimat“ wahrscheinlich schon in ein paar Tagen öffnen. „Wir liegen kurz vor der Grenze der Landeshauptstadt. Auf der anderen Seite des Golfplatzes ist Dresdner Gebiet. Hier zählen wir noch zum Landkreis Bautzen“, sagt der Gastwirt. Beide Orte sind nur ein paar Gehminuten voneinander entfernt, doch die Auswirkungen sind für das Restaurant gewaltig.

In Dresden liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei rund 112. Im Landkreis Bautzen pendelte der Wert in den vergangenen Tagen um die 200. Rutscht der Wert in der Landeshauptstadt unter die 100er-Marke und bleibt das fünf Tage lang so, können Gastwirte ihre Biergärten wieder öffnen.

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Eine Wiese weiter, bei Kali Schneider, dürfte es noch einige Zeit dauern, bis der Wert in die Nähe der 100 kommt. „Das ist schon ärgerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass die Inzidenz ein Wert ist, der sich auf ganz Dresden bezieht und auf den gesamten Landkreis Bautzen. Zwischen Ullersdorf und Weißig dürfte es, was die Fallzahlen angeht, kaum einen Unterschied geben“, sagt der Ullersdorfer Wirt.

Vorbereitung auf die Zeit mit niedrigeren Corona-Werten

Aber ärgern ist nicht seine Sache, er schaut lieber nach vorn und bereitet alles für die Zeit mit niedrigeren Corona-Werten vor. So hat das Restaurant die Luca-App angeschafft. „Damit ist bei uns schon jetzt die Nachverfolgung von Gäste-Kontakten möglich, falls es einmal zu einer Ansteckung kommt. Alle Tische sind mit QR-Code, also mit einem Pixel-Quadrat, ausgestattet. Gäste werden über die App registriert. Das geht alles sehr unkompliziert. Jetzt fehlen nur noch die Besucher.“

Auch sein Personal könnte sofort wieder loslegen. „Alle festen Mitarbeiter und auch die Aushilfen sind bei uns geblieben, keiner hat gekündigt, die sind einsatzbereit.“ Und die Küche, muss die erst langwierig wieder hochgefahren werden? „Nein, wir sind mehrere Tage in der Woche in Betrieb. Von Freitag bis Sonntag bieten wir einen Catering-Service an. Das ist nach der Verordnung des Landkreises möglich“, sagt der Gastwirt. Suppen, Burger oder Wraps, Spargel mit Speck oder Schnitzel würden gut angenommen.

Golfer dürfen wieder auf den Platz

Auch eine zweite Lockerung hilft dem Restaurant. „Golfspieler dürfen ja seit einiger Zeit wieder auf den Platz. Sie können mit entsprechendem Abstand ihre Runden absolvieren. Alle sieben Minuten darf ein Team starten. So sind rund 160 Spieler am Tag hier. Wir bieten Getränke und einen Imbiss an, das alles können sich die Spieler dann mitnehmen. Das wird auch am Himmelfahrtstag nächste Woche so sein“, verspricht der Gastwirt.

Selbst für die Zeit, in der die Gaststube wieder öffnen kann, hat Kali Schneider vorgesorgt. „Wir haben extra einen Luftreiniger angeschafft, damit sich auch innen möglichst keine Viren verbreiten und die Gäste geschützt sind. Der Luftfilter wartet jetzt auf den großen Einsatz.“

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Ein paar hundert Meter weiter stellen in Dresden die Gastwirte quasi schon ihre Stühle raus und bereiten sich auf eine Wiedereröffnung ihrer Terrassen und Biergärten vor. Hoffnung macht ihnen die neue Corona-Schutzverordnung, die ab Montag in Sachsen gilt. Darin heißt es unter anderem: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, sind Übernachtungen auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen erlaubt. Gastronomiebetriebe dürfen ihre Außenanlagen öffnen - mit Terminvergabe und Kontakterfassung sowie Negativtests, wenn mehr als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen.

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„Viele Betriebe und Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und freuen sich, überhaupt wieder arbeiten zu können“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Sachsen Axel Klein. Die zumindest teilweise Wiedereröffnung ist dringend notwendig. Nach monatelanger Corona-Zwangspause sei die wirtschaftliche Lage sehr schlecht, so der Dehoga-Chef.

In Radeberg und Umgebung versuchen Restaurants, wenigstens durch einen Abholservice zusätzliche Einnahmen zu erzielen. So bietet das Pilsfass an der Hauptstraße in Radeberg diese Leistung an. Hier können außer montags am Abend und am Sonntag zusätzlich in den Mittagsstunden leckere Speisen geordert werden.

Essen zum Mitnehmen gibt es unter anderem auch in der Ziegelwirtschaft im Silberberg Center oder im Indischen Restaurant Panjabi, beide in Radeberg. Ein leckeres Angebot macht auch der Gasthof Hermsdorf in Ottendorf-Okrilla.

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