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Corona: Sachsen meldet mehr als 2.000 Neuinfektionen übers Wochenende

424 neue Infektionen im Freistaat mehr als vor einer Woche, Sachsen verlängert Corona-Ausfallfonds für regionale Filmproduzenten - unser Newsblog zu Corona.

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In Sachsen sind deutlich mehr neue Infektionen übers Wochenende gemeldet worden als in der Vorwoche.
In Sachsen sind deutlich mehr neue Infektionen übers Wochenende gemeldet worden als in der Vorwoche. © Sina Schuldt/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

17.53 Uhr: Spahn: Familien mit Kindern während Corona zu wenig beachtet

Eltern und Kinder haben dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge unverhältnismäßig unter den Corona-Maßnahmen gelitten. Diese Familien müsse er um Verzeihung bitten, sagte Spahn dem in Wetzlar erscheinenden christlichen Medienmagazin "pro" in einem am Montag online veröffentlichten Interview. Der Fokus der Politik sei zu stark auf alte und verwundbare Menschen gerichtet gewesen "oder darauf, dass die Wirtschaft weiterläuft", räumte Spahn ein. Im Verhältnis dazu seien Familien mit Kindern zu wenig beachtet worden.

Auch dass viele Menschen alleine ohne Begleitung hätten sterben müssen, sei "furchtbar hart" und "kein würdevolles Sterben" gewesen. "Krankheit und Tod gehören nun mal zum Leben", sagte Spahn. Es sei nicht das Ziel der Politik gewesen, "jede Infektion und jeden Todesfall zu verhindern". Wäre dies das Ziel gewesen, wäre der Vorwurf einer "Corona-Diktatur" aus seiner Sicht berechtigt gewesen.

Spahns Worten zufolge ging es darum, das Gesundheitswesen vor Überforderung zu schützen, und das Virus aus Pflegeeinrichtungen herauszuhalten. Als die Maßnahmen beschlossen wurden, habe man aber deren Tragweite nicht in allen Facetten absehen können: "Es war in der Situation das, was wir in der Abwägung für richtig hielten."

Jens Spahn (CDU), früherer Bundesminister für Gesundheit, hält rückblickend Familien mit Kindern während Corona für zu wenig beachtet.
Jens Spahn (CDU), früherer Bundesminister für Gesundheit, hält rückblickend Familien mit Kindern während Corona für zu wenig beachtet. © Kay Nietfeld/dpa (Archiv)

16.05 Uhr: Sachsen meldet mehr als 2.000 Neuinfektionen übers Wochenende

Sachsens Sozialministerium hat am Montag 2.037 neue Corona-Infektionen seit der letzten Statistik am Freitag gemeldet. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche wurden mit 1.613 noch 424 weniger Neuinfektionen in Sachsen registriert. Zudem wurden elf weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.904.110 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 16.387 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.872.700 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat steigt an: Lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei der vorherigen Meldung am Sonnabend noch bei 175,2, sind es nach den neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 223,8. Innerhalb der 13 sächsischen Regionen gibt es dabei deutliche Schwankungen. Der Landkreis Leipzig hat mit 252,5 derzeit die höchste Ansteckungsrate, während der Kreis Görlitz "nur" einen Wert von 92,6 ausweist.

15.23 Uhr: Sachsen verlängert Corona-Ausfallfonds für regionale Filmproduzenten

Der Freistaat Sachsen hat seine Beteiligung an zwei Corona-Ausfallfonds für regionale Filmproduzenten verlängert. Die Hilfen sollen einheimische Unternehmen gegen pandemiebedingte Schadensfälle absichern, weil es dafür bislang keine Versicherungen gebe, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Sachsen beteilige sich an beiden Fonds nunmehr mit rund 1,5 Millionen Euro. Die Verlängerung sei rückwirkend zum 1. Juli und bis Ende Dezember vorgesehen. Die Ausfallfonds wurden im Jahr 2020 aufgelegt. Sie hätten wesentlich dazu beigetragen, dass auch in Pandemiezeiten in Deutschland Filme und Serien produziert werden können.

12.36 Uhr: Gericht entschiedet - Corona-Einmalzahlung auch für Heimbewohner

Auch Heimbewohner, die Sozialhilfe erhalten, haben einen Anspruch auf Corona-Hilfen. Sie können vom Sozialhilfeträger eine Einmalzahlung von monatlich 150 Euro beanspruchen, sofern sie im Mai 2021 einen Barbetrag und eine Bekleidungspauschale bezogen haben, entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem am Montag in Stuttgart veröffentlichten Urteil (AZ: L 2 SO 1183/22).

Das Sozialamt der Stadt Freiburg wurde damit auch in zweiter Instanz zur Einmalzahlung für den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juni 2021 verpflichtet.
Geklagt hatte ein 83-Jähriger, der im Pflegeheim lebt und Sozialhilfe bezieht. Der Betreuer des Klägers beantragte für diesen im Juni 2021 die Corona-Einmalzahlung von 150 Euro. Dagegen hatte die südbadische Stadt geklagt. Die Klage wies der Zweite Senat des Landessozialgerichts zurück.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wurde eine Revision an das Bundessozialgericht zugelassen.

Auch Heimbewohner, die Sozialhilfe erhalten, haben einen Anspruch auf Corona-Hilfen.
Auch Heimbewohner, die Sozialhilfe erhalten, haben einen Anspruch auf Corona-Hilfen. © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

11.11 Uhr: China lockert einige Null-Covid-Maßnahmen - Aber Lockdowns bleiben

Nach den Protesten gegen die harten chinesischen Null-Covid-Maßnahmen haben mehrere Städte vorsichtig erste Erleichterungen eingeführt. Unklar blieb, ob tatsächlich ein neuer Kurs dahinter steckt. In Metropolen wie Peking, Shanghai oder Guangzhou wird seit Montag kein aktueller negativer PCR-Test mehr gefordert, wenn Einwohner öffentliche Verkehrsmittel nehmen oder Parks besuchen wollen. Ein grüner Gesundheitscode, der Unbedenklichkeit nachweist, ist vielerorts aber weiter erforderlich.

Auch sind für Supermärkte, Restaurants oder Einkaufszentren weiter negative Testergebnisse erforderlich. Unverändert sind auch viele Metropolen durch Lockdowns weitgehend lahmgelegt. In der Hauptstadt sind bis auf Supermärkte weiter alle Geschäfte, Restaurants und Schulen geschlossen. Die Menschen arbeiten meist im Home-Office. Doch werden nicht mehr alle Infizierte in Krankenhäuser gebracht. Bei leichteren Verläufen kann auch daheim Quarantäne gemacht werden.

Montag, 8.53 Uhr: Pandemie-Effekt fällt weg: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder

Das Statistische Bundesamt erwartet für das laufende Jahr 2022 einen deutlichen Anstieg der Verkehrstoten in Deutschland. Ausgehend von den Zahlen für den Zeitraum von Januar bis September 2022 rechnet die Behörde für das Gesamtjahr mit einem Anstieg um mehr als 220 Toten im Vergleich zum Vorjahr. Das wären dann etwa 2.790 Menschen, die im Straßenverkehr gestorben sind, so die Behörde am Montag. Ein Anstieg um rund 9 Prozent.

Allerdings waren in den Corona-Jahren 2020 und 2021 mit 2719 beziehungsweise 2.562 im Straßenverkehr Getöteten jeweils neue Tiefststände seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 erreicht worden. Dies lag nicht zuletzt daran, dass nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts in diesen beiden Jahren auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt wurden als vor der Pandemie.

Die Zahl der Verletzten wird nach Schätzungen der Statistiker im Gesamtjahr 2022 ebenfalls um rund 9 Prozent im Vergleich zu Vorjahr steigen. Das wäre ein Anstieg um etwa 30.000 Menschen auf ungefähr 353.000 verletzte Unfallopfer.

Auch die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle dürfte mit mehr als 2,4 Millionen höher sein als im Vorjahr: Das wären etwa 4 Prozent, hieß es. Dennoch geht die Behörde davon aus, dass die Zahl der Unfälle mit Toten und Verletzten unter der des Jahres 2019 bleibt, das nicht durch die Corona-Pandemie beeinflusst wurde.

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

17.34 Uhr: Gesundheitsminister diskutieren über Maskenpflicht und Isolation

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen sich an diesem Montag (16.00 Uhr) mit der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie mit der Isolationspflicht für Corona-Infizierte befassen. Zu den Beratungen schalten sie sich digital zusammen.

Zuletzt hatte es unter den Verkehrsministerin zur Maskenpflicht im ÖPNV keine einheitliche Linie gegeben. Einige Länder wollten die Pflicht bereits zum 1. Januar abschaffen, andere angesichts der weiter angespannten Lage in der Pandemie erst nach dem Winter, hieß es nach der Verkehrsministerkonferenz am vergangenen Dienstag. Es bleibt abzuwarten, ob die Gesundheitsminister eine gemeinsame Linie finden.

Einen Flickenteppich gibt es mit Blick auf die Isolationspflicht für Corona-Positive. Mittlerweile haben Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz die Isolationspflicht von mindestens fünf Tagen aufgehoben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht vorschnelle Festlegungen zu weiteren Corona-Lockerungen im Frühjahr kritisch.