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Corona: Wachsende Proteste gegen Covid-Maßnahmen in China

Haft für 1.000 falsche Impfnachweise, nach Corona-Pause wieder Bergparade in Chemnitz - unser Newsblog zu Corona.

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Shanghai: In diesem Bild aus einem Video beobachtet die Polizei (im Vordergrund) die Demonstranten in Shanghai.
Shanghai: In diesem Bild aus einem Video beobachtet die Polizei (im Vordergrund) die Demonstranten in Shanghai. © Uncredited/AP/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

12.03 Uhr: Handelsverband: Viele Händler sind bislang unzufrieden

Die letzte Woche vor dem ersten Advent mit dem Angebotstag Black Friday hat beim Einzelhandel nicht für Hochstimmung gesorgt. Eine knappe Mehrheit der Händlerinnen und Händler (51 Prozent) ist einer Trendumfrage des Handelsverband zufolge unzufrieden mit der Umsatzentwicklung in dieser Woche. Ein knappes Drittel der Befragten sei mit den Umsätzen zufrieden, teilte der Handelsverband am Sonntag mit.

"Der Handel bekommt die Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu spüren. Zu beobachten ist aber auch eine deutliche Belebung des Geschäfts am ersten Adventswochenende", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth laut einer Mitteilung.

Einen Grund für den durchwachsenen Verlauf der vergangenen Woche sieht der Handelsverband in einer niedrigen Kundenzahl in Innenstädten, die sich nach dem Corona-Einbruch nicht erholt habe. Der Verband erwartet für November und Dezember im Einzelhandel einen Gesamtumsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein reales Minus von vier Prozent.

Sonntag, 8.31 Uhr: Anti-Regierungsproteste gegen Corona-Maßnahmen in Shanghai

Aus Protest gegen die strengen Corona-Maßnahmen der chinesischen Regierung sind in Shanghai in der Nacht zu Sonntag Hunderte junge Menschen auf die Straße gezogen. Wie in Online-Videos zu hören war, riefen die Demonstranten unter anderem: "Nieder mit der kommunistischen Partei! Nieder mit Xi Jinping!". Laut den Aufnahmen wurden mehrere Personen von der Polizei abgeführt. Solche offenen Proteste sind in China extrem ungewöhnlich.

Auslöser der Demonstrationen war ein Wohnungsbrand in der nordwestchinesischen Stadt Ürümqi vom Donnerstagabend, bei dem mindestens zehn Menschen getötet und weitere neun verletzt wurden. Etliche Anwohner kritisierten in sozialen Netzwerken, dass die rigiden Corona-Maßnahmen den Kampf gegen das Feuer erschwert hätten. Seither kam es in mehreren Landesteilen zu Protesten gegen die rigiden Corona-Maßnahmen. Auch in der Hauptstadt Peking durchbrachen die Bewohner in mehreren Nachbarschaften Zäune ihrer Wohnanlagen und forderten ein Ende der Lockdowns.

China leidet derzeit unter den höchsten Corona-Zahlen seit Beginn der Pandemie. Am Sonntag meldete die Gesundheitskommission in Peking mit mehr als 39.000 neuen Fällen den vierten Tag in Folge einen Rekordwert. In Millionenstädten wie Peking, dem schwer betroffenen südchinesischen Guangzhou oder in Chongqing gelten weitgehende Bewegungsbeschränkungen.

Während der Rest der Welt längst mit dem Virus lebt, hält China an seiner strengen Null-Covid-Strategie fest. Schon bei einzelnen Fällen werden Wohnviertel abgeriegelt. Kontaktpersonen kommen in Quarantänelager. Infizierte werden im Krankenhaus isoliert. Auch nach fast drei Jahren Pandemie sind Chinas internationale Grenzen weitestgehend geschlossen.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

16.07 Uhr: Nach Corona-Pause wieder Bergparade in Chemnitz

Nach pandemiebedingter Pause ist am Samstag wieder eine traditionelle Bergparade durch Chemnitz gezogen. Zum Beginn der Weihnachtszeit zogen rund 980 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in festlichen Bergmannsuniformen sowie Sänger und Musiker durch die Chemnitzer Innenstadt.

"Das Wissen weiterzugeben, das wir in vielen Jahren und Jahrhunderten erworben haben, ist nicht etwa ein Verharren im Gestern, es ist das feste Fundament, um die Zukunft bauen zu können", sagte der Staatsminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt. Gerade in schweren Zeiten sei jenes Fundament wichtig, um Herausforderungen meistern zu können, so der CDU-Politiker.

Mehrere Tausend Zuschauerinnen und Zuschauer waren zu Parade und dem anschließenden Konzert gekommen, sagte ein Sprecher der Stadt.

Samstag, 8.14 Uhr: RKI registriert 24.687 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 189,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 190,8 gelegen (Vorwoche: 192,0; Vormonat: 528,0). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 24.687 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 25.328) und 107 Todesfälle (Vorwoche: 203) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 36.373.164 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

20.38 Uhr: Bundesärztekammer ruft zu Eigenverantwortung in Corona-Krise auf

Die Bundesärztekammer hat zu mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise aufgerufen. Die Zahl der Infektionen gehe zurück, dennoch werde man noch lange Zeit mit dem Virus leben müssen, sagte Präsident Klaus Reinhardt am Freitag. "Wir müssen deshalb von den bisherigen Notstandsregelungen wegkommen und hinkommen zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit Infektionsrisiken. Wer Symptome hat, soll zu Hause bleiben." Reinhardt sagte: "Aktuell deutet vieles darauf hin, dass wir in der Corona-Pandemie das Schlimmste hinter uns haben."

Trotzdem bestehe kein Anlass zur Sorglosigkeit. "Jeder Einzelne muss Verantwortung übernehmen. Dann besteht die Chance, dass wir alle gemeinsam gut durch die möglicherweise letzte Phase der Pandemie kommen." Der Ärztepräsident betonte zugleich: "Der Zeitpunkt für eine vollständige Rückkehr zur Normalität ist noch nicht gekommen." Viele Menschen, die sich infiziert haben, litten unter schweren Langzeitfolgen wie Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder Kurzatmigkeit. Daher müsse die Forschung zum Krankheitsbild Post-Covid weiter ausgebaut werden.

19.25 Uhr: Nach zwei Jahren Corona-Pause: Nürnberger Christkindlesmarkt ist eröffnet

Nach zwei Jahren Corona-Pause hat der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg begonnen. Tausende große und kleine Besucherinnen und Besucher kamen am frühen Freitagabend zur feierlichen Eröffnung, um den Worten des Nürnberger Christkinds zu lauschen. Darstellerin Teresa Windschall sprach von der Empore der Frauenkirche in einem engelsgleichen Kostüm mit goldenen Flügeln das traditionelle Weihnachtsgedicht.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Er eröffnet traditionell am Freitag vor dem ersten Advent und geht bis Heiligabend. 2019 zog er rund zwei

Übersicht des Nürnberger Christkindlesmarktes 2022.
Übersicht des Nürnberger Christkindlesmarktes 2022. © Daniel Karmann/dpa

17.33 Uhr: Internetnutzung von Jugendlichen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau

Die Freizeitgestaltung von Jugendlichen hat sich 2022 wieder an die Zeit vor Beginn der Corona-Pandemie angeglichen. Die am Freitag veröffentlichte JIM-Studie 2022 (Jugend, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest belegt einen Rückgang der Internetnutzung und mehr Treffen Jugendlicher mit Freunden oder die Teilnahme an Sportveranstaltungen. Die tägliche Internetnutzung in der Freizeit liege mit durchschnittlich 204 Minuten wieder auf dem Niveau von 2019, teilte die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) mit. 2020 und 2021 wurden höhere Werte ermittelt: 258 und 241 Minuten.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse der JIM-Studie 2022 in vielen Bereichen eine Rückkehr zur Lage vor Pandemiebeginn. In einigen Bereichen, etwa bei digitalen Spielen, sei allerdings eine Verstetigung der Entwicklung zu beobachten, hieß es. Digital gespielt werde weiter täglich 109 Minuten, während es 2019 erst 81 Minuten waren. Für die Online-Nutzung von Sendungen, Serien und Filmen seien weiterhin Netflix und Youtube am relevantesten. Jeder Zweite nutze hierzu diese Plattformen regelmäßig. Wenn es um kürzere Videos und Clips gehe, sei insbesondere Youtube als Plattform unter Jugendlichen sehr beliebt, die regelmäßige Nutzung sei im Vergleich zum Vorjahr aber zurückgegangen.