merken
PLUS Dresden

Corona-Risikogruppe: Seit März nicht in der Schule

Eine Dresdnerin ist seit Monaten mit ihrem Kind aus der Risikogruppe allein zuhause und muss es beschulen.

Eine Dresdnerin ist seit Monaten mit ihrem Kind aus der Risikogruppe allein zuhause und muss es beschulen.
Eine Dresdnerin ist seit Monaten mit ihrem Kind aus der Risikogruppe allein zuhause und muss es beschulen. © dpa // Symbolbild

Dresden. Seit März ist Nora Berger mit ihrer Tochter zuhause. Die Grundschülerin aus Dresden leidet an einer Auto-Immunkrankheit und darf als Risikopatientin seit Beginn der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen.  

Nora Berger, die eigentlich anders heißt, ist verzweifelt. "Mein Kind lebt wie ein Schattenkind, wir werden von den Behörden allein gelassen und müssen uns um alles selbst kümmern." 

Reppe & Partner Immobilien
Reppe & Partner Immobilien
Reppe & Partner Immobilien

Bietet Ihnen das komplette Rundum-sorglos-Paket für Ihr Immobilieneigentum.

Vom Arzt habe sie die Empfehlung bekommen, das Kind nicht in die Schule zu schicken. Zu groß ist das Risiko sich mit dem Virus zu infizieren. 

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

"Mein Kind ist ohnehin sehr anfällig für Krankheiten", so die Dresdnerin. Ihre Tochter bekommt Aufgaben von der Schule geschickt, aber Kontakt nach draußen hat sie nicht. Sie vermisst ihre Freunde, das gemeinsame Spielen und Quatschen auf dem Hof. 

"Im Unterricht wird sie per Konferenzsystem zugeschaltet, das klappt gut." Die Schule und die Lehrer würden sich viel Mühe geben, doch die Situation ist trotzdem hart für die ganze Familie. Als im ersten Lockdown auch das Geschwisterkind zuhause bleiben musste, hatte Nora Berger auf einmal zwei Schulkinder daheim, die sie beschulen sollte. 

Meistgelesen zum Coronavirus:

Bevor die Zahlen nun wieder so drastisch stiegen, überlegte die Familie, die Tochter wieder in die Schule zu schicken. "Doch wir bekamen von den Behörden keine Förderung für eine gute und sichere Mundschutz." 

Die Familie selbst könne sich keinen leisten. Da sie seit März die Tochter zuhause betreuen muss, hat die Mutter ihre Arbeit verloren. "Ich musste nun Arbeitslosengeld und vielleicht irgendwann Hartz IV beantragen", sagt sie. 

Wie viele Kinder so wie Nora Bergers Tochter aufgrund einer Erkrankung nicht zur Schule gehen können, wissen weder Landesamt für Bildung noch das Sächsische Kultusministerium. "Das wird statistisch nicht erfasst", heißt es. Für diese Kinder gelte ebenso wie für Schüler, die in Quarantäne sind, dass sie zuhause unterrichtet werden sollen, heißt es aus dem Kultusministerium. 

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden