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Sachsen

Corona: Große Unsicherheit im Erzgebirge

In der Region gibt es verschärfte Corona-Maßnahmen. Das führt vor allem bei Gastwirten und Hoteliers zu Verunsicherung.

Auch im erzgebirgischen Neuhausen gilt die Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen.
Auch im erzgebirgischen Neuhausen gilt die Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen. © Pixabay.com

Chemnitz. Nachdem das Erzgebirge als erste Region in Sachsen zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde, herrscht unter Gastwirten und Hoteliers Verunsicherung. Eine erlassene Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen gelte auf unbestimmte Zeit, sagte Franziska Luthardt vom Branchenverband Dehoga - zuständig für den Bereich Chemnitz und Erzgebirge. Das sei die größte Herausforderung und gefährde die Planungssicherheit der Unternehmer noch mehr als bisher. "Die Unsicherheit ist gestiegen, die Angst vor Einbußen groß", so Luthardt.

Das Landratsamt hatte für den Erzgebirgskreis am Montag eine Allgemeinverfügung erlassen, nachdem die Zahl der Corona-Infektionen stark angestiegen war. Die Behörde meldete eine Quote von 67,2 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Als Maßgabe für ein Risikogebiet gelten 50 Neuinfektionen. Am Dienstag lag die Quote laut Innenminister Roland Wöller (CDU) pro 100.000 Einwohner im Erzgebirge bei 57,9.

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Unter anderem sieht die Allgemeinverfügung vor, dass Feiern in angemieteten Räumen auf 50 Personen begrenzt werden müssen. In der Gastronomie und in Hotels müssen Daten zur Kontaktnachverfolgung erhoben werden. Der Erlass bedeute für viele Gastwirte Einbußen, weil Familien- und Privatfeiern nur noch in kleinerem Kreis durchgeführt werden können. Wer in großer Runde feiern wollte, müsse entweder Gäste ausladen oder absagen. Die Gefahr von Stornierungen steige, so Luthardt. Die Daten von Gästen seien bisher bereits vereinzelt erhoben worden, nun sei sie vorerst für alle Gastwirte Pflicht. "Für die Gastronomen sind die Einschränkungen bitter."

Auch unter den Hoteliers und Pensionen-Betreibern ist die Unsicherheit wegen des Beherbungsverbotes groß. Es gebe viele Fragen zu Stornierungen und zum Nachweis von negativen Corona-Tests. "Teils gibt es ein heilloses Durcheinander und Chaos", so Luthardt. Die Branche blicke zudem "mit gemischten Gefühlen" auf das geplante Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Bisher sei der Föderalismus gut gewesen, weil die Corona-Regeln in Sachsen verhältnismäßig locker waren. "Die Sorge ist: was kommt dann nach dem Treffen", sagte Luthardt.

Eigentlich wollte sich Sachsens Kabinett am Dienstag mit der neuen Corona-Schutzverordnung befassen, will aber nun erst das Treffen zwischen Kanzlerin und Regierungschefs abwarten. Es gebe noch offene Fragen, sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber nach der Kabinettssitzung. Zudem plane Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) an diesem Donnerstag ein Treffen mit Landräten und Bürgermeistern zu diesem Thema. "Wir möchten keinen zweiten Lockdown haben", sagte er. Sachsen strebe eine tragfähige Lösung an.

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Den Angaben zufolge stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in Sachsen von Montag auf Dienstag um 202 - allein 108 Fälle betrafen den Erzgebirgskreis. Auch in den Landkreisen Meißen und Zwickau sei die Quote der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mit knapp 40 beziehungsweise rund 39 hoch. Am Donnerstag werde der Corona-Krisenstab das nächste Mal zusammentreten und die Lage neu bewerten. Man verfolge das Geschehen aufmerksam uns sei besorgt.  (dpa)

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