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Leipzig

Forscher: Radikalisierung auch nach Pandemie eine Gefahr

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen reißen nicht ab. Laut einem Forscher könnte von den Radikalen auch nach der Pandemie noch Gefahr ausgehen.

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Auch nach Ende der Pandemie sieht Forscher Johanes Kiess eine Gefahr durch die Radikalisierung von Corona-Gegnern.
Auch nach Ende der Pandemie sieht Forscher Johanes Kiess eine Gefahr durch die Radikalisierung von Corona-Gegnern. © privat

Leipzig. Von radikalisierten Gegnern der Corona-Politik könnte aus Sicht des Rechtsextremismus-Forschers Johannes Kiess von der Universität Leipzig auch in einigen Jahren noch Gefahr ausgehen.

"Walter Lübcke ist auch erst 2019 ermordet worden und nicht auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingswelle", sagte der Wissenschaftler am Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung in Sachsen am Montag. "Dementsprechend ist auch denkbar, dass in einigen Jahren noch Radikalisierte Gewalttaten begehen und sich darauf berufen, dass sie das aus Protest gegen die 'Corona-Diktatur' machen."

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Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke war am 1. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe umgebracht worden. Die Tat gilt als erster rechtsextremistischer Mord an einem Politiker in der Bundesrepublik. Lübcke hatte sich für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen.

Bei den Protesten sei zu beobachten, dass bei jeder Corona-Welle der Mobilisierungsgrad und die Gewaltbereitschaft stiegen, weil dann die Schutzmaßnahmen stärker seien und Corona in den Medien präsenter, sagte Kiess.

Ressentiments gegen Klimapolitik denkbar

Mit dem Ende der Pandemie würden die Proteste dann voraussichtlich auslaufen. "Ein kleiner radikaler Rest wird allerdings darauf warten, dass das nächste Thema kommt, mit dem man mobilisieren kann." So seien etwa Ressentiments gegen die Klimapolitik als Thema denkbar.

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Zwar nutzten beispielsweise Neonazis die Pandemie, um auch die sogenannte Mitte der Gesellschaft bei Demonstrationen zu mobilisieren. "Man muss allerdings sagen, dass die Proteste nicht von Rechtsextremen übernommen wurden. Es waren schon immer Rechtsextreme, Reichsbürger und Neonazis dabei", stellte der Rechtsextremismus-Forscher fest.

In Ostdeutschland seien die Proteste besonders stark, weil es dort besonders viele Menschen gebe, die der Demokratie und dem Staat generell kritisch gegenüber stünden. (dpa)

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