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Schulen in Sachsen könnten bald wieder schließen

Die Corona-Lage in Sachsen bleibt angespannt, acht Landkreise haben bereits Inzidenzen über 100. Welche Verschärfungen dort nun möglich sind.

Noch findet in Sachsen Schulen Unterricht statt. Steigen die Infektionszahlen weiter, droht den Schulen in Kürze jedoch die erneute Schließung.
Noch findet in Sachsen Schulen Unterricht statt. Steigen die Infektionszahlen weiter, droht den Schulen in Kürze jedoch die erneute Schließung. © Philipp von Ditfurth/dpa

Dresden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Sachsen weiter an. In acht der zehn Landkreise sowie in Chemnitz lag die Wocheninzidenz am Montag laut Robert Koch-Institut über der 100er-Schwelle, im Vogtland kletterte der Wert sogar auf 306.

Der Landkreis belegte bundesweit den dritten Platz der Negativ-Spitzenreiter. Mit Blick auf das Vogtland sprach Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) von einer „beunruhigenden Entwicklung.“

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Damit drohen neuerliche Verschärfungen in einzelnen Regionen. Der Landkreis Zwickau macht die Öffnung von Zoos, Museen und Galerien wieder rückgängig. Auch körpernahe Dienstleistungen und Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung gehören, müssen wieder schließen - auch Einkaufen mit Termin ist dann nicht mehr möglich.

Ab Dienstag gelten in den Landkreisen Zwickau, Nordsachsen und Erzgebirge wieder strengere Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Alkoholverbote an öffentlichen Orten. Grund dafür ist, dass die Wocheninzidenz dort mindestens drei Tage in Folge die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten hat.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, es gehe nicht anders. "Wir haben klare Regeln." Aus den Erfahrungen im November und Dezember "wissen wir, wenn die Inzidenzen nach oben schlagen, haben wir die Lage nicht mehr im Griff", sagte Kretschmer am Montag. Auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern sei die Situation „noch im grünen Bereich“.

Hotspot-Regelung für Schulen

Priorität habe das Thema Bildung, so Kretschmer. Für Kindertageseinrichtungen und Schulen gilt, dass sie wieder geschlossen werden können, wenn der Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner andauernd an fünf Werktagen überschritten ist.

Bevor die Einrichtungen wieder geschlossen werden müssen, wird das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas bewertet, teilt das Kultusministerium mit. Wenn die Infektionen in einem Landkreis auf einen konkreten räumlich begrenzten Anstieg - einen Hotspot - zurückzuführen sind, kann vor der notwendigen Schließung abgewichen werden.

Seit Montag sind die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen wieder im Präsenzunterricht. Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen wurden nach drei Monaten häuslicher Lernzeit im Wechselunterricht wieder geöffnet – außer im Vogtlandkreis.

Corona-Ausschuss tagt

Den dritten Tag in Folge liegt die Quote der Corona-Neuinfektionen auch für ganz Sachsen über der Marke von 100. Damit könnten geplante Lockerungen hinfällig werden – etwa in Bezug auf Kinos, Theater und Außenbereiche der Gastronomie.

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Insgesamt wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Sachsen 352 neue Corona-Infektionen in 24 Stunden gemeldet. Die Wocheninzidenz lag am Montag bei 112,9.

Am Montagabend tagt der Corona-Ausschuss in Dresden, um über das weitere Vorgehen im Freistaat zu beraten. Am Dienstag findet eine Kabinettssitzung statt, in der auch über das Thema gesprochen werden soll, so Kretschmer. (mit dpa)

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