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Corona: Inzidenz steigt bundesweit wieder über 300

RKI meldet 46.964 neue Corona-Fälle, Weltgesundheitsorganisation lobt deutsche Wissenschaftler, Bill Gates von Reaktion auf Pandemie überrascht - unser Newsblog zur Pandemie.

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Das RKI hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 308,9 angegeben. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 46.964 Neuinfektionen registriert.
Das RKI hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 308,9 angegeben. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 46.964 Neuinfektionen registriert. © Hauke-Christian Dittrich/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

11.43 Uhr: Grippe-Impfquote in Sachsen unter 30 Prozent

Die Grippe-Impfmüdigkeit in Sachsen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wurden 2009/2010 noch über 1,5 Millionen Dosen Grippe-Impfstoff verabreicht, waren es nach Angaben der Landesuntersuchungsanstalt im vergangenen Winter bis Ende 2021 nur knapp 966 000. Die Impfquote ging von 41,8 Prozent auf 26,5 Prozent zurück, das war der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Eine Gesamtauswertung für 2021/2022 liegt noch nicht vor, die Behörde geht aufgrund von Erfahrungswerten jedoch davon aus, dass die Eine-Millionen-Marke bei den gesetzlich versicherten Menschen nicht oder nur geringfügig überschritten wurde.

Die Landesuntersuchungsanstalt sieht mehrere Gründe für die gesunkene Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen, dazu gehören die Corona-Pandemie und wenige Grippeerkrankungs- und Todesfälle in den Vorjahren. Ende 2020 ließen sich viele Menschen gegen Influenza impfen, weil noch kein Corona-Impfstoff verfügbar war. Als der dann 2021 zur Verfügung stand, wurden im Gegenzug Grippeschutz-Impfungen vernachlässigt. Auch die öffentliche Debatte über Sicherheit und Effektivität der Corona-Impfstoffe könne zu Verunsicherung geführt haben - und womöglich zu weniger Akzeptanz von Schutzimpfungen.

9.25 Uhr: RKI registriert 46.964 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 308,9

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 308,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 8.45 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 294,7 gelegen (Vorwoche: 257,5; Vormonat: 275,3). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 46.964 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 36.613) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 88) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 32.952.050 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Samstag, 8.05 Uhr: Oktoberfest-Abwasser wird auf Corona getestet: noch keine Wiesn-Welle

Münchner Wissenschaftler untersuchen das Abwasser des Oktoberfests laufend auf Bestandteile des Coronavirus. Es gebe dort derzeit eine ähnliche Virenkonzentration wie im Stadtgebiet, sagte Andreas Wieser von der Abteilung für Infektions-und Tropenmedizin am LMU Klinikum München der Deutschen Presse-Agentur. Für die Dauer des Festes würden täglich Proben vor und hinter der Wiesn dem Abwasser entnommen.

"Wir sehen schon, dass da ordentlich etwas los ist", sagte der Leiter des Sars-CoV-2-Labors weiter. Ob sich schon eine Wiesn-Welle anbahne, sei aber am Abwasser noch nicht abzulesen. "Wir könne dazu noch keine Aussage treffen", sagte Wieser. "Wir haben eine Inkubationszeit von fünf Tagen. Es ist nicht zu erwarten, dass man da jetzt schon große Sprünge sieht."

Hinzu komme, dass das Abwasser von der Wiesn im Vergleich zum sonstigen städtischen Abwasser stark verdünnt sei - das könne das Ergebnis beeinflussen. Grund für die andere Konzentration seien sehr viel Spülwasser und eine vorwiegende Abgabe von Urin - und nicht Stuhl. Auch der starke Regen vor einigen Tagen mache die Bestimmung konkreter Werte schwierig.

Dass es überhaupt gelungen sei, das Virus speziell in den stark verdünnten Abwässern des Volksfestes nachzuweisen, sei jedoch ein gutes Zeichen für die Methode an sich. Eine solche Beprobung bei einem großen Volksfest wie der Wiesn habe noch nicht stattgefunden.

Die Bewertung der Ergebnisse erschwere auch, dass die Wiesngäste in ganz München unterwegs seien. "Die meisten Gäste sind ja auch in Hotels oder wohnen in München oder Umland, so dass sie auch hier dann als Infektionsfälle Viren ins Wasser einbringen können. Daher überwachen wir auch das Stadtabwasser zum Vergleich.

Corona-Pandemie - das geschah am Freitag:

17.10 Uhr: Mehr als 16.000 Menschen in Sachsen seit Pandemiebeginn im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben

Das sächsische Sozialministerium hat am Freitag 2.348 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden sechs weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.751.521 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 16.004 Menschen starben.

Der Landkreis Leipzig hat mit 393,1 die höchste Inzidenz, im Landkreis Nordsachsen liegt der Wert, der die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, bei 249,1.

13.55 Uhr: Dänische Regierung will Nerzzucht ab 2023 wieder zulassen

Die dänische Regierung will die Zucht von Nerzen nach einem umfassenden Skandal um Millionen in der Corona-Pandemie getötete Tiere zum neuen Jahr wieder zulassen. Nachdem das staatliche Gesundheitsinstitut SSI das Risiko einer stark reduzierten Zucht für die Volksgesundheit als gering eingestuft habe, habe man beschlossen, ein vorübergehendes Verbot der Nerzzucht zum Jahresende auslaufen zu lassen, teilte das dänische Lebensmittelministerium am Freitag mit. Es seien aber einige Maßnahmen zur Infektionsbegrenzung notwendig, die man mit den Züchtern durchgehen wolle.

Regierungschefin Mette Frederiksen hatte im November 2020 verkündet, dass alle Nerze in Dänemark - mehr als 15 Millionen Tiere - getötet werden sollen. Begründet wurde der radikale Schritt damit, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Die Massenkeulung hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt. Wie sich später nämlich herausstellte, hatte für die Tötung die Rechtsgrundlage gefehlt - sie musste im Nachhinein erst geschaffen werden. Der damalige Lebensmittelminister Mogens Jensen trat im Zuge der Kontroverse zurück. Die Nerzhaltung wurde verboten, die Halter entschädigt. Die Tiere waren bis dahin zur Pelzproduktion gezüchtet worden, bei der Dänemark einer der Weltmarktführer gewesen ist.

Nerze, die in Dänemark Ende 2020 gekeult werden sollen. Das skandinavische Land will die Züchtung der Pelztiere nun wieder zulassen.
Nerze, die in Dänemark Ende 2020 gekeult werden sollen. Das skandinavische Land will die Züchtung der Pelztiere nun wieder zulassen. © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa (Archiv)

13.18 Uhr: WHO: Einfluss Deutschlands in der Pandemie "unübertroffen"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wissenschaftlichen Einfluss Deutschlands bei der internationalen Bekämpfung der Corona-Pandemie hervorgehoben. Dieser sei "unübertroffen", sagte der oberste Krisenmanager der WHO, Mike Ryan, anlässlich der Jahresversammlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina am Freitag in Halle. "Ein Plan garantiert keinen Erfolg, aber ohne Plan geht man nirgendwohin", sagte Ryan. Länder, die eine ungefähre Richtung hatten - auch wenn sie nicht immer zu 100 Prozent richtig war - seien bisher besser durch die Pandemie gekommen, sagte Ryan.

Wichtig sei eine wissens- und datenbasierte Entscheidungsfindung, die aufgrund der Erfahrungen mit der Pandemie immer besser werde. Die Wissenschaft habe riesige Fortschritte in der Pandemie gemacht, es bedürfe aber einer besseren Kommunikation und vor allem der Akzeptanz in der Gesellschaft. Ryan betonte, dass Diskussionen und Streitigkeiten konstruktiv geführt werden müssten. Es gehe darum, die Zukunft zu gestalten und nicht Angst zu erzeugen. "Die Pandemie hat unsere Gesellschaft nachhaltig verändert", sagte Ryan. Er warnte vor weiterer gesellschaftlichen Spaltung, die auch durch pandemiebedingte Probleme befeuert worden sei.

12.43 Uhr: Corona-Fallzahlen in Frankreich ziehen kräftig an

In Frankreich zieht die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen wieder kräftig an. In der vergangenen Woche stieg der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner um 57 Prozent und lag am Montag bei 308,2, wie die Gesundheitsbehörden in Paris am Freitag mitteilten. Betroffen seien alle Altersgruppen, insbesondere aber junge Menschen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren.

Die Lage in den Krankenhäusern war weiter stabil. Die Behörden appellierten an Menschen ab 60 Jahren, sich eine zweite Auffrischimpfung zu holen. Beschlüsse oder eine Diskussion zum Wiedereinführen von Corona-Maßnahmen gibt es in Frankreich noch nicht. Eine Maskenpflicht gilt lediglich noch für Besucher von Krankenhäusern und Altenheimen.