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Sachsens Lehrer und Erzieher werden geimpft

Die Impfverordnung wurde geändert, Grundschullehrer und Erzieher rücken vor. Ab Donnerstag soll es für sie Impftermine in Sachsen geben.

Lehrer und Erzieher müssen für ihre Impfungen in eines der sächsischen Impfzentren gehen.
Lehrer und Erzieher müssen für ihre Impfungen in eines der sächsischen Impfzentren gehen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. In Sachsen sollen Lehrer an Grund- und Förderschulen, Erzieher und Tagespflegepersonal mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft werden. Sie können voraussichtlich ab Donnerstag Termine dafür buchen, sagte Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger. Dafür muss das Buchungsportal umprogrammiert werden, das sei eine Herausforderung. Für einen Impftermin in einem der 13 Impfzentren müssen die Betroffenen eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen.

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Die Änderung der Impfverordnung haben die Gesundheitsminister der Länder am Montag bei ihrer Konferenz mit dem Bundesgesundheitsminister beschlossen. „Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und an Grundschulen tätig sind“ rücken von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge. Die neue Impfverordnung soll am Mittwoch in Kraft treten.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will sich dafür einsetzen, dass bald auch alle anderen Lehrkräfte an weiterführenden Schulen geimpft werden können. „Das dauert aber noch etwas“, sagte sie am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Dafür seien weitere Absprachen mit dem Bund nötig.

Zu der Prioritätengruppe 2 gehören auch andere Berufsgruppen, etwa Polizisten und Sicherheitskräfte, die etwa bei Demonstrationen im Einsatz sind und dort einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Außerdem ist in dieser Gruppe auch die Impfung für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen vorgesehen. Sie brauchen eine Bescheinigung des Hausarztes. Der britisch-schwedische Impfstoff von Astrazeneca ist nur für Personen unter 65 Jahre einsetzbar.

Verband fordert Impfungen für alle Lehrer

Der sächsische Lehrerverband sieht in den Impfungen für Pädagogen einen wichtigen Schritt für mehr Gesundheitsschutz. Durch den berufsbedingten Kontakt zu vielen Menschen seien sie täglich einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt, teilt der Verband mit.

Etwa 14.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte arbeiten an öffentlichen Grundschulen und Förderschulen in Sachsen. "Dass sie zuerst ein Impfangebot erhalten sollen, ist nachvollziehbar", sagte der Vorsitzende Jens Weichelt. Seit dem 15. Februar befinden sich nahezu alle Grundschüler wieder im Präsenzunterricht. "Die Klassen werden nicht geteilt und auch aufgrund des Entwicklungsstandes der Schüler ist die konsequente Einhaltung von Abstandsregeln praktisch kaum realisierbar." Gleiches gelte für die Kindertagesstätten. Dort sind 36.000 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt.

Der Verband forderte die Ausweitung der Impfungen auf alle Lehrkräfte und sieht darin eine wesentliche Voraussetzung für weitere Schulöffnungen. Die Impfbereitschaft der Lehrkräfte und Erzieher werde nicht zuletzt auch vom angebotenen Impfstoff abhängen, heißt es. "Wenn es Wahlmöglichkeiten zwischen den Impfstoffen wie bei anderen Berufsgruppen gibt, wird die Bereitschaft höher sein."

Weitere Schulöffnungen ungewiss

Wann weiterführende Schulen ab Klasse 5 wieder öffnen können, steht noch nicht fest. Ursprünglich wurde der 8. März genannt. "Um diese Entscheidung zu treffen, ist es noch zu früh", sagte Staatskanzleichef Oliver Schenk am Dienstag. Maßgeblich dafür sei die Entwicklung des Infektionsgeschehens.

Schenk wies auf die stagnierenden, teilweise sogar steigenden 7-Tage-Inzidenzen in den sächsischen Landkreisen hin und machte dafür die britische Corona-Mutation verantwortlich. Da die schnellere Verbreitung ein wesentlicher Bestandteil der Mutation sei, beeinflusst das auch die Kontaktverfolgung, die anspruchsvoller werde. Mit Lockerung sei demnach nicht so bald zu rechnen.

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