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Döbeln

Corona rettet Kriebsteins Haushalt

Der Kämmerer hatte schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Doch dann kamen gute Nachrichten aus Dresden.

Knapp 740.000 Euro Coronahilfe hat die Gemeinde Kriebstein bekommen. Damit schafft sie es aus heutiger Sicht, den Haushalt auszugleichen.
Knapp 740.000 Euro Coronahilfe hat die Gemeinde Kriebstein bekommen. Damit schafft sie es aus heutiger Sicht, den Haushalt auszugleichen. © Symbolbild: Monika Skolimowska/dpa

Kriebstein. Als kleine Gemeinde ist es für Kriebstein immer wieder schwer, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Für dieses Jahr war das Kämmerer Wolfgang Hein gelungen – wenn auch gerade so.

Erstmals hatte er den Gemeinderäten den Etat auch schon Anfang Dezember 2020 präsentieren können. So früh wie noch nie. Allerdings haben sich im ersten Halbjahr Schwierigkeiten aufgetan, mit denen so niemand wirklich rechnen konnte.

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Die sind vor allem Corona geschuldet. „Wir mussten in zahlreiche Maßnahmen zur Einhaltung der Hygieneregeln investieren“, erklärte Hein. Und auch die Unterhaltung der Kindertagesstätten habe in der Pandemie viel Geld gekostet.

„Eltern die die Kinder nicht in die Notbetreuung geben durften, haben die Beiträge zurückerstattet bekommen. Die Personalkosten und auch die Sachkosten sind für die Einrichtungen aber trotzdem weitergelaufen“, erklärte der Kämmerer den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung.

738.000 Euro aus Corona-Schutzschirm bekommen

Auch die Gewerbesteuern fallen wegen Corona niedriger aus als normalerweise. Deshalb habe er schon damit gerechnet, dass zum Jahresende ein dickes Minus von mehr als 600.000 Euro zu Buche schlagen könnte.

Zum Glück sind aber wenige Tage vor der Gemeinderatssitzung, in denen der Kämmerer seine Haushaltsanalyse für das erste Halbjahr vorgelegt hat, gute Nachrichten aus der Landeshauptstadt gekommen.

Insgesamt 738.000 Euro hat die Gemeinde aus dem Corona-Schutzschirm, dem sogenannten Fonds zur Überwindung der pandemiebedingten Belastungen, bewilligt bekommen. „Das hilft uns über jede Hürde. Damit gelingt es uns aus heutiger Sicht, den Haushalt für dieses Jahr ausgleichen zu können“, so Hein. „Wir legen damit haushaltstechnisch sozusagen eine Punktlandung hin.“

Denn zusätzliche Ausgaben dürften auch damit nicht möglich sein. „Wir werden keine weitere Straße bauen können“, nennt Hein ein Beispiel.

Investitionen für Kitas und Straßen

Die größten Maßnahmen, die Kriebstein in diesem Jahr umsetzt, sind der Anbau an die Kindertagesstätte „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg und der Umbau des Kindergarten-Außengeländes der „Burggeister“ in Kriebethal. Überdies stehen dieses Jahr Bauarbeiten an der Niethammerstraße in Kriebethal an.

Im vergangenen Jahr hatte es bereits eine ähnliche Konstellation gegeben. Da hatte die Gemeinde im Dezember 2020 – also kurz vor dem Jahresabschluss – 453.000 Euro an Coronahilfen bekommen und damit den Etat retten können.

„Ich kann mit diesem Geld aber überhaupt nicht rechnen“, so Hein. Deshalb gehe er immer eher vom schlechtesten Fall aus, wenn er in die Etatplanung geht. „Es bringt niemandem etwas, wenn wir dann innerhalb des Jahres sagen müssen, dass diese oder jene Maßnahme doch nicht umgesetzt werden kann, weil das Geld fehlt.“

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