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Lauterbach: Angepasste Corona-Impfstoffe kommen im September

Gesundheitsminister: Zahlen werden bald wieder steigen, Inzidenz in Sachsen stagniert, Forderung: keine Quarantäne für Infizierte ohne Symptome - unser Newsblog.

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Nach Aussagen von Gesundheitsminister Lauterbach gibt es im September an neue Varianten angerpassten Impfstoff.
Nach Aussagen von Gesundheitsminister Lauterbach gibt es im September an neue Varianten angerpassten Impfstoff. © Bernd von Jutrczenka/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

13.01 Uhr: Ministerpräsidentin Dreyer mit Coronavirus infiziert

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach dem positiven Test habe sie sich mit Erkältungssymptomen in häusliche Isolation begeben, teilte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Freitag in Mainz mit. Alle Präsenztermine der Regierungschefin für die kommende Woche wurden abgesagt. Dreyer gehe aber von zuhause aus ihren Dienstgeschäften nach, sagte die Sprecherin.

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12.06 Uhr: Olympiasiegerin Mihambo will nach Corona-Infektion bei EM starten

Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo ist optimistisch, dass sie nach ihrer Corona-Infektionen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München starten kann. "Ich merke zwar, dass ich nach den Trainingseinheiten müder bin als normalerweise. Aber darauf kann man gut Rücksicht nehmen. Und so lange ich die Trainingseinheiten gut durchstehen kann, zeigt das ja auch, dass der Körper fit genug ist, sich einer Wettkampfbelastung zu stellen", sagte Mihambo in einem ARD-Interview.

"Gleichzeitig ist es noch nicht hundertprozentig sicher, dass ich starte", sagte die 28-Jährige. Um die Medaillen im Weitsprung geht es im Münchner Olympiastadion am kommenden Donnerstag, die Qualifikation findet zwei Tage zuvor statt. Mihambo hatte zuletzt bei den Weltmeisterschaften in den USA ihren Titel erfolgreich verteidigt. In München geht sie ebenfalls als Titelverteidigerin an den Start. In dieser Woche war ihre Corona-Erkrankung publik gemacht worden.

Nach ihrer Rückkehr von der WM in Eugene, wo sie mit 7,12 Metern siegte, hatte sich Mihambo mit dem Virus infiziert. Nach einem Medizincheck hatte sie in dieser Woche zum ersten Mal wieder eine leichte Krafttrainingseinheit absolviert.

Malaika Mihambo springt bei der WM in Eugene zu Gold.
Malaika Mihambo springt bei der WM in Eugene zu Gold. © dpa/Michael Kappeler

11.10 Uhr: Lauterbach: Angepasste Corona-Impfstoffe kommen im September

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht die Corona-Sommerwelle in Deutschland gebrochen - aber keinen Grund zur Entwarnung in der Pandemie. "Die Sommerwelle fängt jetzt langsam an zurückzugehen", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe einen "robusten Rückgang der Fallzahlen". Auch die Sterblichkeit gehe zurück. "Das gibt erst einmal Grund zur Freude. Das ist trotzdem kein Grund für eine Entwarnung." Es sei zu erwarten, dass die Fallzahlen im Herbst wieder stark stiegen. Man müsse außerdem bedenken, dass der Anteil der nicht registrierten Corona-Erkrankungen gestiegen sei, sagte Lauterbach in der Bundespressekonferenz. "Die Dunkelziffer steigt." Das zeigten Daten des Robert Koch-Instituts.

Laut Lauterbach gibt es "sehr gute Nachrichten" bei den Impfstoffen. Es sei davon auszugehen, dass angepasste Impfstoffe bereits am 2. beziehungsweise 28. September ausgeliefert werden könnten. "Die Bundesregierung hat beide Impfstoffe in auskömmlicher Welle besorgt. Wir werden daher relativ früh auch beliefert werden." Die Impfkampagne könne dann zeitnah stattfinden.

Der Bundesgesundheitsminister wies Kritik an der zusammen mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) erarbeiteten Neufassung des Infektionsschutzgesetzes zurück. Ab dem 1. Oktober könnten die Länder danach unabhängig von Inzidenzen in Innenräumen eine Maskenpflicht einführen. Sie müssten dies aber nicht, erläuterte Lauterbach. Aber: "Ich glaube, dass die Länder das alle machen werden, weil wir zum 1.10. wieder höhere Fallzahlen haben werden." Es sei auch nicht so, dass eine Impfung künftig nur noch drei Monate gelten werde, und dass man sich alle drei Monate impfen lassen müsse, betonte Lauterbach.

Diese Frist für Ausnahmen von der Maskenpflicht in Innenräumen sei gewählt worden, weil Impfungen in diesem Zeitraum nach bestehender Auffassung gegen Ansteckung schützen. Gegen schwere Infektionsverläufe schützten sie viel länger. Sich alle drei Monate impfen zu lassen, wäre auch "medizinisch völlig unsinnig".

8.42 Uhr: 7-Tage-Inzident in Sachsen stagniert

Die Inzidenz in Sachsen ist nach mehreren Tagen mit sinkenden Werten auf dem Stand des Vortages geblieben. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche hat das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Freitagmorgen mit 296,3 angegeben, genauso hoch wie am Donnerstag. Vor genau einer Woche lag der Wert bei 354,8.

Mit dem aktuellen Wert von 296,3 liegt die Inzidenz im Freistaat weiter deutlich unter dem Bundesschnitt von aktuell 345,9. Sachsen hat unter allen Bundesländern die fünftniedrigste Inzidenz. Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Inzidenzen in den 13 Regionen im Freistaat schwanken zwischen über 350 und und unter 240. Die höchsten Werte weisen Landkreis und Stadt Leipzig mit 357,5 und 356,5 auf. Die Stadt Dresden hat mit 355,4 den dritthöchsten Wert. Die niedrigen Werte gibt das RKI aktuell für die Landkreise Nordsachsen (235,5) und Görlitz (237,1) an.

8.53 Uhr: Handball-Boss Bohmann: Corona-Hilfen haben Clubs am Leben gehalten

Frank Bohmann hat die Wichtigkeit der staatlichen Corona-Hilfen für die Clubs der Handball-Bundesliga betont. "Die Krise ist letztlich auch deswegen einigermaßen spurlos an uns vorbeigegangen, weil der Staat uns unterstützt hat. Das kann man gar nicht laut genug sagen", sagte der Geschäftsführer des Ligaverbands HBL der "Rheinischen Post" (Freitag). Besonders für die nicht so finanzstarken Clubs seien diese Hilfen überlebenswichtig gewesen. Dort hätten "die Staatsbeihilfen maßgeblich dazu beigetragen, dass es diese Clubs jetzt noch gibt", betonte Bohmann.

Wichtig sei das gemeinsame Auftreten gewesen, sagte der 57-Jährige: "Wir haben in der Corona-Zeit vorbehaltlos und wirklich sehr, sehr offen miteinander an einem Strang gezogen. Und wir sind auch, glaube ich, nur deshalb gehört worden. Jeder, der einzeln losgelaufen wäre, hätte deutlich schlechtere Ergebnisse erzielt."

7.41 Uhr: Wenn der Partner Corona hat: Schwimmer Märtens von Gose "eingesperrt"

Die Corona-Infektion von Freistilschwimmer Lukas Märtens hat auch dessen Freundin Isabel Gose vor organisatorische Aufgaben gestellt. Natürlich wollte die 20-Jährige ihrem Partner helfen. Als Leistungssportlerin wollte sie aber auch ihren eigenen Start bei den Europameisterschaften nicht gefährden. "Ich hatte schon Angst, dass ich das auch bekomme - definitiv", sagte Gose bei der EM in Rom.

Was also tun in der gemeinsamen Wohnung in Magdeburg? "Ich habe ihn im dritten Zimmer eingesperrt und dort gelassen, habe ihm immer Essen gebracht", sagte Gose und ergänzte mit einem Lächeln: "Das hat ganz gut geklappt, wie man sieht." Gose blieb gesund, Märtens wurde rechtzeitig für die EM wieder fit. Am Donnerstag belegte er mit der Staffel über 4x200 Meter Freistil Rang sieben. Der 20-Jährige war unmittelbar nach den Weltmeisterschaften vor rund anderthalb Monaten an Covid-19 erkrankt.

Die Corona-Erkrankung von Lukas Märtens hat auch seine Freundin vor große Herausforderungen gestellt.
Die Corona-Erkrankung von Lukas Märtens hat auch seine Freundin vor große Herausforderungen gestellt. © Michael Kappeler/dpa (Archiv)

6.34 Uhr: Günther will Quarantäne nur noch für Corona-Infizierte mit Symptomen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. "Aktuell müssen Infizierte fünf Tage in Isolation, auch ohne Symptome. Mein Vorschlag: Nur noch wer Symptome hat, bleibt zu Hause", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Es brauche derzeit "keine Regeln, die die Menschen verunsichern, sondern solche, die vulnerable Gruppen schützen." Bei einer Verschlechterung der Lage müsse die Möglichkeit zum schnellen Eingreifen bestehen. "Dazu reichen die aktuellen Gesetze", meinte Günther.

Freitag, 5.51 Uhr: RKI registriert 49.839 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 345,9

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 345,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 354,5 gelegen (Vorwoche: 432,2; Vormonat: 702,4). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 49.839 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 59.506) und 167 Todesfälle (Vorwoche: 165) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.489.484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

20.30 Uhr: RKI zu Corona-Situation: Gipfel aktueller Welle scheint überschritten

Das Robert Koch-Institut beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor. Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, "so dass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint".

Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine Covid-19-Diagnose hatten, sei in der vergangenen Woche ebenso gesunken wie die Zahl der Patienten mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen. Auch bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem Rückgang - in der vergangenen Woche mit 372 übermittelten Todesfällen im Vergleich zu 444 in der Vorwoche.

Die Daten zeigten, dass auch bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Höhepunkt der aktuellen Welle überschritten scheine. Dabei seien Menschen im Alter von über 80 Jahren weiterhin am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen, mahnen die RKI-Experten. Trotz des Rückgangs und der verbesserten Situation in der vergangenen Woche bleibt der Infektionsdruck aus ihrer Sicht in allen Altersgruppen hoch - und auch die Belastung des Gesundheitssystems.

Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer "weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und -Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen". Entsprechend ruft das RKI weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen "unbedingt" einzuhalten und betont die Bedeutung der Corona-Impfung.

18.30 Uhr: Jugendämter melden etwas weniger Kindeswohlgefährdungen

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist nach einem Höchststand im ersten Corona-Jahr 2020 im zweiten Jahr der Pandemie leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, haben die Jugendämter in Deutschland 2021 bei mehr als 59.900 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt. Das waren rund 600 Fälle oder ein Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Den Daten zufolge sind die Fälle, bei denen die Behörden nach Prüfung des Verdachts zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber einen Hilfebedarf festgestellt haben, um knapp zwei Prozent gestiegen (1.100 Fälle). 2021 meldeten die Jugendämter somit fast 67.700 Fälle von Hilfebedarf. Im zweiten Corona-Jahr haben die Kindeswohlgefährdungen den zweithöchsten Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 und die Fälle von Hilfebedarf einen neuen Höchststand erreicht.

Nicht auszuschließen sei auch im zweiten Corona-Jahr, dass das Dunkelfeld durch die allgemeinen Einschränkungen gewachsen und ein Teil der Kinderschutzfälle unerkannt geblieben ist, erklärte das Bundesamt. In 45 Prozent aller Fälle stellten die Behörden der Statistik zufolge Anzeichen von Vernachlässigung fest. Bei knapp einem Fünftel (18 Prozent) gab es Hinweise auf psychische Misshandlungen. In 13 Prozent wurden Indizien für körperliche Misshandlungen und in weiteren 4 Prozent Anzeichen für sexuelle Gewalt gefunden.

15.58 Uhr: Bulgarien schafft Corona-Maskenpflicht wieder weitgehend ab

Trotz der niedrigsten Impfquote in der EU hat Bulgarien die wieder eingeführte Corona-Maskenpflicht nach nur einer Woche wieder weitgehend abgeschafft. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt seit Donnerstag nur noch in Krankenhäusern, Apotheken, Sozialeinrichtungen und im öffentlichen Nahverkehr. In Supermärkten und Geschäften kann darauf verzichtet werden. In Bulgarien sind nach offiziellen Angaben nicht einmal ein Drittel der etwa 6,5 Millionen Einwohner geimpft.

Die Neuregelung betrifft das gesamte EU-Land, obwohl beispielsweise in der Hauptstadt Sofia die Corona-Fallzahlen deutlich höher liegen als in anderen Landesteilen. Begründet wird sie damit, dass es in den Krankenhäusern freie Kapazitäten gebe. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner - liegt in dem Balkanland derzeit bei etwa 138. In Deutschland betrug sie am Donnerstag bundesweit 354,5.

15.15 Uhr: Sachsen meldet 2.195 neue Infektionen

Das Sächsische Sozialministerium hat am Donnerstag 2.195 neue Corona-Infektionen gemeldet. Zudem wurden neun weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.681.350 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.774 Menschen starben.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Innerhalb der 13 sächsischen Regionen gibt es wenig Schwankungen. Die Stadt Leipzig hat mit 365 die höchste Ansteckungsrate, die niedrigste Inzidenz weist das RKI im Landkreis Görlitz (234,3) und im Landkreis Nordsachsen (234) aus.

13.45 Uhr: Scholz sichert Ländern weiter Handlungsmöglichkeiten gegen Corona zu

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Bundesländern zugesichert, dass sie auch im Herbst und Winter Schutzmaßnahmen im Fall einer verschlechterten Corona-Lage ergreifen können. Scholz verwies am Donnerstag in Berlin darauf, dass die Bundesregierung einen Vorschlag für "gesetzliche Rahmenbedingungen für Handlungsmöglichkeiten der Länder" vorgestellt habe. Er verwies damit auf ein Anfang August vorgelegtes Schutzkonzept von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP).

Scholz sagte weiter: "Unser Programm ist, dass wir, wenn der Bundestag im September zusammenkommt, diese Gesetze gleich beschließen, so dass es einen unmittelbaren Anschluss für Handlungsmöglichkeiten für den ganzen Winter gibt, wenn die Gesetze, die heute gelten, am 23. September auslaufen." Er versicherte: "Das wird klappen."

Mit den Ländern werde nun weiter über die Vorschläge diskutiert, "um ein gemeinsames Projekt daraus zu machen". Bei den Ländern waren die Vorschläge von Lauterbach und Buschmann auf geteiltes Echo gestoßen.

13.14 Uhr: Brandenburg verlängert Corona-Schutzmaßnahmen

Sachsens Nachbarland Brandenburg verlängert die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen ebenfalls, um weitere vier Wochen bis zum 12. September. Dies habe das Kabinett in einem schriftlichen Umlaufverfahren beschlossen, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag in Potsdam mit. Damit gelten weiterhin die Maskenpflicht in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens und im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Testpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen.

Neu aufgenommen sei die bereits angekündigte Schutzwoche in Schulen nach den Sommerferien. In der ersten Woche des neuen Schuljahres müssen den Angaben zufolge in allen Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft alle nicht-immunisierten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte am 22., 24. und 26. August einen Corona-Selbsttest durchführen. Diese dreimalige Testpflicht gelte auch für das sonstige Schulpersonal, für das physische Kontakte zu Schülerinnen und Schülern oder zu Lehrkräften nicht ausgeschlossen werden können. Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sowie in der Schule Tätige könnten sich freiwillig selbst testen, hieß es. Die für die Schutzwoche erforderlichen Tests seien bereits vor Beginn der Sommerferien ausgegeben worden.

Die tägliche Corona-Testpflicht gelte unverändert unter anderem für alle Beschäftigten in Krankenhäusern, voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen für Asylsuchende und Flüchtlinge, hieß es. Ausgenommen seien vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene. Im öffentlichen Nahverkehr müssen weiter FFP2-Masken getragen werden.

12.40 Uhr: Sachsen verlängert Corona-Schutzmaßnahmen

Die Corona-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr bleibt in Sachsen zunächst bis zum 10. September bestehen. Wegen der anhaltenden Infektionslage habe die Landesregierung die aktuell gültigen Corona-Regelungen verlängert, teilte das Sozialministerium am Donnerstag in Dresden mit. Die sächsische Schutzverordnung gilt nun bis einschließlich 10. September. Eine der Basis-Schutzmaßnahmen ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasenschutzes im Nahverkehr.

In den Krankenhäusern werde bei direktem Kontakt mit vulnerablen Personen eine FFP2-Maske empfohlen, hieß es. Auch in den Arztpraxen besteht eine Maskenpflicht. Wie die aussieht und welche Regeln für andere Einrichtungen gelten, erfahren Sie im Artikel Sachsen hat die Corona-Regeln erneut verlängert

11.39 Uhr: Inzident in Sachsen wieder unter 300

Erstmals seit drei Wochen ist in Sachsen die Inzidenz wieder unter 300 gesunken. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen mit 296,3 angegeben. Am Mittwoch lag der Wert noch bei 300,8 und vor genau einer Woche bei 369,1. Zuletzt lag die Inzidenz am 22. Juli unter 300. Seit Anfang Juni war der Wert im Freistaat stetig angestiegen bis auf 579 am 22. Juli und seither wieder gefallen. Noch immer liegt die Inzidenz im Freistaat deutlich unter dem Bundesschnitt von aktuell 354,5.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

In den 13 Regionen im Freistaat gibt es sehr unterschiedliche Werte zwischen dem Landkreis Leipzig mit 365,0 und dem Landkreis Nordsachsen mit 234,0. Die Stadt Leipzig hat mit 357,8 den zweithöchsten Wert, gefolgt von Dresden mit 353,5. Niedrige Inzidenzen haben auch die Landkreise Görlitz (234,0) und Mittelsachsen (238,2).

10.21 Uhr: Mehr junge Menschen leben auf Kosten ihrer Angehörigen

Junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren leben in Deutschland mehrheitlich (51 Prozent) auf Kosten ihrer Eltern oder anderer Angehöriger. Nur 38 Prozent verdienten im vergangenen Jahr ihren Unterhalt überwiegend selbst und lebten von eigener Erwerbstätigkeit, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Noch 30 Jahre zuvor war das Verhältnis genau umgekehrt: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) lebten von ihrem Erwerbseinkommen und 40 Prozent waren noch von ihren Angehörigen finanziell abhängig. Jeder zehnte junge Mensch (10,4 Prozent) bezog im vergangenen Jahr sein Haupteinkommen aus öffentlichen Leistungen.

In dieser Gruppe finden sich auch viele, die weder in Ausbildung waren, noch im Job standen. Ihr Anteil ist in der Corona-Krise wieder auf 7,5 Prozent gestiegen, nachdem 2019 ein Zehn-Jahres-Tief von 5,7 Prozent erreicht worden war.

9.10 Uhr: Experte: Günstiger Corona-Trend in Österreich vor Ende

Die aktuell günstige Corona-Prognose in Österreich wird sich nach Ansicht von Experten langfristig nicht fortsetzen. Ende August oder Anfang September sei wieder mit einer schrittweisen Verschärfung zu rechnen, sagte der Simulationsforscher Niki Popper der Deutschen Presse-Agentur. Dies werde sich bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten zeigen. Die Fallzahlen selbst sagten auch in Österreich immer weniger aus, speziell seit der Abschaffung der Quarantäne-Pflicht für Infizierte am 1. August.

Der Schritt habe den Anreiz, sich testen zu lassen, weiter verringert, sagte Popper. "Dadurch ist den Fallzahlen derzeit nicht zu vertrauen." Einen Überblick könne man sich mit dem Monitoring des Abwassers verschaffen. Das Ende der Quarantänepflicht erhöhe im Modell die Ausbreitungsdynamik. "Es rennen mehr Leute herum, die sich gegenseitig anstecken." Allerdings sorgten aktuell die Saisonalität - im Sommer grassiert das Virus weniger - und eine partielle Immunität der Bevölkerung für einen dämpfenden Einfluss. Die Politik müsse nun entscheiden, ob generell Patienten mit Symptomen als Indikator für die Entwicklung genommen werden sollten, sagte der Experte, der auch die österreichische Regierung berät.

Das empfehle auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dazu wäre aber unabdingbar, das nun gestartete Hospitalisierungsregister mit vielen Daten lückenlos zu füllen. "Da geht es nicht nur darum, ob jemand "mit" oder "wegen" Covid im Spital liegt." Vielmehr gelte es, auch weitere Krankheiten und den Immunitätsstatus zu erfassen. "Wie hoch ist der Anteil nicht-geimpfter 40-Jähriger ohne Vorerkrankungen in der Klinik?".

8.00 Uhr: Raucher greifen seit Corona-Pandemie öfter zur Zigarette

Raucher in Deutschland greifen einer neuen Studie zufolge wieder häufiger zur Zigarette. Die vergangenen Monate hätten sich negativ auf das Rauchverhalten der Menschen in Deutschland ausgewirkt, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hannover. Jeder vierte Raucher rauchte demnach häufiger oder hatte erst kürzlich mit dem Tabakkonsum angefangen - nur jeder zehnte rauchte weniger oder hatte ganz aufgehört.

Im Sommer 2020 hatte jeder sechste befragte Raucher angegeben, seit Beginn der Corona-Krise mehr geraucht zu haben als vorher. Jeder Siebte sagte, er rauche seither weniger. Es sei noch unklar, ob und wie stark der Anstieg mit der Pandemie zusammenhänge, sagte der KKH-Suchtfragenexperte Michael Falkenstein. "Da Abhängigkeitserkrankungen über einen längeren Zeitraum hinweg entstehen, bilden sie sich statistisch in der Regel erst zeitverzögert ab." Möglich sei, dass viele ehemalige Raucher in den vergangenen Monaten rückfällig geworden seien. Mehr zu den Auswirkungen der Pandemie auf Süchte lesen Sie im Artikel Fördert die Corona-Pandemie die Sucht nach Tabak und Alkohol?

7.11 Uhr: Nordkorea will Coronavirus ausgerottet haben

Drei Monate nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im Land hat Nordkorea eigenen Angaben zufolge das Virus besiegt. Machthaber Kim Jong Un habe feierlich den Sieg im Kampf um die Ausrottung des "neuen Coronavirus" erklärt, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Donnerstag. Kim habe die Erklärung am Mittwoch in Pjöngjang bei einem nationalen Treffen zu den Maßnahmen gegen die Epidemie gemacht. Die Kampagne gegen das Virus sei nun abgeschlossen, doch müsse Nordkorea weiter wachsam sein und die Grenzgebiete wirksam überwachen, wurde er zitiert.

Seit fast zwei Wochen meldete das Land keine neuen Krankheits- oder Verdachtsfälle, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen. Es war nach wie vor unklar, wie viele Corona-Infektionen es tatsächlich gegeben hat. Das streng abgeschottete Land hatte Mitte Mai zum ersten Mal offiziell Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt und von einem epidemischen Ernstfall gesprochen. Allerdings sprach es seitdem von "Fieberfällen". Eigenen Angaben zufolge wurden seit Ende April fast 4,8 Millionen solcher Fälle verzeichnet. Es habe 74 Todesopfer gegeben.

Experten gehen davon aus, das Nordkorea über keine ausreichenden Test-Kapazitäten verfügt. Nach eigenen Angaben schickten die Behörden jedoch "mobile anti-epidemische" Teams sofort in diejenigen Regionen, in denen Fieberfälle vorgekommen seien, um dort PCR-Tests und Antikörpertests zur Ursache des Symptoms durchzuführen.

Donnerstag 6.02 Uhr: RKI registriert 59.888 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 354,5

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 354,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 366,8 gelegen (Vorwoche: 451,3; Vormonat: 661,4). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 59.888 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 74.645) und 153 Todesfälle (Vorwoche: 192) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.439.645 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

20.45 Uhr: Stiftung: Pflegebedürftige müssen besser vor Corona geschützt werden

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wirft Bund und Ländern fehlende Einigkeit bei der Corona-Bekämpfung und eine Benachteiligung von Pflegebedürftigen vor. So würden selbst nach zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie deutschlandweit einheitlich geltende Schutzmaßnahmen für die stationäre und ambulante Altenpflege fehlen, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch. Bund und Länder hätten versagt, wenn es um den Schutz dieser verletzlichen Gruppe gehe.

"Die Kritik der Gesundheitsminister der Länder an den Bundesplänen für das neue Infektionsschutzgesetz lenkt vom eigenen Versagen ab", sagte Brysch. "Einigkeit gab es nie." Nach wie vor litten die Pflegebedürftigen am meisten unter den Folgen der Pandemie. Die Gesundheitsministerkonferenz müsse sich jetzt "endlich auf tägliche Tests ohne Ausnahme für medizinisch-pflegerisches Personal und Besucher, Vorhalten externer Task-Forces sowie Ausweichquartiere im Falle von Infektionsausbrüchen" einigen. "Damit kann auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht entfallen, die den Personalmangel nur verschärft", erklärte Brysch.

18.28 Uhr: Urteil: Negative Corona-Tests machen Weiterarbeit möglich

Nach einem Aufenthalt in einem Corona-Risikogebiet darf ein Arbeitgeber negativ getestete Beschäftigte nicht für 14 Tage den Zutritt zum Betrieb mitsamt Lohnfortzahlung verweigern. Eine entsprechende betriebliche Anordnung ist unwirksam, wie am Mittwoch das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt urteilte.

Im konkreten Fall war der Kläger als Leiter der Nachtreinigung bei einem Lebensmittelproduzenten in Berlin tätig. Um Corona-Infektionen im Betrieb zu verhindern, hatte der Arbeitgeber für Arbeitnehmer eine 14-tägige Quarantäne ausgesprochen, wenn sie aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehren. Lohn sollten die Beschäftigten für diese Zeit auch nicht erhalten.

17.30 Uhr: Krankenhausgesellschaft will Korrekturen an Corona-Schutzplänen

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert in der Corona-Pandemie Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. "Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll", sagte Gaß der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes." Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar: Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand aufgebürdet.

"Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis (nach dreifacher Impfung) und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", erklärte Gaß.

15.37 Uhr: Sachsen meldet 2.544 neue Infektionen

Das sächsische Sozialministerium hat am Mittwoch 2.544 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden sechs weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.679.155 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.765 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.634.250 angegeben.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Unter den 13 Regionen in Sachsen hat die Stadt Leipzig mit 363,9 die höchste Inzidenz, im Landkreis Mittelsachsen liegt der Wert, der die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, bei 221,9.

14.30 Uhr: BKA: Corona-Pandemie verändert Kriminalitätslage

Während der Corona-Pandemie hat es weniger Wohnungseinbrüche und Diebstahlsdelikte gegeben. Zugenommen haben dagegen die registrierten Straftaten im Zusammenhang mit der Darstellung von sexuellem Missbrauch von Kindern sowie im Bereich Cybercrime, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Zudem sei ein gestiegenes Aggressionspotenzial bei Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen im zweiten Jahr der Corona-Pandemie verzeichnet worden.

Während der Covid-19-Pandemie habe sich die Digitalisierung der Gesellschaft deutlich beschleunigt und die Nutzung des Internets und sozialer Medien noch einmal verstärkt, erklärte das BKA die Entwicklung in seinem Bericht zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland. Dadurch hätten sich vermehrt Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle und die Gelegenheiten für Straftaten im Zusammenhang mit der Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und des sexuellen Missbrauchs von Kindern geboten. Der bereits seit Jahren zu beobachtende Trend steigender Fallzahlen habe sich in beiden Bereichen während der Pandemie noch einmal verstärkt.

Hohe Infektionszahlen und eine eingeschränkte Mobilität durch die staatlichen Corona-Maßnahmen hätten auch zu einem Rückgang der Mobilität in der Bevölkerung und damit zu einem vermehrten Aufenthalt im häuslichen Umfeld geführt, erklärte das BKA. Damit sei der deutliche Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen sowie dem Laden- und Taschendiebstahl zu erklären.

13.53 Uhr: Oberlausitzer Leinentage nach Corona wieder im großen Stil

Nach Einschränkungen durch die Corona-Pandemie finden die Internationalen Oberlausitzer Leinentage im Barockschloss Rammenau Ende August wieder im großen Stil statt. "Die Vorbereitungen für das 25-jährige Jubiläum laufen schon lange - nun ist es endlich soweit. Das Bühnenprogramm steht, die Stände für die zahlreichen Aussteller, Handwerker und Manufakturen sind geplant, der Zelt- und Bühnenaufbau ist in vollem Gange", teilte Schlösserland Sachsen am Mittwoch mit.

Der Markt für Leinenprodukte, Textil- und Schmuckdesign sowie alte Handwerkskunst öffnet am 26. August am Mittag. Bis 28. August präsentieren dann Manufakturen, Kunsthandwerker, Designer und Künstler aus mehreren europäischen Ländern ihre Arbeit. Die Palette reicht von Leinen, Blaudruck und Filzen bis hin zum Papierschöpfen, Spinnen, Weben und Korbflechten. Ein Kulturprogramm auf zwei Bühnen begleitet das Fest.

13.21 Uhr: Estlands Regierungschefin positiv auf Corona getestet

Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Morgen fing positiv an - leider Covid-positiv", teilte die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes am Mittwoch auf Facebook mit. Auf Anraten des Arztes werde sie die kommende Tage von zu Hause aus weiterarbeiten, mehrere geplante physische Termine müsse sie absagen.

Die 45-Jährige rief zugleich ihre Landsleute dazu auf, vorsichtig zu sein, auf ihre Gesundheit zu achten und sich impfen zu lassen. "Es ist gerade viel Covid unterwegs", schrieb Kallas. In Estland wurden zuletzt wie in vielen anderen Länder wieder steigende Neuinfektionen registriert.

Kaja Kallas, Ministerpräsidentin von Estland, ist positiv auf Corona getestet worden.
Kaja Kallas, Ministerpräsidentin von Estland, ist positiv auf Corona getestet worden. © Jonas Roosens/ANP/dpa

12.42 Uhr: Bildungsministerin schließt flächendeckende Schulschließungen aus

Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat mit Blick auf die Corona-Lage in den kommenden Monaten flächendeckende Schulschließungen abermals ausgeschlossen. "Wir müssen alles so vorbereiten, dass es nicht so weit kommt", sagte die FDP-Politikerin am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Unterricht sollte auch mittels digitaler Medien möglich sein, falls Lehrkräfte ausfielen, aber "immer nur begrenzt und nicht monatelange Schulschließungen", betonte Stark-Watzinger.

Zu Kritik an den Vorschlägen zum neuen Infektionsschutzgesetz sagte Stark-Watzinger: "Die Länder haben jede Möglichkeit, auch mit den Schulen sich Regeln zu geben." Es sei die Hausaufgabe für den Sommer gewesen diese vorzubereiten. Für rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnt an diesem Mittwoch wieder der Unterricht. NRW startet als erstes Bundesland nach dem Sommerferien-Ende.

11.27 Uhr: Lauterbach: Habe vierte Impfung nie allen Jüngeren empfohlen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will frühere Äußerungen zur vierten Corona-Impfung nicht als Empfehlung für alle jüngeren Menschen verstanden wissen. "Ich habe nicht gesagt: Für alle die vierte Impfung", sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im ZDF-"heute journal". "Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch." Der Minister hatte sich Mitte Juli in einem "Spiegel"-Interview zur vierten Corona-Impfung geäußert und gesagt, wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er "in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen".

Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für die verschiedenen Altersgruppen wie für die unter 60-Jährigen eine klare Botschaft brauche, sagte Lauterbach nun. Risikopatienten sollten seiner Ansicht nach nicht auf die angepassten Impfstoffe warten: Abwarten sei "für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch", sagte er im ZDF. Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, "dass man noch etwas zuwartet" und sich mit den neuen Impfstoffen behandeln lasse, sagte Lauterbach in den ARD-"Tagesthemen". Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine vierte Corona-Impfung derzeit nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Führende EU-Behörden haben sich für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, hat seine Äußerungen zur vierten Impfung konkretisiert.
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, hat seine Äußerungen zur vierten Impfung konkretisiert. © Bernd von Jutrczenka/dpa

10.38 Uhr: Deutschland-Tourismus nahezu auf Vor-Krisenniveau

Der Deutschland-Tourismus hat im Juni nahezu das Niveau vor der Corona-Krise erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Übernachtungen von Reisenden mit 48,9 Millionen nur noch um 3,4 Prozent unter dem Niveau des Juni 2019. Die Lücke zum Vorkrisenniveau sei seit Jahresbeginn 2022 beständig kleiner geworden, teilte die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mit. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland überschritten im Juni das Vorkrisenniveau sogar leicht um 0,3 Prozent. Bei Reisenden aus dem Ausland wurde dagegen noch ein Minus von 22,2 Prozent verzeichnet.

Im ersten Halbjahr verbuchten Hotels, Pensionen und sonstige Unterkünfte insgesamt 187,6 Millionen Übernachtungen. Das waren 146,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damals galt bis Ende Mai ein Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste. 162,4 Millionen Übernachtungen entfielen auf inländische Gäste (plus 132,2 Prozent). Noch deutlicher war die Erholung bei Reisenden aus dem Ausland: 25,2 Millionen Übernachtungen bedeuteten hier einen Zuwachs von 304,4 Prozent.

9.30 Uhr: Anwälte beantragen Haftprüfung für "Querdenken"-Gründer

Die Anwälte des inhaftierten "Querdenken"-Gründers Michael Ballweg wollen erreichen, dass der 47-Jährige, der den Protest gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen organisierte, schon bald auf freien Fuß kommt. Am kommenden Montagnachmittag werde es einen von ihnen beantragten Haftprüfungstermin geben, sagte der Anwalt Alexander Christ. Ein Sprecher des Amtsgerichts Stuttgart bestätigte den Termin.

Dabei solle geprüft werden, ob der dringende Tatverdacht und die Fluchtgefahr weiterhin bestehen, sagte Christ, der innerhalb eines Teams aus Anwälten die Medienarbeit übernommen hat. Was Ballwegs Anwälte so sicher macht, dass seine U-Haft bald zu Ende ist, lesen Sie hier im Artikel.

8.53 Uhr: 7-Tage-Inzident in Sachsen sinkt auf 300

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche in Sachsen ist weiter zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der am Mittwochmorgen mit 300,8 an. Am Dienstag lag der Wert noch bei 321,4 und vor genau einer Woche bei 383,5. Seit Anfang Juni war die Inzidenz im Freistaat stetig angestiegen bis auf 579 am 22 Juli und seither wieder gefallen. Noch immer liegt die Inzidenz im Freistaat deutlich unter dem Bundesschnitt.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

In den 13 Regionen im Freistaat gibt es sehr unterschiedliche Werte, aber im Gegensatz zum Dienstag keinen mehr über 400. Die höchsten Inzidenzen verzeichnen aktuell die Stadt Leipzig mit 363,9, der Landkreis Leipzig (361,9) und Chemnitz (349,0). Für Dresden gibt das RKI mit 321,3 den fünfthöchsten Wert in Sachsen an. Die niedrigsten Inzidenzen haben die Landkreise Mittelsachsen (221,9), Görlitz (237,1) sowie Bautzen (253,7).

7.51 Uhr: Entertainment- und Medienindustrie stärker als vor Corona

Nach schweren Umsatzeinbußen im ersten Corona-Jahr 2020 ist Deutschlands Entertainment- und Medienindustrie laut einer Studie im vergangenen Jahr wieder kräftig gewachsen. Die Branche habe um 10,7 Prozent zugelegt, 63,5 Milliarden Euro Gesamtumsatz erreicht und damit sogar das Vorkrisenniveau von 2019 (62,2 Milliarden Euro) übertroffen, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Zahlen gehören zum "German Entertainment & Media Outlook 2022-2026" von PwC.

"Neben Onlinewerbung waren es 2021 die Bereiche Internetvideo, Kino und Augmented und Virtual Reality, die die höchsten Wachstumsraten erzielten", steht in der Analyse. Die Experten erwarten, dass die Umsätze bis 2026 voraussichtlich um durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr wachsen und 2026 ein Niveau von 75 Milliarden Euro erreichen.
Der GEMO-Bericht wird seit 2002 von PwC erstellt. Die Studie analysiert die Entwicklung von 13 Segmenten der Entertainment- und Medienindustrie und prognostiziert ihre weitere Entwicklung.

6.30 Uhr: Lauterbach: Corona-Impfung alle drei Monate ist unsinnig

Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lässt sich aus den Planungen zum neuen Infektionsschutzgesetz keine Aufforderung zur Corona-Impfung alle drei Monate ableiten. Das wäre abwegig und medizinisch unsinnig, sagte er am Dienstag in den ARD-"Tagesthemen". Die von Lauterbach zusammen mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) erarbeiteten Gesetzespläne sehen vor, dass ab 1. Oktober Maskenpflichten für jene ausgesetzt werden, die frisch genesen sind oder deren jüngste Corona-Impfung weniger als drei Monate zurückliegt.

Im "heute journal" des ZDF erläuterte der Gesundheitsminister, die Drei-Monats-Regel berücksichtige, dass Testergebnisse zu angepassten Impfstoffen, die ab Herbst auf den Markt kommen, auch gut vor Ansteckungen schützen. Kontrolliert werden könne die Ausnahme von der Maskenpflicht mit einer farblichen Kennzeichnung des Impfzertifikats in der Corona-Warn-App. Die Kontrolle des Zertifikats sei durch solch eine Kennzeichnung einfach.

Mittwoch, 6.01 Uhr: RKI registriert 72.737 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 366,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von Infektionen mit dem Coronavirus am Mittwochmorgen mit 366,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 381,5 gelegen (Vorwoche: 477,9; Vormonat: 672,9). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 72.737 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 87.681) und 213 Todesfälle (Vorwoche: 210) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.379.757 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

18.50 Uhr: Gesundheitsminister sehen einige der neuen Corona-Regeln kritisch

Die Gesundheitsministerkonferenz sieht in dem Vorschlag für ein geändertes Infektionsschutzgesetz eine "gute Grundlage" zur Pandemiebekämpfung im Herbst und Winter. Das sagte die Vorsitzende der Konferenz, Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), am Dienstag in Magdeburg nach einem virtuellen Treffen mit ihren Länder-Amtskollegen und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

"Zum einen bieten bundeseinheitliche Maßnahmen wie die Maskenpflicht im Flug- und Fernverkehr Leitplanken für die Bewältigung der Herbstwelle. Zugleich bekommen die Länder Befugnisse, um weitergehende Schutzmaßnahmen anzuordnen", sagte Grimm-Benne. Diese Instrumente dienten dem Schutz von Infektionen, beugten aber auch Lockdowns und Schließungen vor. Weiter betonte sie, dass Schulen und Kitas offengehalten werden müssten.

Kritisch sehen die Länder die Regelungen zur Maskenpflicht bei Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen sowie in der Gastronomie. Ausnahmen für frisch Geimpfte und Genesene seien praktisch schwer umzusetzen und zu kontrollieren, hieß es.

Auch Sachsen kritisiert die geplante Regeln zur Maskenpflicht in Innenräumen.

18.03 Uhr: Maskenpflicht soll bei angespannter Lage in Innenräumen Regel sein

Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Fall einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter auf eine Maskenpflicht in Innenräumen einstellen. "Klargestellt ist, dass Maskenpflicht in Innenräumen bei einer angespannten Pandemielage die Regel sein soll", sagte Lauterbach nach einer Schaltkonferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Dienstag.

Mehrere Länder hatten im Vorfeld Kritik an geplanten Ausnahmen geübt. Hierbei geht es um den Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. Lauterbach sagte: "Nur in Ausnahmefällen soll davon abgewichen werden können." Dadurch werde die Notfall-Regel noch sicherer. "Von einem frisch Geimpften geht selbst dann ein relativ geringes Infektionsrisiko aus, wenn er keine Maske trägt." Die Länder hätten wichtige Anregungen zu dem Corona-Konzept gegeben, das er mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgeschlagen hatte. Den Wunsch nach einem bundeseinheitlichen Vorgehen begrüße er. Lauterbach rief die Länder auf, die Möglichkeiten des geplanten Infektionsschutzgesetzes zu nutzen.

16.44 Uhr: 3.282 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Dienstag 3.282 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Im gleichen Zeitraum gab es 19 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl an Infektionen in Sachsen liegt nun bei 1.676.611. Es starben 15.759 Menschen in Sachsen an oder mit einer Corona-Infektionen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 321,4. Am stärksten ist das Infektionsgeschehen im Landkreis Leipzig (Inzidenz: 428,8), am geringsten im Kreis Görlitz (223,5).

15.22 Uhr: Wut verstärkt Polarisierung in Impf-Debatte

Wer wütend und zugleich nicht gegen Corona geimpft ist, zeigt einer Studie zufolge weniger Neigung, sich impfen zu lassen. Die Erinnerung an wütend machende Ereignisse verstärke die Einstellungen, die Menschen ohnehin hätten, heißt es in der am Dienstag vorgestellten Untersuchung eines sozialwissenschaftlichen Teams der Freien Universität Berlin und der Uni Bamberg. Die Forscherinnen und Forscher hatten in einem Experiment mehr als 2.800 Menschen befragt. Sie erfassten dabei den Impfstatus der Befragten sowie deren Zustimmung oder Ablehnung einer Impfpflicht gegen Corona. Zusätzlich wiesen sie einen Teil der Befragten an, sich an ein sie ärgerndes Ereignis zu erinnern. Eine Kontrollgruppe erhielt keine derartige Aufforderung.

Sowohl bei Geimpften wie bei Ungeimpften sorgte laut der Studie Wut dafür, dass die Polarisierung zunahm. Wütende Geimpfte befürworteten eine Impfpflicht demnach stärker als jene in der Kontrollgruppe, wütende Ungeimpfte lehnten sie stärker ab. Bei Ungeimpften stellte das Forschungsteam überdies fest, dass Wut deren Feindseligkeit gegen Mitglieder anderer gesellschaftlicher Gruppen zunehmen ließ.

14.38 Uhr: Bislang mehr als vier Millionen Covid-19-Infizierte in Tschechien

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien seit Ausbruch der Pandemie hat die Marke von vier Millionen überschritten. Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Das entspricht nahezu 40 Prozent der Bevölkerung in dem 10,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Land. Dabei sind in dieser Zahl die nahezu 300.000 von den Gesundheitsbehörden registrierten sogenannten Reinfektionen nicht enthalten. Wer sich also zwei- oder mehrmals infizierte, wurde nicht mehrmals gezählt. Knapp 40.600 Menschen sind demnach mit oder an Covid-19 gestorben. Wie die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf das staatliche Statistikamt berichtete, war Covid-19 im vergangenen Jahr die häufigste Todesursache.

13.56 Uhr: BKA: Corona-Pandemie hat die Kriminalität verändert

Während der Corona-Pandemie hat es weniger Wohnungseinbrüche und Diebstahlsdelikte gegeben. Zugenommen haben dagegen Straftaten im Zusammenhang mit der Darstellung von sexuellem Missbrauch von Kindern sowie im Bereich Cybercrime, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Zudem sei ein gestiegenes Aggressionspotenzial bei Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen im zweiten Jahr der Corona-Pandemie verzeichnet worden.

Während der Covid-19-Pandemie habe sich die Digitalisierung der Gesellschaft deutlich beschleunigt und die Nutzung des Internets und sozialer Medien noch einmal verstärkt, erklärte das BKA die Entwicklung in seinem Bericht zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland. Dadurch hätten sich vermehrt Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle und die Gelegenheiten für Straftaten im Zusammenhang mit der Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und des sexuellen Missbrauchs von Kindern geboten.

Der bereits seit Jahren zu beobachtende Trend steigender Fallzahlen habe sich in beiden Bereichen während der Pandemie noch einmal verstärkt. Hohe Infektionszahlen und eine eingeschränkte Mobilität durch die staatlichen Corona-Maßnahmen hätten auch zu einem Rückgang der Mobilität in der Bevölkerung und damit zu einem vermehrten Aufenthalt im häuslichen Umfeld geführt, erklärte das BKA. Damit sei der deutliche Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen sowie dem Laden- und Taschendiebstahl zu erklären.

Eine Wissenschaftlerin des Landeskriminalamt Niedersachsen arbeitet mit einer Software gegen Cybercrime. Dieser Bereich an Straftaten hat während der Corona-Pandemie stark zugenommen.
Eine Wissenschaftlerin des Landeskriminalamt Niedersachsen arbeitet mit einer Software gegen Cybercrime. Dieser Bereich an Straftaten hat während der Corona-Pandemie stark zugenommen. © Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)

13.17 Uhr: Nach Corona-Absagen: Leipziger Buchmesse legt neues Konzept für 2023 vor

Die Leipziger Buchmesse will nach dreimaliger Absage in Folge wegen Corona mit neuen Ansätzen 2023 wieder Verlage, Autoren und Lesebegeisterte zusammenbringen. Neue Formate und eine aktualisierte Anordnung der Ausstellungsbereiche sollen Autorinnen und Autoren sowie deren Werke zu neuer Sichtbarkeit verhelfen, teilte die Messe am Dienstag in Leipzig mit. Die Coronapandemie habe in diesem Bereich Spuren hinterlassen. Abweichend vom traditionellen Termin Mitte März soll die Buchmesse 2023 vom 27. bis 30. April stattfinden.

"Unser oberstes Credo im kommenden Jahr ist es, wieder eine Leipziger Buchmesse in unseren Hallen stattfinden zu lassen, um Autorinnen und Autoren und Verlagen zur so notwendigen Sichtbarkeit zu verhelfen und das Buch in seiner Vielfalt noch ganzheitlicher zu erleben", erklärte Buchmessedirektor Oliver Zille. Den Angaben zufolge sollen in Zukunft etwa der Kinder- und Jugendbereich sowie die Phantastik in Halle 3 des Messegeländes ausgestellt werden. Damit bestehe eine räumliche Nähe zur Manga-Comic-Con in Halle 1. Die Zusammenführung beider Themenbereiche soll Kindern und Jugendlichen einen ganzheitlichen Blick auf die Literatur ermöglichen und so eine gezielte Investition in die Leseförderung sein.

Gleichzeitig wirbt die Messe mit neuen Workshop-Konzepten und Präsentationsformen, die von klassischen Lesungen abweichen. Die letzte Leipziger Buchmesse fand 2019 statt. Damals hatten sich 2.547 Aussteller beteiligt und es wurden rund 286.000 Besucher gezählt. Die Verschiebung der Buchmesse 2023 auf Ende April begründen die Veranstalter mit größerer Planungssicherheit.

12.24 Uhr: Inzidenz in Sachsen sinkt auf 321,4

Die Ansteckungsrate in Sachsen ist wieder etwas gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 321,4 an. Am Montag lag der Wert noch bei 427,7 und vor genau einer Woche bei 393,7. Seit Anfang Juni war die Inzidenz im Freistaat stetig angestiegen bis auf 579 am 22 Juli und bis 5. August wieder gefallen. Noch immer liegt die Inzidenz unter dem Bundesschnitt.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

In den 13 Regionen im Freistaat gibt es sehr unterschiedliche Werte. Die höchsten verzeichnen aktuell der Landkreis Leipzig mit 428,8 und die Städte Leipzig (378,7) und Chemnitz (367,0). Für Dresden gibt das RKI mit 320,0 den fünfthöchsten Wert in Sachsen an. Die niedrigsten Inzidenzen haben die Landkreise Görlitz (223,5), Mittelsachsen (252,4) sowie Bautzen (283,9).

10.58 Uhr: Weil sieht Diskussionsbedarf bei neuem Infektionsschutzgesetz

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht noch Diskussionsbedarf beim neuen Infektionsschutzgesetz. Dies gelte vor allem für die Frage, ob sich frisch gegen Corona Geimpfte von der Maskenpflicht befreien lassen können, sagte der SPD-Politiker dem Bremer "Weser-Kurier" (Dienstag). "Das halte ich nicht für eine kluge Regelung." Auch frisch Geimpfte könnten sich infizieren und andere anstecken.

Derzeit analysiere seine Landesregierung den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgestellten Gesetzesentwurf, sagte Weil. "Wir werden das tun, was notwendig ist", sagte er auf die Frage, ob Niedersachsen die zugestandenen Befugnisse voll ausschöpfen werde. Es werde bereits darüber nachgedacht, wie genau die neuen Regelungen auf Niedersachsen übertragen werden können. "Der Grundsatz lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich", sagte Weil. Am Nachmittag beraten die Gesundheitsressortchefs der Länder und des Bundes über den Gesetzesentwurf.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

10.08 Uhr: Mihambo mit Corona infiziert: Bangen um EM-Start in München

Titelfavoritin Malaika Mihambo muss nach einer Corona-Infektion um ihren Start bei der Leichtathletik-EM in München bangen. Die 28 Jahre alte Weitsprung-Weltmeisterin hat sich nach der WM in Eugene mit dem Virus infiziert, teilte ihr Management am Dienstag mit. "Es war zwar ein milder Verlauf, aber ich habe mich müde und schlapp gefühlt und zehn Tage nicht trainiert", sagte Mihambo. "Die Quarantäne und die Symptome haben eine optimale Wettkampfvorbereitung leider unmöglich gemacht."

Ob sie bei der bei der EM antreten könne, entscheide sich im Laufe der nächsten Woche, hieß es in der Mitteilung. Die Weitsprung- Qualifikation der Frauen ist im EM-Zeitplan am Dienstag kommender Woche terminiert. Das Finale wird am 18. August ausgetragen.

Malaika Mihambo bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene.
Malaika Mihambo bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Eugene. © dpa/Michael Kappeler

9.16 Uhr: Grimm-Benne hält Corona-Schutzkonzept des Bundes für gute Grundlage

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Petra Grimm-Benne (SPD), sieht im Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz eine gute Grundlage für weitere Diskussionen zum Schutz vor dem Coronavirus. "Der Daumen geht eindeutig rauf", sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Länder hätten gefordert, dass der Entwurf frühzeitig vorliege, um im Sommer darüber zu diskutieren. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten am Nachmittag über das weitere Vorgehen beraten.

Zur Kritik am Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist, sagte Grimm-Benne, in den Gesetzentwurf sei eingeflossen, was ein Expertenbericht ergeben habe. Es sei deutlich geworden, dass der Impfschutz nach drei Monaten erheblich nachlasse. Niemand werde verlangen, dass man sich alle drei Monate neu impfen lasse. Es wäre aber ein verhältnismäßig gutes Mittel, dann Masken zu tragen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) hatten vergangene Woche ein Schutzkonzept für den Herbst und Winter vorgestellt. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben

8.35 Uhr: Bayern fordert deutliche Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes

Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden. "Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf", sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. Im Zentrum des Bundeskonzeptes steht das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fliegern gelten. Neu hinzu kommt eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen zudem selbst entscheiden, ob sie in öffentlich zugänglichen Innenräumen FFP2-Masken vorschreiben.

Konkreten Klärungsbedarf sieht Bayerns Gesundheitsminister etwa beim Abwassermonitoring und der sogenannten RKI-Surveillance, "bei denen leider völlig unklar ist, welche Werte und Daten wir als Alarmsignal verwenden können".

Sprechen müsse man auch über die vorgesehenen Ausnahmen von Maskenpflichten für frisch Geimpfte und Genesene, sagte Holetschek. Diese seien fachlich nicht zu rechtfertigen, da auch frisch Geimpfte und Genesene Infektionen übertragen könnten. Auch über die Kontrolle der Maskenpflicht herrscht Holetschek zufolge noch Unklarheit.

7.15 Uhr: Haustiere aus Corona-Zeit füllen Tierheime

Viele Tierheime in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes zurzeit überlastet. So nehmen unter anderem das Tierheim in Berlin und das in Nürnberg keine neuen Tiere mehr auf, weil sie schon zu viele Hunde, Katzen und Kleintiere betreuen. "Wir sind voll bis unters Dach", sagt die Nürnberger Tierheimleiterin Tanja Schnabel. Auffällig ist nach Angaben mehrerer Tierheime, dass besonders viele junge Hunde abgegeben werden, die schwierig im Umgang seien und viel Betreuung bräuchten."

Da hatten sich die Leute vermutlich unbedarft im Zuge des Corona-Haustierbooms kleine Welpen ins Haus geholt, aber nicht die notwendige Erziehungsarbeit geleistet. Spätestens mit dem Beginn der Pubertät waren sie dann völlig überfordert mit dem Junghund", meint Beate Kaminski vom Berliner Tierheim.

Mischling Jessy (1) ist in ihrer Box im Tierheim Nürnberg. Haustiere aus der Corona-Zeit bevölkern die Tierheim, hier das Tierheim Nürnberg.
Mischling Jessy (1) ist in ihrer Box im Tierheim Nürnberg. Haustiere aus der Corona-Zeit bevölkern die Tierheim, hier das Tierheim Nürnberg. © Daniel Löb/dpa

Dienstag, 6.12 Uhr: RKI registriert 78.698 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 381,5

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 381,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 389,3 gelegen (Vorwoche: 516,1; Vormonat: 700,3). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 78.698 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 102.698) und 170 Todesfälle (Vorwoche: 171) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.307.020 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das war der Montag

20.10 Uhr: Gesundheitsminister beraten über neues Infektionsschutzgesetz

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstag in einer virtuellen Sondersitzung über das neue Infektionsschutzgesetz beraten. Es sei mit Blick auf den Herbst ein allgemeiner Austausch angedacht, um ein Länderbild zu bekommen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Sachsen-Anhalt vorab. Vergangene Woche hatten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) das neue Corona-Schutzkonzept für den Herbst vorgestellt. Einige Länder hatten signalisiert, dass es noch viel Klärungsbedarf gibt.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass bundesweit in Fernzügen und Flugzeugen weiterhin eine Maskenpflicht gilt, hinzu kommt die Pflicht zum Tragen einer Maske in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben. Kritik gibt es vor allem an dem Plan, auf die Maskenpflicht in Restaurants und bei Veranstaltungen zu verzichten, wenn die Corona-Impfung nicht länger als drei Monate zurückliegt.

15.46 Uhr: AfD kritisiert geringe Zahl von Entschädigungen nach Impfschaden

Die AfD hat die geringe Quote genehmigter Anträge auf Entschädigungen nach einem Corona-Impfschaden kritisiert. Sie bezog sich dabei am Montag auf eine Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten André Wendt, Vizepräsident des Sächsischen Landtages. Demnach wurden von den bis Ende Juni eingereichten 256 Anträgen bisher zwölf genehmigt und 94 abgelehnt. Bei dem Rest steht eine Entscheidung noch aus, zwei Fälle hatten sich von selbst erledigt.

"Die Landesregierung hat die Bürger aufgerufen, sich impfen zu lassen und sich damit solidarisch zu zeigen. Deshalb muss sich die Regierung auch gegenüber den Geschädigten der von ihr vorangetriebenen Maßnahmen solidarisch zeigen", argumentierte Wendt. Wer eine Impfung ausdrücklich empfehle und die Pharmakonzerne aus der Haftung nehme, müsse den Bürgern mit Impfschäden "uneingeschränkt zur Seite stehen". Der AfD-Politiker monierte, dass unter den abgelehnten Anträgen auch Fälle von Hirnblutung, Herzmuskelentzündung, Lähmung und Lungenembolie waren.

Immer wieder verunsichern Impfgegnerinnen und Impfgegner mit Berichten über angebliche Impfschäden nach einer Corona-Impfung. Das für Impfstoffsicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlichte Ende 2021 einen Sicherheitsbericht zu den Covid-Impfstoffen. Demnach betreffe die ganz überwiegende Zahl der Nebenwirkungen von in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen vorübergehende lokale Reaktionen. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen [...] sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe."

Sachsen hat mit einem Wert von 64,7 Prozent bundesweit die geringste Quote bei der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus. Nicht einmal die Hälfte (49,7 Prozent) der Geimpften hat eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nach Angaben des Sozialministeriums wurden im Freistaat bislang knapp 7,4 Millionen Corona-Impfungen verabreicht.

15.20 Uhr: Justizministerien: Wegen Corona drohen Prozesse zu platzen

Die Justizministerinnen und -minister aus sieben Bundesländern warnen davor, dass wegen der Corona-Pandemie Strafprozesse zu platzen drohen. Grund sei das Auslaufen einer vom Bundesgesetzgeber im März 2020 geschaffenen, zeitlich befristeten Vorschrift, wonach Gerichtsprozesse aufgrund von Infektionsschutzmaßnahmen länger als üblich unterbrochen werden könnten, teilte das niedersächsische Justizministerium am Montag in Hannover mit. Die Regelung sei zum 30. Juni entfallen.

Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein fordern deshalb umgehend eine Nachfolgeregelung. Eine neue Regelung erst mit dem Corona-Maßnahmenpaket des Bundes zum Herbst komme zu spät, hieß es aus den sieben CDU-geführten Ministerien.

"Die Infektionen greifen nur so um sich", sagte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU): "Gerichte und Staatsanwaltschaften benötigen dringend und vor allem zügig mehr Flexibilität." Bei Überschreiten der Unterbrechungsfristen nur um einen Tag müsse die komplette Verhandlung neu begonnen werden: "Das ist nicht nur für die Gerichte frustrierend und für die Opferzeugen belastend - es kostet den Steuerzahler auch sehr viel Geld."

13.34 Uhr: Biontech kündigt neuen Corona-Impfstoff für Oktober an

Das Pharmaunternehmen Biontech testet seinen neuen Corona-Impfstoff. In diesem Monat beginne eine klinische Studie zu einem an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoff, teilte Biontech mit. Falls die zuständigen Behörden dies genehmigten, könnten erste Dosen ab Oktober ausgeliefert werden. Zuvor hatte Biontech bereits einen an die Variante BA.1 angepassten Impfstoff entwickelt.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat Mitte Juni das Prüfverfahren für diesen Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer gestartet. Die EMA prüft zudem einen angepassten Impfstoff des US-Herstellers Moderna, der ebenso wie das Vakzin von Biontech/Pfizer auf der mRNA-Technologie basiert. Bisher ist noch kein Impfstoff in der EU zugelassen, der auch auf Varianten des Corona-Virus abzielt.

Biontech gab zudem an, seinen Umsatz im ersten Halbjahr im Vergleich zur ersten Hälfte 2021 um 30,1 Prozent auf 9,57 Milliarden Euro gesteigert zu haben. Der Nettogewinn legte um 37,2 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Montag in Mainz mitteilte. In der Betrachtung allein des zweiten Quartals gab es allerdings sowohl beim Umsatz (minus 39,8 Prozent auf 3,20 Milliarden) als auch beim Gewinn (minus 40,0 Prozent auf 1,67 Milliarden) einen Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

12.27 Uhr: Lockdown in "Chinas Hawaii" ausgeweitet - Zehntausende gestrandet

Nach dem Ausbruch des Coronavirus auf der Tropeninsel Hainan sind außer für das Urlauberparadies Sanya auch Lockdowns für vier andere Orte verhängt worden. Staatsmedien nannten am Montag die Städte Wanning, Danzhou, Qionghai and Lingshui. Zehntausende chinesische Touristen stecken in "Chinas Hawaii" fest, da Flüge, Bahnverbindungen und anderer öffentlicher Verkehr gestoppt wurden.

In weniger als einer Woche wurden auf der zehn Millionen Einwohner zählenden südchinesischen Insel mehr als 1.100 Ansteckungen entdeckt, wie Staatsmedien am Montag berichteten. Ein Problem seien mangelnde Testkapazitäten, so dass das ganze Ausmaß noch nicht bekannt sei. Allein in Sanya stecken rund 30.000 Touristen in Hotels fest, während rund 50.000 weitere in ihren Ferienapartments untergekommen sind.

Die Behörden ordneten eine Halbierung der Hotelpreise für gestrandete Touristen an. Die parteinahe Zeitung "Global Times" berichtete jedoch von "Einzelfällen", wo Hotels den Preisnachlass verweigerten oder kurzerhand die Preise verdoppelt hätten. Die Behörden wollten sich um die gemeldeten Probleme kümmern, hieß es.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt China unverändert eine strenge Null-Covid-Strategie, um jeden Ausbruch im Keim zu ersticken. Auf einzelne Infektionen wird sofort mit Ausgangssperren, Massentests und anderen Beschränkungen reagiert. Die Maßnahmen sind aber eine Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft, die nur noch deutlich langsamer wächst.

11.12 Uhr: CDU wirft Lauterbach Panikmache vor

Der CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wegen des neuen Corona-Schutzkonzepts der Bundesregierung Panikmache vorgeworfen. "Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg", sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag im Deutschlandfunk. Im Sommer sei eine Grundimmunisierung erreicht worden, weshalb es seiner Meinung nach einen "relativ entspannten Corona-Herbst und -Winter" geben werde. Lauterbach verunsichere mit seinem Kurs die Bevölkerung. "Ich wundere mich, dass die FDP diesen Panikmodus auch mitmacht."

Der Entwurf von Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) sieht vor, dass die Länder Masken von Oktober an in öffentlich zugänglichen Innenräumen wieder verpflichtend machen können. Bundesweit soll weiterhin Maskenpflicht in Fernbahnen und Flugzeugen sowie zudem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Viel Kritik gibt es am Plan, auf die Maskenpflicht in Restaurants und bei Veranstaltungen zu verzichten, wenn die Corona-Impfung nicht länger als drei Monate zurück liegt.

Rüddel äußerte sich überzeugt, dass es an diesem Entwurf im Laufe der parlamentarischen Beratungen "deutliche Veränderungen" geben werde. "Das verstehe ich nicht, dass man sich alle drei Monate impfen lassen soll", sagte der CDU-Politiker. "In allen anderen europäischen Ländern geht man anders um mit den Planungen für den Corona-Winter."

10.45 Uhr: Hongkong reduziert Quarantäne bei der Einreise auf drei Tage

Hongkong hat seine Quarantänepflicht für Einreisende von sieben auf drei Tage verringert. Auf den Aufenthalt in einem amtlich zugewiesenen Quarantäne-Hotelzimmer müssten allerdings weitere vier Tage gesundheitliche Beobachtung folgen, wie Regierungschef John Lee am Montag ankündigte. Dabei könnten sich Betroffene draußen bewegen, dürften aber keine Restaurants, Bars oder Orte besuchen, die normalerweise einen Impfnachweis erfordern.

Die neuen Regeln gelten von Freitag an und sollen ein Höchstmaß an wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten ermöglichen, wie Lee sagte. Damit geht die chinesische Sonderverwaltungsregion deutlich weiter als die Behörden in der Volksrepublik China, die bei der Einreise sieben Tage Zwangsquarantäne und drei Tage Beobachtung anordnen. Lokale Regelungen können auch noch weiter gehen.

Während Hongkong täglich einige Tausend Neuinfektionen verzeichnet, verfolgt China eine strikte Null-Covid-Strategie, die mit Ausgangssperren und anderen Beschränkungen jeden Ausbruch im Keim ersticken soll. Die Maßnahmen sind allerdings eine Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft, die im zweiten Quartal nur noch um 0,4 Prozent gewachsen ist.

9.49 Uhr: Dressur-WM: Kein Protest nach Corona-Infektion eines Briten

Die deutsche Delegation bei der Dressur-WM in Dänemark wird trotz des Rittes eines corona-infizierten Briten keinen Protest einlegen. "Nein, das werden wir nicht machen", sagte Equipe-Chef Klaus Roeser am Montagmorgen. "Das ist nicht unser Stil, sportlich ist es entschieden." Ohne das Ergebnis des infizierten Gareth Hughes hätten die Briten am Sonntagabend in Herning nicht den zweiten Platz hinter Dänemark belegt, sondern Deutschland.

Der britische Mannschaftskollege Richard Davison hatte die Infektion von Hughes am Sonntagabend öffentlich gemacht und nach der Silbermedaille seines Teams bei der Pressekonferenz gesagt: "Er hat Covid." Roeser sagte dazu: "Wir wussten das nicht. Wir haben es auch da erst erfahren." Für ihn sei das Vorgehen des britischen Reiters, der auch bei der Siegerehrung auf dem Podium war, eine "menschliche Enttäuschung".

Bei der Pressekonferenz hatte Hughes gefehlt, wodurch es zu Nachfragen kam. Eine Sprecherin des britischen Teams hatte daraufhin gesagt: "Er muss nach den geltenden Gesetzen nicht in Quarantäne." Alle Regeln seien eingehalten worden. "Er hat Abstand zu allen gehalten", erklärte sie. Mit dem Veranstalter sei das Vorgehen abgesprochen gewesen.

Dressurreiter Gareth Hughes (Großbritannien) reitet am Samstag auf Classic Briolinca. Hughes war trotz einer Corona-Infektion bei der Prüfung gestartet. Großbritannien gewann die Silbermedaille vor Deutschland und hinter Dänemark.
Dressurreiter Gareth Hughes (Großbritannien) reitet am Samstag auf Classic Briolinca. Hughes war trotz einer Corona-Infektion bei der Prüfung gestartet. Großbritannien gewann die Silbermedaille vor Deutschland und hinter Dänemark. © Friso Gentsch/dpa

9.01 Uhr: FDP-Politiker unzufrieden mit Corona-Schutzkonzept der Regierung

Das Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter stößt bei einigen FDP-Abgeordneten im Bundestag auf Widerstand. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der "Welt", der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen. "Warum zum Beispiel eine Maskenpflicht im Freien verhängt werden kann, ist mir nicht klar."

Auch der Abgeordnete Frank Schäffler verlangte "dringend" Nachbesserungen am Entwurf für das Infektionsschutzgesetz. Er halte etwa die Möglichkeit einer landesweiten Hotspot-Regelung für einen Rückschritt. Und auch die Möglichkeit der Maskenpflicht an Schulen sei ein Ärgernis. Er werde seine Zustimmung von Veränderungen abhängig machen, sagte Schäffler. Sein Kollege Christoph Hoffmann äußerte sich ähnlich: "Ich bin mir sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Form keine Mehrheit finden wird."

Dagegen sagte Fraktionschef Christian Dürr der "Welt", die Maßnahmen seien ein guter Kompromiss. Die FDP habe erreicht, dass es keine tiefgreifenden Grundrechtseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren, Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen mehr geben werde. Parlamentsgeschäftsführer Stephan Thomae sagte, die Maßnahmen seien sowohl wirksam wie auch zumutbar.

Buschmann und Lauterbach hatten das Konzept am Mittwoch vorgestellt. Ihr Entwurf sieht vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Montag: 7.05 Uhr: Schwesig: Länder sollten beim Infektionsschutzgesetz mitberaten

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat den Bund zu gemeinsamen Beratungen über das künftige Infektionsschutzgesetz aufgefordert. Zudem sprach sie sich für eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen aus. Es gebe einen regelmäßigen Austausch auf der Ebene der Gesundheitsminister, das sei auch richtig so, sagte die SPD-Politikerin dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Montag). Sie halte es aber für notwendig, dass auch die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer über die ab 1. Oktober geplanten Corona-Regeln beraten. "Das Gesetz muss auch durch den Bundesrat", sagte Schwesig. Zudem sollte es dann auch möglichst einheitlich umgesetzt werden.

Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf soll bundesweit weiterhin eine Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Bundesländer sollen ferner selbst entscheiden können, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Schwesig sagte: "Die Maske ist das mildeste Mittel beim Schutz vor Corona." Im Moment sei die Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr und in besonders geschützten Bereichen ausreichend. Bei steigenden Corona-Zahlen oder aggressiveren Virusvarianten jedoch wäre eine Maskenpflicht in Innenräumen besser als Schließungen. Arbeitgeber und Verbände hatten ein einheitliches Vorgehen der Länder angemahnt.

Corona-Pandemie - Das geschah am Freitag

18.11 Uhr: Bildungsministerin zu Corona: "Nächstes Schuljahr muss normal werden"

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht im Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter eine gute Grundlage für den Schulbetrieb im dritten Jahr der Pandemie. "Es freut mich besonders, dass wir bei den Schulen eine Regelung gefunden haben, die flächendeckende Schulschließungen vermeidet. Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast bislang getragen", sagte Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur. "Das nächste Schuljahr muss ein normales werden, zumindest so normal, wie es nur möglich ist. Dafür werde ich kämpfen", versicherte die FDP-Politikerin.

Die politisch Verantwortlichen seien es der jungen Generation schuldig, "ihr alle Chancen auf eine gute Entwicklung im Leben zu bieten". Sie sei sehr zuversichtlich, dass sich im nun anstehenden Schuljahr Präsenzunterricht und Infektionsschutz "angemessen miteinander vereinen" ließen, sagte Stark-Watzinger. Am kommenden Mittwoch startet Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ins neue Schuljahr.

Bundesjustiz-und Bundesgesundheitsministerium hatten in dieser Woche ihr Corona-Schutzkonzept für den Herbst und den Winter vorgestellt. Ein zentrales Instrument ist die Maskenpflicht, die ab Oktober in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder möglich sein soll. An Schulen darf demnach nur dann eine Maskenpflicht verhängt werden, wenn der Präsenzunterricht auszufallen droht - und nur ab Klasse fünf. "Maske ist das letzte Mittel, bevor Präsenzunterricht ausfällt", erklärte Stark-Watzinger dazu.

Dass Grundschulen künftig komplett von der Maskenpflicht ausgenommen werden, stößt beim Deutschen Lehrerverband und beim Verband für Bildung und Erziehung auf Unverständnis. Es sei "völlig unverständlich", dass selbst bei drohenden Personalausfällen und Teilschulschließungen an Grundschulen künftig keine Masken mehr angeordnet werden können, sagte Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger der dpa. Stark-Watzingers Ministerium weist wiederum auf Anfrage darauf hin, dass das dauerhafte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes "gerade in der Grundschule" für Kinder belastend sei und den Start in das Schulleben erschweren könne.

17.14 Uhr: Nach Tod von Ärztin Kellermayr Durchsuchung im Kreis Starnberg

Nach dem Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr ist am Freitag in Oberbayern die Wohnung eines Mannes durchsucht worden. Dem 59-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg werde Bedrohung und Nachstellung Kellermayrs vorgeworfen, berichtete die Generalstaatsanwaltschaft München anschließend.

Der Mann soll sich im Internet und in sozialen Netzwerken entsprechend geäußert haben. In einer Äußerung soll Kellermayr bedroht worden sein, dass sie beobachtet werde und solche "Kreaturen" künftig vor "Volkstribunale" gebracht würden.

Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin war massivsten Morddrohungen aus der Szene der Maßnahmengegner ausgesetzt. Sie wurde am vergangenen Freitag tot in ihrer Praxis gefunden. Das vorläufige Obduktionsergebnis bestätigte einen Suizid.

Laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Klaus Ruhland stellte die Kripo Fürstenfeldbruck am Freitagmorgen Datenträger bei dem Verdächtigen aus dem Kreis Starnberg sicher. Der 59-Jährige habe sich kooperativ gezeigt. Weitere Auskünfte gaben die Ermittler zunächst nicht. Auch die Behörden in Österreich und die Staatsanwaltschaft in Berlin ermitteln in dem Fall.

15 Uhr: Beschäftigung in USA steigt deutlich stärker als erwartet

Die US-Wirtschaft hat im Juli deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft seien 528.000 Stellen hinzugekommen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 250.000 neuen Stellen gerechnet.

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli wieder auf das Niveau gefallen, das vor der Corona-Pandemie bestand. Die Arbeitslosenquote ging von 3,6 auf 3,5 Prozent zurück. Nach Angaben des Ministeriums waren etwa 5,7 Millionen Menschen ohne Job. Beide Werte entsprächen dem Vor-Corona-Niveau im Februar 2020.

Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 28.000 Stellen nach oben revidiert. In der Corona-Krise war der Arbeitsmarkt zeitweise dramatisch eingebrochen. Mittlerweile hat er sich deutlich erholt und die Unternehmen klagen über Arbeitskräftemangel.

14.29 Uhr: Streit um Corona-Maske in Neuruppin - Mann schlägt Busfahrer

Im Streit um die richtige Corona-Maske in einem Bus in Neuruppin (Kreis Ostprignitz-Ruppin) hat ein Fahrgast den Busfahrer geschlagen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, trug der Mann, der an der Haltestelle vor der Fontaneschule in den Bus steigen wollte, eine medizinische Maske. Da aber eine FFP2-Maskenpflicht gelte, habe der Fahrer des Busses den Fahrgast darauf hingewiesen und ihn aus dem Bus verwiesen. Der Mann kam der Aufforderung zwar nach, trat dann aber gegen die Tür. Der Busfahrer öffnete den Bus wieder, woraufhin der aggressive Mann dem 44-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht verpasste und dann flüchtete. Die Polizei bittet um Hinweise zu dem Vorfall, der sich am Mittwoch ereignet hatte.

13.22 Uhr: Patientenschützer für Rückkehr kostenloser Bürgertests

Corona-Schnelltests in Testzentren sollten nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz wieder kostenlos sein. Derzeit stocke es bei der Erstattung für die Testanbieter, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe die Anfang Juli getroffene Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung zur Abrechnung der sogenannten Bürgertests noch immer nicht rechtlich abgesichert. "Karl Lauterbach ist aufgefordert, das bis zum 8. August verbindlich zu regeln", erklärte Brysch.

Bürgertests sind seit Ende Juni nicht mehr für alle gratis, sondern nur noch für bestimmte Risikogruppen und Anlässe. Zu weiteren Anlässen wie vor Veranstaltungen in Innenräumen sind sie mit drei Euro Zuzahlung zu haben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die für die Abrechnung mit den Testzentren zuständig ist, hatte die Regelung als zu bürokratisch kritisiert und angekündigt, die Tests nicht mehr abrechnen zu können.

Anfang Juli einigte sie sich mit Lauterbach. Die Kassenärztlichen Vereinigungen nehmen demnach weiterhin die Abrechnungen der Teststellen entgegen und Auszahlungen vor. Laut Ministerium sollen sie auch Abrechnungen überprüfen, Auffälligkeiten bei Testergebnissen sollen aber nicht von ihnen, sondern "nachgelagert" bewertet werden. Die KBV betonte, sie müssten die neuen Anspruchsvoraussetzungen für Bürgertests nicht prüfen.

Aus Sicht des Patientenschützers Brysch legt die Bundesregierung Testwilligen derzeit immer mehr Steine in den Weg. "Vor dem Hintergrund der komplizierten und praxisfernen Vereinbarung mit der KBV wäre es klug, die Bürgertests wieder kostenlos zu machen", sagte er. Anders als die Impfung verhindere das Testen eine unkontrollierte Weitergabe des Virus.

12.20 Uhr: Ärztin wegen falscher Masken-Atteste zu Haftstrafe verurteilt

Wegen der Ausstellung von Hunderten falschen Masken-Attesten ist eine Ärztin aus Oberbayern zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Aufgrund der mangelnden Schuldeinsicht der Angeklagten sei die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt worden, erläuterte Amtsgerichts-Direktorin Christine Schäfer am Freitag. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hätten mittlerweile Berufung gegen das Urteil eingelegt.

In der Pandemie hatten insbesondere Corona-Leugner häufig versucht, von Ärzten Befreiungen von der Masken-Pflicht zu erhalten. Begründet wurde dies dann damit, dass die Inhaber der Atteste angeblich aus medizinischen Gründen keine Masken tragen könnten. Die angeklagte Medizinerin soll solche Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben, ohne die Betroffenen richtig untersucht zu haben. Insgesamt ging es um 309 Fälle.

12.02 Uhr: DAK: Mehr Arbeitsausfall im Osten durch Corona

In den östlichen Bundesländern hat das Coronavirus einer Untersuchung der DAK-Gesundheit zufolge im ersten Halbjahr 2022 für deutlich mehr Fehltage gesorgt als im Westen. Insgesamt seien die Krankschreibungen wegen Corona in diesem Zeitraum jedoch in ganz Deutschland stark gestiegen, teilte die Krankenkasse am Freitag in Hamburg mit. Den meisten Arbeitsausfall habe die Omikronvariante des Virus verursacht.

Die Erhebung basiert auf Daten aller 2,3 Millionen Beschäftigten, die bei der DAK versichert sind. Aufgrund dieser hohen Zahl gehe die Ersatzkasse davon aus, dass die Zahlen repräsentativ für ganz Deutschland sind, sagte DAK-Sprecherin Dorothea Wiehe.

Die meisten Corona-Fehltage gab es der Studie zufolge mit 92 Tagen pro 100 Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern. Das seien doppelt so viele wie in Nordrhein-Westfalen gewesen, wo es nur 46 Tage waren. Auf den Plätzen zwei und drei landeten demnach Thüringen mit 88 Tagen und Brandenburg mit 86 Tagen.

Am wenigsten fielen Corona-bedingt laut DAK-Zahlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bremen und Hamburg aus. In beiden Stadtstaaten habe das Virus für je 41 Fehltage pro 100 Beschäftigte gesorgt.

Den höchsten Anteil an Krankschreibungen wegen Corona in westlich gelegenen Bundesländern hatte der Untersuchung zufolge Bayern mit 84 Fehltagen pro 100 Beschäftigte. Im Ost-Vergleich war demnach Sachsen-Anhalt mit 66 Tagen noch am wenigsten betroffen.

11.03 Uhr: Corona-Testzentren erhalten kein Geld mehr

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben die Auszahlungen an die Corona-Testzentren gestoppt. "Der Grund ist eine fehlende Rechtssicherheit, die das Bundesgesundheitsministerium noch klären wollte", sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am Freitag. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die für die Abrechnung und Auszahlung der Testkosten zuständig sind, befürchten, bei Betrügereien haftbar gemacht zu werden.

Nach der neuen Testverordnung gibt es seit dem 30. Juni kostenlose Tests und Tests mit drei Euro Zuzahlung nur für bestimmte Personengruppen, die ihren Anspruch nachweisen müssen. Nach Protesten der Kassenärztlichen Vereinigungen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zugesagt, dass diese die Anspruchsvoraussetzungen für die Tests nicht inhaltlich prüfen müssten.

Eine entsprechende Änderung der Testverordnung stehe aber immer noch aus, kritisiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Brief an Lauterbach, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Deshalb sähen sich die Vereinigungen derzeit "außerstande, Auszahlungen vorzunehmen".

Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, äußerte sich empört. "Dass die Betreiber von Testzentren für ihre Arbeit im Juli vorerst kein Geld bekommen, ist ein Skandal", sagte er. "Die Testzentren bleiben auf den hohen Kosten für Material, Personal und Räumen sitzen. Wenn die nächste Corona-Welle kommt, brauchen wir ausreichend Testzentren in der Fläche."

9.20 Uhr: Lehrerverband fordert niedrigschwellige Impfangebote an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband hat neue niedrigschwellige Impfangebote an den Schulen gefordert. "Wir denken da an mobile Impfstationen und Impfbusse, was sich auch in der Vergangenheit schon bewährt hat", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Gefordert seien die staatlichen Gesundheitsämter und -behörden sowie die Kommunen.

Meidinger bekräftigte seine Kritik an der geplanten Ausnahme von der Maskenpflicht für Grundschüler. Erklärungsbedürftig sei, warum die Politik es im Grundschulbereich lieber in Kauf nehme, dass bei heftigem Infektionsgeschehen Unterricht ausfalle, anstatt zur Vermeidung im Vorfeld eine Maskenpflicht anordnen zu können, sagte Meidinger. Dies sei umso bedenklicher, als in den Grundschulen die Quote nicht geimpfter Kinder nach wie vor am höchsten sei.

7.18 Uhr: RKI registriert 59.506 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 432,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 432,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 451,3 gelegen (Vorwoche: 607,0; Vormonat: 687,7). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 59.506 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 84.798) und 165 Todesfälle (Vorwoche: 153) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Freitag, 5.50 Uhr: Gesundheitsminister Lauterbach mit Corona infiziert

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 59-Jährige sei am Donnerstagabend positiv getestet worden, teilte sein Ministerium am frühen Freitagmorgen mit. Ihm gehe es gut, er habe nur leichte Symptome und nehme seine Amtsgeschäfte vorübergehend aus der häuslichen Isolation war. Lauterbach ist nach Angaben seines Ministeriums vierfach geimpft.

"Dies zeigt, dass bei der hochansteckenden Omikronvariante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen ist", schrieb das Ministerium. Der Minister appelliere daher erneut an alle, sich umsichtig zu verhalten und auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten, damit Infektionen und schwere Verläufe soweit wie möglich verhindert werden könnten. Lauterbach (SPD) warnt immer wieder vor dem Coronavirus und möglicherweise hochansteckenden Varianten, die noch auftreten können.

So berichteten wir am Donnerstag

20.43 Uhr: RKI meldet sinkenden Trend bei Corona-Zahlen

In der Corona-Sommerwelle erkennt das Robert Koch-Institut einen sinkenden Trend, gibt aber weiter keine Entwarnung. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche deutlich um insgesamt 21 Prozent gesunken, heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. Die Inzidenzen seien im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen gesunken. Der allgemeine Infektionsdruck bleibe aber dennoch hoch, mahnen die Autoren.

Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien zwar im Vergleich zu denen in der Vorwoche gesunken - dennoch aber weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit, stellen die RKI-Experten heraus. Zudem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen weiter zugenommen. Bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem recht stabilen Niveau - in der letzten Woche mit 444 übermittelten Todesfällen.

Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer "weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen".

Die Omikron-Sublinie BA.5 hat demnach auf hohem Niveau noch etwas zugelegt und ist nach den aktuellsten verfügbaren Daten in mehr als 92 Prozent der positiven Proben gefunden worden. Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen "unbedingt" einzuhalten.

18.48 Uhr: Mehrheit für Beibehaltung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte

Eine Mehrheit der Deutschen ist für eine Beibehaltung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte. Nach einer repräsentativen Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend wollen 69 Prozent der Befragten an den derzeitigen Bestimmungen festhalten, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. 28 Prozent sind dagegen für die Abschaffung der Isolationspflicht. Nach den aktuellen Regeln müssen sich Infizierte nach einem positiven Coronatest für mindestens fünf Tage zu Hause isolieren.

Mehrheitlich für ein Festhalten an der Isolationspflicht sprechen sich den Angaben zufolge sowohl Anhängerinnen und Anhänger der Grünen (85 Prozent), von SPD (82 Prozent), CDU/CSU (69 Prozent) sowie FDP (55 Prozent) aus. Unter den AfD-Anhängern spricht sich dagegen eine leichte Mehrheit (58 Prozent) dafür aus, die Isolationspflicht abzuschaffen. Für die Umfrage hatte Infratest Dimap vom 1. bis 3. August 1.313 Wahlberechtigte online und telefonisch befragt.

17.45 Uhr: RKI: Weiter millionenfach Corona-Impfbedarf

Noch immer sieht das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Corona-Pandemie bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf - obwohl im Juli wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat verabreicht worden sind. Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten, wie ein RKI-Team im neuen Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen vom Donnerstag schreibt.

Im Juni war laut RKI mit knapp einer Million Impfungen in rund 29.700 Impfstellen der bisherige Tiefststand des Impfgeschehens erreicht worden. Im Juli habe die Zahl der impfenden Stellen nun zwar weiter abgenommen (27.900), es seien mit gut einer Million aber erstmals wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat registriert worden, heißt es im Bericht. Dennoch: Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Hier hat sich im Vergleich zum Vormonat wenig verändert.

Konkret sind laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp 10 Prozent eine zweite.

16.59 Uhr: DAK für dauerhafte Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung

Die während der Corona-Pandemie eingeführte und nun befristet reaktivierte Möglichkeit der telefonischen Krankmeldung muss nach Ansicht der Krankenkasse DAK-Gesundheit dauerhaft beibehalten werden. "Die telefonische Krankschreibung bei leichten Atemwegserkrankungen darf nicht immer wieder zur Debatte stehen, weil sie sich bewährt hat", sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm am Donnerstag in Hamburg. Sie schütze Beschäftigte der Arztpraxen sowie andere Patientinnen und Patienten gleichermaßen vor einer Ansteckung. "Das Wartezimmer darf für ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen nicht zum Risiko werden." Bei leichten Atemwegserkrankungen sei es medizinisch nicht sinnvoll, wenn Betroffene nur wegen einer Krankschreibung in die Praxis kämen.

Storm forderte eine dauerhafte Lösung, für die unmittelbar nach der politischen Sommerpause die rechtliche Grundlage in enger Abstimmung mit den ärztlichen Selbstverwaltungsgremien geschaffen werden müsse. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte am Donnerstag die Sonderregelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wieder eingeführt. Sie gilt vorerst bis zum 30. November 2022. Die Regelung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, war aber zum 1. Juni angesichts der entspannteren Infektionslage ausgelaufen.

15.29 Uhr: Sachsen meldet mehr als 2.400 Infektionen

Das Sächsische Sozialministerium hat am Donnerstag 2.439 neue Corona-Infektionen gemeldet. Zudem wurden acht weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.667.990 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.722 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.615.700 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist rückläufig: Lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gestern noch bei 383,5, sind es nach den neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 369,1. Auf der nachfolgenden Grafik sehen Sie, welche Inzidenzen in den 13 Regionen des Freistaats gemeldet wurden.

14.06 Uhr: Corona treibt Digitalisierung in der Sozialbranche voran

Die Corona-Pandemie hat nach Erkenntnissen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) für einen Digitalisierungsschub in der Sozialwirtschaft gesorgt. Der Einsatz von Informationstechnologie (IT) sei im Durchschnitt mobiler und flexibler geworden, und der IT-Betrieb sei professionalisiert worden, teilte die KU am Donnerstag in ihrem jährlichen, zusammen mit der Hochschule Hof herausgegebenen IT-Report für die Sozialwirtschaft mit.

Anfang 2020 noch waren laut der Arbeitsstelle für Sozialinformatik an der KU nur wenige Organisationen in der Lage, Videokonferenzen oder Arbeit im Home-Office anzubieten. Dieser Nachholbedarf sei erkannt und behoben worden. Die Investitionen seien auch "nicht nur ein Strohfeuer" gewesen, sagte Helmut Kreidenweis von der KU, einer der Autoren des Reports: "Die Daten unseres Reports zeigen, dass weiterhin beträchtliche IT-Investitionen getätigt werden." Besonders in Netzwerke und Geräte fließe nun Geld.

IT-Abteilungen sind dem Report zufolge qualitativ aufgewertet worden und näher an die Leitungsebenen herangerückt. Selbst bei kleineren Unternehmen seien IT-Leitungsstellen mittlerweile meist in Vollzeit besetzt. Software-Anbieter für die Sozialbranche seien mit dem vergangenen Geschäftsjahr hochzufrieden. Sie wollten nun besonders die Funktionalität vorhandener Programme, mobile Anwendungsmöglichkeiten und die Bedienungsfreundlichkeit verbessern, sagte Mitautor Dietmar Wolf von der Hochschule Hof.

13.08 Uhr: FDP-Fraktionschef fordert sorgfältiges Abwägen bei Maskenpflicht

FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat die Bundesländer aufgefordert, sorgfältig mit ihrer Möglichkeit umzugehen, im Herbst wieder Maskenpflichten zu verhängen. "Ich erwarte von den Ministerpräsidenten, dass sie sorgfältig abwägen, wann dieses Instrument notwendig ist", sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur. Besonders sprach er dabei Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg an. "Wenn Einschränkungen pauschal verhängt werden, verlieren sie an Akzeptanz." Es müsse zudem möglich sein, durch entsprechende Vorkehrungen auf Masken in Schulen grundsätzlich zu verzichten, sagte Dürr.

Mit einem neuen Maßnahmenkatalog wollen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) Deutschland auf eine mögliche Herbst-Coronawelle vorbereiten. Vorgesehen ist, dass die FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen bleibt. Zusätzlich sollen die Länder Maskenpflichten im öffentlichen Nahverkehr und in anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen verhängen dürfen. In Schulen soll dies frühestens ab der 5. Klasse möglich sein - und auch nur, wenn der Präsenzunterricht sonst in Gefahr ist.

"Dank der Ampel geht Deutschland zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie gut vorbereitet in den Winter", sagte Dürr. Das neue Modell sei ein guter Kompromiss. Ausgangssperren, Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen seien damit endlich Geschichte. Das Tragen von Masken dagegen habe sich in vielen Bereichen gerade in der kalten Jahreszeit bewährt.

12.28 Uhr: Krankschreibungen per Telefon ab sofort wieder möglich

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen sind Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden ab sofort wieder rein telefonisch und ohne Praxisbesuch möglich. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag, wie eine Sprecherin bekanntgab. Die Regelung gilt demnach vorerst befristet bis Ende November.

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können damit ohne Praxisbesuch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Ebenfalls telefonisch kann die Krankschreibung für weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, war aber zum 1. Juni angesichts der entspannteren Infektionslage ausgelaufen.

Inzwischen seien die Zahlen aber wieder angestiegen, erklärte der Ausschussvorsitzende Josef Hecken. Gleichzeitig beginne in den kommenden Monaten die Erkältungs- und Grippesaison. "Wir wollen volle Wartezimmer in Arztpraxen und das Entstehen neuer Infektionsketten vermeiden", sagte er. Die telefonische Krankschreibung sei eine einfache, erprobte und bundesweit einheitliche Lösung dafür.

10.10 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen sinkt auf 369,1

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist im Wochenvergleich gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstag mit 369,1 an. Eine Woche zuvor hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 489,1 gelegen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen für Deutschland lag bei 451,3 (Vorwoche: 630,4).

Unter den 13 sächsischen Regionen hat der Landkreis Leipzig mit 448,9 die höchste Inzidenz vor den Städten Chemnitz (439,0) und Leipzig (435,5). Am niedrigsten ist der Wert laut RKI derzeit mit 249,4 im Landkreis Görlitz.

9.15 Uhr: Holetschek sieht viel Klärungsbedarf bei Infektionsschutzgesetz

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sieht noch viele offene Fragen beim geplanten neuen Infektionsschutzgesetz. Es sei wie "so oft" bei einem Bundesgesetz, "es kommt ein Gesetz und es wird nicht zu Ende gedacht", kritisierte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Welche Parameter gelten wann? Wie funktionieren Kontrollen, zum Beispiel, wenn die FFP2-Maske nicht gilt?"

Zum Schutz vor einer neuen Coronawelle soll nach Plänen der Bundesregierung in Geschäften und Behörden von Oktober an wieder Maskenpflicht möglich sein. Die Entscheidung darüber sollen die Bundesländer selbst treffen. Holetschek verlangte einheitlichere Kriterien. "Wir wollen alle keinen Lockdown, und wir wollen keine Schulschließungen mehr." Er hätte sich jedoch gewünscht, dass das Paket insgesamt angeschaut werde. Außerdem müsse die einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesetzt werden.

Die neuen Regelungen sollen nach den bisherigen Plänen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten. Als nächstes wird sich das Bundeskabinett mit den Vorschlägen der zuständigen Minister befassen. Dann ist der Bundestag am Zug.

8.20 Uhr: Lob und Kritik für neuen Corona-Plan

Die Regierungspläne zur Corona-Bekämpfung ab dem Herbst ernten Lob und Kritik. Ärztepräsident Klaus Reinhardt lobte, dass Schulschließungen nach den Änderungen im Infektionsschutzgesetz nicht mehr möglich sein sollen. Er vermisst aber "klar definierte Kriterien", wann eine Überlastung der medizinischen Infrastruktur droht. Patientenschützer Eugen Brysch mahnte einen besseren Schutz für Menschen in Pflegeheimen an.

Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag), das neue Konzept sei differenziert, an der Verhältnismäßigkeit der Mittel orientiert "und vor allem endlich mit Rücksicht für unsere Kinder formuliert". Es müsse alles dafür getan werden, dass Kindertagesstätten und Schulen geöffnet bleiben. Wichtig sei, dass in Zukunft für ganz Deutschland einheitliche Maßnahmen ergriffen werden, wenn bestimmte Belastungen im Gesundheitswesen drohen. "Hier bleibt das heute vorgestellte Konzept leider noch im Vagen", kritisierte der Präsident der Bundesärztekammer.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Donnerstag): "Die Bundesregierung will Pflegebedürftige besser schützen als in den Wintern zuvor. Davon kann praktisch aber gar nicht die Rede sein." Denn frisch geimpfte und genesene Beschäftigte und Besucher müssten sich künftig nicht mehr testen lassen, obwohl mittlerweile jedem klar sein müsse, dass auch Geimpfte und Genesene das Virus weitergeben.

6.55 Uhr: Bund verzichtet wohl auf neue RKI-Bewertung zu Corona-Isolation

In der Debatte um ein mögliches Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte will die Bundesregierung nach Angaben Bayerns keine Neubewertung der Lage durch das Robert-Koch-Institut (RKI). Das Bundesgesundheitsministerium habe einen Antrag der Unionsländer abgelehnt, dass das RKI eine fundierte Stellungnahme zur Isolationspflicht geben möge, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. "Das Argument, es gebe keine neuen Erkenntnisse, halte ich für dünn." Zuvor hatten die unionsregierten Länder in der Gesundheitsministerkonferenz eine entsprechende RKI-Bewertung eingefordert.

"Im Lichte der aktuellen Entwicklungen, vor allem in Österreich, brauchen wir einen Kompass. Was genau spricht also gegen eine aktuelle Bewertung durch die Experten des RKI?", fragte Holetschek. "Dass Österreich die Isolationspflicht abgeschafft hat, lässt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Fragezeichen zurück. Sie erwarten von uns völlig zu Recht eine professionelle Bewertung."

Deutschland leiste sich mit dem RKI eine hervorragende Institution, und der RKI-Chef Lothar Wieler habe sich in den vergangenen Pandemie-Jahren als kluger und besonnener Kopf erwiesen, sagte Holetschek. "Das RKI hat die nötige Expertise für eine seriöse Bewertung, ob es weiterhin sinnvoll ist, dass Infizierte sich verpflichtend in Isolation begeben müssen. Die Politik sollte die Expertise des RKI nutzen."

Eine klare Entscheidung sei gerade auch mit Blick auf das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen wünschenswert gewesen. "Dort fällt das Personal in hohen Zahlen nahezu flächendeckend aus. Klar ist: In der Pandemie haben wir immer wieder gesehen, wie wichtig gute und zeitgerechte Kommunikation ist", sagte Holetschek.

Derzeit müssen sich in Deutschland an Corona erkrankte Personen auch ohne Krankheitssymptome mindestens fünf Tage nach dem positiven Testergebnis isolieren, weil sie ansteckend sein könnten. Angesichts daraus folgender Personalausfälle hatte es in den vergangenen Wochen wiederholt Forderungen nach einem Wegfall der Isolationspflicht gegeben, etwa vom Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lehnt dies bisher ab.

SPD-Chefin Saskia Esken warnte vor einer Aussetzung der Isolationspflicht. Damit würden ganze Belegschaften der kalkulierbaren Gefahr ausgesetzt, sich am Arbeitsplatz zu infizieren, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Eine symptomfreie Infektion bedeute ja nicht, dass der Infizierte nicht ansteckend sei. "Die Isolationspflicht für jene aufzugeben, die nicht oder nur milde erkranken, wäre meines Erachtens falsch", sagte Esken.

5.44 Uhr: RKI registriert 74.645 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 451,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 477,9 gelegen (Vorwoche: 630,4; Vormonat: 650,7). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 74.645 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 104.126) und 192 Todesfälle (Vorwoche: 157) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Donnerstag, 5.03 Uhr: Bund fördert Corona-Nasenspray mit 1,7 Millionen Euro

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung erstmals die Entwicklung eines nasalen Impfstoffs. Das Projekt der Universitätsklinik München namens Zell-Trans werde mit knapp 1,7 Millionen Euro unterstützt, sagte Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Der Impfstoff soll per Nasenspray auf die Nasenschleimhaut aufgetragen werden, also ohne Nadel.

Damit könne er "direkt dort seine Wirkung entfalten, wo das Virus in den Körper eindringt", sagte die FDP-Politikerin. Mit dem Schleimhautimpfstoff würden Coronaviren direkt im Nasen-Rachen-Raum bekämpft und können sich dort gar nicht erst festsetzen. Damit könnte das Präparat im Idealfall nicht nur vor symptomatischen Erkrankungen schützen, sondern gleich vor einer Infektion.

So berichteten wir am Mittwoch

18.19 Uhr: EU-Kommission will Binnenmarkt in Krisen wie Corona schützen

Mit einem neuen Kriseninstrument für den Binnenmarkt will die EU-Kommission künftig für Notlagen wie die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Krieg gewappnet sein. Die Brüsseler Behörde wolle die EU-Staaten etwa dazu verpflichten, Reserven an Energie, Kraftstoff und Agrarprodukten anzulegen, berichtete das digitale Medienhaus Table.Media am Mittwoch unter Berufung auf einen Entwurf des Gesetzesvorschlags. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werde das Vorhaben Mitte September vorstellen.

Aus Kommissionskreisen hieß es am Mittwoch, Ziel des Instruments sei ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarkts in Krisenzeiten. Die Pandemie und der Ukraine-Krieg hätten gezeigt, dass der erste Reflex der EU-Staaten sein könne, die Binnengrenzen in der EU zu schließen. Diese Krisen hätten auch gezeigt, wie wichtig widerstandsfähige Lieferketten seien. Teil des Vorschlags sei unter anderem ein schnelles Meldeverfahren für nationale Beschränkungen des freien Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehrs. Zudem hieß es aus der EU-Kommission, dass der Entwurf sich mit einer besseren Verfügbarkeit krisenrelevanter Güter, mit einer gezielten Verteilung nationaler strategischer Reserven sowie der Beschaffung krisenrelevanter Güter durch die Brüsseler Behörde im Namen der Mitgliedstaaten befasse.

16.47 Uhr: Verband fordert Impfbeauftragte in sächsischen Pflegeheimen

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) fordert spezielle Beauftragte, um in sächsischen Pflegeheimen die Zahl der Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus zu erhöhen. "Zentrale Zuständigkeiten bei den Impfzentren schaffen einfache Abstimmungen und führen zu schnelleren Auffrischungsimpfungen für Pflegebedürftige", sagte der bpa-Landesvorsitzende Igor Ratzenberger am Mittwoch. Sogenannte Impfbeauftragte können demnach etwa mobile Impfungen in Alten- und Pflegeheimen organisieren.

Ziel sei es dabei, den Austausch zwischen den Einrichtungen und den Impfzentren zu verbessern. Denn eine möglichst hohe Quote an vierten Impfungen sei wichtig, um besonders vulnerable Gruppen zu schützen, teilte der Verband mit.

Vor allem in Sachsen ist aus Sicht von Ratzenberger der Handlungsdruck hoch. Dort sei ein Großteil der Menschen in Pflegeeinrichtungen noch kein viertes Mal immunisiert worden. Bayern hatte solche Impfbeauftragte erst kürzlich eingeführt.

15.07 Uhr: Sachsen meldet mehr als 3.300 neue Infektionen

Das sächsische Sozialministerium hat am Mittwoch 3.327 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden 14 weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.665.551 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.714 Menschen starben.

Unter den 13 Regionen in Sachsen sind die Sieben-Tage Inzidenzen relativ nah beieinander. Die Stadt Leipzig hat mit 461,3 die höchste Inzidenz, im Kreis Görlitz liegt der Wert, der die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, bei 220,7.

14.38 Uhr: Kritik aus Baden-Württemberg am Corona-Gesetzentwurf des Bundes

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat sich enttäuscht gezeigt vom neuen Entwurf der Bundesregierung für das Infektionsschutzgesetz. "Wir hätten uns mehr von dem Entwurf erhofft, da das entscheidende Mittel, nämlich ein umfangreicher Instrumentenkasten für die Länder, nicht vorgesehen ist", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in Stuttgart. Der Entwurf bleibe hinter den Erwartungen des Landes zurück.

Lucha kritisierte, dass es nicht die Möglichkeit gebe, bei verschärfter Infektionslage im Extremfall sogenannte 2G- oder 3G-Beschränkungen oder Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum einzuführen.

Auch stellte der Minister die Frage, ob es sinnvoll sei, Ausnahmen von einer möglichen Maskenpflicht in Innenräumen für geimpfte und genesene Personen zuzulassen, wenn diese möglicherweise auch ansteckend sein können. "Wir hoffen, dass wir bis auf Basismaßnahmen im nächsten Herbst und Winter nichts brauchen werden, aber für den Notfall müssen wir schnell und ohne Zögern handeln können", sagte Lucha.

14.12 Uhr: Länder sollen ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen können

Zum Schutz vor einer Herbst-Coronawelle sollen die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Das sieht ein Entwurf für das Infektionsschutzgesetz vor, wie Bundesgesundheits- und Bundesjustizministerium am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen und in Restaurants soll es allerdings Ausnahmen für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen geben.

Die Länder sollen auch die Möglichkeit bekommen, Tests in Schulen, Kitas und Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern vorzuschreiben. Eine Maskenpflicht in der Schule ist nur vorgesehen, wenn sonst kein geregelter Präsenzunterricht möglich wäre - und auch dann nur ab dem fünften Schuljahr.

Befürchtet ein Land, dass sein Gesundheitssystem oder andere kritische Infrastruktur zusammenbricht, sollen auch Maskenpflichten bei Veranstaltungen draußen möglich sein, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Dann soll es auch keine Ausnahmen für Getestete, Genesene und Geimpfte geben. Die Maßnahmen sollen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten.

Die verpflichtenden Basismaßnahmen im Überblick:

  • Maskenpflicht im Luftverkehr und öffentlichen Personenfernverkehr
  • Zutritt zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nur mit Atemschutzmaske und Testnachweis
  • Maskenpflicht und Testpflicht für Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten
  • Ausnahmen beispielsweise für Personen, bei denen die letzte Impfung höchstens drei Monate zurückliegt oder die über einen Genesenennachweis verfügen
  • Betrieblicher Infektionsschutz in Form der Homeoffice-Angebotspflicht, Testangebotspflicht, betriebliche Impfförderung und Maskenregeln

Die Länder können darüber hinaus folgende Maßnahmen anordnen:

  • Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie im öffentlichen Personennahverkehr
  • Testpflichten in verschiedenen Unterbringungseinrichtungen sowie Schulen und Kindertageseinrichtungen
  • Ausnahme der Maskenpflicht für Personen mit Test- oder Genesenennachweis, mit vollständigem Impfschutz und letzter Impfung vor höchstens drei Monaten
  • Maskenpflicht für Kinder ab dem fünften Schuljahr

Bei hoher Infektionsgefahr können zudem folgende Maßnahmen gelten:

  • Maskenpflicht bei Veranstaltungen im Außenbereich, wenn Mindestabstand nicht möglich und in öffentlich zugänglichen Innenräumen
  • Verpflichtende Hygienekonzepte für Betriebe, Einrichtungen, Gewerbe, Angebote und Veranstaltungen sowie für öffentlich zugängliche Innenräume
  • Anordnung eines Mindestabstands im öffentlichen Raum
  • Festlegung von Personenobergrenzen für Veranstaltungen in öffentlich zugänglichen Innenräumen

13.25 Uhr: Leiche der toten Ärztin aus Österreich wird nun doch obduziert

Die Leiche der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die nach Drohungen von Impfgegnern Suizid begangen hatte, wird auf Wunsch von Angehörigen nun doch obduziert. Die Behörden hätten zwar keine neuen Hinweise, aber den Bitten der Angehörigen komme man zur Ergänzung und Abrundung der Erkenntnisse gerne nach, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels am Mittwoch mit. Die 36-Jährige aus Oberösterreich war am vergangenen Freitag tot in ihrer Praxis in Seewalchen am Attersee gefunden worden. Sie hatte sich im Kampf gegen Corona engagiert und war in sozialen Medien zum Ziel von Hass-Postings von Impfgegnern geworden.

Die Ermittlungen wegen der Drohungen gingen weiter, so der Sprecher. Auch die deutschen Behörden würden Spuren verfolgen. So hat die Staatsanwaltschaft München in dem Fall Ermittlungen aufgenommen. "Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen eine männliche Person aus Oberbayern bei uns", bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II entsprechende Informationen der Mediengruppe Bayern.

12.20 Uhr: Gericht: Platzverweis wegen möglicher Corona-Erkrankung rechtmäßig

Die Berliner Polizei darf eine mutmaßlich mit Corona infizierte Person von einer Demonstration ausschließen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (VG 1 K 475/21). Gegen das Urteil kann Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden, teilte das Gericht am Mittwoch in Berlin mit.

Laut Verwaltungsgericht sah sich der Kläger, der laut Gericht in Berlin öffentlichkeitswirksam Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung kritisch begleitet, durch einen Platzverweis der Polizei in seiner Versammlungsfreiheit verletzt. Er befand sich am 25. September 2021 auf dem Hardenbergplatz auf einer Versammlung von Corona-Leugnern. Nach einem anonymen Hinweis und der Auswertung von Post in sozialen Netzwerken ging die Polizei davon aus, dass sich der Mann einige Tage zuvor auf einer Feier mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Er wurde deshalb des Platzes verwiesen.

Das war nach Einschätzung des Gerichtes recht- und verhältnismäßig, weil für die auf dem Hardenbergplatz befindlichen anderen Personen eine Ansteckungsgefahr bestanden habe. Wegen mehrerer Versammlungen an diesem Tag sei mit einem zusätzlichen Menschenauflauf zu rechnen gewesen sei.

Bei Unterschreitung eines Mindestabstands von 1,5 Metern sei ohne Verwendung von Masken auch im Freien von einem Übertragungsrisiko auszugehen, so das Gericht. Zudem wäre auch die Verpflichtung zum Tragen einer Maske für den Kläger kein milderes Mittel gewesen, weil dies das Übertragungsrisiko nicht auf null reduziert hätte.

8.42 Uhr: Ex-Profi Subotic: Fußball hat riesige Chance verpasst

Der frühere Bundesliga-Profi Neven Subotic bedauert, dass der Fußball während der Corona-Zeit eine große Möglichkeit zur Veränderung nicht genutzt hat. Die Pandemie war "eine riesige verpasste Chance, etwas an den Verhältnissen zu ändern. Es gab kaum Solidarität innerhalb der Ligen oder über Ligen hinaus", sagte der frühere Spieler von Borussia Dortmund den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

"Viele Spieler haben bereitwillig auf Geld verzichtet. Aber was passierte damit? Die Vereinsangestellten mit kleinen Gehältern haben selten profitiert", sagte der 33-Jährige. Stattdessen habe es Rekordtransfers und Investitionen in Stadien gegeben. Für Subotic steht fest: "Die Reichen werden dadurch immer reicher – und der Fußball immer ungerechter."

Gerechtigkeit im Fußball ist für den früheren serbischen Nationalspieler ein zentrales Thema. "Nehmen wir das Beispiel Deutschland: Die letzten zehn Meistertitel hat der FC Bayern geholt. Wenn ich Geschäftsführer der Liga wäre, würde ich meine Leistung auch daran messen, ob ich den Fußball gerechter gemacht habe – auch in der Frage, wer Titel gewinnt. Ansonsten macht das doch keinen Spaß", sagte Subotic.

7.36 Uhr: Airbnb sieht viel aufgestaute Reiselaune

Die Unterkünfte-Plattform Airbnb profitiert von der aufgestauten Reiselust nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 58 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (2,07 Mrd Euro). Die Erlöse waren damit auch um 73 Prozent höher als im zweiten Quartal des Jahres 2019 vor der Pandemie, betonte die Firma aus San Francisco am Dienstag. Unterm Strich verbuchte Airbnb einen Gewinn von 379 Millionen Dollar nach roten Zahlen von 68 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Die Plattform befinde sich mitten in einem starken Sommergeschäft, betonte Mitgründer und Chef Brian Chesky. Man sehe aufgestaute Reiselaune überall auf der Welt. Besonders stark sei das Wachstum in Städten. Die Gesamtzahl der Unterkünfte auf der Plattform blieb auf dem Niveau des ersten Quartals bei sechs Millionen. Allerdings hatte zuletzt Airbnb das Geschäft innerhalb Chinas eingestellt.

6.32 Uhr: Thailand will Touristen mit Hotelzimmer für einen Baht locken

Um den Tourismus in Thailand im Zuge der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln, können Gäste in der beliebten Stadt Chiang Mai ab sofort für einen thailändischen Baht (0,027 Euro) pro Nacht in einem Hotel übernachten. Die Aktion des Harmonize-Hotels wurde in Zusammenarbeit mit der Tourismusbehörde TAT und der App Robinhood ins Leben gerufen - und sorgte in sozialen Netzwerken bereits für viel Aufmerksamkeit, wie thailändische Medien berichteten.

Interessenten können bei der Buchung in der App noch bis zum 7. August den Code CNX1 eingeben, um Zugang zu dem Schnäppchenpreis zu erhalten. Einzige Bedingung: Die Übernachtung muss bis zum 31. Oktober erfolgt sein. Ziel sei es, in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr Besucher nach Chiang Mai zu locken, sagte die TAT-Direktorin für Thailands nördliche Regionen, Saraswadee Asasapphakit. Angestrebt werde eine Hotelauslastung von 55 Prozent.

5.53 Uhr: Lauterbach: Verhandlungen über neues Infektionsschutzgesetz beendet

Die Ampel-Koalition hat das neue Infektionsschutzgesetz, mit dem eine weitere Corona-Welle im Herbst eingedämmt werden soll, nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fertig ausgehandelt. "Ich glaube, dass das Paket sehr gut ist. Wir sind für den Herbst gerüstet", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe über den mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) ausgehandelten Entwurf für das Gesetz. "Es schützt uns gleichzeitig vor einer Überlastung durch zu viele Covid-Patienten und einer kritischen Lage durch Personalausfälle."

Konkrete Angaben zu den Bestandteilen des Pakets machte Lauterbach nicht, die Vorstellung wird jedoch in Kürze erwartet. Dabei geht es um Anschlussregelungen der Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz, die am 23. September auslaufen. Sie sind die Rechtsgrundlage für Maßnahmen der Länder und nennen mögliche Instrumente. Zum Frühjahr waren sie auf Druck der FDP stark zurückgefahren worden. Allgemeine Maskenpflichten beim Einkauf oder für Veranstaltungen und Zutrittsregeln wie 2G und 3G fielen weg.

Lauterbach warnte dennoch vor einem "sehr schwierigen" Herbst. Selbst diejenigen, die viermal mit den bisherigen Impfstoffen geimpft wurden, hätten gegenüber der Omikron-Variante BA.5 nur einen Infektionsschutz von weniger als 40 Prozent. Er befürchte, dass es zu Überlastungen der kritischen Infrastruktur und der Krankenhäuser kommen könnte, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen. Zur Beurteilung der Pandemie sollen künftig auch flächendeckende Abwasseranalysen auf das Virus durchgeführt werden: "Wir setzen auf eine Kombination aus Inzidenz, Einweisungen in die Kliniken und Abwasseruntersuchungen."

Lauterbach hatte in der ARD zuvor bereits angekündigt, dass die Corona-Schutzregeln für den Herbst ohne Schließung von Schulen auskommen sollen. Insgesamt seien aber "viele weitergehende Maßnahmen" für unterschiedliche Szenarien vorgesehen, die die Länder und teils auch der Bund einsetzen könnten.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) lehnt auch eine Maskenpflicht für das kommende Schuljahr ab. "Eine generelle Maskenpflicht in Schulen darf es nicht mehr geben", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Die Maskenpflicht erschwert das Lernen, den Spracherwerb und das Miteinander."

Gesundheitsminister Lauterbach will im Kampf gegen Corona auch den Zugang zum Corona-Medikament Paxlovid erleichtern: "Wir wollen, dass Risikopatienten und Menschen über 60 Jahre schneller mit Paxlovid versorgt werden", sagte er den Funke-Zeitungen. "Für Ältere ist Paxlovid lebensrettend, wenn es schnell eingesetzt wird." Ab nächster Woche werde daher die Abgabe neu geregelt. Das antivirale Medikament ist bereits seit Januar in der EU zugelassen.

5.30 Uhr: RKI registriert 87.681 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 477,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 516,1 gelegen (Vorwoche: 652,0; Vormonat: 665,0). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 87.681 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 121.780) und 210 Todesfälle (Vorwoche: 181) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.044.554 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

So berichteten wir am Dienstag

21.00 Uhr: Spur der von Impfgegnern bedrohten Ärztin führt nach Oberbayern

Nach dem Suizid der von Gegnern der Corona-Maßnahmen bedrohten österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr führt eine Spur nach Bayern. "Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen eine männliche Person aus Oberbayern bei uns", bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II am Dienstag entsprechende Informationen der Mediengruppe Bayern.

Die Medizinerin hatte sich stark für Corona-Impfungen engagiert und war nach eigenen Angaben monatelang massiv von Impfgegnern unter Druck gesetzt worden. Am Freitag wurde bekannt, dass sie tot in ihrer Praxis in Oberösterreich gefunden worden war. Der nun im Fokus stehende Mann aus Oberbayern steht der Mediengruppe zufolge im Verdacht, der 36 Jahre alten Medizinerin in Mails mit Folter und Mord gedroht zu haben. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft Wels auch bei der Staatsanwaltschaft Berlin einen Tatverdächtigen angezeigt.

20.12 Uhr: Heavy-Metal-Fans können endlich wieder in Wacken feiern

Tausende Heavy-Metal-Fans sind bereits vor Beginn des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken eingetroffen. Das Festival Wacken Open Air (W:O:A) findet zwischen dem 4. und dem 6. August statt. "Die Anreise läuft gut", sagte Festival-Mitveranstalter Thomas Jensen am Dienstag. Das Festival ist mit 75.000 Besuchern seit langem ausverkauft.

Ein Polizeisprecher sagte, auch am Mittwoch werde die Verkehrssituation rund um den kleinen Ort im Kreis Steinburg angespannt sein. Die Vorfreude unter den Metalfans ist nach zwei Festival-Absagen 2020 und 2021 in der Corona-Pandemie groß. Zuletzt hatte es 2020 eine Internetausgabe des Festivals gegeben.

Festival-Besucher auf dem Campinggelände: Nach pandemiebedingter Pause findet vom 4. bis 6. August 2022 wieder das Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air in Schleswig-Holstein statt.
Festival-Besucher auf dem Campinggelände: Nach pandemiebedingter Pause findet vom 4. bis 6. August 2022 wieder das Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air in Schleswig-Holstein statt. © dpa/Frank Molter

17.28 Uhr: EU sichert sich 250 Millionen Dosen Corona-Impfstoff von Hipra

Die Europäische Kommission hat den Zugriff auf bis zu 250 Millionen Dosen des proteinbasierten Corona-Impfstoffs der spanischen Firma Hipra für 14 Mitgliedstaaten gesichert. Einen entsprechenden Rahmenvertrag unterschrieb die EU-Kommission mit dem Unternehmen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Der Wirkstoff wurde als Booster-Impfung entwickelt und wird derzeit von der EU-Arzneimittelagentur EMA geprüft. Deutschland beteiligt sich nicht an dem Gemeinschaftskauf.

"Angesichts der Zunahme der Covid-19-Infektionen in Europa müssen wir bestmöglich Vorsorge treffen, bevor die Herbst- und Wintermonate anbrechen", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zahl der Booster-Impfungen müsse in den kommenden Monaten unbedingt erhöht werden.

Im Gegensatz zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen etwa von Biontech/Pfizer handelt es sich beim Hipra-Präparat um einen proteinbasierten Impfstoff gegen das Coronavirus. Nach EMA-Angaben enthält er zwei Versionen des Spike-Proteins, die im Labor künstlich hergestellt werden. Dieses Eiweiß hilft dem Virus, in die Zellen einzudringen. Nach der Impfung soll der Körper Antikörper und T-Zellen entwickeln. Diese würden dann bei einer Infektion das Virus töten und infizierte Zellen vernichten.

16.15 Uhr: Sachsen meldet mehr als 4.500 Infektionen

Das Sächsische Sozialministerium hat am Dienstag 4.512 neue Corona-Infektionen gemeldet. Zudem wurden fünf weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.662.224 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.700 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.606.750 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist nicht zuletzt wegen des meldefreien Wochenendes rückläufig: Lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gestern noch bei 433,6, sind es nach den neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jetzt 393,7.

Innerhalb der 13 sächsischen Regionen gibt es aber deutliche Schwankungen. Die Stadt Leipzig hat mit 504,8 die höchste Ansteckungsrate, die niedrigste Inzidenz weist das RKI weiterhin im Landkreis Görlitz (217,5) aus.

14.52 Uhr: Tourismusminister: Ankünfte in Griechenland im Juni verdreifacht

Der griechische Tourismus boomt: Im Vergleich zum schwachen, von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahr sind im Juni dieses Jahres am Athener Flughafen und Regionalflughäfen wie Kreta, Skiathos und Mykonos fast 3,5 Millionen Gäste angekommen. Das seien dreimal so viele wie im Juni 2021, sagte Tourismusminister Vassilis Kikilias dem Staatssender ERT. 14 der griechischen Regionalflughäfen werden vom Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport betrieben. Der Wert im diesjährigen Juni übertreffe sogar leicht den Juni vor drei Jahren, sagte Kikilias. Das wiederum könnte einen neuen Rekord ankündigen, denn 2019 galt als das beste Jahr, das Griechenland jemals im Bereich Tourismus verzeichnet hat. Gezählt wurden damals - im letzten Sommer vor Corona - rund 33 Millionen Urlauber, gut dreimal so viele, wie das Land Einwohner hat.

Kikilias betonte, dass die Regierung auch weiterhin darauf setze, die Tourismussaison Richtung Dezember auszudehnen. Schon vor zwei Wochen hatte der Minister die Deutschen im Interview mit der "Bild"-Zeitung dazu aufgerufen, den Winter in Griechenland zu verbringen, um der drohenden Energieknappheit zu entgehen. Die Einladung gelte im Übrigen nicht nur für Deutsche, sondern sämtliche Nordeuropäer, etwa Norweger, Schweden und Finnen, stellte Kikilias nun klar.

14.02 Uhr: Besucher-Halbzeit-Rekord bei Dresdner Filmnächten

Die Dresdner Filmnächte haben mit 133.500 Besuchern einen neuen Halbzeitrekord erreicht. "Das ist das beste Ergebnis, das wir in der Geschichte der Filmnächte je zur Halbzeit hatten", sagte Johannes Vittinghoff von den Veranstaltern am Dienstag laut Mitteilung. Danach kamen bis Ende Juli 47.000 Kinofans sowie 86.500 Gäste zu Konzerten und anderen Veranstaltungen. Die Resonanz liege deutlich über den Werten vergangener Jahre - auch vor der Corona-Pandemie. Das zeuge von der Lust der Menschen, wieder Dinge zu unternehmen.

2021 kamen mehr als 65.000 Besucher zu dem mehrwöchigen Spektakel an der Elbe, im ersten Corona-Jahr waren es rund 67.500 - und 2019 rund 238 680 Gäste - ein Rekord.

Auf Roland Kaiser können sich die Filmnächte-Veranstalter verlassen - seine Konzerte sind immer ausverkauft.
Auf Roland Kaiser können sich die Filmnächte-Veranstalter verlassen - seine Konzerte sind immer ausverkauft. © dpa/Sebastian Kahnert

13.40 Uhr: Spritverbrauch deutlich unter Vor-Corona-Niveau

Der Preisschock an den Tankstellen hat die deutschen Autofahrer wohl an den Zapfsäulen gebremst. Darauf deutet eine Auswertung der amtlichen Mineralöldaten für die Frühlingsmonate März, April und Mai hin. In den ersten Monaten des Ukraine-Krieges, als die Spritpreise in bis dahin nie erreichte Höhen stiegen, wurde deutlich weniger Sprit ausgeliefert als in den Vor-Corona-Jahren 2018 und 2019. Die amtliche Statistik zeigt einen Rückgang von mehr als 10 Prozent bei den Inlandsablieferungen.

Gegenüber den ersten beiden Corona-Jahren ist die Entwicklung anders: So ist der Diesel-Verbrauch in den Frühlingsmonaten der Jahre 2020 bis 2022 zwar klar unter den Vor-Pandemie-Werten aber von Jahr zu Jahr relativ konstant. Bei Benzin liegen 2021 und 2022 eng beisammen, 2020 fällt aber deutlich ab. Hier dürfte sich der erste Lockdown besonders stark niederschlagen: Benzinmotoren werden häufig von Privatpersonen genutzt. Angesichts von wegfallenden Corona-Beschränkungen wäre 2022 aber eigentlich ein Anstieg der Sprit-Nachfrage zu erwarten gewesen.

Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gemeldeten Daten zeigen zwar nicht direkt die getankte Menge sondern nur die Auslieferungen von Kraftstoff. Eine grobe Aussage über das Tankverhalten erlauben sie dennoch, da dieses ja die Nachbestellungen durch die Tankstellen beeinflusst. Konkret wurden von März bis Mai 2022 gut 4 Millionen Tonnen Benzin und knapp 8,4 Millionen Tonnen Diesel ausgeliefert. 2019 waren es im gleichen Zeitraum noch 4,5 Millionen und 9,5 Millionen Tonnen. 2021 dagegen knapp 4 Millionen und gut 8,4 Millionen Tonnen.

Warum die Kraftstoffnachfrage im laufenden Jahr trotz deutlich geringerer Corona-Beschränkungen nicht wieder anzog, geht aus den Daten nicht hervor. Allerdings liegt insbesondere bei Benzin ein Zusammenhang mit den hohen Preisen nahe. Bei Diesel könnte sich dagegen auch der Teilemangel in der Wirtschaft niederschlagen.

12.04 Uhr: Österreichs Friseur-Verbot für Ungeimpfte war verfassungswidrig

Das mehrfach verlängerte Friseur-Verbot für Ungeimpfte in Österreich war verfassungswidrig. Das verkündete der Verfassungsgerichtshof am Dienstag. Von Mitte November 2021 bis Ende Januar 2022 war ein Lockdown für Menschen in Kraft, die nicht geimpft oder im vergangenen Halbjahr von Covid-19 genesen waren. Sie durften ihre Häuser für Arbeit, Bildung oder Besorgungen des täglichen Bedarfs verlassen. Friseurbesuche fielen aber nicht darunter.

Die Einschränkungen galten zunächst nur für zehn Tage, wurden vom Gesundheitsministerium jedoch wiederholt auf insgesamt elf Wochen ausgedehnt. Das Gericht folgte dem Argument eines Klägers, wonach Friseurbesuche nach einer so langen Zeit auch zum Grundbedürfnis werden.

In einem weiteren Urteil befand das Verfassungsgericht, dass es während des generellen Lockdowns im Herbst 2021 keine Ausnahmen für religiöse Veranstaltungen hätte geben dürfen.

11.59 Uhr: Ankünfte in Griechenland im Juni verdreifacht

Der griechische Tourismus boomt: Im Vergleich zum schwachen, von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahr sind im Juni dieses Jahres am Athener Flughafen und Regionalflughäfen wie Kreta, Skiathos und Mykonos fast 3,5 Millionen Gäste angekommen. Das seien dreimal so viele wie im Juni 2021, sagte Tourismusminister Vassilis Kikilias am Dienstag dem Staatssender ERT. 14 der griechischen Regionalflughäfen werden vom Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport betrieben.

Der Wert im diesjährigen Juni übertreffe sogar leicht den Juni vor drei Jahren, sagte Kikilias. Das wiederum könnte einen neuen Rekord ankündigen, denn 2019 galt als das beste Jahr, das Griechenland jemals im Bereich Tourismus verzeichnet hat. Gezählt wurden damals - im letzten Sommer vor Corona - rund 33 Millionen Urlauber, gut dreimal so viele, wie das Land Einwohner hat.

Durch die Sanktionen gegen Russland und damit den Wegfall russischer Urlauber sei Griechenland kein nennenswerter Schaden entstanden, sagte Kikilias weiter. Steigende Zahlen von Besuchern aus Balkanländern wie Serbien, Rumänien und Bulgarien hätten den Wegfall wettgemacht. Der Vorteil für Reisende vom Balkan: Sie können binnen weniger Stunden mit dem Auto nach Griechenland gelangen.

10.36 Uhr: Streit um Reiserücktritt bei Corona-Ausbruch geht zum EuGH

Pauschalurlauber, die bei Ausbruch von Corona eine gebuchte Reise gekündigt haben, müssen weiter auf eine höchstrichterliche Entscheidung zu etwaigen Stornogebühren warten. Der zuständige Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) gab am Dienstag in Karlsruhe bekannt, dass er in der Frage zunächst den Europäischen Gerichtshof (EuGH) einschaltet. (Az. X ZR 53/21)

Ein Recht auf kostenlose Stornierung gibt es nur, wenn - so heißt es im Gesetz - "unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände" die Reise erheblich beeinträchtigen. Die BGH-Richter wollen von ihren Luxemburger Kollegen wissen, ob es hierbei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die spätere Entwicklung ankommt. Die BGH-Richterinnen und -Richter tendieren zu der zweiten Auffassung, wie der Vorsitzende Klaus Bacher sagte. Für Pauschalreisen gibt es in einer EU-Richtlinie aber einheitliche Regeln.

Der Kläger in dem zu entscheidenden Fall hatte bei einem Münchner Veranstalter für mehr als 6.000 Euro eine Japan-Reise gebucht, die im April 2020 stattfinden sollte. Am 1. März trat er davon zurück. Eine Reisewarnung für Japan gab es damals noch nicht, in dem Land wurden aber schon Großveranstaltungen abgesagt und Schulen geschlossen. Ende März erging dann für Japan ein Einreiseverbot, das die komplette Reise letztlich unmöglich machte. Die Frage ist, ob der Veranstalter von dem Mann zu Recht 25 Prozent Stornokosten kassiert hat.

10.22 Uhr: Soziologe: "Querdenken"-Szene ist antidemokratisch

Der Leipziger Soziologe Johannes Kiess hält die seit zwei Jahren aktive "Querdenken"-Szene für antidemokratisch und gefährlich. So gebe es etwa weiterhin Hetzkampagnen, sagte Kiess am Dienstag im RBB-Inforadio.

Die gesellschaftliche Debatte werde nach rechts gerückt, indem Themen der "Querdenken"-Bewegung in den allgemeinen Diskurs eingespeist würden. So würden antidemokratische Motive auch in der Gesamtgesellschaft verfangen. Am Montag beteiligten sich in Berlin Schätzungen zufolge rund 5.000 Anhänger der "Querdenker" an einer Demonstration.

Kiess, der an der Leipziger Universität unterrichtet, betonte, es sei schwierig zu sagen, wie viele Anhänger der "Querdenken"-Szene rechtsextrem eingestellt sind: "Das Problem dieser Möchtegern-Bewegung ist, dass sie sehr heterogen ist, aber vereint ist in Verschwörungsideologie, Ablehnung der Demokratie und mit großer Gewaltbefürwortung auf die Straße geht."

Der harte Kern der Szene sei jetzt wieder auf der Straße, so Kiess weiter. Es gebe einige Hauptakteure, die die Stimmung anheizten. Die Zusammensetzung habe sich nicht wirklich verändert: "Dasselbe Mischmasch von extrem Rechten über Esoteriker bis hin zu dem, was man als normale Bürger beschreibt", die sich aber weit von Demokratie und demokratischen Institutionen entfernt hätten.

Die Szene sei weiterhin online, etwa auf Telegram-Kanälen, sehr aktiv. Die Themen hätten sich mit dem russischen Überfall auf die Ukraine etwas verschoben. Nun spielten neben Corona auch der Krieg und dessen Auswirkungen auf Deutschland eine Rolle, sagte Kiess.

9.29 Uhr: Ifo: Fachkräftemangel auf Höhepunkt - Firmen immer stärker belastet

Der Fachkräftemangel hat einen Höhepunkt erreicht und belastet die deutsche Wirtschaft immer stärker. Mit 49,7 Prozent sagte im Juli fast die Hälfte aller vom Münchner Ifo-Institut befragten Firmen, dass sie durch einen Mangel an qualifizierten Fachkräften eingeschränkt werden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der quartalsweisen Befragung im Jahr 2009. Im Vergleich zum bisherigen Rekord aus dem April stieg die Zahl noch einmal um 6,1 Prozentpunkte.

"Immer mehr Unternehmen müssen ihre Geschäfte einschränken, weil sie einfach nicht genug Personal finden", sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Stefan Sauer. "Mittel- und langfristig dürfte dieses Problem noch schwerwiegender werden."

Im Beobachtungszeitraum seit 2009 hat das Problem stark zugenommen: Zu Beginn hatten die Werte noch im Bereich um 10 Prozent gelegen, bis 2019 waren sie allerdings bereits auf eine Dimension um 30 Prozent gestiegen, bevor die Corona-Krise für einen zwischenzeitlichen Einbruch sorgte. Seit Anfang vergangenen Jahres geht es nun aber wieder steil bergauf.

Am stärksten betroffen ist - wie die meiste Zeit im Beobachtungszeitraum - die Dienstleistungsbranche mit 54,2 Prozent, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 44,5 Prozent, Einzelhandel mit 41,9, dem Bau mit 39,3 und dem Großhandel mit 36,3 Prozent.

Als einzelne Branchen trifft es die Zeitarbeit mit 77,9 sowie Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung mit 71 Prozent am stärksten. Den geringsten Fachkräftemangel melden Pharmaindustrie und Chemie mit 17,2 beziehungsweise 24,1 Prozent. Auch die Autoindustrie ist mit 30,5 Prozent unterdurchschnittlich vertreten, ebenso - wenn auch knapper - der Maschinenbau mit 43 Prozent.

6.30 Uhr: Bundesgerichtshof äußert sich zu Reiserücktritt bei Corona-Ausbruch

Der Bundesgerichtshof (BGH) verkündet am Dienstag (9.00 Uhr) möglicherweise sein erstes Corona-Urteil im Reiserecht. Der Kläger war bei Ausbruch der Pandemie von einer Pauschalreise nach Japan abgesprungen, die wenig später sowieso abgesagt werden musste. Nun ist die Frage: Muss er trotzdem Stornogebühren zahlen? Allerdings ist offen, ob die Karlsruher Richterinnen und Richter das direkt selbst entscheiden. Es kann auch passieren, dass sie den Fall vorher dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorlegen.

Der Kläger hatte die Reise, die vom 3. bis 12. April 2020 stattfinden sollte, für mehr als 6.000 Euro bei einem Münchner Veranstalter gebucht. Am 1. März trat er wegen der sich zuspitzenden Lage in Japan von der Reise zurück und bezahlte vertragsgemäß 25 Prozent Stornokosten, knapp 1.540 Euro. Ende März erging ein Einreiseverbot.

Laut Gesetz kann der Kunde jederzeit von seiner Buchung zurücktreten. Dem Reiseveranstalter steht aber eine "angemessene Entschädigung" zu - die Stornogebühren. Ein Recht auf kostenlosen Rücktritt gibt es nur, "wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen".

Bisher ist umstritten, ob es dabei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die weitere Entwicklung ankommt. Je nach Gericht wird mal so, mal so geurteilt. In dem Fall hatte das Landgericht München I dem Veranstalter Recht gegeben, weil es am 1. März 2020 noch keine Reisewarnung gab und sich die Situation auch hätte entspannen können. "Ein erhebliches Infektionsgeschehen zu diesem Zeitpunkt wird nicht vorgetragen", heißt es in dem Urteil.

In der BGH-Verhandlung Ende Juni hatte sich abgezeichnet, dass die obersten deutschen Zivilrichter damit nicht einverstanden sein dürften. Allerdings gibt es für Pauschalreisen in einer EU-Richtlinie einheitliche Regeln. Deshalb könnte es erforderlich sein, zunächst den EuGH in Luxemburg entscheiden zu lassen. (Az. X ZR 53/21)

Inzwischen bieten viele Reiseveranstalter unter bestimmten Bedingungen eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung wegen Corona an. Bei sogenannten Flex-Tarifen lässt sich die Möglichkeit gegen Aufpreis hinzubuchen. Reisende, die Flug und Unterkunft auf eigene Faust buchen, sind generell nicht so gut abgesichert wie Pauschalurlauber. Für sie gelten nicht dieselben Regeln.

Dienstag, 5.30 Uhr: RKI registriert 102.698 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 516,1 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 538,9 gelegen (Vorwoche: 678,7; Vormonat: 696,5). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 102.698 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 145.472) und 171 Todesfälle (Vorwoche: 187) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

So berichteten wir am Montag

19.35 Uhr: Erneut Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin

Mehrere Tausend Menschen haben am Montag in Berlin gegen die Corona-Politik protestiert. Eine Demonstration führte vom Reichstagsgebäude durch mehrere Stadtteile der City Ost zurück zum Sitz des Bundestages. Auf einem Banner an der Spitze des Demonstrationszuges war in großen Lettern "Frieden, Freiheit, Selbststimmung" zu lesen sowie etwas kleiner "Keine Waffen" und "Keine Impfpflicht". Zahlreiche Trommler sorgten für eine auffällige Geräuschkulisse. Nach Angaben der Polizei, die von einer vierstelligen Teilnehmerzahl sprach, verlief die Demonstration friedlich. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis "Wir sind Viele".

Am Montag jährte sich der Tag der ersten Großdemonstration der "Querdenken"-Bewegung. Gegner der Corona-Maßnahmen haben deshalb bundesweit zu Veranstaltungen und Kundgebungen aufgerufen. In Berlin hatten sich bereits am vergangenen Samstag zahlreiche Menschen in einen Protestzug eingereiht, der unter dem Motto "Uneingeschränkte Wiederherstellung sämtlicher Grundrechte" stand. Die Veranstalter vom Bündnis "Wir sind Viele" sprachen im Nachhinein von rund 5.700 Teilnehmern, die Polizei am Samstag von etwa 1.200.

18.25 Uhr: Biden Schon wieder positiv auf Coronavirus getestet

US-Präsident Joe Biden ist auch am Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Präsidentenarzt Kevin O'Connor schrieb in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Dokument, Biden gehe es weiterhin gut. Wie erwartet, sei sein Antigen-Test erneut positiv ausgefallen. Biden bleibe daher in der Isolation im Weißen Haus.

Der Präsident war am Donnerstag vorvergangener Woche positiv getestet worden. Am Mittwoch vergangener Woche hatte er seine Corona-Isolation beendet, nachdem er negativ getestet worden war. Dann fielen Tests am Samstag und Sonntag wieder positiv aus. O'Connor hatte von einem "Rückfall" gesprochen, der bei Patienten, die mit dem Covid-Medikament Paxlovid behandelt wurden, bereits in seltenen Fällen beobachtet worden sei.

16.51 Uhr: Mehr Lehrverträge im ostsächsischen Handwerk geschlossen

Das ostsächsische Handwerk sieht einen positiven Trend auf dem Ausbildungsmarkt. Nach Angaben der Dresdner Handwerkskammer vom Montag sind zu Beginn des neuen Lehrjahres bereits 1.451 Verträge besiegelt - und damit rund 3,3 Prozent mehr als 2021. Damals hatten 1.405 junge Menschen schon einen Ausbildungsplatz in der Tasche.

Vize-Hauptgeschäftsführerin Manuela Salewski sieht es als Zeichen, "dass die Handwerksbetriebe auf die Ausbildung setzen, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern". Dennoch sei das eine Momentaufnahme. "Erst zum Ende des Jahres werden wir genau bilanzieren können, wie groß die Auswirkungen der Energie- und Rohstoffkrise sowie der anhaltenden Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt sein werden."

Die meisten Verträge wurden den Angaben nach im Bereich Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik geschlossen. Insgesamt können nach Kammerangaben in Handwerksbetrieben in Ostsachsen etwa 80 Berufe erlernt werden.

15.23 Uhr: Sachsen meldet mehr als 3.300 Infektionen über das Wochenende

Das Sächsische Sozialministerium hat am Montag 3.348 neue Corona-Infektionen über das Wochenende gemeldet. Zudem wurden zwei weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.657.712 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.695 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.600.650 angegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat beträgt nun 433,6.

Die montags veröffentlichten Zahlen beinhalten die Fälle, die nach der letzten Veröffentlichung am Freitagmittag bekannt wurden. Der Freistaat übermittelt, wie viele andere Bundesländer auch, an Wochenenden keine Zahlen mehr.

12.20 Uhr: Studie: Genvariante verringert Risiko einer schweren Covid-Erkrankung

Eine bestimmte Genvariante verringert das Sterberisiko von Corona-Patienten laut einer Studie der Universität Duisburg-Essen um gut ein Drittel. Menschen, die die Genvariante "GNB3 TT" in sich trügen, hätten ein um etwa 35 Prozent geringeres Risiko, an einem schweren Verlauf von Covid-19 zu sterben, teilte das Universitätsklinikum Essen am Montag mit. Etwa zehn Prozent der europäischen Bevölkerung seien Trägerinnen und Träger dieser Variante.

Für die Studie hat das Forschungsteam vom Institut für Pharmakogenetik des Klinikums den Krankheitsverlauf von 1.570 zwischen Mitte März 2020 und Ende Juni 2021 positiv auf das Coronavirus getesteten Patientinnen und Patienten verfolgt. Von ihnen hatten demnach 13 Prozent einen milden Verlauf und konnten ambulant behandelt werden. 48 Prozent mussten stationär aufgenommen werden, 19 Prozent kamen auf die Intensivstation, jeder fünfte Studienteilnehmer (20 Prozent) starb.

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Infektiologie und dem Institut für Transfusionsmedizin konnte den Angaben zufolge gezeigt werden, dass die Immunzellen von Personen mit einem milden Verlauf im Laborversuch stärker auf das Coronavirus reagierten als die Zellen von Menschen mit schweren Krankheitsverläufen. In diesem Zusammenhang habe man nachweisen können "dass die Zellen von Menschen mit dem "GNB3 TT"-Genotyp am stärksten auf das Coronavirus reagierten - was möglicherweise erklärt, warum bei diesen Genträgern das Todesrisiko so stark reduziert ist", sagte Studienleiterin Birte Möhlendick vom Institut für Pharmakogenetik.

Außerdem habe das Forschungsteam beobachten können, dass ein jüngeres Lebensalter sowie das Fehlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes das Risiko nach einer Infektion mit dem Coronavirus um die Hälfte reduziere.

10.42 Uhr: Zurückhaltung der Maschinenbau-Kunden wächst

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges und Corona-Lockdowns in Teilen Chinas belasten zunehmend die Geschäfte der deutschen Maschinenbauer. Nach einem Rückgang der Bestellungen im Juni verbuchte die exportorientierte Industrie im ersten Halbjahr nur ein kleines Auftragsplus von zwei Prozent, wie der Maschinenbauverband VDMA am Montag mitteilte. Zwar wollten immer noch viele Kunden in neue Maschinen und Anlagen investieren, die Zurückhaltung steige aber, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers in Frankfurt.

Der Umsatz der Branche einschließlich Preiserhöhungen (nominal) wuchs im ersten Halbjahr um immerhin sieben Prozent.

Im Juni sanken die Auftragseingänge um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Aus dem Inland kamen elf Prozent weniger Aufträge, Kunden aus dem Ausland bestellten acht Prozent weniger. "Nachdem sich die Stimmungsindikatoren in den zurückliegenden Monaten deutlich eingetrübt haben, ist das Minus im Juni wenig überraschend", sagte Wiechers. Nach wie vor belasteten gestörte Lieferketten das Geschäft, hinzu kämen Auftragsstornierungen infolge des Ukraine-Krieges.

Der VDMA setzte unter anderem wegen Lieferengpässen und Materialmangels seine Produktionsprognose im Mai weiter nach unten. Für das Gesamtjahr wird nur noch ein reales Produktionswachstum von einem Prozent erwartet.

9.45 Uhr: Einzelhandelsumsatz deutlich gesunken - Inflation dämpft Kauflaune

Die hohe Inflation hat die Geschäfte des Einzelhandels in Deutschland im Juni deutlich belastet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz bereinigt um Preiserhöhung (real) gegenüber Vorjahresmonat um 8,8 Prozent. Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1994, wie die Wiesbadener Behörde am Montag mitteilte. Einschließlich Preiserhöhungen (nominal) nahm der Umsatz nur um 0,8 Prozent ab.

Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegele die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel wider, die das Konsumklima spürbar beeinträchtigten, erläuterte die Behörde. Die hohe Inflation dämpft nach Angaben der GfK-Konsumforscher die Kauflaune der Verbraucher.

Auch im Vergleich zum Vormonat Mai verringerte sich Umsatz. Real (preisbereinigt) sanken die Erlöse um 1,6 Prozent. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln verbuchte reale Rückgänge zum Vormonat (minus 1,6 Prozent) und zum Vorjahresmonat (minus 7,2 Prozent).

Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren konnte den positiven Trend des bisherigen Jahresverlaufs nicht fortsetzen. Der Umsatz verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 5,4 Prozent und gegenüber Juni um 10,1 Prozent. Auch der Internethandel, der in der Corona-Pandemie geboomt hatte, lag deutlich im Minus. Mit einem Rückgang von 15,1 Prozent gegenüber Juni 2021 wurde den Angaben zufolge das stärkste Minus binnen Jahresfrist seit 1994 verzeichnet.

9.12 Uhr: Bierabsatz im ersten Halbjahr gestiegen

Der Absatz von Bier in Deutschland ist nach der Aufhebung der Corona-Beschränkungen im ersten Halbjahr 2022 gestiegen. Insgesamt setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager in den sechs Monaten rund 4,3 Milliarden Liter Bier ab. Das waren 3,8 Prozent mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Im Inland wurden 3,6 Milliarden Liter und damit 6,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum verkauft. Die Exporte in die EU (plus 6,6 Prozent) legten zu. Die Ausfuhren in die Staaten außerhalb der Gemeinschaft (minus 19,1 Prozent) sanken hingegen.

Trotz des Anstiegs lag der Bierabsatz im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent unter dem Niveau des Vergleichszeitraumes vor der Corona-Pandemie 2019. Die Wiesbadener Behörde wies daraufhin, dass der Absatz des Gerstensaftes seit Längerem kontinuierlich zurückgeht.

6.51 Uhr: Nach Covid-Ausbrüchen: Erholung in Chinas Industrie verlangsamt

Die Erholung der chinesischen Wirtschaft nach den jüngsten Ausbrüchen des Coronavirus und weitreichenden Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 hat sich im Juli verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Wirtschaftsmagazins "Caixin" fiel von 51,7 Punkten im Vormonat auf 50,4, wie das Blatt am Montag berichtete. Das Konjunkturbarometer lag damit aber weiter über der wichtigen 50-Punkte-Marke, was auf eine Ausweitung der industriellen Tätigkeit hindeutet.

Caixin-Ökonom Wang Zhe sah daher generell auch eine positive Entwicklung, weil die Beschränkungen im Kampf gegen das Virus gelockert worden seien. Angebot und Nachfrage verbesserten sich, während aber die Beschäftigung weiter zurückgegangen sei.

Die Erhebungen des Wirtschaftsmagazins berücksichtigen stärker private und mittelständische Firmen. Hingegen zeigte der offizielle Index des Statistikamtes, der sich mehr auf große und staatliche Unternehmen konzentriert, am Vortag sogar einen Rückgang von 50,2 auf nur noch 49 Punkte. Damit deutete dieser offizielle Frühindikator sogar auf einen Rückgang der Industrieproduktion.