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Mehr Schüler testen, alle Lehrer impfen

In Sachsen müssen die Schulen wegen zu hoher Infektionszahlen wieder schließen. Richtig so. Auf Dauer kann das aber nicht die Lösung sein. Ein Kommentar.

© dpa-Zentralbild

Kaum auf, schon wieder zu: In drei, vielleicht auch vier, Landkreisen müssen Kinder und Jugendliche ab Montag wieder zu Hause bleiben, im Hotspot Vogtland bleiben Schulen und Kitas bis auf Weiteres geschlossen – die Inzidenzen liegen zwischen 146 und 288. Die Regeln, für die sich Sachsens Regierung in der Corona-Verordnung entschieden hat, sind klar. Ihnen sollte auch gefolgt werden – nur das ist glaubwürdig.

Es ist richtig, die Schulen und Kitas bei anhaltend hohen Infektionszahlen wieder zu schließen. Es lohnt sich aber auch, das Infektionsgeschehen direkt an den Einrichtungen im Blick zu behalten. Die Zahlen werden steigen, schon allein wegen der regelmäßigen Tests. In keinem anderen Bereich wird so gründlich getestet. Angesichts der mehr als 445.000 Schülerinnen und Schüler, die wieder im Präsenzunterricht sind, ist die Zahl der Coronainfektionen immer noch gering.

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Es kann aber nicht die Lösung sein, ständig zwischen den Optionen „Schule auf“ und „Schule zu“ hin und her zu springen. Für den Schul- und Kitabetrieb in Pandemiezeiten braucht es endlich längerfristige Konzepte. Nötig sind flexible Lösungen, die verhindern, dass Kinder und Jugendliche immer wieder auf Betreuung, Struktur, Bildung und soziale Kontakte verzichten müssen.

Nach Ostern muss Sachsens Kultusminister liefern

Masken, Abstand, mehr Busse im Schülerverkehr, Lüften und Hygiene sind unverzichtbar. Dazu gehört aber auch, dass alle Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher schnellstmöglich Impfangebote bekommen. Regelmäßige und flächendeckende Schnelltests für Schüler und das gesamte Personal in Schulen, Horten und Kitas bieten zusätzlich Sicherheit, um Ansteckungen zu verhindern. Hier muss der Freistaat die Beschaffung sicherstellen.

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Auch an der Struktur muss gerüttelt werden: Kleinere Gruppen in Kitas und Schulen würden den Zugang zu Bildung und Betreuung erlauben, auch wenn die Infektionszahlen hoch sind. So würde auch die Zahl derjenigen klein bleiben, die in Quarantäne müssen, sollte doch eine Infektion auftreten. Sachsens Kultusminister hat Änderungen für die Zeit nach den Osterferien angekündigt – dann muss er auch liefern.

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