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Corona: Mediziner warnt vor massivem Personalengpass auf Intensivstationen

Keine Schreibdefizite bei Schülern in Sachsen, Gesundheitsminister Lauterbach will bessere Vorhersagen über neue Coronavirus-Wellen - unser Newsblog.

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Durch die steigenden Infektionszahlen erwartet ein Mediziner vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung massive Personalengpässe auf den Intensivstationen.
Durch die steigenden Infektionszahlen erwartet ein Mediziner vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung massive Personalengpässe auf den Intensivstationen. © dpa/Ole Spata (Symbolfoto)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

11.27 Uhr: Keine Einschnitte bei Schreibleistungen in Sachsen

Durch die mit den Corona-Schutzmaßnahmen verbundenen Einschnitte beim Unterricht sei kein Abfall bei den Schreibleistungen der Schüler zu beobachten gewesen, sagt Katlen Worotnik vom Sächsischen Lehrerverband.

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Wissenschaft ist spannend und oft ein Abenteuer. Das wissen auch die Forschenden in der Oberlausitz und laden am 1. Juli ein, wenn es heißt: „OHA! Abenteuer Wissenschaft“.

"Die Qualität ist etwa gleich geblieben." Auch habe die Digitalisierung - das Tablet oder der Laptop im Unterricht - das Schreiben mit der Hand nicht verdrängt. Zumal die Schüler im Grundschulbereich ohnehin noch nicht mit dem Tablet arbeiteten. Der ganze Beitrag.

Sonntag, 8 Uhr: Mediziner warnt vor massivem Personalengpass auf Intensivstationen

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung warnt angesichts steigender Infektionszahlen vor massiven Personalengpässen in den Kliniken. "Die Personalsituation auf den Intensivstationen ist enorm angespannt", sagte der wissenschaftlicher Leiter des Intensivbettenregisters der Fachvereinigung DIVI den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das System steht näher an einem Kipppunkt, als ich bisher dachte."

Von bundesweit 1.300 Intensivstationen hätten Mitte Juni rund 580 erhebliche Personalengpässe gemeldet, inzwischen seien es rund 630. "Wir hatten in den vergangenen Jahren noch nie so wenig betreibbare High-Care-Betten zur Verfügung wie derzeit", sagte er. Bis vor kurzem habe der Schnitt noch bei deutschlandweit rund 8000 gelegen, jetzt seien es noch 7.500. Es sei zu erwarten, dass sich die Lage durch weiter steigende Infektionszahlen und dementsprechend mehr Personalausfälle noch verschlechtere.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den bundesweiten Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Samstagmorgen mit gut 630 angegeben - eine Woche zuvor hatte er bei knapp 450 gelegen, im Vormonat bei gut 280. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage: Experten gehen von sehr vielen nicht erfassten Fällen aus - vor allem weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen lassen, aber nur diese Tests zählen.

17.20 Uhr: Lauterbach will bessere Corona-Statistiken mit neuem "Pandemie-Radar"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will mit einem neuen "Pandemie-Radar" bessere Vorhersagen über neue Coronavirus-Wellen ermöglichen. Krankenhäuser sollen zum Beispiel mehr aktuelle Angaben zu Bettenbelegungen machen. "Bislang wissen wir nur, wie viele Betten in den Kliniken frei sind - und das mit Verspätung. Das ist zu wenig", sagte Lauterbach.

Außerdem sollten "stärker als bisher Infektions- und Durchimpfungsraten in Gesundheitseinrichtungen" erhoben werden, berichtet das RND unter Berufung auf einen Formulierungsvorschlag des Ministeriums für eine Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes. Auch die Abwasserüberwachung solle dort ausgebaut werden. "Daraus lassen sich Rückschlüsse aufs Infektionsgeschehen ziehen", sagte Lauterbach. Im Abwasser lassen sich Virenkonzentrationen nachweisen. In allen Pflegeheimen soll es zudem künftig einen Impf- und Medikamenten-Beauftragten geben.

13.30 Uhr: Corona-Fälle: Kanada zieht Wasserball-Team von Schwimm-WM zurück

Kanada hat seine Wasserball-Mannschaft der Männer wegen mehrerer Corona-Fälle im Team aus der Weltmeisterschaft zurückgezogen. "Nach sorgfältiger Überlegung, auf Anraten des medizinischen Personals und nach einer offenen Diskussion mit den Athleten und dem offiziellen Covid-Verbindungsbeamten des Teams Kanada hat Wasserball-Kanada die schwierige Entscheidung getroffen, die Herrenmannschaft von der Teilnahme an den verbleibenden Wasserball-Wettkämpfen bei den Fina-Weltmeisterschaften in Budapest 2022 zurückzuziehen", heißt es in einer Erklärung von Wasserball Kanada.

Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Teilnehmer kurz- und langfristig zu gewährleisten und zu schützen. Das Programm der Nationalmannschaft werde sich nun auf eine angemessene Erholung konzentrieren, bevor es sich auf die Vorbereitung künftiger Erfolge bei internationalen Veranstaltungen konzentriere, teilten die Kanadier mit.

10.50 Uhr: Bildungsministerin: Maskenpflicht kein "Allheilmittel"

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat davor gewarnt, die Maskenpflicht als "Allheilmittel" im Kampf gegen die Corona-Pandemie anzusehen. "Man muss prüfen, wie verhältnismäßig etwas in einer bestimmten Lage ist", sagte die FDP-Politikerin. Studien belegten, dass Kinder, gerade im Grundschulalter, Schwierigkeiten beim Spracherwerb hätten, wenn sie und die Lehrer Maske trügen, was "ohnehin schon anstrengend" sei. Man müsse das eine gegen das andere abwägen. Die Politikerin betonte aber auch, dass es nicht darum gehe, die Maske zu verdammen.

Verständnis zeigte Stark-Watzinger für die Sorge von Lehrkräften, die ihre Schulen nicht ausreichend auf eine Corona-Welle im Herbst vorbereitet sehen. Die Pädagogen beklagten etwa zu Recht, dass das Geld aus dem Digitalpakt nicht schnell genug in den Schulen ankomme. Das müsse sich ändern, auch um Distanzunterricht leichter zu machen und die Kommunikationswege zwischen Eltern und Schulen kurz zu halten. "Ich glaube, viel von dem Stress der vergangenen Jahre rührt daher, dass Eltern oft nicht wussten: Wie geht es weiter? Was passiert morgen und übermorgen? Das muss besser werden."

Ein Mund-Nasen-Schutz muss derzeit im Alltag vor allem noch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Beim Einkaufen sowie in Restaurants und Kneipen gilt die Pflicht dagegen nicht mehr. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält bei der Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes eine Maskenpflicht in Innenräumen ab Herbst für geboten. Die FDP sieht das eher skeptisch.

Samstag, 8.30 Uhr: RKI registriert 89.336 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 632,9 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 618,2 gelegen (Vorwoche: 445,1; Vormonat: 281,8). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 89.336 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 80.264) und 84 Todesfälle (Vorwoche: 58) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Corona-Pandemie - das geschah am Freitag:

17.35 Uhr: DFB-Chef zu neuer Corona-Welle: Fußballplätze müssen offen bleiben

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat für den Umgang mit einer möglichen weiteren Corona-Welle im Herbst eine deutliche Forderung an die Politik gerichtet. "Die Fußballplätze müssen offen bleiben, egal was passiert im Oktober", sagte der 60 Jahre alte Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in seinem Grußwort auf dem Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) im niederbayerischen Bad Gögging. Die umfangreichen Maßnahmen und Einschränkungen während der Corona-Pandemie hatten in den vergangenen beiden Jahren auch die Verbände, Vereine, Aktiven und Kinder im Fußball schwer belastet. Die Sportausübung war über lange Zeiträume nicht mehr möglich.

16.24 Uhr: Sachsen meldet rund 25.00 neue Corona-Fälle - Inzidenz steigt

In Sachsen sind nach einer am Freitag veröffentlichten Aufstellung des Sozialministeriums binnen eines Tages 2.546 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen 1.547.821 Tests auf das Virus laborbestätigt, 15.589 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.506.900 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 316,6 höher als am Donnerstag: (305,3). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Unter den 13 Regionen Sachsens bleibt es bei erheblichen Unterschieden. Die Stadt Leipzig weist mit 513,3 die derzeit höchste Inzidenz aus, Dresden steht mit 485,1 knapp vor der 500er-Marke aus. Im Erzgebirgskreis (162,4) und im Kreis Görlitz (162,8) sind die Werte des RKI aktuell am niedrigsten.

14.38 Uhr: Sanofi-GSK legen Ergebnisse zu Impfstoff-Studie unter Omikron vor

Das französisch-britische Herstellerduo Sanofi-GSK hat einen Covid-19-Impfstoff eigenen Angaben zufolge erfolgreich gegen eine Omikron-Linie des Coronavirus getestet. Die Wirksamkeit des protein-basierten Vakzins gegen die Variante liege nach den Ergebnissen der Phase-3-Studie bei Erwachsenen bei 72 Prozent in Bezug auf symptomatische Infektionen, teilte Sanofi am Freitag mit. Bei Genesenen erreiche sie sogar 93 Prozent.

An der zweiten Stufe der Phase-3-Studie für den proteinbasierten Impfstoff nahmen mehr als 13.000 Erwachsene teil. Das Vakzin enthält Antigene der Corona-Linien D614 und Beta (B.1.351). Sanofi und GSK wollen die Ergebnisse der Studie in den kommenden Wochen bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA einreichen, um ihren Antrag auf Zulassung zu ergänzen. Die Unternehmen forschen zudem an einem angepassten Auffrischimpfstoff, der ebenfalls auf einer Beta-Variante basiert. Sanofi teilte auf Nachfrage nicht mit, bis wann mit einer Zulassung für die Impfstoffe gerechnet wird.

13.10 Uhr: Corona-Tests kosten künftig drei Euro

Auch über den Sommer soll es weiter ein Angebot mit kostenlosen Corona-Schnelltests für Risikogruppen geben - für alle anderen sollen "Bürgertests" aber künftig drei Euro kosten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag in Berlin nach einer entsprechenden Einigung in der Regierung auf eine neue Testverordnung mit, die ab dem 30. Juni gelten soll.

Er hätte kostenlose Bürgertests für alle gerne weitergeführt, sagte der SPD-Politiker. Angesichts der Kosten von durchschnittlich einer Milliarde Euro pro Monat sei dies für den Bund in der angespannten Haushaltslage nicht mehr zu leisten. Das neue Konzept sehe nun bis Jahresende noch Ausgaben von 2,7 Milliarden Euro vor - bei voller Übernahme wären bis zu fünf Milliarden Euro zu erwarten gewesen.

Kostenlose Schnelltests sollen künftig weiter für vulnerable Gruppen möglich sein, darunter auch Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und Besucher von Kliniken und Pflegeheimen. Die Länder hätten die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung von drei Euro auch für weitere Gruppen zu übernehmen. Mehr dazu im Artikel Corona-Tests kosten künftig drei Euro

12.04 Uhr: Luftverkehr hofft auf schnelle Genehmigung für Personal aus Türkei

Die Luftverkehrsbranche hofft auf rasche Ausnahmegenehmigungen deutscher Behörden für den Einsatz von etwa 2.000 Arbeitskräften aus der Türkei an deutschen Flughäfen. "Wir hoffen, dass es sehr zügig geht", sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag auf Anfrage. Anschließend könnten die notwendigen Zuverlässigkeitsprüfungen innerhalb von etwa sechs Wochen erfolgen und die Beschäftigten bei Bodenverkehrsdiensten so noch während der Sommerreisezeit eingesetzt werden.

Flughäfen und Airlines in Deutschland und anderen Ländern Europas kämpfen mit erheblichen Personalengpässen. Nach mehr als zwei Corona-Jahren ist die Reiselust der Menschen groß. Von der Passagierkontrolle über die Flugzeugabfertigung bis hin zu den Flugbegleitern fehlen allerdings überall die Leute, die sich in der Pandemie andere Jobs gesucht haben. Zugleich hatten Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber in der Krise Stellen abgebaut.

11.03 Uhr: Kultusminister fordern Verlängerung von Corona-Aufholprogramm

Die Kultusminister der Länder haben den Bund dazu aufgerufen, das Corona-Aufholprogramm zu verlängern. "Die Verlängerung und Aufstockung dieses Programms ist aus unserer Sicht unabdingbar", sagte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) am Freitag zum Abschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. Die KMK forderte konkret weitere 500 Millionen Euro und eine Fortsetzung des Programms bis zum Ende des Schuljahres 2023/2024.

Der Bund hatte das Aufholprogramm 2021 auf den Weg gebracht. Es besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro steht für Lernförderprogramme zur Verfügung, eine weitere Milliarde für die Aufstockung sozialer Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien. Das Programm soll dabei helfen, Folgen der Schulschließungen während der Corona-Pandemie wie Bildungsrückstände und psychische Probleme abzufedern.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) begründete die Forderung nach einer Verlängerung mit langfristigen Auswirkungen: "Sechs Wochen Schulschließungen werfen die Kinder deutlich mehr als sechs Wochen zurück". Deshalb brauche man auch deutlich mehr Zeit und einen langen Atem.

Die KMK bekräftigte außerdem ihre Haltung, dass Schulen in der Pandemie offen bleiben müssten. "Die Schulschließungen der vergangenen Jahre haben nachgewiesenermaßen zu gravierenden negativen Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen geführt. Erneute flächendeckende Schulschließungen müssen daher auch zukünftig ausgeschlossen bleiben."

Thema der Beratungen war zudem die angespannte Personallage im Bildungsbereich, die durch inzwischen etwa 140.000 an den Schulen angemeldete ukrainische Kinder und Jugendliche zusätzlich verschärft wird. Der am Donnerstag vorgelegte Nationale Bildungsbericht hatte den Fachkräftemangel als Schwerpunkt thematisiert. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK - ein wissenschaftliches Beratergremien - soll nun Empfehlungen erarbeiten, wie weitere Lehrkräfte gewonnen und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden können.

10.34 Uhr: Mehrheit möchte weiterhin kostenlose Corona-Tests

In der deutschen Bevölkerung ist eine Mehrheit dafür, die Corona-Bürgertests weiterhin allen kostenfrei anzubieten. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov lehnen es 50 Prozent der Deutschen ab, dass ab dem 1. Juli nur noch Patienten mit Krankheitssymptomen sowie ausgewählte Personengruppen, etwa im Gesundheitsbereich, Anspruch auf kostenlose Tests haben. 38 Prozent befürworten dies, die übrigen machten keine Angabe, wie YouGov am Freitag mitteilte. Das Institut hatte am 23. Juni 2.886 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.

Bis Ende Juni haben noch alle ohne Anlass oder Symptome Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche an Teststellen durch geschultes Personal. Bund und Länder beraten darüber, wie es danach weitergeht. Auch die weitere Finanzierung der Tests ist offen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am Donnerstag, es solle ein Paket vorgelegt werden, über das er mit Finanzminister Christian Lindner (FDP) noch verhandle. Er sei sicher, dass man in den nächsten Tagen eine Lösung präsentieren könne.

9.28 Uhr: Corona-Fälle in Indien nehmen zu - 17.000 Tagesneuinfektionen

In Indien steigen die Corona-Zahlen wieder. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 17 336 Neuinfektionen an einem Tag. Das ist die höchste Zahl seit dem Abflauen der jüngsten Welle im Februar, also seit rund vier Monaten, wie offizielle Daten zeigen. Seit einiger Zeit nehmen die Fallzahlen in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land wieder etwas zu. Die meisten bekannten Fälle stammen derzeit aus dem reichsten Bundesstaat Maharashtra mit der Finanzmetropole Mumbai. Aus Maharashtra stammten mehr als 5.000 der gut 17.000 Neuinfektionen.

Seit Pandemiebeginn wurden in Indien 43,3 Millionen Corona-Infektionen sowie knapp 525.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Zu Höchstzeiten während der bisher schlimmsten Welle in Indien wurden rund 400.000 Fälle pro Tag erfasst.

9.02 Uhr: Lauterbach: Impfkampagne müsste vor dem Winter 40 Millionen erreichen

Eine erfolgreiche Impfkampagne vor dem Winter müsste nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bis zu 40 Millionen Menschen erreichen. "Ideal wäre Impfkampagne mit bis zu 40 Mio Geimpften vor dem Winter", schrieb Lauterbach in der Nacht auf Freitag auf Twitter und schloss sich damit Äußerungen des Virologen Christian Drosten an. Lauterbach fügte hinzu: "Im Winter müssen wir sehr gut vorbereitet sein, sonst droht ein Chaos."

Der Leiter der Virologie-Abteilung der Berliner Charité hatte dem "Spiegel" in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview gesagt: "Wir müssten es schaffen, vor dem Winter noch einmal bis zu 40 Millionen Leute zu immunisieren oder mit einer Auffrischungsimpfung zu versorgen", sagte Drosten. "Das würde wirklich etwas verändern." Im Herbst soll es eine neue Impfkampagne geben. Dazu ist Lauterbach nach eigenen Angaben bereits mit den Impfstoffherstellern im Austausch.

8.19 Uhr: Mehrheit für Maskenpflicht in Innenräumen ab Herbst

Eine Mehrheit von 63 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ist dafür, zum Schutz vor Corona-Ansteckungen ab Herbst wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen einzuführen. In dieser Frage gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Generationen und zwischen den Anhängern verschiedener Parteien, wie aus einer am Freitag in Köln veröffentlichten ARD-Umfrage hervorgeht. Demnach sind von den über 65-Jährigen mehr als drei Viertel (77 Prozent) für eine solche Maskenpflicht. Unter den 18- bis 34-Jährigen stimmt dem weniger als jeder Zweite (48 Prozent) zu.

Unter den Anhängern der Grünen findet eine Maskenpflicht in Innenräumen ab Herbst mit 82 Prozent den größten Zuspruch, gefolgt von den SPD-Anhängern mit 78 Prozent. Von den FDP-Anhängern unterstützen demnach 43 Prozent eine solche Maskenpflicht, unter den AfD-Anhängern 30 Prozent. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Donnerstag vor einer neuen Corona-Welle im Herbst gewarnt. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen Anfang Juli über Schutzmaßnahmen beraten.

Das Umfrageinstitut Infratest dimap befragte am Dienstag und Mittwoch im Auftrag des ARD-Morgenmagazins 1.248 Wahlberechtigte. Für den ARD-"Deutschlandtrend" wurden 816 Telefon- und 432 Online-Interviews geführt. Die Fehlertoleranz liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

6.23 Uhr: Drosten befürchtet nach Sommerferien sehr hohe Corona-Zahlen

Der Virologe Christian Drosten rechnet nach den Sommerferien in Deutschland mit einer sehr hohen Zahl an neuen Corona-Fällen. "Ich hoffe, dass die Schulferien den Anstieg der Erkrankungsfälle etwas dämpfen werden. Aber ab September, fürchte ich, werden wir sehr hohe Fallzahlen haben", sagte der Leiter der Virologie-Abteilung an der Berliner Charité dem "Spiegel" in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview. Wenn nichts getan werde, werde es im Arbeitsleben "sehr viele krankheitsbedingte Ausfälle" geben.

"Wir sehen tatsächlich schon wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen", warnte Drosten. "Die BA.5-Variante ist einfach sehr übertragbar, und die Menschen verlieren gleichzeitig ihren Übertragungsschutz aus der letzten Impfung." In anderen Ländern sehe man, dass bei sehr hohen Fallzahlen auch die Hospitalisierungs- und Todeszahlen wieder anstiegen. "Das wird auch bei uns leider so sein. Insgesamt werden aber viel weniger Menschen schwer erkranken und sterben als noch 2021."

Er glaube nicht, dass man zum Jahresende den Eindruck haben werde, die Pandemie sei vorbei, sagte der Corona-Experte. Im Januar hatte Drosten noch die Hoffnung geäußert, dass Deutschland im Laufe des Jahres den pandemischen Zustand für beendet erklären kann. Der Virologe empfahl, eine Infektion möglichst zu vermeiden - auch wegen des Risikos von Long Covid. "Leider ist eine Infektion langfristig aber unausweichlich. Und nach und nach bildet sich tatsächlich ein schleimhautspezifischer Schutz, von dem ich annehme, dass er die Bevölkerungsimmunität insgesamt belastbarer macht."

5.47 Uhr: Impfen hat im ersten Jahr fast 20 Millionen Corona-Tote verhindert

Die Corona-Impfungen haben in ihrem ersten Jahr einer aktuellen Modellierung zufolge weltweit fast 20 Millionen Covid-19-Tote verhindert. Damit sei die Zahl der ohne Impfungen erwarteten Todesfälle mehr als halbiert worden, schreiben Forscher des Londoner Imperial College in einem in dieser Woche veröffentlichten Beitrag im Fachmagazin "Lancet Infectious Diseases". Mehr dazu lesen Sie hier.

Freitag, 5 Uhr: RKI registriert 108.190 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 618,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 618,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 532,9 gelegen (Vorwoche: 427,8; Vormonat: 307,2).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 108.190 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 28.118) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 19) innerhalb eines Tages. Allerdings sind die Werte der Vorwoche wegen eines Feiertags (Fronleichnam) in mehreren Bundesländern wenig aussagekräftig. Vergleiche der Daten sind zudem wegen des allgemeinen Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.681.775 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

21.07 Uhr: Corona-Experte: Masken und Abstand gegenwärtig unnötig

Trotz gestiegener Corona-Fallzahlen in diesem Sommer sieht der Experte Klaus Stöhr derzeit keinen Grund für verschärfte staatliche Alltagsbeschränkungen. "Um es ganz klar zu sagen: Masken tragen und Abstand halten ist gegenwärtig nicht notwendig", sagte er in einem Interview von Ippen Media. Es gebe zum einen keine Anzeichen für eine Überlastung des Gesundheitswesens. Zum anderen schöben die Maßnahmen nur die Infektionen nach hinten. "Verhindern wird man sie sowieso nicht. Damit steigt die Gefahr, dass der Peak im Winter größer wird", sagte der Wissenschaftler, der dem Sachverständigenausschuss zur Beurteilung der Corona-Beschränkungen angehört.

Weiter kritisierte Stöhr Datenlücken hierzulande. So sei unklar, welche Altersgruppen oder Bevölkerungsschichten noch nicht geimpft oder durch überstandene Infektionen natürlich immunisiert seien. "Wenn das durch Studien erkannt wäre, könnte man eine gezielte Impfkampagne beginnen. Andere Länder wissen besser Bescheid." Richtig finde er, dass die kostenlosen Bürgertests bald nicht mehr allen zugänglich sein sollen, sagte Stöhr. "Wir sollten bei den Tests zur Normalität zurückkehren. Die Normalität ist: Man führt einen Test bei Erkrankten durch, wenn das Ergebnis relevant für die Therapie ist." Ausnahme seien aber etwa die Krankenhäuser und Pflegeheime, wo es auch um die Vermeidung von Infektionen gehe und den Schutz vulnerabler Gruppen.

20.10 Uhr: BA.5 dominierende Corona-Variante in Deutschland

In der Corona-Pandemie in Deutschland ist mittlerweile die Omikron-Sublinie BA.5 vorherrschend. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht in seinem Wochenbericht zu Covid-19 von Donnerstagabend von einem Anteil von rund 50 Prozent. Diese Daten beziehen sich allerdings auf die vorvergangene Woche. Aktuell ist von höheren Werten auszugehen. Außerdem verzeichnet das RKI einen weiteren Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz und einen leicht zunehmende Belastung des Gesundheitsversorgungssystems. Dies betreffe insbesondere die Intensivmedizin, hieß es.

Wie aus dem Divi-Intensivregister hervorgeht, steigt die Zahl dort behandelter Corona-Infizierter seit einigen Tagen wieder an: nach gut 600 Patienten zu Monatsbeginn waren es mit Stand Donnerstag 810. Die Variante BA.5 hatte laut RKI-Bericht in der weiteren Woche zuvor noch einen Anteil von 32 Prozent gehabt. "Die Anteile der Sublinie BA.2.12.1 und BA.4 vergrößerten sich jeweils auf 6 Prozent", schreiben die Fachleute. Angesichts wieder steigender Inzidenzen durch die stärkere Verbreitung von BA.4 und BA.5 ruft das RKI weiterhin dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen einzuhalten. Es wird nicht jede positive Probe auf die Sublinien hin untersucht sondern nur eine Stichprobe.

18.22 Uhr: Alexander Klaws fehlt bei Bad-Segeberg-Premiere als Winnetou

Nun steht es fest: Winnetou-Darsteller Alexander Klaws kann wegen seiner Corona-Erkrankung an diesem Samstag nicht bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zur Premiere von "Der Ölprinz" auftreten. "Wir sind alle unheimlich traurig und enttäuscht, dass Alex nicht dabei sein kann", sagte Geschäftsführerin Ute Thienel am Donnerstag. Für Klaws springt Sascha Hödl ein, der bei der Generalprobe am Freitag sowie bei der Premiere und der Vorstellung am Sonntag den Apachen-Häuptling verkörpert. Er probt die Rolle seit fünf Tagen.

Er sei fassungslos, dass er zum Auftakt nicht dabei sein kann, sagte Klaws der Mitteilung zufolge. "Ich hatte mich so wahnsinnig auf diesen Abend gefreut." Klaws werde voraussichtlich am nächsten Donnerstag in das Freilichttheater am Kalkberg zurückkehren, hieß es. Gaststars dieser Saison sind Sascha Hehn als Ölprinz Grinley und Katy Karrenbauer als Treckführerin Rosalie Ebersbach.

17.58 Uhr: Nuvaxovid-Impfstoff schon ab 12 Jahre

Mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax können künftig auch Menschen ab 12 Jahre geimpft werden. Die Erweiterung der Zulassung haben die Experten der EU-Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag in Amsterdam empfohlen. Der Impfstoff ist in der EU bereits für Menschen ab 18 Jahre zugelassen. Der Novavax-Impfstoff (Nuvaxovid) wird auch bei Jugendlichen in zwei Dosen gespritzt, im Abstand von etwa drei Wochen. Er hat den Studien zufolge einen Infektionsschutz von etwa 80 Prozent. Wie stark er allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist unklar.

Eine Versuchsreihe mit etwa 2200 12- bis 17-Jährigen ergab nach Angaben der EMA, dass der Impfstoff ebenso stark wirksam ist wie bei Menschen von 18 bis 25 Jahre. Nebenwirkungen seien in den meisten Fällen milde: Darunter sind Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Schmerzen an der Einstichstelle. Fieber trete bei Jugendliche aber etwa häufiger auf als bei Erwachsenen. Aber auch dies halte höchstens einige Tage an.

Das Präparat enthält winzige Partikel aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2. Sie sollen dafür sorgen, dass der Köper selbst die Produktion von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus ankurbelt.

17.27 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde gibt grünes Licht für Impfstoff von Valneva

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs des französischen Pharmakonzerns Valneva für den EU-Markt gegeben. Das Präparat solle vorerst für Menschen von 18 bis 50 Jahre zugelassen werden, teilte die EMA in Amsterdam mit. Offiziell muss nun noch die EU-Kommission zustimmen, das aber gilt als Formsache. Dies wird der sechste Impfstoff gegen das Corona-Virus in der EU. Die EMA-Experten hatten bereits seit Dezember alle Daten aus Studien und Versuchen zu dem Impfstoff mit dem offiziellen Namen VLA2001 geprüft. Im April war er in Großbritannien zugelassen worden.

VLA2001 wird in zwei Dosen verabreicht und soll dem Körper helfen, sich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Das Präparat enthält dafür inaktive, also abgetötete Viren. Diese können nicht zu einer Infektion und Krankheit führen, sie kurbeln aber die Bildung von Antistoffen an.

Nach einer eingehenden Prüfung entschieden die Experten, dass die Daten zu dem Impfstoff solide seien und die EU-Kriterien zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllten. Da es bisher zu wenig Daten zur Wirkung bei Menschen älter als 50 Jahre gebe, soll das Präparat vorerst auch nur bis zu diesem Alter zugelassen werden. Wie wirksam der Impfstoff gegen die Omikron-Variante des Virus ist, konnten die Experten der EMA zufolge noch nicht feststellen. Mögliche Nebenwirkungen wurden als vorwiegend mild und kurzfristig beschrieben. Dazu gehörten Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen und Übelkeit.

16.20 Uhr: Kindernothilfe unterstützt über 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche

Die Kindernothilfe hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen mehr als 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche unterstützt. "Damit haben wir so viele Mädchen und Jungen gefördert wie nie zuvor", sagte die Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann am Donnerstag in Duisburg bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2021. Aktuell fördert die Kindernothilfe nach eigenen Angaben 530 Projekte in 33 Ländern und arbeitet mit 346 Partnerorganisationen zusammen.

Die Corona-Pandemie und weitere Krisen führten jedoch dazu, dass "Kinder und ihre Bedürfnisse vernachlässigt wurden", mahnte Weidemann. Im vergangenen Jahr trieben monatelange Schulschließungen, Arbeitsplatzverluste und fehlendes Einkommen in den Familien Millionen von Kindern und Jugendlichen weiter in die Armut.

Seit mehr als 60 Jahren unterstützt die Kindernothilfe als eine der größten Kinderrechtsorganisationen in Europa benachteiligte Mädchen und Jungen und ihre Familien. Die Arbeit wird zu 83,3 Prozent durch Spenden getragen.

15.12 Uhr: Sachsen meldet rund 2.500 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind nach einer am Donnerstag veröffentlichten Aufstellung des Sozialministeriums binnen eines Tages 2.528 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurde acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 sind damit in Sachsen 1.545.275 positive Coronatests laborbestätigt worden, 15.584 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.505.300 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat stieg vom 268,0 am Mittwoch auf nun 305,3 - siehe Blogeintrag von 13.24 Uhr. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Unter den 13 Regionen Sachsens bleibt es bei erheblichen Unterschieden. Die Stadt Leipzig weist mit 500,4 die derzeit höchste Inzidenz aus, auch Dresden liegt mit einem Wert von 470,7 deutlich über dem Sachsen-Durchschnitt. Im Erzgebirgskreis ist der Wert des RKI mit 163,9 aktuell am niedrigsten.

14.31 Uhr: Corona-Impfpflicht in Österreich wird abgeschafft

Die Corona-Impfpflicht in Österreich wird abgeschafft. Das teilte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Donnerstag in Wien mit. Das Gesetz lag zuletzt ohnehin auf Eis. "Die Impfpflicht bringt niemanden zum Impfen", sagte Rauch. Die Impflicht wurde Ende 2021 verkündet und galt ab Februar. Sie wurde von allen Parlamentsparteien bis auf die rechte FPÖ unterstützt. Österreich war damit Vorreiter in der EU. In anderen Ländern gab es nur altersspezifische Vorschriften.

Ursprünglich war in Österreich geplant, ab 15. März allen, die sich weigern, eine Geldstrafe von bis zu 3.600 Euro anzudrohen. Doch schon Anfang März hatte sich eine Abkehr von der Impfpflicht angedeutet. Damals erklärte die Regierung aus konservativer ÖVP und Grünen, die Vorgabe sei bei der vorherrschenden Omikron-Variante nicht verhältnismäßig. Mehr zum Impfpflicht-Aus in Österreich

14.10 Uhr: Gesundheitsminister wollen Corona-Kurs für Herbst vorbereiten

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen Vorbereitungen für eine wieder kritischere Corona-Lage im Herbst und Winter treffen. Es müsse mit einer schweren Welle gerechnet werden, sagte Bundesminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in Magdeburg nach zweitägigen Beratungen. In der umstrittenen Frage des weiteren Angebots kostenloser Bürgertests wurde noch kein fertiges Konzept präsentiert. Es solle ein Paket vorgelegt werden, das er noch mit Finanzminister Christian Lindner (FDP) finalisiere, sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsminister betonte, dass Bürgertests aus seiner Sicht auch über die bisherige Regelung bis Ende Juni hinaus "unbedingt notwendig" seien. Es müsse aber nicht mehr jeder Bürgertest gemacht werden, Tests ohne Anlass sollten eingeschränkt werden. Lauterbach verwies auch auf eine Vorgabe des Haushaltsausschusses des Bundestags, dass sich die Länder an der bisher nur vom Bund getragenen Finanzierung beteiligen sollen.

Die Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Petra Grimm-Benne (SPD) aus Sachsen-Anhalt, machte deutlich, dass die Länder hierfür keinen Spielraum sähen. Mit Blick auf die am 23. September auslaufenden Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz kündigte sie für den 1. Juli eine Sonder-Ministerkonferenz an. An diesem Tag soll auch der Bericht eines Sachverständigenausschusses zur Beurteilung bisheriger Pandemie-Maßnahmen vorgelegt werden, wie Lauterbach sagte. Er betonte, dass Bund und Länder sich auf "ein Miteinander" bei den Beratungen über nötige weitergehende Schutzregeln verständigt hätten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich vor der Presse
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich vor der Presse © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

13.24 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen auf 305,3 gestiegen

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen hat am Donnerstag 305,3 betragen. Im Vergleich zur Vorwoche (239,4) bedeutet dies einen erneuten Anstieg. Vor zwei Wochen hatte der Wert noch bei 132,9 gelegen. Im Vergleich aller Bundesländer weist Sachsen aber weiter derzeit den zweitniedrigsten Wert nach Thüringen (202,1) aus, wie aus der Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Bundesweit lag die Inzidenz bei 532,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen - in der Statistik zählen nur positive PCR-Tests.

12.46 Uhr: AfD reicht Normenkontrollklage wegen sächsischer Corona-Schulden ein

Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag geht juristisch gegen den Corona-Bewältigungsfonds des Freistaates vor. Eine entsprechende Normenkontrollklage sei am Dienstag per Fax an das Verfassungsgericht des Freistaates gesandt worden, teilte die Fraktion am Donnerstag in Dresden mit. Das Gesetz beeinträchtige in erheblichem Umfang das Budgetrecht des Landtages, nannte der Abgeordnete André Wendt einen Kritikpunkt. Indem der Freistaat die Corona-Schulden als "Sondervermögen" außerhalb des Kernhaushaltes führt, wandere die Verantwortung hinter die verschlossenen Türen des Finanzausschusses.

Sachsen hatte im Jahr 2020 zur Finanzierung der Corona-Lasten erstmals seit 2005 wieder neue Schulden gemacht. Diese Möglichkeit sieht die Verfassung vor, wenn es etwa eine Notlage zu meistern gilt. Die Regierung wurde ermächtigt, Kredite im Umfang von bis zu sechs Milliarden Euro aufzunehmen. Zuletzt war zu hören, dass nicht der gesamte Kreditrahmen ausschöpft werden muss. Auch die AfD hatte der Schuldenaufnahme zugestimmt - "mit Bauchschmerzen", wie Fraktionschef Jörg Urban am Donnerstag erneut betonte. Damals sei nicht absehbar gewesen, wie viele Mittel notwendig sind und dass sie auch für andere Zwecke verwendet werden.

Derzeit läuft eine Diskussion darüber, ob die Fristen für die Rückzahlung der Kredite gedehnt werden. Dazu müsste die Verfassung geändert werden. Bislang ist eine Tilgungsfrist von acht Jahren vorgesehen - beginnend 2023. Die AfD geht mit Verweis auf die jüngste Steuerschätzung davon aus, dass dieser Zeitrahmen ausreichend ist. Zunächst wollte sie eine Erweiterung der Frist auf zwölf Jahre.

11.42 Uhr: Millionenhilfen für Corona-Aufholprogramm und Ganztagsangebote

Mit Millionen-Hilfen sollen die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche in Sachsen abgemildert werden. Für das Schuljahr 2022/2023 erhalten Sachsens Schulen 45 Millionen Euro für die regulären Ganztagsangebote, wie das Kultusministerium am Donnerstag mitteilte. Hinzu kommen 15 Millionen Euro aus dem Corona-Aufholprogramm, die insgesamt für das aktuelle und kommende Schuljahr zur Verfügung stehen.

Mit den Geldern aus dem Aufholprogramm sollen die durch die Pandemie entstandenen Lernlücken abgebaut werden. Dazu zählen Angebote zur Lernmotivation und zur sozialen Entwicklung der Schüler. Die Angebote seien an den individuellen Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientiert, erläuterte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). "Um Lernfrust zu vermeiden, werden auf der einen Seite Schüler unterstützt, wenn es in Mathe oder Deutsch klemmt und auf der anderen Seite kleine Überflieger mit Knobelaufgaben gefüttert."

Laut Ministerium können rund 355.000 Schülerinnen und Schüler von den regulären Ganztagsangeboten profitieren. In den nächsten Wochen erhalten 1.443 Schulen einen Zuweisungsbescheid für die Förderung. Fast alle Schulen in Sachsen bieten somit ein Ganztagsangebot an.

10.38 Uhr: Kontroverse um Corona-Fälle: Volleyballer treten gegen China nicht an

Die deutschen Volleyballer sind in der Nationenliga nach einer Kontroverse um Corona-Fälle bei Gegner China nicht angetreten. Das deutsche Team habe sich am Donnerstag geweigert in Quezon City (Philippinen) gegen China zu spielen, "obwohl die chinesischen Athleten von den lokalen Behörden nach einem positiven Test auf Covid-19 freigegeben worden waren", teilte der Volleyball-Weltverband mit. Im Team der Chinesen hatte es zuletzt mehrere Corona-Fälle gegeben, wegen denen das Spiel der Chinesen gegen Frankreich am Mittwoch abgesagt wurde.

Warum genau das deutsche Team am Donnerstag nicht antrat, blieb zunächst unklar. Der Deutsche Volleyball-Verband wollte sich im Laufe des Tages in einem Statement äußern. Die Partie wurde mit 3:0 für China gewertet. Damit steht Deutschland nun bei drei Siegen und drei Niederlagen.

In der Nationenliga spielen die besten 16 Mannschaften der Welt bei Männern und Frauen an drei Austragungsorten über sechs Wochen gegeneinander. Nach zwölf Partien pro Team kommen die acht besten in die Finalrunde. Die Spiele in der Nations League sind wichtig für die Weltrangliste. Die deutschen Männer spielten zunächst im kanadischen Ottawa. Nach Quezon City geht es in Osaka (Japan) weiter.

9.53 Uhr: Bildungsministerin: Keine flächendeckende Schulschließungen mehr

Die Corona-Pandemie hat nach den Worten von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger drastische Folgen für die Schülerinnen und Schüler mit sich gebracht. Man sehe gravierende psychische, soziale und auch körperliche Folgen, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Es gebe zudem Lernrückstände und Kompetenzverlust bis zu einem halben Jahr. "Eine flächendeckende Schulschließung darf es nicht mehr geben", betonte Stark-Watzinger. Dieses Signal müsse klar gesendet werden.

Am frühen Nachmittag wollte die Ministerin mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), den nationalen Bildungsbericht 2022 vorstellen.

8.30 Uhr: Lauterbach: Werden uns schnell bei Maskenpflicht einigen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist zuversichtlich, sich in der Koalition rasch auf Änderungen zum Infektionsschutzgesetz einigen zu können. An sechs Punkten seines Sieben-Punkte-Plans werde bereits gearbeitet, beim Thema Maskenpflicht begännen die Verhandlungen, wenn das für den 30. Juni erwartete Sachverständigengutachten zur Bewertung bisheriger Corona-Schutzmaßnahmen vorliege, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Deutschlandfunk. Darauf habe die FDP großen Wert gelegt.

Bereits für den 1. Juli sei dann ein Gespräch vereinbart. "Wenn dieses Gutachten vorliegt, dann werden wir uns auch sehr schnell einigen, und ich glaube auch, sogar relativ geräuschlos", betonte Lauterbach. Vor der Sommerpause sollten wichtigste Eckpunkte beschlossen sein. "Wir sind einigermaßen gut unterwegs, viel besser als in vergangenen Jahren", betonte der Minister.

Lauterbach verteidigte erneut sein Vorhaben, kostenlose Corona-Bürgertests einzuschränken. Sie sollten gezielt eingesetzt werden, also da, wo sie den größten Nutzen bringen. Der Minister nannte etwa Besucher von Krankenhäusern, Pflegeheimen oder großen Veranstaltungen sowie Menschen, die Krankheitssymptome haben.

Unterdessen zeigt die Infektionskurve weiter nach oben. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 532,9 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 488,7 gelegen (Vorwoche: 480,0; Vormonat: 312,1).

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7.21 Uhr: Grünen-Experte: "Brauchen weiter flächendeckende Testangebote"

Die Grünen im Bundestag werben mit Blick auf den Herbst für weiterhin flächendeckend verfügbare Corona-Testangebote. "Die kostenlosen Bürgertests sind ein wirksames Instrument, um den erforderlichen Überblick über das Infektionsgeschehen zu behalten", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Janosch Dahmen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Infektionsketten könnten früh erkannt und unterbrochen werden. "Ohne Tests befinden wir uns im Blindflug", warnte Dahmen. "Breites Testen hilft uns dabei, Menschenleben zu schützen."

Dahmen warf Kritikern vor: "Das Gerede vom anlasslosen Testen konstruiert einen Mythos." Niemand lasse sich gerne testen. Das allgemeine Pandemierisiko sei ohnehin Anlass genug. "Wir dürfen einem wichtigen Mittel wie den Tests keine unnötigen Hürden in den Weg stellen", sagte Dahmen. "Wir brauchen mit Blick auf den Herbst weiterhin flächendeckend verfügbare Testangebote."

Dahmen schlug vor: "Wir können die Bürgertests fortsetzen und die Kosten gleichzeitig senken, indem wir die Tests nur noch von Gesundheitspersonal in Apotheken, Arztpraxen oder Sanitätsdiensten durchführen lassen." Betrug werde so unterbunden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) peilt an, die vorerst bis Ende Juni vom Bund finanzierten Bürgertests stärker einzuschränken.

6.25 Uhr: Lehrerverband fordert bundesweite Erfassung von Lernlücken

Nach mehr als zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen fordern Lehrervertreter eine bundesweite Erfassung des Lernstands in den Schulen. "Viele Schülerinnen und Schüler haben nach zweieinhalb Schuljahren in der Pandemie noch immer massive Lernrückstände", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Spätestens Anfang des nächsten Schuljahres brauchen wir bundesweit vergleichbare Lernstandserhebungen, um den Handlungsbedarf ehrlich einschätzen zu können", forderte er.

Das Aufholprogramm von Bund und Ländern habe an dem Problem bislang wenig geändert. Das liege auch daran, dass die Zusatzangebote oft nicht flächendeckend zur Verfügung stünden und nicht die Schüler erreicht hätten, die die Nachhilfe besonders dringend benötigten. Sinnvoll wären nach Meidingers Worten Erhebungen in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, möglicherweise auch in den Naturwissenschaften. "Wichtig wäre zudem, dass diese Tests in bestimmten, für eine erfolgreiche weitere Schullaufbahn entscheidenden Klassenstufen stattfinden: Beispielsweise in der dritten, in der sechsten Klasse, in der achten und in der zehnten Jahrgangsstufe."

6.06 Uhr: Sachsen will sich von Impfzentren trennen

Der Plan scheint klar: Ab 2023 sollen die Kommunen die Verantwortung für die Impfeinrichtungen und das Impfen in Pandemiezeiten übernehmen. Doch die drei kreisfreien Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz sowie alle zehn Landkreise wehren sich dagegen. Nach Informationen von Sächsische.de haben sie inzwischen einstimmig das sogenannte "Impfkonzept 2023" des Sozialministeriums abgelehnt, welches eine entsprechende Aufgabenübertragung an die Kommunen sowie deren Gesundheitseinrichtungen vorsieht. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert warnt davor, dass durch das Konzept des Sozialministeriums praktisch eine neue kommunale Pflichtaufgabe droht, ohne dass deren Finanzierung gesichert sei.

5.56 Uhr: Kinder und Jugendliche treiben wegen Corona weniger Sport

Die Corona-Pandemie hat nach einer neuen Umfrage der Allianz negativen Einfluss auf die sportlichen Aktivitäten von Kindern und jungen Menschen. Demnach haben gut zwei Drittel der befragten 500 Kinder zwischen 5 und 15 Jahren während der Pandemie weniger Sport getrieben als vorher, wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte. Von 500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 16 bis 24 war es mehr als die Hälfte (51 Prozent), die sich weniger bewegte als vor Beginn der Pandemie. Eine maßgebliche Ursache war demnach, dass in Sportvereinen lange kein Training möglich war.

Das Marktforschungsinstitut Appinio befragte im Auftrag des Unternehmens die Jugendlichen selbst, bei den Kindern übernahmen das die Eltern. Weniger Bewegung ist demnach nicht gut für die Seele: 40 Prozent der Eltern sagten, dass ihre Kinder wegen mangelnder Bewegung unausgeglichen und gelangweilt gewesen seien. Bei den älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen räumte das ein knappes Drittel ein.

Auch wenn die meisten Corona-Beschränkungen mittlerweile gefallen sind, sagten lediglich gut 37 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass sie wieder genauso viel Sport machen wie vor der Pandemie. Bei den Kindern sind es laut deren Eltern knapp 56 Prozent.

Die Allianz kooperiert als Olympiasponsor mit dem IOC. Ende Juli soll eine "MoveNow" betitelte internationale Kampagne starten und wieder mehr Kinder und junge Menschen zum Sport motivieren.

5.25 Uhr: RKI registriert 119.360 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 532,9

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 532,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 488,7 gelegen (Vorwoche: 480,0; Vormonat: 312,1). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 119.360 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 89.142) und 98 Todesfälle (Vorwoche: 73) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.573.585 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Donnerstag, 5 Uhr: Verband dämpft Erwartungen an Wirkung von Medikamenten gegen Corona

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat vor zu hohen Erwartungen an die Wirkung von Medikamenten gegen Corona gewarnt. "Natürlich ist es sehr erfreulich, dass Fortschritte bei der Entwicklung wirkungsvoller Medikamente gegen schwere Covid-Verläufe gemacht werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Politik sollte aber nicht den Eindruck vermitteln, dass die Ärztinnen und Ärzte einfach nur mehr Anti-Corona-Medikamente verschreiben müssen und alles wird gut. Diese Vorstellung mag zwar verführerisch sein, entspricht aber nicht den Fakten."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit Blick auf eine wohl angespanntere Lage im Herbst einen Sieben-Punkte-Plan angekündigt. Dazu gehören eine erneute größere Impfkampagne, ein schnellerer Einsatz von Medikamenten bei Erkrankten und präzisere Zuständigkeiten für Corona-Schutz in Pflegeheimen. Kürzlich hatte Lauterbach gesagt, es gebe sehr überzeugende Medikamente, die viel zu wenig eingesetzt würden. In Deutschland ist seit Februar das Medikament Paxlovid auf dem Markt. Mit dem Mittel soll schweren Verläufen entgegengewirkt werden.

Weigeldt sagte: "Paxlovid kann für eine kleine Gruppe an Hochrisikopatientinnen und Patienten sehr hilfreich sein, es ist jedoch kein "Gamechanger" für die breite Bevölkerung." Das Medikament habe eine Reihe an Wechselwirkungen, müsse außerdem bereits sehr früh in der Erkrankung eingenommen werden. "Einfach nur zu fordern, dass die Ärztinnen und Ärzte den Rezeptblock früher zücken sollten und wir haben die Pandemie im Griff, wäre viel zu kurz gesprungen", sagte Weigeldt. Die Politik solle keine falschen Erwartungen wecken. "Die wirkungsvollste aller Maßnahmen ist und bleibt die Impfung."

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

20.22 Uhr: EU unterstützt Lateinamerika und Karibik bei Impfstoffen

Die Europäische Union will die Länder in Lateinamerika und der Karibik bei der Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten unterstützen. Durch die Stärkung von Lieferketten, den Aufbau lokaler Produktionsstätten und Transfer von Technologie sollten die Gesundheitssysteme der Region widerstandsfähiger gemacht werden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. "Investitionen in Gesundheit sind Investitionen in Wohlstand und Wohlergehen", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Lateinamerika und die Karibik hat die Corona-Pandemie besonders hart getroffen: Mit mehr als 2,7 Millionen Toten wurden in der Region 40 Prozent aller Opfer weltweit registriert, obwohl nur acht Prozent der Weltbevölkerung dort leben. Gerade zu Beginn der Pandemie hatten viele der oftmals armen Länder Schwierigkeiten, ausreichend Impfstoff zu beschaffen.

19.32 Uhr: Gesundheitsminister beraten über weiteren Corona-Kurs

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Donnerstag ab etwa 13 Uhr in Magdeburg über die Ergebnisse der Beratungen auf der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) informieren. Ein Schwerpunkt der Tagung ist der weitere Kurs in der Corona-Pandemie. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angekündigt, von den kostenlosen Bürgertests für alle abzurücken. Künftig sollen nur noch Menschen mit Symptomen sowie einige weitere Gruppen für Gratis-Tests infrage kommen.

Offen ist zudem die Frage, inwiefern die Länder stärker an der Finanzierung der Tests beteiligt werden. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern tagen seit Mittwoch in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Neben dem weiteren Corona-Kurs sollte es auf der Konferenz außerdem um eine beschleunigte Digitalisierung im Gesundheitssektor gehen.

18.20 Uhr: Bundestag gibt 25 Millionen Euro für Re-Start des Vereinssports frei

Für einen Re-Start der deutschen Sportvereine hat der Haushaltsausschuss des Bundestages das 25-Millionen-Euro- Konzept von DOSB und Bundesinnenministerium freigegeben. Dies teilte der Deutsche Olympische Sportbund am Mittwoch mit. Es soll Vereinen helfen, nach den Jahren der Corona-Krise neue Mitglieder und Übungsleiter zu gewinnen, hieß es in der Mitteilung. Außerdem sollen mit einer bundesweiten Kampagne, Menschen zu mehr Sport und Bewegung motiviert werden.

"Das ist ein wichtiges Signal für den Breitensport. So werden Vereine konkret unterstützt, zum Beispiel mit Sportschecks und digitaler Übungsleiterausbildung", erklärte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester. "Vor allem aber wollen wir Menschen wieder aktiv in Bewegung versetzen, am besten im Verein."

17.41 Uhr: Urteil: Impfverpflichtung in Heimen nicht mit Zwangsgeld durchsetzbar

Die Corona-Impfpflicht für Mitarbeitende in Pflegeheimen darf nach einem Gerichtsurteil nicht mit einem Zwangsgeld durchgesetzt werden. Mit diesem Beschluss wies das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg jetzt die Beschwerde des Landkreises Diepholz gegen eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover ab. (Az.: 15 ME 258/22)

Der Landkreis hatte der nicht geimpften Beschäftigten eines Seniorenhauses unter Androhung eines Zwangsgeldes auferlegt, einen Nachweis über eine Impfung gegen Covid-19 einzureichen. Der Nachweis über die Erstimpfung sollte innerhalb von 14 Tagen und der über die Zweitimpfung innerhalb von weiteren 42 Tagen vorliegen. Die Frau ging dagegen mit einem Eilantrag vor und bekam vom Verwaltungsgericht Recht. Der 14. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat diese Sichtweise nun bestätigt. Das Infektionsschutzgesetz biete für eine Durchsetzung der Impfpflicht mithilfe eines Zwangsgeldes keine Grundlage, urteilten die Lüneburger Richter. Die auch als "einrichtungsbezogene Impfpflicht" bezeichnete Nachweispflicht begründe gerade keine Verpflichtung der betroffenen Personen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die Regelung stelle die Betroffenen vielmehr vor die Wahl, entweder ihre bisherige Tätigkeit aufzugeben oder aber in die Impfung einzuwilligen.

Dementsprechend eröffne das Gesetz dem Gesundheitsamt die Möglichkeit, bei Nichtvorlage eines Nachweises ein sofort vollziehbares Betretens- oder Tätigkeitsverbot auszusprechen, hieß es weiter. Dies entspreche dem Sinn und Zweck der einrichtungs- und unternehmensbezogenen Nachweispflicht, äußerst verletzbare Personengruppen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zeitnah und in besonderem Maße zu schützen. Die Entscheidung des Gerichts ist nicht anfechtbar.

16.35 Uhr: Lauterbach bekräftigt Bürgertest-Plan

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat seinen Plan bekräftigt, von den kostenlosen Corona-Bürgertests für alle abzurücken. Man müsse die Bürgertests etwas einschränken, sagte der SPD-Politiker vor der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch in Magdeburg. In der Vergangenheit seien Tests abgerechnet worden, die nicht durchgeführt wurden, und es seien Tests durchgeführt worden, die nicht notwendig gewesen seien. Nötig sei eine bessere Qualitätskontrolle, betonte Lauterbach.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministers soll das Testangebot künftig stärker auf diejenigen ausgerichtet werden, "die tatsächlich den Test brauchen". So sollten besonders diejenigen geschützt werden, die Menschen in Pflegeeinrichtungen besuchen. Außerdem sollen Tests vor großen Veranstaltungen möglich sein. Die Forderungen einiger Länder, rasch die gesetzlichen Voraussetzungen für schärfere Schutzmaßnahmen zu schaffen, hat Lauterbach vernommen. "Wir werden uns schnell einigen", sagte er mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern.

15.52 Uhr: Corona lässt Sachsen mehr Geld sparen

Die Menschen in Sachsen haben im ersten Corona-Jahr 2020 weniger Geld ausgegeben und mehr gespart. Laut Statistischem Landesamt beliefen sich die privaten Konsumausgaben je Einwohnerin und Einwohner auf 19.395 Euro - 671 Euro oder 3,3 Prozent weniger als 2019. Vom verfügbaren Einkommen wurden pro Kopf 2.531 Euro zur Seite gelegt. Der Sparbetrag habe sich um ganze 1.100 Euro oder 78 Prozent erhöht, teilte das Amt am Mittwoch mit.

Die Statistiker machten für diese Entwicklung die während der Pandemie stark eingeschränkten Konsummöglichkeiten verantwortlich. Deutschlandweit sanken die privaten Konsumausgaben um 1.160 Euro (5,3 Prozent) auf 20.538 Euro je Person. Der Pro-Kopf-Sparbetrag lag im bundesweiten Durchschnitt bei 3.933 Euro.

15.01 Uhr: Grünes Licht für erstes großes Fusion-Festival nach zwei Jahren

Die Macher des Fusion-Festivals in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) können kommende Woche wieder in die Vollen gehen. Das zuständige Ordnungsamt habe grünes Licht gegeben und am Vorabend entsprechende Bescheide übergeben, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Damit kann das Festival auf dem ehemaligen Militärflugplatz wieder wie gewohnt mit bis zu 70.000 Gästen über die Bühne gehen. Es soll am kommenden Mittwoch starten und bis zum darauffolgenden Sonntag dauern.

Die Fusion war 2020 wegen der Corona-Krise ausgefallen, 2021 hatte es drei kleinere Veranstaltungen im Sommer mit einem aufwendigen Testkonzept gegeben. Das Festival gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfeste Europas. Das Land hatte mit einer Verordnung vom 5. Mai die 3G-Regel für Veranstaltungen aufgehoben.

14.25 Uhr: Sachsen meldet rund 3.600 neue Corona-Fälle - Inzidenz steigt

In Sachsen sind nach einer am Mittwoch veröffentlichten Aufstellung des Sozialministeriums binnen eines Tages 3.582 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich damit in Sachsen nachweislich 1.542.747 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 15.576 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.503.350 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 268,0 höher als am Dienstag (248,1). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber nach Thüringen (184,6) weiterhin an zweitniedrigster Stelle in Deutschland, die bundesweite Inzidenz liegt bei 488,7.

Unter den 13 Regionen Sachsens bleibt es bei erheblichen Unterschieden. Die Stadt Leipzig weist mit 470,8 die derzeit höchste Inzidenz aus, auch Dresden weist mit 423,0 einen Wert über der 400er-Marke aus. Im Erzgebirgskreis ist der Wert des RKI mit 132,6 aktuell am niedrigsten.

13.56 Uhr: Weniger Eingaben an Petitionsausschuss

Der Petitionsausschuss des Bundestags hat im vergangenen Jahr erstmals seit längerer Zeit einen Rückgang an Eingaben von Bürgern verzeichnet. Bei der als "Kummerkasten der Nation" bezeichneten Einrichtung gingen 11.667 Petitionen ein - ein Minus von 2.647 im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausschussvorsitzende Martina Stamm-Fibich (SPD) sprach von einem Ausnahmejahr, das von Corona und der Bundestagswahl geprägt gewesen sei. So habe fast ein Viertel aller Petitionen das Bundesgesundheitsministerium betroffen.

In rund 62 Prozent aller Fälle hätten Bürger persönliche Anliegen vorgebracht, teilte Stamm-Fibich bei der Vorlage des Jahresberichts 2021 mit. Sie appellierte zugleich an die Bürgerinnen und Bürger, das Instrument von Petitionen zu nutzen. "Wir gewinnen hierdurch als Parlamentarier nicht nur einen Eindruck über das Stimmungsbild in der Bevölkerung, sondern werden auch sehr frühzeitig auf Probleme aufmerksam gemacht." Oftmals gehe es um Anliegen, die nur sehr kleine Gruppen der Bevölkerung beträfen und deshalb auch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von Medien lägen.

An den Petitionsausschuss können sich alle Bürgerinnen und Bürger wenden. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) bot dem Ausschuss an, ihn ein stückweit aufzuwerten. Darüber sollten nach der Sommerpause Gespräche geführt werden.

12.41 Uhr: Nach Anschlag auf Impfzentrum im Vogtland sucht Polizei nach rotem Auto

Rund neun Monate nach einem versuchten Brandanschlag auf ein Impfzentrum in Treuen (Vogtlandkreis) sucht die Polizei nach Hinweisen zu einem roten Auto mit auffälligen Scheinwerfern. Das Fahrzeug habe gelbe Nebel- oder Zusatzleuchten, die unterhalb der vorderen Scheinwerfer angebracht seien, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch mit. Das Auto sei im Vogtland unterwegs. Wem ein solches Fahrzeug bekannt sei, solle sich beim LKA melden. Auch weitere Hinweise zu dem Anschlag im Gewerbegebiet Eich am 14. September 2021 würden gesucht.

Die Täter hatten drei Brandsätze gegen die Rolltore des Impfzentrums geworfen. Diese zündeten allerdings nicht. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand.
Die Täter hatten drei Brandsätze gegen die Rolltore des Impfzentrums geworfen. Diese zündeten allerdings nicht. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand. © Archiv/Bodo Schackow/dpa

12.31 Uhr: Deutschland über Gefahren einer Herbstwelle gespalten

Die deutsche Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge über die Gefahren einer möglichen Corona-Herbstwelle gespalten. Die Hälfte der befragten Erwachsenen gab an, sich über eine Infektion mit einer Variante des Virus keine Sorgen zu machen, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Yougov hervorgeht. Hingegen zeigten sich 46 Prozent besorgt. Fünf Prozent machten keine Angaben.

Angesichts des weiterhin hohen Infektionsgeschehens wollen sich am Mittwoch und am Donnerstag die Gesundheitsminister von Bund und Länder in Magdeburg darüber austauschen, wie es mit den Corona-Tests, dem Impfen und den Impfzentren sowie mit dem Masketragen weitergehen soll. Für den Herbst und Winter befürchten Experten eine weitere Corona-Welle.

11.21 Uhr: Dänemark bietet allen über 50 im Herbst vierte Corona-Impfung an

Die dänische Regierung hat die Bevölkerung auf neue Corona-Auffrischimpfungen eingestimmt. Etwa 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger bekommen im Herbst eine Einladung für eine vierte Impfung - Pflegeheimbewohner und andere Anfällige ab dem 15. September, alle Menschen im Alter von über 50 Jahren dann ab dem 1. Oktober, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen ankündigte. Besonders Anfällige wie Alte und Menschen mit Immunschwäche hätten die Möglichkeit, noch vor den Sommerferien eine Booster-Impfung zu erhalten.

Bei der dänischen Corona-Strategie für die kommenden Monate gehe es um vier wesentliche Ziele, sagte Frederiksen: Vor allem sollten Alte und Anfällige vor schweren Erkrankungen geschützt werden. Eine Überbelastung der Krankenhäuser solle vermieden und die Wirtschaft in Gang gehalten werden. Außerdem wolle man dafür sorgen, dass es keine neuen Lockdowns und zu viele Beschränkungen gebe.

Die Neuinfektionszahlen befinden sich in dem nördlichsten deutschen Nachbarland mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern seit längerer Zeit auf einem niedrigen Niveau. In den vergangenen Wochen sind sie aber wieder recht deutlich gestiegen. Hauptgrund dafür ist die Ausbreitung der Omikron-Untervariante BA.5, die nach Angaben des dänischen Gesundheitsministers Magnus Heunicke bereits rund 59 Prozent der analysierten Fälle ausmacht.

9.41 Uhr: Mehr Personal im Öffentlichen Dienst - Gesundheitswesen wächst stark

Das Personal im Öffentlichen Dienst in Deutschland ist im Vergleich zu einem Vorjahr so stark gewachsen wie seit der Wiedervereinigung 1990 nicht mehr. Rund 5,1 Millionen Menschen waren 2021 (Stand 30. Juni) bei der Polizei, im Gesundheits- oder Bildungswesen beschäftigt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das seien 125.000 oder 2,5 Prozent mehr gewesen als ein Jahr zuvor. Rund elf Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland hätten somit im Staatsdienst gearbeitet.

Den stärksten Zuwachs gab es den Angaben zufolge nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie im Gesundheitswesen. In den öffentlichen Krankenhäusern, Gesundheitsämtern und auch Impfzentren arbeiteten Mitte 2021 rund 209.500 Menschen, 11 Prozent mehr als Mitte 2020. Aber auch in vielen anderen Bereichen stieg die Zahl der Beschäftigten.

In den Schulen nahmen die Beschäftigten um 16.300 auf 982.400 zu und in den Hochschulen einschließlich der Kliniken um 21.000 auf 606.800. In den Kitas hat sich die Zahl der Mitarbeiter seit 2006 den Statistikern zufolge nahezu verdoppelt. Mitte 2021 arbeiteten dort 256-900 Menschen, 5,5 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Bei der Polizei gab es den zweithöchsten Personalzuwachs seit Mitte der 90er Jahre nach 2017. Die Zahl der dort beschäftigten Menschen wuchs um 7.100 auf 348.500. Das sind 11 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor.

7.54 Uhr: 85 Verfahren nach Krawall vor Reichstagsgebäude bei Corona-Demo

Fast zwei Jahre nach Krawallen am Reichstagsgebäude ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft noch in 21 Fällen. Insgesamt seien bislang 85 Verfahren bearbeitet worden im Zusammenhang mit den Geschehnissen vom 29. August 2020, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Damals war es Teilnehmern einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen gelungen, das Absperrgitter zu überwinden und die Treppen hochzustürmen.

In den meisten Fällen (71) waren die Beschuldigten den Ermittler namentlich bekannt. Allerdings reichten die Beweise laut Behörde häufig für eine Bestrafung nicht aus. Insgesamt wurden nach Angaben der Sprecherin 51 Verfahren eingestellt. In 9 Fällen habe die Staatsanwaltschaft ein Verurteilung per Strafbefehl beantragt. Dies ist vergleichbar mit der Erhebung einer Anklage. Allerdings wird die Strafe ohne mündliche Verhandlung ausgesprochen.

So ein Fall beschäftigt an diesem Freitag auch das Amtsgericht Tiergarten. Ein 49-Jähriger, der damals Teil der Gruppe von etwa 1.000 Menschen gewesen sein soll, hat nach Gerichtsangaben einen Strafbefehl nicht akzeptiert. Darum komme es nun zur Hauptverhandlung, hieß es.

Etwa zweieinhalb Monate nach dem Vorfall am Reichstagsgebäude kam es im November 2020 zu Gewaltausbrüchen und massiven Angriffen auf Polizisten bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen. Auch dazu laufen noch Ermittlungen.

Proteste gegen Corona-Maßnahmen haben im Jahr 2020 mehrfach für größere Polizeieinsätze gesorgt. Für große Empörung hat die Besetzung der Treppe des Reichstagsgebäudes im August 2020 gesorgt. Der Fall beschäftigt noch immer die Justiz.
Proteste gegen Corona-Maßnahmen haben im Jahr 2020 mehrfach für größere Polizeieinsätze gesorgt. Für große Empörung hat die Besetzung der Treppe des Reichstagsgebäudes im August 2020 gesorgt. Der Fall beschäftigt noch immer die Justiz. © Achille Abboud/NurPhoto/dpa (Archiv)

7.15 Uhr: Corona-Knick bei Ladendiebstählen

Im zweiten Corona-Jahr 2021 ist die Zahl der Ladendiebstähle im deutschen Einzelhandel weiter gesunken. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI summierten sich die Verluste des Handels durch Diebstahle im vergangenen Jahr auf 3,23 Milliarden Euro. Das waren rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren die Ladendiebstähle nicht zuletzt aufgrund der pandemiebedingten Ladenschließungen sogar um rund zehn Prozent zurückgegangen.

Von Kundinnen und Kunden wurden der Studie zufolge 2021 Waren im Wert von 2,1 Milliarden Euro gestohlen. Die Diebstähle von Mitarbeitern der Handelsketten summierten sich auf 810 Millionen Euro. Lieferanten und Servicekräfte waren für Einbußen in Höhe von 320 Millionen Euro verantwortlich. Weitere 870 Millionen Euro Schaden entstanden durch organisatorische Mängel wie falsche Preisauszeichnungen.

Um ihre Waren vor Langfingern zu schützen, gaben die Handelsunternehmen der Studie zufolge im vergangenen Jahr rund 1,3 Milliarden Euro aus - für Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen wie Artikelsicherung, Kameraüberwachung oder Detektiveinsätze.

Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik gingen die angezeigten Ladendiebstähle im vergangenen Jahr sogar um mehr als 15 Prozent auf 257.000 Fälle zurück.

6.49 Uhr: FDP-Gesundheitspolitiker warnt vor starker Grippewelle im Herbst

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Andrew Ullmann, hat Vorbereitungen auf eine möglicherweise besonders schwere Grippewelle in diesem Herbst gefordert. "Wir müssen uns auf den Winter vorbereiten und dazu gehört neben einer guten Impfkampagne gegen Covid-19 auch die der freiwilligen Grippe-Schutzimpfung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Durchaus realistisch ist eine Grippewelle, die eine ähnliche Dimension erreicht wie die in den Jahren 2017/2018."

Damals grassierte laut Robert Koch-Institut (RKI) die heftigste Grippewelle seit Jahrzehnten. Schätzungen zufolge starben etwa 25 000 Menschen. In den vergangenen beiden Jahren seien die Grippewellen vollständig ausgefallen. Nun gebe es aktuell hohe Grippezahlen auf der Südhalbkugel. Er erwarte dies im Winter auch auf der Nordhalbkugel, sagte der Infektiologe. "Und diese Welle trifft dann auf eine Bevölkerung, die mindestens zwei Jahre lang nicht gegen Grippe immunisiert wurde. Obwohl einige sich impfen ließen, ist die Immunisierungsrate zu niedrig."

In Deutschland wird aktuell über erneute Corona-Maßnahmen im Herbst diskutiert. Aus den Bundesländern kommen Aufforderungen an den Bund, schnell eine Rechtsgrundlage für weitergehende Schutzvorgaben bei einer neuen Corona-Welle zu schaffen. Die noch verbliebenen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz - etwa die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln - laufen am 23. September aus.

6.12 Uhr: US-Präsident Biden wirbt für Corona-Impfung für Unter-Fünfjährige

US-Präsident Joe Biden hat den Beginn der Impfkampagne für Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu fünf Jahren als "historischen Meilenstein" bezeichnet. Die Verfügbarkeit der Corona-Impfung für die Kleinsten sei ein "bedeutender Schritt nach vorne", sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. "Fast jeder Amerikaner kann nun Zugang zu lebensrettenden Impfungen haben", sagte er. Biden appellierte an alle Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen.

Die Impfungen seien nach "ausführlicher wissenschaftlicher Überprüfung" genehmigt worden und seien "sicher und wirksam", betonte der Präsident. Falls Eltern Fragen dazu hätten, sollten sie diese mit ihrem Arzt besprechen. Biden forderte zudem, die Impfungen nicht politisch zu instrumentalisieren. "Das ist keine Zeit für Politik. Es geht darum, dass Eltern alles in ihrer Macht stehende tun können, um ihre Kinder zu schützen", sagte Biden. Unmittelbar zuvor hatte Biden in der Hauptstadt Washington ein Impfzentrum für Kinder besucht.

Nach einem Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hatte sich am Wochenende auch die Gesundheitsbehörde CDC für den Einsatz von Coronavirus-Impfstoffen bei Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren ausgesprochen. Sowohl der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer als auch das Präparat von Moderna könnten für etwa 18 Millionen Kleinkinder zum Einsatz kommen, hieß es.

Zuvor war der Impfstoff von Biontech/Pfizer in den USA für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassen, der Impfstoff von Moderna für Erwachsene. Vergangene Woche hatte sich das FDA-Beratergremium aber dafür ausgesprochen, den Moderna-Impfstoff auch für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren zuzulassen. In der EU ist derzeit noch kein Corona-Impfstoff für sehr junge Kinder zugelassen.

5.41 Uhr: RKI registriert 119.232 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 488,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 488,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.13 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 458,5 gelegen (Vorwoche: 472,4; Vormonat: 322,4). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 119.232 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 92.344) und 104 Todesfälle (Vorwoche: 112) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.454.225 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mittwoch, 5 Uhr: Kassenärztechef gegen Ausweitung der Maskenpflicht

Kassenärztechef Andreas Gassen hat sich trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen gegen die Ausweitung der Maskenpflicht und gegen die Fortführung anlassloser Bürgertests ausgesprochen. "Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dem Redaktionsnetzwerk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag. Es gebe zwar auch jetzt hohe Infektionszahlen, die Erkrankungsverläufe seien aber überwiegend leicht. "Viele Betroffenen merken es nicht einmal." Deshalb könnten höhere Infektionszahlen allein nicht Grundlage für Maßnahmen sein, "etwa für eine erneute Maskenpflicht".

Die Ressortchefs treffen sich in Magdeburg. Ein Mund-Nasen-Schutz muss derzeit im Alltag vor allem noch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Gassen forderte zudem, zeitnah anlasslose Bürgertests zu stoppen. "Sie bringen sehr wenig und kosten sehr viel", kritisierte er. "Stattdessen sollten wir uns auf PCR-Tests bei symptomatischen Patienten zu fokussieren."

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnte davor, die Wirkung der Masken zu überschätzen. Zwar könnten richtig getragene FFP2-Masken vor einer Infektion schützen, andere Maßnahmen seien aber effizienter und sollten vor einer Maskenpflicht eingeführt werden. Der Virologe nannte im RND-Interview etwa Homeoffice. "Wenn die Effizienz einer Maskenpflicht für die Pandemiebekämpfung gering ist, wären die Millionen Euro für Masken anderswo besser eingesetzt", sagte Schmidt-Chanasit.

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

21.00 Uhr: Gesundheitsminister will Zugang zu Corona-Bürgertests beschränken

Der Zugang zu den kostenlosen Corona-Bürgertests soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach deutlich eingeschränkt werden. Nur noch Patienten mit Symptomen sollen dafür in Frage kommen sowie andere ausgewählte Personengruppen wie Kleinkinder und Schwangere. Dies geht aus der "Corona-Herbststrategie" des Ministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet.

Das kostenlose Angebot an alle Bürger ist bisher nur bis Ende Juni fix. Sachsens Gesundheitsministerium hatte daher andere Vorstellungen für die Zeit ab Juli geäußert. Mehr zu Lauterbachs Plänen und Sachsens Wünschen im Artikel Sachsen will weiterhin kostenlose Corona-Tests

18.30 Uhr: G20 einigen sich auf permanenten Fonds zur Pandemiebekämpfung

Die G20-Staaten haben sich auf die Einrichtung eines Fonds zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien geeinigt. Der Finanzvermittlungsfonds unter Führung der Weltbank werde voraussichtlich gegen Ende des Monats aktiv werden, sagte die indonesische Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati am Ende eines Treffens der G20-Finanz- und Gesundheitsminister in Yogyakarta. Indonesien hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz.

Einige Länder, darunter Deutschland, Indonesien und Singapur sowie die USA und die EU hätten bereits insgesamt 1,1 Milliarden Dollar (etwa Mrd. Euro) für den Fond zugesagt. Indonesiens Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin sagte, Geld sei aber nur ein Teil der Lösung für globale Gesundheitskrisen. "Wir müssen dieses Geld in einen schnellen und gerechten Zugang zu medizinischen Notfallmaßnahmen wie Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostik umwandeln."

Ende Oktober werden sich die G20-Gesundheitsminister zu weiteren Gesprächen auf Bali treffen - kurz vor Beginn des G20-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs, das am 15. und 16. November auf der beliebten Urlaubsinsel stattfindet.

17.47 Uhr: Leipziger Tourismusmanager sieht positive Signale

Nach zwei Corona-Jahren sieht der Chef der Leipziger Tourismusgesellschaft LTM positive Signale in der Branche. Im April hätten die Übernachtungszahlen in Leipzig wieder über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 gelegen, teilte LTM-Chef Volker Bremer am Dienstag mit. Der Trend habe sich auch im Mai fortgesetzt, auch die Nachfrage nach Kongressen und Tagungen habe wieder deutlich angezogen. Wenn es keine Rückschläge gebe, könne 2022 ein sehr gutes Jahr werden, so Bremer.

Die Leipziger Gästestatistik weist für den April 301 219 Übernachtungen aus. Im April 2019 seien es 295.764 gewesen. Die Zahlen für die ersten vier Monate des Jahres bewegen sich allerdings noch unter denen von 2019. Anfang des Jahres gab es noch Corona-Beschränkungen. In Leipzig wurden in von Januar bis April 705 425 Übernachtungen gezählt (2019: 976 559). Sachsenweit standen rund 3,8 Millionen Übernachtungen einem Vor-Pandemie-Wert von 5,3 Millionen gegenüber.

17.08 Uhr: Weniger Sponsoring für sächsische Einrichtungen in Corona-Pandemie

In den beiden vergangenen Jahren hat es etwas weniger Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen für Behörden und Einrichtungen des Freistaates gegeben. 2020 und 2021 waren es über 2,2 Millionen Euro, nach knapp 2,4 Millionen Euro 2018/2019 - "pandemiebedingt", wie aus dem am Dienstag vom Finanzministerium veröffentlichten Sponsoringbericht hervorgeht. Mit fast 1,8 Millionen Euro entfiel der größte Teil auf den Kulturbereich, womit künstlerische Projekte und Ausstellungen gefördert wurden. Rund 82,5 Prozent waren Geld-, der Rest Sachleistungen.

2018 gab es insgesamt 212 Sponsoringleistungen im Umfang von 1,17 Millionen Euro, 2019 waren es 172 mit knapp 1,2 Millionen Euro, 2020 rund 1,13 Millionen Euro für 162 Leistungen sowie gut 1,08 Millionen Euro und 174 Leistungen 2021. Dabei wurden im Bereich des Wissenschafts- und Kulturministeriums die bei weitem meisten Gelder eingeworben, 2018 und 2019 je über eine Million Euro.

Gesponsert wurden der digitale Weihnachtsgruß Sachsens, Räume für Tagungen, Sachpreise für Wettbewerbe, Turniere und Ehrungen, künstlerische Projekte der Staatstheater und Ausstellungen, aber auch hydraulische Rettungstechnik oder Hybridfahrzeuge für Übungszwecke bei Feuerwehr und Katastrophenschutz. Das Spektrum reichte bis zu Lizenzen für Unterrichtsmedien und Druckkosten, der privaten Förderung der Tierpflege im Wildgehege Moritzburg oder von Baumpflanzungen und Bänken in Forstrevieren - sowie Grillfleisch und Obst beim Beachvolleyballturnier der Bereitschaftspolizei.

16.39 Uhr: Mützenich: Neue Corona-Maßnahmen nötig

In der Debatte um den künftigen Corona-Kurs in Deutschland hat SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich deutlich gemacht, dass er neue Auflagen für nötig hält. Das sei angesichts der steigenden Infektionszahlen und des Auslaufens des Infektionsschutzgesetzes im September "offensichtlich", sagte Mützenich am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", so Mützenich. "Dass Maßnahmen erforderlich sind, das sollte niemand mehr in Frage stellen."

Der Fraktionsvorsitzende zeigte sich "zuversichtlich", dass die Ampel die nötigen Schritte auf den Weg bringt. "Die Koalition ist so intensiv mit diesen verschiedenen Fragen befasst, dass wir am Ende zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen werden." Die vorgesehene Überprüfung der bisherigen Maßnahmen wie Maskenpflichten, Zugangs- oder Abstandsregeln sei dabei wichtig, "um die Maßnahmen nachzusteuern", wie Mützenich sagte.

Die Aufgabe einer solchen Evaluation ist gemäß Infektionsschutzgesetz einem Sachverständigenausschuss zugedacht. Die jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und vom Bundestag benannte Expertinnen und Experten sollen ihr Ergebnis bis 30. Juni vorlegen.

15.04 Uhr: Sachsens Sozialkaufhäuser sind fast leer

Viele Sozialkaufhäuser und Möbelhäuser der Diakonie sind nach Angaben der Diakonie Sachsen im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges fast leer gekauft. Vor allem Einrichtungen in den größeren Städten bräuchten dringend Nachschub, sagte der zuständige Referent Marko Hietzke der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Mehr dazu im Artikel Hilferuf der Diakonie Sachsen: Sozialkaufhäuser fast leer

14.39 Uhr: Sachsen meldet knapp 4.000 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind nach einer am Dienstag veröffentlichten Aufstellung des Sozialministeriums binnen eines Tages 3.982 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich damit in Sachsen nachweislich 1.539.165 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 15.575 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.501.100 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 248,1 höher als am bedingt durch das Wochenende meldeschwachen Montag (237,3). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber nach Thüringen (167,1) weiterhin an zweitniedrigster Stelle in Deutschland, die bundesweite Inzidenz liegt bei 458,5.

Unter den 13 Regionen Sachsens gibt es weiterhin erhebliche Unterschiede: die Stadt Leipzig weist mit 411,9 die derzeit höchste Inzidenz aus, im Kreis Görlitz ist der Wert des RKI mit 135,3 aktuell am niedrigsten.

13.40 Uhr: Passagierzahlen an deutschen Flughäfen steigen deutlich

Personalengpässen und höheren Ticketpreisen zum Trotz: Immer mehr Menschen reisen wieder mit dem Flugzeug. Die Passagierzahl an den deutschen Flughäfen schnellte auch im Mai in die Höhe, wie der Branchenverband ADV am Dienstag in Berlin mitteilte. Mit 15,8 Millionen waren es knapp fünf mal so viele wie im Vorjahresmonat - aber noch etwa 30 Prozent weniger als im Mai 2019 vor der Corona-Krise. "Wegfallende Corona-Beschränkungen, keine begrenzenden Einreisebestimmungen und das deutlich ausgeweitete Flugangebot des Sommerflugplans stimulierten die Passagiernachfrage", erklärte die Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Von Januar bis Mai zählte sie mehr als 51,44 Millionen Fluggäste, knapp halb so viel im gleichen Zeitraum 2019.

"Der Wunsch nach Mobilität und Urlaubsreisen ist ungebrochen und lässt die Passagierzahlen hochschnellen", bemerkte der Verband. Das zeige auch der Blick in die Buchungssysteme. Innerdeutsch wird allerdings weiter kaum geflogen - mangels Angebot, wie die ADV erläuterte.

Reisende mussten zuletzt mitunter lange Wartezeiten und Flugausfälle hinnehmen. Am Boden und bei den Airlines fehlt Personal. Eine Reihe von Fluggesellschaften hat Flüge aus dem Sommerprogramm gestrichen. Der Trend bei den Ticketpreisen weist nach Angaben des Weltluftfahrtverbands IATA unter anderem wegen steigender Kerosinkosten aufwärts.

12.42 Uhr: Erholung "abgewürgt" - Wirtschaft pessimistisch

Industrie und Handwerk in der Wirtschaftsregion Leipzig-Halle-Dessau haben sich nicht wie erhofft von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Das ergab eine gemeinsame Konjunkturumfrage der gewerblichen Kammern, die am Dienstag vorgestellt wurde. Demnach ist der Konjunkturklimaindex in der Wirtschaftsregion im Frühjahr 2022 deutlich auf 32,1 Punkte gesunken. Dieser Wert berücksichtigt, wie die Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage sowie ihre Zukunftsaussichten einschätzen. Im Herbst 2021 hatte der Indexwert noch fast doppelt so hoch gelegen.

Insbesondere in der Industrie hätten sich die Geschäftserwartungen drastisch verschlechtert. Hohe Energiepreise und knappe Grundstoffe drückten auf die Stimmung. "Der hohe Strompreis stellt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft in Frage", sagte der Präsident der IHK Halle-Dessau, Steffen Keitel. Auch im Handwerk sei die Stimmung verhalten, sagte der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Matthias Forßbohm. Um gegenzulenken, fordern die Kammern unter anderem, Steuern und Umlagen zu senken sowie bürokratische Hürden beim Ausbau erneuerbarer Energien abbauen.

"Zwar bewerten viele mitteldeutsche Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage durchaus gut", räumte Keitel ein. Der Blick nach vorn sei aber pessimistisch. "Putins Krieg und die damit verbundenen Sanktionen würgen die Erholung der mitteldeutschen Wirtschaft ab", sagte Keitel. Für den Konjunkturbericht befragen die vier Kammern im Raum Leipzig-Halle-Dessau regelmäßig ihre Mitgliedsunternehmen. Im Schnitt beteiligen sich an der repräsentativen Erhebung etwa 1.800 Betriebe. Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), die IHK zu Leipzig, die Handwerkskammer Halle und die Handwerkskammer zu Leipzig vertreten nach eigenen Angaben rund 145.000 Firmen.

12.08 Uhr: Gericht: Corona-Dezemberhilfen nicht für Einzelhandel

Bei der Auszahlung der Corona-Dezemberhilfe durfte der Einzelhandel nach einer Gerichtsentscheidung unberücksichtigt bleiben. Eine unterschiedliche Behandlung von Geschäften und Betrieben sei bei der finanziellen Unterstützung angesichts des Lockdowns wegen der Corona-Pandemie zulässig, teilte das Berliner Verwaltungsgericht am Dienstag mit. Während der Bedarf von Sachgütern später noch gedeckt werden könne, ließen sich Besuche im Restaurant oder Kosmetikstudio nicht nachholen, hieß es. Damit verwehrten sie einem Schuhgeschäft mit Filialen in mehreren Bundesländern eine höhere staatliche Unterstützung. (Az: VG 26 K 129/21)

Das Unternehmen hatte nach Gerichtsangaben die Gewährung der Corona-Dezemberhilfe beantragt, wie sie etwa für Freizeit-Einrichtungen gezahlt wurde. Diese mussten wegen der Corona-Pandemie ab November 2020 schließen. Im Einzelhandel durften Geschäfte wie etwa die Filialen des Klägers zunächst unter bestimmten Maßgaben geöffnet bleiben. Ab dem 16. Dezember 2020 galt dann der coronabedingte Lockdown auch für diese.

Für die nun auch betroffenen Unternehmen war eine Überbrückungshilfe III vorgesehen. Erstattet wurden dabei nicht wie bei den November- und Dezemberhilfen Umsatzausfälle, sondern betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten. Die anderen Betriebe konnten dagegen für November und Dezember 2020 eine außerordentliche Wirtschaftsbeihilfe beantragen, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes im Vorjahresmonat betrug. In der unterschiedlichen Behandlung sah der Kläger eine Verletzung des Anspruchs auf Gleichbehandlung.

Akzeptiert das Unternehmen die Entscheidung nicht, kann es beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Zulassung einer Berufung beantragen.

11.10 Uhr: Baden-Württemberg fordert Machtwort von Scholz wegen Corona-Maßnahmen

Baden-Württemberg drängt wegen der drohenden Corona-Welle im Herbst auf rasche Vorkehrungen und fordert ein Machtwort von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Streit mit der FDP. "Es muss ganz klar sein, dass wir uns von der FDP nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen", sagte der Stuttgarter Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. "Da muss jetzt auch mal ein bundespolitisches Machtwort gesprochen werden." Die Ampel müsse vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen und damit die eventuell nötigen Maßnahmen wie Kontaktverbote ermöglichen. Es komme nun auf die verantwortlichen Regierungsparteien in Berlin an. "SPD und Grüne müssen sich gegenüber der FDP in diesem Punkt einfach durchsetzen." Für Lucha steht fest: "Die FDP ist bei der Pandemiebekämpfung nicht unser Maßstab, sondern der verantwortungsvolle Umgang mit der Gesundheit der Menschen."

Der Grünen-Politiker sagte weiter, die Länder müssten sich für eine mögliche Corona-Welle rechtzeitig wappnen können. "Wir wollen die gesetzlichen Grundlagen für ein Kontaktverbot, Maskenpflicht in Innenräumen und für 2G- und 3G-Maßnahmen, die wir erlassen können, wenn ein Infektionsrisiko so stark ist, dass wieder die Überlastung des Gesundheitswesens droht." Das sei besser, als im Falle eines großen Ausbruchs wieder alles schließen zu müssen. "Wir wollen rechtzeitig reagieren können, um zu verhindern, dass es wieder zu einem vollständigen Erliegen des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und vor allem schulischen Lebens kommt. Das sind also rein präventive Maßnahmen."

Dienstag, 10.42 Uhr: Süd-Länder und NRW: Bund muss schärfere Corona-Maßnahmen ermöglichen

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen drängen den Bund angesichts einer drohenden Corona-Welle im Herbst, schnell die gesetzlichen Voraussetzungen für schärfere Schutzmaßnahmen zu schaffen. Die Ampel müsse noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, heißt es in einem Beschlussentwurf der vier Länder für die Konferenz der Gesundheitsminister in dieser Woche. Dies sei nötig, um auf einen Anstieg der Infektionen im Herbst mit geeigneten Gegenmaßnahmen reagieren zu können. "Dazu zählen insbesondere Maskenpflicht in Innenräumen, 3G/2G-Zugangsregeln, Testpflichten, Personenobergrenzen und Kontaktbeschränkungen", heißt es in dem Vorschlag der vier Länder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die drei unions-geführten Länder und das grün-schwarz regierte Baden-Württemberg pochen zudem darauf, dass sie bei der Beratung des Gesetzes einbezogen werden. Der Bund müsse schnell rechtliche, finanzielle und organisatorische Planungssicherheit schaffen. Die Gesundheitsminister der vier Länder fordern unter anderem, die Corona-Testverordnung über Ende Juni hinaus "sachgerecht" zu verlängern. "Es bedarf auch weiterhin kostenfreier und unbürokratischer Testmöglichkeiten, um insbesondere den Schutz im Umfeld von Einrichtungen für vulnerable Personen und Gruppen sicherzustellen."

Die Länder drängen vor der Ministerkonferenz in Magdeburg ab Mittwoch auch darauf, rasch zu klären, ob es eine allgemeine Empfehlung für eine vierte Impfung geben soll. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung bisher nur für Menschen ab 70 Jahren. Der Bund soll zudem zusammen mit den Länder planen, wie im Herbst und Winter geimpft werden soll. Berlin müsse sicherstellen, dass genügend Impfstoff beschafft wird. Darüber hinaus müsse der Bund den Ländern wieder bei der Finanzierung der staatlichen Impfstrukturen wie Impfzentren unter die Arme greifen. Bei der Vorbereitung einer neuen Impfkampagne müsse auch eine mögliche Influenzawelle mitbedacht werden.

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen fordern die Bundesregierung daneben auf, die Krankenhäuser für die erwartete nächste Welle zu rüsten. Es müsse zum Beispiel finanzielle Anreize geben, um Personal zu halten und neues zu gewinnen. "Auch die finanzielle Absicherung der Krankenhäuser muss durch Bundesrettungsschirme erneut in Aussicht gestellt werden, sollte sich die Versorgungslage in den Krankenhäusern erneut zuspitzen."

9.50 Uhr: Ministerpräsident Haseloff positiv auf Corona getestet

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ist an Corona erkrankt. Ein PCR-Test am Montag sei positiv ausgefallen, teilte ein Regierungssprecher am Dienstag in Magdeburg mit. Haseloff habe leichte Symptome. Er befinde sich zu Hause in Isolation, sei aber arbeitsfähig. Wie etwa zur Kabinettssitzung am Dienstag lasse sich der Ministerpräsident zu vielen Terminen online zuschalten. An der Landtagssitzung in dieser Woche werde Haseloff nicht teilnehmen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) © dpa/Frank May

9.24 Uhr: Wegen Corona: Staat übernimmt größeren Anteil an Gesundheitskosten

Ein immer größerer Teil der Gesundheitsausgaben wird über staatliche Transfers und Zuschüsse finanziert. Wie aus einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorgeht, wurden 2020 in Deutschland 15,7 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben (67,9 Milliarden Euro) staatlich beglichen.

Der Anteil der staatlichen Zuschüsse und Transfers an den Gesamtausgaben (431,8 Milliarden Euro) stieg gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte. "Dies war der stärkste Anstieg bei dieser Finanzierungsart seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1992", berichtete das Amt am Dienstag.

Ursache des Anstiegs waren den Statistikern zufolge Bundeszuschüsse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Der Bund finanzierte 2020 unter anderem Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser, Schutzmasken und Corona-Tests.

8.57 Uhr: Lauterbach erwartet keinen Ampel-Streit über Corona-Schutzmaßnahmen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht von einer raschen Verständigung in der Ampel-Koalition über den weiteren Kurs bei Corona-Schutzmaßnahmen aus. Mit Blick auf das Ende Juni erwartete Gutachten eines Sachverständigenrates zu den bisherigen Vorkehrungen sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin": "Ich glaube wir werden einen guten Kommissionsbericht bekommen. Wir werden uns dann sehr schnell einigen. Das Drama, auf welches jetzt alle warten, wird ausbleiben." Lauterbach sagte weiter: "Und wir werden also für den Winter viel besser gerüstet sein, als es der ein oder andere jetzt vermutet."

Die Infektionszahlen waren zuletzt wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen am Dienstag mit 458,5 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 416,0 gelegen (Vorwoche: 447,3; Vormonat: 342,0). Für den Herbst und Winter befürchten Experten eine weitere Corona-Welle.

Lauterbach sagte in der ARD, er gehe von einer Dunkelziffer von 50 Prozent aus. Er sagte zugleich, es werde an einer besseren Datenerfassung in Krankenhäusern gearbeitet.

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen drängen den Bund, schnell die gesetzlichen Voraussetzungen für schärfere Schutzmaßnahmen zu schaffen. Die jetzigen Regelungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus. Kostenlose Bürgertests sind vorerst bis einschließlich 29. Juni geregelt. Bis zum 30. Juni wird das Gutachten des Sachverständigenausschusses erwartet. Der Bundestag geht laut Sitzungskalender am 8. Juli in die Sommerpause und kommt dann erst in der Woche ab 5. September wieder zusammen.

7.55 Uhr: G20: Gesundheits- und Finanzminister beraten über Pandemie-Fonds

Die G20-Staaten wollen sich besser für künftige Pandemien wappnen und mit einem permanenten Fonds schneller auf Massenerkrankungen reagieren. Der geplante Finanzvermittlungsfonds (FIF, Financial Intermediary Fund) sollte am Dienstag im Mittelpunkt eines Treffens der Gesundheits- und Finanzminister des Zusammenschlusses der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im indonesischen Yogyakarta stehen. Der Inselstaat Indonesien hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz.

Fünf Länder und die Europäische Union hätten bereits 1,1 Milliarden Dollar (eine Milliarde Euro) für den Fonds zugesagt, sagte Nadia Tarmizi, Sprecherin des indonesischen Gesundheitsministeriums. "Unser Ziel ist es, dass alle G20-Staaten Beiträge zum Fonds zusagen, weil wir 15 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) mobilisieren wollen", erklärte sie. Die Gespräche sollten am Abend beginnen.

Die Beratungen hatten am Montag mit einem Treffen der G20-Gesundheitsminister begonnen, an dem auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, teilnahm. Er warnte eindringlich davor, im Kampf gegen das Virus nachzulassen. "Die Wahrnehmung, dass die Pandemie vorbei ist, ist fehl am Platz", betonte der Äthiopier. Seine Behörde sei nach wie vor sehr besorgt, dass "ein Mangel an Corona-Tests und Sequenzierung uns für die Entwicklung des Virus blind macht".

7.05 Uhr: Verbraucher zahlen Kredite zuverlässig ab

Deutschlands Verbraucher haben ihre Ratenkredite auch im zweiten Corona-Jahr zuverlässig zurückgezahlt. Wie in den beiden Vorjahren wurden 97,9 Prozent aller aufgenommenen Ratenkredite vertragsgemäß bedient, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Risiko- und Kreditkompass der Auskunftei Schufa hervorgeht. Die Pandemie habe auch 2021 keine negativen Auswirkungen auf die Ver- und Überschuldung der Menschen in Deutschland gehabt. Erstmals seit 2017 nahmen die Menschen wieder mehr Ratenkredite auf. Vor allem kleinere Summen waren gefragt. Größere Anschaffungen wurden hingegen verschoben.

Im vergangenen Jahr zählte die Schufa rund 6,9 Millionen neu abgeschlossene Ratenkredite. Das waren etwa 4,5 Prozent mehr als 2020. Besonders stark legte dabei die Nachfrage nach Krediten unter 1.000 Euro zu. Ihr Anteil an allen neuen Verträgen stieg von 19,9 Prozent 2020 auf nunmehr 29,5 Prozent. Die Anteile mittlerer (1.000 bis 10.000 Euro) und großer Ratenkredite ab 10.000 Euro waren rückläufig. Bei einer Schufa-Befragung im Mai dieses Jahres hatten 57 Prozent der Menschen angegeben, dass sie größere Investitionen aufschieben.

5.59 Uhr: RKI registriert 123.097 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 458,5

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen am Dienstagmorgen mit 458,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.14 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 416,0 gelegen (Vorwoche: 447,3; Vormonat: 342,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem deshalb, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.334.993 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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