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Radeberg: Schulstart mit Fragezeichen

Wie ist der Wissensstand nach dem Homeschooling? Wie sieht es mit Schnelltests für Schüler aus? Der Überblick vor dem Unterrichtsstart am Montag.

Für hunderte Schüler im Rödertal beginnt ab Montag wieder der reguläre Unterricht. Ihnen wird ein freiwilliger Schnelltest angeboten.
Für hunderte Schüler im Rödertal beginnt ab Montag wieder der reguläre Unterricht. Ihnen wird ein freiwilliger Schnelltest angeboten. © dpa

Radeberg. Jetzt wird es ernst: Kommende Woche heißt es für hunderte Schüler im Rödertal morgens wieder ab in die Schule. Drei Monate lang hatten die meisten Mädchen und Jungen höherer Klassen keinen Lehrer vor sich. Ab Montag findet wieder regulärer Unterricht statt.

In den Schulen arbeiten Lehrer und Schulleitung unter Hochdruck, dass der Start reibungslos funktioniert. „Es gibt bis zuletzt viele Details zu klären. Nicht alles war in den Verfügungen bis ins Kleinste geregelt. Jetzt wissen wir Bescheid und richten den Stundenplan danach aus“, sagt Andreas Känner, Direktor des Humboldt-Gymnasiums Radeberg.

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Schnelltests erst nach Ostern

So war eine Frage, die lange offen blieb, kann Sportunterricht in vollem Umfang stattfinden? „Ja, er kann.“ Auch war anfangs nicht klar, wie die Schulspeisung erfolgen soll. „Jetzt wissen wir, auch sie wird es geben.“

Das Gymnasium hat festgelegt, dass die Schüler Wechselunterricht haben, und zwar wochenweise. „Also die eine Hälfte der Klasse bleibt kommende Woche noch zu Hause, die andere Hälfte ist bei uns“, sagt der Schulleiter.

Unsicherheiten gab es auch bei den Corona-Tests. Erst diese Woche wurde bekannt, dass die Selbsttests nicht rechtzeitig an die Schulen geliefert werden können. „Einen genauen Termin für die Lieferung haben wir noch nicht, ganz sicher sind sie aber nach Ostern bei uns“, sagt Andreas Känner.

Bis dahin können sich Schüler und Lehrer jedoch freiwillig beim DRK testen lassen. „Jeder, der es möchte, kann den Test am Montag bei uns in der Turnhalle vornehmen lassen.“ Die hoffentlich bald eintreffenden Selbsttests wären dann verpflichtend. Andreas Känner ist für umfassende Tests. „Das gibt Schülern genauso wie Lehrern und Eltern mehr Sicherheit.“

Die Schüler der Pestalozzi-Oberschule in Radeberg sind am Dienstag und Mittwoch mit freiwilligen Tests dran, ebenfalls in der Sporthalle des Gymnasiums, sagt Direktorin Marion Hobohm. An ihrer Schule findet tageweise Wechselunterricht statt. Montag, Mittwoch und Freitag ist die eine Hälfte dran, Dienstag und Donnerstag die andere, in der nächsten Woche wird gewechselt.

„Ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter des DRK-Ortsverbands Schönfeld-Weißig. Sie nehmen die Tests bei den Schülern und Lehrern vor.“

Berufsschüler wollen Tests nicht verpassen

Auch an der Oberschule Ottendorf-Okrilla werden am Dienstag freiwillige Corona-Tests angeboten. Obwohl das DRK-Team in die Schule kommt, ist die Bereitschaft unter den Schülern eher gering, sagt Schulleiterin Jana Noltemeier.

Das berichtet auch Lutz Loewens, Direktor des Beruflichen Schulzentrums in Radeberg. „Die Schüler halten sich zurück“, sagt er. Vermutlich liegt es daran, dass in einigen Tagen Prüfungen anstehen, bei einem positiven Testergebnis könnte der Lehrling nicht daran teilnehmen, die nächste Möglichkeit, die Prüfungen abzulegen, besteht erst im Sommer.

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Lutz Loewens und seine Mitarbeiter haben zurzeit die wohl größten logistischen Herausforderungen zu bewältigen. Die jungen Leute sind immer 14 Tage in der Berufsschule und ansonsten in ihren Betrieben. „Das kann man nicht einfach ändern. Es hängt zu viel dran, unter anderem ihre Arbeit in den Betrieben. So sehe ich eine Hälfte der Berufsschulklasse ab Montag für zwei Wochen, die andere Hälfte kommt erst in sechs Wochen im Mai zu uns, wenn der nächste Block Unterricht stattfindet.“ Wegen des besonderen Rhythmus’ sind einige Lehrlinge seit dem Buß- und Bettag nicht mehr in der Schule gewesen und haben lediglich Online-Unterricht bekommen.

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Alle Schulleiter sind sich einig: In den nächsten Tagen und Wochen gilt es, den Wissensstand der Mädchen und Jungen herauszubekommen. „14 Wochen Homeschooling hinterlässt Spuren. Manche sind besser, manche schlechter durch die Zeit gekommen“, sagt Marion Hobohm.

Laut Andreas Känner wird die Erkundung des Wissenstandes aber nicht durch das vermehrte Schreiben von Leistungskontrollen geschehen. „Nein, den müssen wir im Verlauf des Unterrichts herausbekommen.“ Sollte es Defizite geben, müssten gegebenenfalls Lehrpläne angepasst werden. „Das haben wir schulintern schon nach dem ersten Lockdown gemacht. Jetzt arbeitet das Kultusministerium an zentralen Vorgaben“, sagt Andreas Känner. Außerdem wird geprüft, Förderangebote auszuweiten.

Inzidenz bei 100,66 am Freitag

Für die Lehrer bedeuten die nächsten Wochen eine Doppelbelastung. Einerseits den vollen Unterricht zu gewährleisten, außerdem aber die Hälfte der Schüler zu Hause zu betreuen. „Das ist machbar, es wird aber nicht in dem Umfang gelingen, wie zu der Zeit, als noch alle Schüler zu Hause waren“, sagt Jana Noltemeier.

Die Lehrer freuen sich jedenfalls, endlich wieder vor den Schülern zu stehen, sagt Marion Hobohm. „Das ist für unsere Schüler besser, und auch für uns ist der direkte Austausch wichtig. Wir hoffen, dass der Präsenzunterricht jetzt dauerhaft stattfinden kann.“

Dass es damit schnell wieder vorbei sein könnte, zeigt die derzeitige Infektionsrate im Landkreis Bautzen, sie lag am Freitag bei 100,66 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Sollte die Zahl an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegen, dann könnten Schulen wieder geschlossen werden.

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