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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Jeder Landkreis in Sachsen muss Lockerungen zurücknehmen, wenn die Zahl der Infektionen steigt. Was jetzt wo gilt - ein Überblick.

Einkaufen mit Termin ist in Regionen mit Inzidenzen über 100 nicht mehr möglich.
Einkaufen mit Termin ist in Regionen mit Inzidenzen über 100 nicht mehr möglich. © René Meinig

Dresden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Sachsens Landkreise und kreisfreie Städte mit hohen Inzidenzzahlen müssen deswegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wieder verschärfen. Einige Kreise und kreisfreie Städte haben neue Regeln erlassen.

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums vom Freitagnachmittag wurden binnen eines Tages 1.331 neue nachgewiesene Laborfälle bestätigt - vor genau einer Woche, am 12. März, waren es 955. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 16 weitere Todesfälle verzeichnet. Damit sind bisher 8.193 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

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Schulen und Kitas müssen wieder schließen

In den Landkreisen Nordsachsen, Zwickau und Erzgebirge müssen ab dem 22. März die Kindertageseinrichtungen sowie die Schulen wieder schließen. Auch im Landkreis Meißen können die Einrichtungen am Montag nicht öffnen, teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Die Kreise liegen seit mehr als fünf Werktagen über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen.

Ausgenommen von der Regelung sind die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge. Sie können weiterhin ihre Schulen besuchen. In den betroffenen Landkreisen wird für Grundschulen und Kitas eine Notbetreuung eingerichtet.

Erneute Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen

Am Freitag lagen in sieben der zehn Landkreise die Inzidenzwerte über 100. Als Hotspot gilt nach wie vor das Vogtland mit einem Wert von 358. „Die dritte Welle ist da“, sagte Landrat Rolf Keil (CDU).

In den Landkreisen Meißen, Zwickau, Nordsachsen, dem Erzgebirgskreis und der Stadt Chemnitz wurden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Dort sind die Geschäfte und Betriebe der körpernahen Dienstleistungen wieder geschlossen, Sport auf Außenanlagen nicht mehr möglich. Auch Museen, der Botanische Garten und der Tierpark mussten wieder schließen.

In diesen Regionen gelten auch das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit sowie die schärferen Kontakt- und die Ausgangsbeschränkungen wieder: Treffen sind nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes erlaubt, die Wohnung darf nur mit triftigem Grund verlassen werden.

Das droht auch im Landkreis Görlitz und der Landeshauptstadt, wenn die Inzidenz an drei Tagen infolge über der 100er-Grenze liegt. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) rechnet damit, dass nächste Woche die 100er-Marke erreicht wird.

Kultur und Gastronomie müssen warten

Nach dem Stufenplan, den Bund und Länder beschlossen haben, und den Sachsen in seiner aktuellen Corona-Schutzverordnung umgesetzt hat, könnte frühestens ab dem 22. März die Gastronomie ihre Außenbereiche öffnen, genauso wie Bibliotheken, Theater, Konzert- und Opernhäuser, Konzertveranstaltungsorte, Musiktheater und Kinos sowie Musik-, Kunst- und Tanzschulen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Inzidenz in Land und Kreis seit 14 Tagen stabil unter 100 liegt. Das ist in Sachsen nicht der Fall – seit 13. März liegt der Freistaat darüber. Das Robert Koch-Institut meldet am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 127,1, tags zuvor waren es noch 109,7.

Weitere Lockerungen sind nicht in Sicht

Die steigenden Infektionszahlen könnten bedeuten, dass es keine weiteren Öffnungsschritte geben wird – sondern wieder Verschärfungen nötig sein könnten. Am Montag wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die weiteren Schritte beraten.

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Neben den Inzidenzzahlen orientiert sich Sachsens Regierung noch an einem zweiten Wert. Voraussetzung für Lockerungen ist generell, dass weniger als 1.300 Betten in sächsischen Krankenhäusern durch Covid-19-Patienten belegt sind. Derzeit werden 1.055 Patienten im Krankenhaus behandelt. „Bis Ostern werden nicht nur die Fallzahlen weiter steigen, sondern auch die Intensivstationen wieder voller“, sagte Michael Albrecht, der medizinische Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums. Nach Prognosen für die sächsischen Krankenhäuser wird am 1. April mit 1.190 bis 1.470 Corona-Patienten auf den Stationen gerechnet.

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