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Sachsen lockert Corona-Testpflicht an Schulen

Mit der neuen Corona-Verordnung hat Sachsen auch die Lockerungen in Schulen und Kitas geregelt. Welche Regeln dort ab 1. Juli gelten - der Überblick.

Sachsens Schüler und Lehrer müssen sich nur noch einmal in der Woche testen lassen, wenn die Inzidenz unter 10 liegt.
Sachsens Schüler und Lehrer müssen sich nur noch einmal in der Woche testen lassen, wenn die Inzidenz unter 10 liegt. © Christoph Soeder/dpa

Dresden. Mit sinkenden Infektionszahlen sind weitere Lockerungsschritte für Schulen und Kindertageseinrichtungen möglich. Das sieht die neue Verordnung zum Schul- und Kitabetrieb vor.

In der ab 1. Juli geltenden neuen Verordnung werden Regeln für den Schul- und Kitabetrieb festgelegt, wenn die Inzidenz unter 10 liegt. Außerdem hat das Kultusministerium geregelt, was passiert, wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt. Entscheidend sind jeweils die regionalen Werte in den Landkreisen und Städten. Die Verordnung gilt vorerst bis 29. Juli. Dann sind Sommerferien.

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Was bedeutet das für Schulen und Kitas?

Schulen und Kindertageseinrichtungen bleiben künftig unterhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 im Regelbetrieb geöffnet. Damit kann wieder Präsenzunterricht für alle Schüler und ohne Teilung der Klassen stattfinden. Auch in Kindertageseinrichtungen ist wieder ein Regelbetrieb entsprechend der pädagogischen Konzepte möglich.

Steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, müssen Grund- und Förderschulen sowie Kindertageseinrichtungen in den eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Klassen oder Gruppen gehen. In allen anderen weiterführenden Schulen findet dann Wechselbetrieb statt - die Klassen werden geteilt und abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet. Regionale Schul- und Kita-Schließungen sind nicht mehr vorgesehen, teilt das Kultusministerium mit.

Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge werden auch oberhalb einer Inzidenz von 100 im Regelbetrieb unterrichtet.

Neu ist auch eine Hotspotregelung, um besser auf lokale Infektionsgeschehen reagieren zu können: Wenn bei mehr als einer Person in einer Schule eine Corona-Infektion nachgewiesen wird, können die Behörden das Tragen von Masken, eine Zutrittsbeschränkung, das Wechselmodell oder gar die ganz oder teilweise Schließung der Schule anordnen. Das gilt auch, wenn das Infektionsgeschehen außerhalb der von vermehrten Infektionen betroffenen Schule niedrig ist.

Die Schulbesuchspflicht bleibt aufgehoben: Alle Schülerinnen und Schüler können sich weiterhin vom Präsenzunterricht schriftlich abmelden. Die Abmeldung muss durch Belange des Infektionsschutzes begründet sein.

Testpflicht für Schüler bleibt

Es bleibt Testpflicht für den Zutritt in Schulen. Unterhalb einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von 10 müssen sich Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Personal an Schulen und Kitas aber nur noch einmal in der Woche testen lassen. Diese Reglung gilt ab dem übernächsten Tag, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert unterschreitet.

Liegt die Inzidenz über 10, bleibt es bei der zweimaligen Testpflicht pro Woche. Ausgenommen sind nur geimpfte und genesene Personen. Allerdings gilt die Pflicht nicht mehr für Personen, die Kinder bringen oder abholen.

Der Test muss weiterhin in einem Testzentrum oder der Schule durchgeführt werden. Die qualifizierte Selbstauskunft ist nicht erlaubt.

Lockerung bei Maskenpflicht

Bei einem Inzidenzwert unter 35 in einem Landkreis oder einer Großstadt wird die Maskenpflicht in Schulen und Kindertagesstätten aufgehoben. Schülerinnen und Schüler, schulisches Personal sowie Kita- und Hortpersonal müssen dann im Gebäude keine Masken mehr tragen. Das Tragen einer FFP 2-Maske oder medizinischen Maske wird jedoch empfohlen.

Für externe Besucher sowie das Bringen und Abholen von Kindern ist aber weiterhin eine medizinische oder FFP2-Maske verpflichtend. Auch alle anderen bekannten Hygienemaßnahmen gelten vor Ort weiter.

Klassenfahrten im Inland möglich

Auch inländische Schulfahrten sind ab dem 14. Juni wieder möglich, wenn sich die jeweilige Schule im Regelbetrieb befindet. Klassenfahrten ins Ausland könnten frühestens im neuen Schuljahr wieder stattfinden, so Piwarz.

Elternabende möglich

Elternabende können ohne negativen Testnachweis stattfinden. Das Zutrittsverbot gilt in diesen Fällen nicht, teilt das Kultusministerium mit. Allerdings muss genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, damit die genutzten Oberflächen, Gegenstände und Räume nach Beendigung des Elternabends gründlich gereinigt werden können. Eltern müssen außerdem eine medizinische oder eine FFP-Maske tragen. Die Kontakte müssen dokumentiert werden.

Unterricht bis Schuljahresende

Die Wochen bis zum Ende des Schuljahres sollen „intensiv dazu genutzt werden, die Lernstände zu ermitteln, Lücken zu schließen und neuen Lernstoff zu vermitteln“, sagte Piwarz. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie können die Leistungen bewertet und Jahreszeugnisse ausgereicht werden. Die Lehrerinnen und Lehrer würden dabei „sensibel vorgehen und keinen Notenmarathon auslösen“.

Der Unterricht in den Grundschulen soll sich bis zum Ende des Schuljahres vor allem auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht sowie Englisch in Klassenstufe 4 konzentrieren. Es könnten aber auch wieder die anderen Fächer stattfinden.

Klar ist, dass durch die lange Zeit der Schulschließungen nicht alle verpflichtenden Lernbereiche im Unterricht behandelt werden können. Das Ministerium hat deswegen für alle Schularten, Klassenstufen und Fächer Schwerpunkte erarbeitet, die in diesem Schuljahr behandelt werden müssen. Damit sollen „einheitliche Anknüpfungspunkte für das kommende Schuljahr geschaffen werden“, heißt es. Lernstoff, der nicht unterrichtet werden kann, soll in reduzierter Form im nächsten Schuljahr nachgeholt werden.

Keine Sommerschule

Im Gegensatz zu 2020 wird es in den diesjährigen Sommerferien kein spezielles Lernprogramm für Sachsens Schüler geben. Für dieses Jahr verweist das Kultusministerium auf das Bundes-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“. Um Lerndefizite bei Schülern und Schülerinnen aufzuholen, sind für die nächsten zwei Jahre 47,5 Millionen Euro geplant, teilte das Ministerium mit. Das Land gibt für zusätzliche Maßnahmen an Schulen die gleiche Summe dazu.

Geplant sind unter anderem spezielle Förder- und Nachhilfe-Angebote, der Ausbau von Ganztagsangeboten, Schulassistenz und Schulsozialarbeit sowie Kinder- und Jugendfreizeiten. Mit dem Programm könnten vor allem Schülerinnen und Schüler Unterstützung bekommen, die Hilfe am dringendsten benötigten. Laut Ministerium sollen die Schulen eigenverantwortlich über die genaue Ausgestaltung der Angebote und die Zusammenarbeit mit Partnern entscheiden.

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