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Die neuen Reisen für den Winter kommen

Die ersten Veranstalter werben wieder für die Ferne – und versprechen mehr Flexibilität und Sicherheit. Denn Corona bleibt ein Thema.

Strandurlaub im Winter: Auch Fernziele in der Karibik kehren zunehmend in die Angebote von Reiseveranstaltern zurück.
Strandurlaub im Winter: Auch Fernziele in der Karibik kehren zunehmend in die Angebote von Reiseveranstaltern zurück. © dpa/Christian Röwekamp

Erst die monatelange Reisesperre, nun ein Buchungsboom: Veranstalter und Reisebüros berichten von einer riesigen Nachfrage – nicht nur für diesen Sommer, sondern auch für den Winter und bereits für das nächste Jahr. Die ersten Veranstalter haben jetzt ihre Winterprogramme präsentiert. Corona bleibt dabei ein Thema.

Tui

Beim weltweit größten Touristikunternehmen sind derzeit vor allem die Balearen, die Kanaren und Griechenland besonders gefragt. Dazu kommt nun auch die Türkei: Antalya nimmt wieder den dritten Platz unter den beliebtesten Reisezielen ein.

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Tui rechnet damit, dass der Nachholbedarf noch eine ganze Zeit anhalten wird. Wintersportreisen würden gerade „so früh gebucht wie wahrscheinlich noch nie“, sagte Touristik-Geschäftsführer Stefan Baumert. Bei Tui stünden diesmal 70 Skigebiete mit rund 2.000 Hotels in 28 Ländern zur Auswahl. Die größte Nachfrage zeichne sich derzeit für Österreich – und hier vor allem Kärnten, das Salzburger Land und Vorarlberg – sowie für Südtirol ab. Über Weihnachten und Silvester werde es bereits „eng“ für Buchungswillige.

Auch viele Fernziele gehören zum Tui-Winterangebot, obwohl für einige, wie die USA, wegen der Corona-Pandemie aktuell Einreisesperren gelten. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien mehr als 600 Hotels buchbar, etwa 1.500 sind es in Thailand. Besonders nachgefragt sei derzeit „Urlaub mit Abstand“ im eigenen Bungalow auf abgeschiedenen Hotelinseln auf den Malediven. Wichtigstes Winterziel blieben aber die Kanaren, gefolgt von Ägypten. Hier hoffe man darauf, Wintergäste nicht nur nach Hurghada am Roten Meer, sondern ab August oder September auch wieder nach Marsa Alam bringen zu können. Die konzerneigene Airline Tui fly steuert mit 17 Flugzeugen insgesamt 14 Warmwasserziele an. Das Reisen sei aber insgesamt „deutlich weniger Party und Event“.

Zudem stehen im Winter sowohl Wellness-Kurzreisen als auch längere Reisen als früher hoch im Kurs. Als Wellness-Winterziel für zwei bis vier Übernachtungen sei neben den Bergen zum Beispiel auch die Ostsee gefragt, sagte Baumert. Für Aufenthalte von drei Wochen oder mehr bietet Tui in diesem Winter rabattierte Langzeitangebote in rund 300 Hotels an.

Zögernde Reisewillige will die Tui mit dem neuen Programm „Tui Protect“ zur Buchung bewegen. Dieses sei deutlich mehr Reiseschutz und automatisch mit den Buchungen verknüpft. Es sehe für viele Ziele unter anderem vor, dass Reisen auch im Falle einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes garantiert stattfinden – sofern das Urlaubsgebiet kein Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet ist.

Kunden können bei einer Reisewarnung aber auch kostenlos stornieren oder umbuchen. Außerdem übernimmt die Tui Deutschland im Falle einer Covid-19-Infektion oder eines Verdachts im Vorfeld der Reise bis zu 1.500 Euro pro Person an Stornokosten. Kommt es während der Reise dazu, dass Gäste vor Ort in eine Corona-Quarantäne müssen, trägt das Programm bis zu 5.000 Euro pro Buchung für Kosten, die durch eine zusätzliche Unterbringung und veränderte Rückreise anfallen.

FTI

Überdurchschnittlich viele Buchungen verzeichnet auch FTI, die Nummer drei unter Europas Reiseveranstaltern. Darunter seien viele Familien, sagte Geschäftsführer Ralph Schiller. Die Mehrheit ziehe es in die Türkei, auf die griechischen Inseln sowie in Spanien auf die Balearen und Kanaren. Bei Reisen mit dem eigenen Auto seien vor allem Kroatien und Italien gefragt.

Im Winter setzt der Veranstalter eher auf wärmere Ziele wie Ägypten, die Karibik und die Kanarischen Inseln. Das Flugprogramm nach Ägypten wurde deutlich ausgebaut, regelmäßig sollen Charterflieger auch ab Leipzig starten. Nilkreuzfahrten stehen dann ebenfalls auf dem Programm.

Neu im Katalog sind unter anderem Israel als Pauschalreiseziel und die Karibikinsel Grenada auf der Fernstrecke. Generell soll das Angebot an Reisen wieder so vielfältig sein wie vor der Corona-Pandemie. Gleichwohl warnt der FTI-Chef: „Veranstalter und Reisende müssen flexibel bleiben. Corona ist noch nicht vorbei.“ Auch aus diesem Grund seien Inseln als Reiseziele derzeit besonders beliebt: „Sie sind das bevorzugte Urlaubsgebiet verunsicherter Urlauber.“ Die abgegrenzte Fläche vermittle Reisenden in Bezug auf Corona Sicherheit.

Unabhängig davon habe man das „Reiseversprechen“ für alle Neubuchungen von Pauschalreisen bis 31. Oktober 2021 verlängert. Es beinhaltet etwa die Erstattung zusätzlicher Unterkunftskosten im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne und die Übernahme der Kosten für die Umbuchung des Rückflugs bis 500 Euro pro Person beziehungsweise bis 3.500 Euro pro Buchung. Etwa 40 Prozent der Gäste wählten einen Flex-Tarif. Dieses Angebot werde es für Pauschalreisen wohl auch nach Corona geben, meinte Schiller.

Während in Deutschland viele Waren teurer werden, macht FTI seinen Kunden für den Winterurlaub ein Versprechen: „Die Preise bleiben weitgehend stabil.“ Als Ausnahme nannte Schiller lediglich die Kanaren. Dennoch rechnet er mit einem deutlichen Umsatzplus – und dies aus zwei Gründen. Viele Touristen wollten sich nach der coronabedingten Wartezeit „etwas Besonderes und Exotisches gönnen.“ Als Beleg nannte der Geschäftsführer die erhöhte Nachfrage im Luxussegment. Dazu habe FTI das Hotelportfolio im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich erweitert und zum Beispiel auf den Malediven das Angebot um 20 Prozent ausgebaut.

„Die Urlaubskassen sind gefüllt. Kunden setzen auf höhere Qualität.“ Außerdem verlängere sich bei vielen Buchungen die Aufenthaltsdauer, was letztlich in der Gesamtsumme für eine Reise zu Buche schlage: „Ging die Tendenz 2018/19 noch eher in Richtung einer guten Woche Aufenthalt, sind es jetzt eher zehn bis zwölf Tage.“

SKR Reisen

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