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"Eine solche Situation gab es noch nicht"

Rettungsdienste brauchen wegen der Transporte von Covid-19-Patienten länger. Sozialbeigeordnete Kati Kade vom Landratsamt Pirna sagt, was daraus folgt.

Die Rettungsfahrzeuge brauchen jetzt viel länger, um nach einem Einsatz wieder für den nächsten startklar gemacht zu werden.
Die Rettungsfahrzeuge brauchen jetzt viel länger, um nach einem Einsatz wieder für den nächsten startklar gemacht zu werden. © Marko Förster

Der extreme Anstieg der Zahl der Covid-19-Patienten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat auch Auswirkungen auf den allgemeinen Rettungsdienst. Sächsische.de sprach dazu mit Kati Kade (CDU), der Sozialbeigeordneten des Landrats.

Frau Kade, trifft es zu, dass die Wege für den Rettungsdienst jetzt weiter werden?

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Ja, die Wege werden zum Teil weiter. An Covid 19 erkrankte Patienten werden beispielsweise regelmäßig durch die „Zentrale Krankenhausleitstelle Corona Dresden/Ostsachsen“ des Uniklinikums Dresden in geeignete Krankenhäuser vermittelt. Dabei werden insbesondere die aktuellen Belegungsdaten der Kliniken berücksichtigt. Je nach Situation werden deshalb zunehmend entferntere Kliniken angefahren. Gegenwärtig ist auch eine Zunahme der Verlegungsfahrten zwischen Kliniken zu verzeichnen.

Gab es eine solche Situation zuvor schon mal, etwa beim Höhepunkt der Grippe-Welle 2018?

Nein, eine solche Situation gab es bisher noch nicht.

Kati Kade, Beigeordnete des Landrats Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Kati Kade, Beigeordnete des Landrats Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. © Daniel Förster

Wie wirkt sich das auf die Einsatzbereitschaft der Rettungsteams aus, wenn es länger dauert zu einer Klinik?

Die Einsatzdauer nimmt zu. Durch zusätzlichen Aufwand für die Fahrzeugdesinfektion nach Covid-Transporten stehen Fahrzeuge des Rettungsdienstes für die Dauer der Desinfektion nicht zur Notfallrettung zur Verfügung. Der zeitliche Aufwand für die Kfz-Desinfektion ist auf das 20-Fache gestiegen. Zur Entlastung des Rettungsdienstpersonals und für eine schnellere Durchführung der Maßnahmen haben die Leistungserbringer des Rettungsdienstes zum Teil zusätzliche spezielle „Desinfektions-Teams“ gebildet und es wurden zusätzliche unbesetzte Rettungswagen für einen schnellen Kfz-Tausch eingesetzt. Ebenso hat die Dauer der Patientenübergabe in den Kliniken zugenommen. Derzeit müssen auch häufiger als in den Vorjahren Rettungstransportwagen aus benachbarten Rettungswachen eingesetzt werden.

Gibt es noch weitere Auswirkungen?

Ebenfalls sehr angespannt ist die Situation bei Krankentransporten. ​ So müssen bisher mit einem Taxi transportierte Patienten bei einer Covid-19-Erkrankung stattdessen mit einem Krankentransportwagen transportiert werden. Insbesondere der Transport von Patienten in Dialysepraxen stellt eine enorme Herausforderung dar. Patientenrückfahrten aus Kliniken finden zudem in größerem Umfang und quasi rund um die Uhr statt. Zwei zusätzliche Krankentransportwagen werden bereits jetzt eingesetzt. Für eine weitere Erweiterung fehlt jedoch geeignetes Personal.

Wohin werden Notfallpatienten aus dem Landkreis jetzt vorwiegend gebracht, wenn kurzzeitig keine die Intensivbetten in Pirna, Sebnitz, Freital oder Dippoldiswalde zur Verfügung stehen?

Eine belastbare Analyse kann derzeitig nicht geleistet werden.

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